📅❓ 38 Auszeichnungen und 40 Nominierungen

Ich suche mir Filme sehr bewusst aus. Ich lese Filmkritiken und schaue mir an, welche Bewertung das Publikum dem Film bei IMDb gegeben hat. Ich vermeide also Filme, bei denen ich denke, dass ich sie nicht mögen werde.

Es müsste also ein Film sein, den ich zufällig angeschaut habe, obwohl ich glaubte, ihn möglicherweise zu hassen. Beispielsweise, wenn ich im Kino im falschen Saal bin und mich meinem Schicksal ergeben habe. Nein, das ist mir noch nicht passiert.

Es müsste also ein Film sein, den ich einer oder mehreren Personen zuliebe mitgeschaut habe. Dabei handelt es sich eher um Komödien, denn um Komödien mache ich grundsätzlich einen weiten Bogen.

So kam es, dass ich jemanden ins Kino begleiten sollte, und zwar in eine Komödie. Und das auch noch in einer französischen. Ich befürchtete das Schlimmste.

Heiter, beschwingt und beseelt verließ ich das Kino. Am 8. Februar 2012 gab ich dem Film bei IMdB 10 von 10 möglichen Sternen.

Dieser Film und ich, wir wurden ziemlich beste Freunde.

Täglicher Schreibanreiz
Bei welchem Film dachtest du erst, dass du ihn hassen würdest – und hast ihn am Ende doch geliebt?

What’s a movie you expected to hate but ended up loving? | Welchen Film hättest du eigentlich hassen sollen, hast aber letztendlich geliebt?

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📅❓ Die Pointe im Schnee

Ich verfüge über die seltene Eigenschaft, die Pointen aus Filmen und Büchern zu vergessen. Dadurch muss ich keinen Film aus meinem Gedächtnis löschen, um ihn noch einmal zum ersten Mal sehen zu können.

Während ich den Film ein zweites Mal schaue, dämmert es mir allmählich und manchmal fallen mir die Pointen oder Filmenden wieder ein. Das schmälert meinen Genuss, meine Freude oder meine Spannung jedoch nicht.

Es gibt aber natürlich auch Filme, deren Details sich in meinem Gedächtnis eingebrannt haben. Einer davon ist der am 8. März 1996 erschienene Film der Brüder Joel und Ethan Coen mit William H. Macey, Steve Buscemi und der überragenden Frances McDormand als hochschwangere Polizistin in der Hauptrolle: „Fargo” (auch bekannt als „Blutiger Schnee”). Ein Film über einen einfachen Plan (Verbrechen), der irrwitzig scheitert. Mit einer unvergesslichen Auflösung gegen Ende, bei der man das Geräusch auf der Tonspur erst zuordnen kann und begreift, was geschieht, wenn die Kamera nach einer langen, langsamen Fahrt sozusagen um die Ecke biegt. Diese Szene würde ich gerne noch einmal zum allerersten Mal sehen.

Dieses Geräusch und ähnliche Geräusche im Hier und Jetzt triggern mich jedes Mal und zaubern mir gleichzeitig Gänsehaut und ein Lächeln ins Gesicht.

Täglicher Schreibanreiz
Wenn du einen Film aus deinem Gedächtnis löschen könntest, um ihn nochmal zum allerersten Mal zu sehen – welcher wäre das?

If you could erase one movie from your memory and watch it again for the first time, which one would it be?  |  Wenn du einen Film aus deinem Gedächtnis löschen und ihn noch einmal ganz neu anschauen könntest, welcher wäre das?

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📅❓ Jenseits von Gut und Böse: Das namenlose Kind als Zeuge der Anarchie.

Am liebsten wäre ich Tobie Lolness, der Held aus dem gleichnamigen Roman und dessen Fortsetzung. Helden leben nicht lange. Sie werden von den Herrschenden „geframt”, d. h., ihre Erzählung wird manipuliert, um die Beherrschten ruhigzustellen.

Als ich den Film „Le temps du loup” (Wolfzeit) von Michael Haneke sah, war ich beeindruckt von dessen Weitsicht und präziser Schilderung typischer menschlicher Eigenschaften in Zeiten des Kontrollverlustes und der Anarchie. Der Film wurde am 20.05.2003 in Cannes uraufgeführt. Dieser Film ist einer der besten, die ich bislang gesehen habe.

Ich wäre das namenlose, obdachlose Kind, das das Schicksal derer verkörpert, die in dieser neuen Welt völlig auf sich allein gestellt sind und sich den Verhältnissen schnell angepasst haben. Ein sogenanntes „Wolfskind”. Es verkörpert den Zustand eines Menschen, der sich bereits vollständig an die Anarchie angepasst hat. Es ist emotional distanziert und agiert fast rein instinktiv. Es ist weder „gut” noch „böse” im klassischen Sinne, sondern ein Wesen jenseits von Moral. Sein Handeln wird allein vom Überlebenstrieb gesteuert. In seiner wortlosen Präsenz wirkt der Junge fast wie ein Zeuge des Leids, der die Grausamkeit der anderen stillschweigend erträgt. Er zeigt den Zuschauern, dass in einer Welt ohne Gesetz nicht nur die körperliche Unversehrtheit verloren geht, sondern auch die Konzepte von Identität und Kindheit, wie wir sie kennen.

Täglicher Schreibanreiz
Wenn du eine Figur aus einem Buch oder Film sein könntest, wer wärst du? Warum?

If you could be a character from a book or film, who would you be? Why?  |  Wenn du eine Figur aus einem Buch oder Film sein könntest, wer wärst du dann? Warum?

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🎙 Immer ein Lernender: Warum Clint Eastwood auch mit 95 Jahren nicht aufhört

Clint Eastwood ist ein berühmter amerikanischer Schauspieler, Regisseur und Produzent. Er wurde am 31. Mai 1930 in San Francisco geboren. Er wuchs in armen Verhältnissen auf, da seine Eltern als Wanderarbeiter durch Kalifornien zogen. Ein Freund riet ihm, es in Hollywood zu versuchen, was ihm schließlich auch gelang.


Aus der Podcastfolge „Filmikone Clint Eastwood: Western, Waffen, Widersprüche“ vom 31.05.2025 des WDR-Podcasts „WDR Zeitzeichen„.


Seine Karriere begann mit der Serie „Rawhide” (Tausend Meilen Staub), in der er sechs Jahre lang einen Cowboy spielte. Später wurde er durch seine Zusammenarbeit mit dem Regisseur Sergio Leone und seine Rollen in Italo-Western bekannt, sowie durch seine berühmte Rolle als „Dirty Harry”, einem radikalen Polizisten.

Eastwood drehte im Laufe seiner Karriere viele verschiedene Filme, darunter auch emotionale Geschichten wie „Die Brücken am Fluss” und „Million Dollar Baby”, die ihm mehrere Oscars einbrachten. Er ist für seinen ruhigen Stil am Set und seine Fähigkeit bekannt, seinen Schauspielern Raum zu geben, um ihre Kunst zu zeigen.

Obwohl er oft als Macho angesehen wird, zeigt Eastwood in seinen Filmen auch komplexe, verletzliche Charaktere. Politisch betrachtet vertritt er sowohl konservative als auch progressive Ansichten und hat sich zu verschiedenen Themen geäußert, darunter Abtreibung und Waffengesetze.

Mit 94 Jahren brachte er kürzlich seinen neuesten Film „Juror #2” heraus, der sein letzter sein könnte, obwohl Eastwood selbst sagt, dass er weiterhin lerne und Spaß am Filmemachen habe.

Podcastfolge in neuem Tab hören: https://wdrmedien-a.akamaihd.net/medp/podcast/weltweit/fsk0/329/3295242/3295242_62328368.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://www1.wdr.de/mediathek/audio/zeitzeichen/audio-filmikone-clint-eastwood-western-waffen-widersprueche-100.html

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