📅❓ Scheuklappen

Mir selbst bewusst zu sein. Zwar verfügte ich schon immer über die Fähigkeit zur Selbstreflexion, also die Fähigkeit, meine eigenen Gedanken, Gefühle, Motive und Reaktionen von außen zu betrachten und zu verstehen. Vermutlich ist das eine Folge davon, dass ich bereits als Kleinkind – vielleicht sogar schon im Mutterleib – gelernt habe, mich nur auf mich selbst verlassen zu können. Schwierigkeiten bereitete mir jedoch meine Identität, also das klare Wissen darüber, wer ich bin, welche Werte ich vertrete und was meine Persönlichkeit im Kern ausmacht. Das lag vermutlich daran, dass meine Eltern meine Introversion als falsch betrachteten und mir vermittelten, dass ich so, wie ich bin, falsch bin, und richtig, wenn ich mich extravertiert verhielt. Dadurch wurde mir lange der Zugang zu dem Wissen verwehrt, wer ich bin und was meine Persönlichkeit im Kern ausmacht. Ein weiterer Mangel bestand in der unterentwickelten Erkenntnis, mich abzugrenzen, also die Erkenntnis, als eigenständiges Individuum getrennt von der Umwelt und anderen Menschen zu existieren.

Dagegen war mein Selbstbewusstsein im Sinne von Selbstvertrauen gut ausgeprägt. In der Rolle des angelernten, angepassten Extravertierten. Vermutlich als Folge des oben Skizzierten. Selbstwirksamkeit und soziale Sicherheit waren immer vorhanden, ebenso wie ein gutes Selbstwertgefühl.

Vieles in meinem Leben wäre einfacher, besser oder einfach anders gelaufen, wenn ich viel früher damit angefangen hätte, meine Introversion zu erkennen. Doch die Scheuklappen waren viel zu groß.

Tägliche Schreibanregung
Was hättest du im Leben gern viel früher angefangen?

What’s one thing you wish you had started doing earlier in life?  |  Was ist eine Sache, von der du dir wünschst, du hättest schon früher damit angefangen?

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🎙 Wenn das Vertrauen bricht: Was Täter und Opfer jetzt tun müssen.

In dieser Podcastfolge mit dem Titel „Vertrauen wieder aufbauen – wie es gelingt” geht es um die Bedeutung von Vertrauen in Beziehungen und darum, wie man es wiederherstellen kann, wenn es einmal gebrochen wurde. Vertrauen ist grundlegend für soziale Beziehungen und die Gesellschaft insgesamt. Die Autoren Stefanie Stahl und Lukas Klaschinski erklären, dass Vertrauen oft mit unseren Kindheitserfahrungen und der Fähigkeit, uns selbst zu vertrauen, verbunden ist.

Die Autoren Stefanie Stahl und Lukas Klaschinski diskutieren, dass Vertrauen auch ein Risiko birgt und dass es nicht immer einfach ist, es wieder aufzubauen, nachdem es verletzt wurde. Sie sprechen über persönliche Erfahrungen mit Vertrauen und betonen, wie wichtig es ist, Konflikte offen anzusprechen, um die Beziehung zu reparieren.


O. K., ich konstruiere jetzt einfach mal ein Beispiel: Ich war in der ganzen Beziehung total konfliktscheu. Ich habe immer versucht, dir alles recht zu machen. Ich habe nie meinen Mund aufgekriegt. Irgendwann habe ich mich selbst so eingeengt gefühlt und habe mich auch von dir nicht mehr richtig gesehen gefühlt. Ich hatte das Gefühl, mich nur noch unterzuordnen. Da fiel mir nichts Besseres ein, als mein Ego mit der Affäre mit meiner Kollegin wieder aufzubauen. Das ist eine Konstruktion. Wenn der Typ das genauso formulieren kann und sagt: „Daran werde ich arbeiten. Ich werde an meiner verfluchten Konfliktscheu arbeiten. Ich werde die Themen jetzt ansprechen. Ich werde auf dich zugehen. Und dann wird das auch nie wieder vorkommen, weil ich dich liebe. Das war Ego-Scheiße von mir.” Ja, das wäre für mich so ein Pep-Talk, bei dem ich sagen würde: „Jo, auf dieser Grundlage könnte ich mich durchaus wieder dir anvertrauen.” Ja, weil er die Verantwortung übernimmt und eine Weiterentwicklung ankündigt.


Ein zentraler Punkt ist, dass Vertrauen in kleinen Momenten aufgebaut wird – durch Empathie und Zuwendung. Wenn jemand unser Vertrauen bricht, ist es wichtig, geduldig zu sein und die Perspektive des anderen zu verstehen. Die Autoren betonen, dass sowohl die Person, die das Vertrauen gebrochen hat, als auch die Person, die verletzt wurde, aktiv an der Wiederherstellung des Vertrauens arbeiten müssen.

Zusammengefasst gibt diese Podcast-Folge Ratschläge, wie man Vertrauen aufbauen und wiederherstellen kann, indem man offen kommuniziert, Empathie zeigt und Verantwortung übernimmt.



Podcastfolge „Vertrauen wieder aufbauen – wie es gelingt“ vom –15.11.2023– aus dem RTL+-Podcast „So bin ich eben! Stefanie Stahls Psychologie-Podcast für alle „Normalgestörten“„.


Podcastfolge in neuem Tab hören: https://sphinx.acast.com/p/open/s/695b7e82511175cf3ed1d504/e/gid%3A%2F%2Fart19-episode-locator%2FV0%2FismehUt0zqXg10_gsCs-s-nunbWR2luxw8-sTGGAPYY/media.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://plus.rtl.de/so-bin-ich-eben-stefanie-stahls-psychologie-podcast-fur-alle-normalgestorten-p_12550/audio/vertrauen-wieder-aufbauen-wie-es-gelingt-c_559664

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📅❓ Wirke!

„Versuch macht klug“: Dinge einfach ausprobieren, sich bei Erfolg auf die Schultern klopfen und bei Misserfolg die „Krone richten“ und weitermachen. Nicht an sich selbst zweifeln, sondern nüchtern analysieren, was gut und was schlecht war, was noch besser gemacht werden kann und wie die Klippen umschifft werden können. Jeder kann sich selbst vertrauen. Man lernt aus Erfahrungen und reift. Jeder Mensch genügt, egal, was man meinte, in der Kindheit erlebt zu haben. Du bist gut, so wie du bist. Vertraue dir selbst und lerne auch aus den Erfahrungen anderer.

Betrachte Fehler als Feedback: Wenn Dinge scheitern, ist das kein Beweis für persönliche Inkompetenz, sondern lediglich eine wertvolle Information. Ähnlich wie bei der Entwicklung von Software oder dem Tüfteln an einem komplexen technischen Workaround: Ein Fehler im System bedeutet nicht, dass das gesamte Vorhaben gescheitert ist. Man schaut sich an, an welcher Stelle es hakt, passt die Parameter an und testet neu. Dieser iterative Prozess nimmt dem Scheitern den emotionalen Schrecken.

Erlebe Selbstwirksamkeit: Wahres Selbstvertrauen entsteht nicht durch die trügerische Gewissheit, dass immer alles glattläuft. Es entsteht durch das tiefe, innere Wissen: „Selbst wenn es schiefgeht, weiß ich, dass ich damit umgehen kann.” Jedes Mal, wenn du hinfällst und wieder aufstehst, sammelt dein Gehirn knallharte Beweise für deine eigene Widerstandsfähigkeit.

Handle statt zu grübeln: Wer die Dinge einfach ausprobiert, verlässt das reine Kopfkino und geht in die Handlung. Oft nehmen wir uns durch Überanalyse im Vorfeld selbst den Mut. Der Schritt in die Praxis durchbricht diese gedankliche Lähmung.

Wenn du deine „Krone richtest”, verurteilst du dich nicht tagelang für den Fehlversuch. Du zeigst Selbstmitgefühl und nimmst das Scheitern nicht als persönlichen Makel in deine Identität auf. Du klopfst dir den Staub ab, bewahrst deine Würde und behältst den Blick nach vorne gerichtet. Du behältst eine gesunde Distanz zu dem Fehlversuch oder Scheitern.

Reines Ausprobieren und Scheitern, ohne nachzudenken, kann auf Dauer zermürben. Der Prozess wird erst dann zu einem echten Motor für das Selbstvertrauen, wenn zwischen dem „Hinfallen” und dem „Krone richten” eine kurze Phase der stillen Reflexion steht. Was genau hat nicht funktioniert? Lag es an den äußeren Umständen, am fehlenden Wissen oder an der Herangehensweise? Wer diese Erkenntnisse in den nächsten Versuch mitnimmt, wächst unweigerlich.

Täglicher Schreibanreiz
Was ist der beste Weg, um Selbstvertrauen aufzubauen?

What’s the best way to build self-confidence?  |  Wie kann man am besten Selbstvertrauen aufbauen?

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