🎙 Bürgergeld, Krankheit – und trotzdem glücklich? Eine gnadenlos ehrliche Lebensgeschichte.

Das Gespräch zeichnet das Porträt einer unkonventionellen, direkten und überaus resilienten Frau, die sich ihre Lebensfreude und eine große Hilfsbereitschaft bewahrt hat – trotz zahlreicher schwerer Schicksalsschläge.

Anja hat ein von Turbulenzen geprägtes Leben hinter sich. Sie erlebte eine schwierige Kindheit mit Gewalt, durchlitt zwei von häuslicher Gewalt und Überforderung geprägte Ehen und zog drei Kinder von drei verschiedenen Männern weitgehend allein groß. Hinzu kommen vergangene Phasen von Drogen- und Alkoholproblemen. Ein aktueller Schicksalsschlag ist der plötzliche Unfalltod des Halbbruders ihres ältesten Sohnes. Zudem leidet sie darunter, dass der Kontakt zu ihrer mittleren Tochter schmerzhaft abgerissen ist.

Aktuell kämpft Anja mit der Lungenkrankheit COPD und unerklärlichen, täglichen Schwindelanfällen, die sie humorvoll „Paul” nennt. Aufgrund dieser starken gesundheitlichen Beeinträchtigungen kann sie nicht mehr in ihrem erlernten Beruf als Friseurin oder in ihren späteren Jobs arbeiten und bezieht Bürgergeld.

Ihrem Spitznamen „Flummi” macht Anja alle Ehre. Sie kann kaum stillsitzen, hat einen enormen inneren Antrieb und ein großes Herz für andere. Obwohl sie selbst nur über sehr wenig Geld verfügt, engagiert sie sich ehrenamtlich. So holt sie beispielsweise gespendete Lebensmittel bei der Kirche ab und verteilt sie an Menschen, denen es noch schlechter geht als ihr.

Heute lebt Anja bewusst und glücklich allein. Sie hat mit romantischen Beziehungen abgeschlossen, da sie weiteren Stress und Enttäuschungen vermeiden möchte. Ruhe und Ausgleich findet sie in ihrem Kleingarten, bei den Spielen der lokalen Eishockeymannschaft und in ihrer großen Leidenschaft für den Drachen Tabaluga. Er symbolisiert für sie Freiheit, Stärke und die Fähigkeit, sich das „innere Kind“ zu bewahren.

Anjas Lebensgeschichte ist geprägt von extremen Höhen und Tiefen. Sie verstellt sich im Gespräch nicht, benennt eigene Fehltritte völlig offen und lässt sich nicht von gesellschaftlichen Normen verbiegen. Ihre Lebensphilosophie fasst sie am Ende selbst zusammen: „Immer ich selbst bleiben, anderen helfen und trotz allem das Lächeln und die Zuversicht niemals aufgeben.”


Aus der Podcastfolge „Trotz Schwindel aktiv“ vom –24.12.2025– des RB-Podcasts „Eine Stunde reden – Gespräche mit Unbekannten“ (Verfügbar bis -24.12.2027-).


Podcastfolge in neuem Tab hören: https://rbprogressivedl-a.akamaihd.net/clips/zt/welt/pg/pgd7C5ZPpm/pgd7C5ZPpm_audio_128k_stereo.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://www.bremenzwei.de/audios/eine-stunde-reden-anja-100.html

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🎙 Streit um Berechnungsmethoden bei Statistiken zur Armut.

In dieser Podcast-Folge wird das Statistische Bundesamt dafür kritisiert, dass es nur noch bestimmte Zahlen zur Armutsgefährdung veröffentlicht, die auf einer neuen Berechnungsmethode basieren. Dies hat einen Streit mit Armutsforschern ausgelöst.

Betroffene berichten von ihren persönlichen Erfahrungen mit Armut. Dies zeigt, dass Armut nicht nur eine Frage des Einkommens ist, sondern auch von sozialen Kontakten und Teilhabe abhängt.

Es wird diskutiert, dass die Armutsgefährdung in Deutschland bei 15,5 Prozent liegt. Diese Zahl hängt jedoch von der Art der Datenerhebung ab. Zudem ermöglicht die neue Methode weniger detaillierte regionale Analysen.

Wissenschaftler:innen kritisieren, dass die Veröffentlichung der niedrigeren Zahlen möglicherweise dazu dient, ein positiveres Bild der Armutslage zu vermitteln.

Der Streit um die Datenveröffentlichung hat auch politische Implikationen, da solche Zahlen für die Armutsbekämpfung wichtig sind.


Podcastfolge „Hinter der Statistik: Was arm sein bedeutet“ vom –02.10.2025– aus dem Deutschlandfunk-Podcast „Systemfragen“.


Podcastfolge in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2025/10/02/arm_sein_warum_wissenschaftler_die_offiziellen_armutszahlen_dlf_20251002_2010_83476480.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunk.de/arm-sein-warum-wissenschaftler-die-offiziellen-armutszahlen-kritisieren-100.html

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🎙 Eine hohe Inflation gefährdet den sozialen und demokratischen Zusammenhalt.

In ihrem Sendungsbeitrag thematisiert Britta Fecke, wie die Inflation in Deutschland den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdet.

Insbesondere die steigenden Preise für Energie und Lebensmittel belasten die ärmsten Bevölkerungsschichten, wodurch auch die Mittelschicht zunehmend in Armut abrutscht. Der Soziologe Prof. Olaf Groh-Samberg warnt, dass diese sozioökonomische Ungleichheit den Zusammenhalt der Gesellschaft gefährdet und möglicherweise auch den demokratischen Verfall beschleunigt.

Er hebt hervor, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt oft unterschiedlich interpretiert wird und eine klare Differenzierung zwischen demokratischem und nationalistischem Verständnis notwendig ist.

Um den demokratischen Zusammenhalt zu stärken, müssen die Interessen der unteren Einkommensgruppen in den politischen Prozess einbezogen werden. Dies gelingt jedoch derzeit kaum.


Aus dem Interview „Warum die Inflation den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdet; Groh-Samberg“ der Deutschlandfunk-Sendung „Information und Musik“ vom –25.05.2026-.


Interview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/05/25/warum_die_inflation_den_gesellschaftlichen_zusammenhalt_dlf_20260525_0812_abec1fc2.mp3

Webseite des Interviews in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunk.de/warum-die-inflation-den-gesellschaftlichen-zusammenhalt-gefaehrdet-groh-samberg-100.html

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🎙 Schmerzhafter als gedacht: Warum unser Gehirn Einsamkeit wie körperliche Wunden behandelt

Auf der Leipziger Buchmesse 2026 diskutierten die Moderatoren Katrin Kühn und Paulus Müller mit der Psychologin Prof. Dr. Maike Luhmann über die wissenschaftlichen Hintergründe und die gesellschaftliche Relevanz von Einsamkeit.

Die Expertin erläuterte dabei den Unterschied zwischen schmerzhafter Einsamkeit und gewolltem Alleinsein und stellte verschiedene Formen vor, von emotionaler bis hin zu kollektiver Einsamkeit. Im Gespräch wurden diverse Risikofaktoren wie Armut, Diskriminierung und mangelnde Mobilität beleuchtet, wobei besonders die hohe Betroffenheit junger Menschen seit der Pandemie thematisiert wurde.

Die Veranstaltung ordnet Einsamkeit als evolutionäres Warnsignal ein, das jedoch in eine gefährliche Negativspirale führen kann, wenn Betroffene ihre Umwelt zunehmend als bedrohlich wahrnehmen.

Als Auswege wurden konkrete Strategien wie ehrenamtliches Engagement, die Pflege „schwacher Verbindungen” im Alltag und die Nutzung niedrigschwelliger digitaler Kontaktangebote aufgezeigt.


Podcastfolge „Sozialer Schmerz: Wann wir besonders einsam sind“ vom –26.03.2026– aus dem Deutschlandfunk-Podcast „Systemfragen“.


Podcastfolge in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/03/26/sozialer_schmerz_wann_wir_besonders_einsam_sind_dlf_20260326_2010_c9ccbfd8.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunk.de/sozialer-schmerz-wann-wir-besonders-einsam-sind-100.html

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🎙 Das Matthäus-Prinzip: Warum die soziale Schere kein Zufall, sondern politisches Versagen ist.

In der Podcastfolge mit Christoph Butterwegge wird die Frage nach sozialer Gerechtigkeit und Armut in Deutschland erörtert. Butterwegge betont, dass Ungerechtigkeit zu gesellschaftlicher Spaltung führt und Chancengleichheit ein zentrales Ziel sein sollte. Er unterscheidet zwischen absoluter und relativer Armut und hebt hervor, dass selbst in einem wohlhabenden Land wie Deutschland mehr als eine Million Menschen obdachlos sind. Zudem identifiziert er die wachsende soziale Ungleichheit als Hauptproblem, das sich negativ auf verschiedene Lebensbereiche, einschließlich Gesundheit und Bildung, auswirkt. Abschließend kritisiert Butterwegge, dass die Politik die wahren Ursachen der Ungleichheit oft ignoriere und stattdessen eine verharmlosende Sichtweise auf Armut und Reichtum propagiere.


Aus der Podcastfolge „Armut NEU DENKEN mit Christoph Butterwegge“ vom –31.03.2026– des Podcasts „NEU DENKEN„.


Podcastfolge in neuem Tab hören: https://audio.podigee-cdn.net/2416177-m-d391b905b0017ca488a1b4fb7b37c5bd.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://www.mission-wertvoll.org/neu-denken-armut-mit-christoph-butterwegge/

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🎙 Bestimmt dein Geburtsort deine Zukunft? Zeit, über Klassismus zu sprechen.

Der Vortrag handelt von „Klassismus”, einer Form der Diskriminierung, bei der Menschen aufgrund ihrer sozialen Herkunft oder ihres sozialen Status benachteiligt werden. Francis Seeck, Professorin für Theorien und Handlungslehre der Sozialen Arbeit mit Schwerpunkt Demokratie- und Menschenrechtsbildung an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, erklärt, dass Klassismus ähnlich wie Rassismus oder Sexismus funktioniert. Menschen, die arm sind oder in einem sozial schwachen Umfeld aufgewachsen sind, erfahren oft Diskriminierung, beispielsweise beim Zugang zu Wohnraum oder Bildung.


Podcastfolge „Klassismus – Der Stempel der sozialen Herkunft“ aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Hörsaal“ vom 08.08.2025.


Ein Beispiel dafür ist, dass Vermieter in Wohnungsanzeigen angeben, dass sie nicht an Menschen vermieten, die Sozialhilfe beziehen. Auch die Lebenserwartung variiert stark zwischen reichen und armen Menschen: Letztere sterben im Durchschnitt acht bis zehn Jahre früher. Seeck betont, dass Klassismus oft mit anderen Diskriminierungsformen wie Rassismus und Sexismus verflochten ist.

In ihrem Vortrag thematisiert sie auch, dass Klassismus in der Gesellschaft oft nicht ernst genommen wird und dass es an der Zeit ist, diese Diskriminierungsform anzuerkennen und aktiv dagegen vorzugehen. Seeck fordert mehr Bewusstsein und Bildung zu diesem Thema, um Klassismus abzubauen und die gesellschaftliche Teilhabe aller zu fördern.

Podcastfolge in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2025/08/08/deutschlandfunknova_klassismus_der_stempel_20250808_5db71194.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/klassismus-der-stempel-der-sozialen-herkunft

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• Sklavinnenmarkt • käufliches Geschlecht • unvorstellbares Leid • sexualisierte Gewalt an Kindern/Jugendlichen •

„Mitten in unserer Gesellschaft besteht ein Sklavinnenmarkt“, erklärte sie. „Frauen aus den Armenhäusern Europas“ würden in der Prostitution „geschlagen, sie müssen sich ins Gesicht spucken lassen und auf den Knien vor ihren Freiern rumrutschen“. Den deutschen Sonderweg, Prostitution zu einem „Beruf wie jeder andere“ zu erklären, befand Julia Klöckner für gescheitert. „Wir beobachten in Deutschland seit mehr als zwei Jahrzehnten, dass wir Prostituierte mit unserer Gesetzgebung eben nicht ausreichend schützen. Ganz im Gegenteil: Deutschland ist der Puff Europas!“

Julia Klöckner, Bundestagspräsidentin

Zuvor hatte Alice Schwarzer in ihrer Eröffnungsrede aus der UN-Konvention zur Bekämpfung des Menschenhandels von 1949 zitiert:„Prostitution und das sie begleitende Übel des Menschenhandels sind mit der Würde und dem Wert der menschlichen Person unvereinbar“. Und zwar unabhängig von der „Einwilligung“ der Person. Ebenso solle „jede Person bestraft werden, die ein Bordell unterhält“. Das war vor 76 Jahren. Schwarzer erklärte: „Wenn wir eine wahre Gleichberechtigung in der Gesellschaft wollen, werden wir die niemals kriegen, solange es Prostitution gibt – solange Frauen das käufliche Geschlecht sind.“ Deshalb, brauche es die Bestrafung der Freier, die andere Länder wie Schweden, Irland oder Frankreich längst eingeführt haben. „Warum? Weil sie den Markt überhaupt erst schaffen.“

Alice Schwarzer

„Ich habe unvorstellbares Leid gesehen: Frauen, die blutig geschlagen, verletzt, zerbrochen waren. Und fast alle haben schon in der Kindheit Gewalt erlebt. Diese Geschichten sind keine Krimis. Es sind Tragödien – mitten unter uns“, erklärte die sichtlich bewegte Cathrin Schauer-Kelpin. Und versicherte: „Ich bleibe empört über ein System, das Armut, Gewalt und Missbrauch mit schönen Worten zudeckt! Ich bleibe empört über Strukturen, die Frauenkörper zur Ware machen – und das ‚sexuelle Selbstbestimmung‘ nennen! Ich bleibe empört, wenn Politik und Gesellschaft wegsehen!“

Cathrin Schauer-Kelpin, eine der beiden Preisträgerinnen, Schutzhaus an der tschechischen Grenze & Verein KARO

„Da draußen wird immer noch von ‚freiwilliger Sexarbeit‘ gesprochen. Aber die meisten Frauen, die mir begegneten, hatten bereits als Kinder oder Jugendliche sexualisierte Gewalt erlebt.“ Sie forderte: „Wir brauchen den Mut, das Sexkaufverbot auch in Deutschland umzusetzen!“ Als Laudatorin von Sabine Constabel setzte Bundestagspräsidentin Klöckner nahtlos an: „Wir müssen den Sexkauf hierzulande endlich auch verbieten!“

Sabine Constabel, eine der beiden Preisträgerinnen, Prostituierten-Café La Strada mitten in der Stuttgarter Rotlicht-Meile & Vorsitzende von „Sisters – für den Ausstieg aus der Prostitution“

Alle Zitate: vom 04.11.2025 bei der Verleihung des HeldinnenAwards der Alice-Schwarzer-Stiftung, zitiert nach „Prostitution es geht voran!“ in EMMA Januar/Februar 2026, https://www.emma.de/artikel/prostitution-es-geht-voran-342211

„Wir haben ein Prostituiertenschutzgesetz – und das ist gescheitert. Ziel war, dass die Prostituierten sich anmelden, dass sie sogar Zugang zur Sozialversicherung, Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung bekommen. Tatsache ist, dass nur 10 bis 15 Prozent der Frauen behördlich gemeldet sind. Das heißt, der Rest arbeitet auch jetzt schon im Verborgenen und ist den Zuhältern und Freiern schutzlos ausgeliefert“, klagt die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion. Und in Richtung der Pro-Prostitutionslobby sandte sie eine klare Botschaft: „Die zehn Prozent, die es freiwillig tun, rechtfertigen nicht, dass wir die 90 Prozent im Stich lassen.“

Anja Weisgerber (CSU) im ARD-Morgenmagazin, 05.11.2025, zitiert nach „Prostitution es geht voran!“ in EMMA Januar/Februar 2026, https://www.emma.de/artikel/prostitution-es-geht-voran-342211

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