📅❓ Was ich säe, werde ich ernten.

Karma ist das universelle Prinzip von Ursache und Wirkung. Demnach formt jede meiner Taten, Worte und Absichten mein eigenes zukünftiges Schicksal.

So sehe und erlebe ich das.

Bildlich gesprochen: Jeder Stein (Gutes oder Böses), gleich welcher Größe, den ich ins Wasser werfe, erzeugt Wellen – große oder kleine. Mit meinem Verhalten stoße ich Gutes oder Böses an oder werde selbst angestoßen, Gutes oder Böses zu tun. Das Gleiche gilt für alle Schattierungen zwischen Gut und Böse.

Der österreichische Journalist und Autor Robert Misik sagte kürzlich in einem Interview mit dem Deutschlandfunk:

»Also in dem Moment, wo Menschen in so etwas hineingeraten, wo sich ja auch eine Art von paranoider Weltwahrnehmung ergibt:

Alle sind meine Feinde und die Feinde müssen aus dem Weg geräumt werden. Da verändern sich Menschen ja. Wenn das über Jahre passiert. Und wir kennen es ja auch aus der Geschichte. Wir kennen ja aus der Geschichte viele Beispiele, nicht nur die grauenhaften der deutschen Geschichte. Das gibt es in anderen Kulturen ja auch.

Denken wir an Srebrenica oder die Genozid in Ruanda, dass Menschen an Verbrechen teilnehmen, auch enthusiastisch teilnehmen, die sie sich zehn Jahre vorher gar nicht vorstellen hätten können, dass sie daran teilnehmen und sich möglicherweise zehn Jahre später auch nicht mehr vorstellen können, was war ich für einer, der an dem teilgenommen hat.«

Jede physische oder geistige Handlung hat unausweichlich eine Folge, die auf den Handelnden zurückfällt. Nicht nur meine konkreten Taten, sondern auch meine Worte und Absichten erzeugen Karma. Positive, heilsame Handlungen führen zu gutem Karma, während von Gier oder Hass geleitete Handlungen negatives Karma erzeugen. Ich bin durch meine eigenen Handlungen selbst für mein künftiges Schicksal verantwortlich.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass wir in vielen Systemen leben und dass meine eigenen Handlungen auf die Handlungen anderer treffen, abgeschwächt oder verstärkt werden – jedenfalls werden sie verändert, sodass es so gut wie unmöglich ist, eine Linie zu ziehen zwischen meiner heutigen Handlung und meinem Sein irgendwann in der Zukunft.

Mit dem Glauben an Karma ist oft auch der Glaube an eine Wiedergeburt verbunden. So tröstlich dieser Gedanke auch sein mag, für mich ist der Tod das Ende. Vielleicht.

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Glaubst du an Karma?

Do you believe in karma?  |  Glaubst du an Karma?

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📅❓ Das Glück liegt auf der Straße …

»Sag doch selbst

Was wirst du anfang’n mit deiner Freiheit, die dir jetzt so kostbar erscheint?

Wie früher mit Freunden durch Bars und Kneipen zieh’n, heh?

Und dann, wenn du das satt hast, glaubst du, das Glück liegt auf der Straße

Und du brauchst es nur aufzuheben, wenn dir danach zumute ist, heh?

Nein, nein, mein Freund«

… verneinte schon 1974 Michael Holm. | https://youtu.be/NFyk4D7a0cY | https://open.spotify.com/intl-de/track/1ap4vTp3tOmW7aw0xWobog


Doch, was ist Glück eigentlich?

Das Beste, das ich schon mal zufällig auf der Straße gefunden habe, ist Halt, der feste Halt unter den Füßen.

Vielleicht finde ich auch mal zufällig die Straße, die aus dieser Stadt führt …

Aufrecht. Mit festen Schritten!

»Ich hielt alles Glück in meinen Händen

zumindest wars zum Greifen nah.

Beim Versuch das Blatt zu wenden

Wieder kein Glück gehabt.

Man sagt, dass alles Glück dieser Welt vor unseren Augen liegt.

Doch wie oft täuscht man sich

in dem was man mit den Augen sieht.«

… Tim Bendzko, Ich laufe, 2012 | https://youtu.be/9wX3DD0ZXRc | https://open.spotify.com/intl-de/track/5znp7F26UmQE7G7Jfb2IYm

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Was ist das Beste, das du schon mal zufällig auf der Straße gefunden hast?

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📅❓ Augenstern

Mir fällt kein selbst erlebter Zufall ein, der mir bis heute in Erinnerung geblieben wäre. Es gab viele alltägliche Zufälle, bei denen ich kurz innehielt, schmunzelte oder den Kopf schüttelte. Sie ergeben jedoch keine Geschichte.

Eine gelesene Geschichte ist mir jedoch bis heute gegenwärtig.

Anfang der 1970er Jahre schrieb Ursula Lebert für die Frauenzeitschrift „Brigitte” eine Artikelserie, für die sie jung verheiratete Paare in der ganzen Bundesrepublik besuchte und interviewte.

Etwa 30 Jahre später besuchte ihr Sohn, der Journalist Stephan Lebert, diese Paare erneut, um sie zu interviewen. Er wollte wissen, was aus ihnen geworden war.

Zusammen mit seiner Mutter veröffentlichte er 2002 das Buch „Du bist mein Augenstern. Was die Zeit aus Ehen macht“.

Die Leser:innen erfahren darin, welche Paare auch nach über 30 Jahren noch zusammen waren, welche geschieden sind und wer diese Zeit nicht überlebt hat.

Ein lesenswertes Buch. Leider besitze ich es nicht mehr und kann die folgende Lebensgeschichte nur ungefähr aus meiner Erinnerung heraus kurz nacherzählen:

Ich meine, eines der besuchten Paare hätte von einem Erlebnis eines ihrer Väter berichtet:

In den Nachkriegswirren hatte der Vater seine große Liebe verloren. Er hatte erfolglos nach ihr gesucht und dann in Westdeutschland eine Familie mit einer anderen Frau gegründet: Sie hatten sich verliebt, verlobt, geheiratet, Kinder bekommen und ein Haus gebaut.

Eines Tages in den 1990er Jahren fuhr der über 70-Jährige wie immer mit der Straßenbahn und erkannte seine große Liebe von damals als Mitfahrerin. Er sprach sie an, sie erkannten sich und erzählten sich gegenseitig ihr Leben. Sie war in der ehemaligen DDR bis 1989 „eingemauert” gewesen und war danach in den Westen übergesiedelt. Zuhause angekommen, packte er seine Koffer, ließ sein Leben der letzten 50 Jahre hinter sich und zog mit ihr zusammen.

Falls eine Leserin oder ein Leser dieses Buch besitzt, würde ich mich freuen, wenn sie oder er mir die entsprechenden Seiten als Fotos zuschicken könnte. Dann könnte ich die Geschichte genauer nacherzählen.

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Was war der seltsamste Zufall, den du je erlebt hast?

What’s the weirdest coincidence you’ve ever experienced?  |  Was war der seltsamste Zufall, den du je erlebt hast?

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