Am 20. August 2018 begann sie mit ihrem Schulstreik vor dem schwedischen Parlament in Stockholm. Mit einem handgemalten Schild mit der Aufschrift „Skolstrejk för klimatet“ protestierte sie allein für mehr Klimaschutz. Daraus entstand später die weltweite Bewegung Fridays for Future.
Im Herbst 2018 übernahmen Tausende Schülerinnen und Schüler in vielen Ländern ihre Idee und begannen, jeweils freitags für den Klimaschutz zu streiken.
Am 4. und 12. Dezember 2018 machte sie auf der UN-Klimakonferenz (COP24) in Katowice mit ihrer scharfen Kritik weltweit auf sich aufmerksam.
2019 wurde Fridays for Future zu einer globalen Massenbewegung. Millionen Menschen beteiligten sich an weltweiten Klimastreiks und Greta wurde zur Symbolfigur der Bewegung.
Um am UN-Klimagipfel in New York teilnehmen zu können, überquerte sie im August 2019 mit dem Segelboot „Malizia II” emissionsfrei den Atlantik und machte damit auf die Klimabelastung des Flugverkehrs aufmerksam.
„How dare you!” Ihre emotionale Ansprache am 23. September 2019 beim UN Climate Action Summit an die Staats- und Regierungschefs wurde zu einer der bekanntesten Reden der Klimabewegung.
Am 20. und 27. September 2019 nahmen weltweit etwa 6 bis 7,6 Millionen Menschen an den bis dahin größten Klimademonstrationen teil.
Am 31. Dezember 2019 verbreitete sich die Nachricht von einem neuartigen Virus, der sich rasend schnell ausbreitete. Die Regierenden der meisten Länder nutzten die Pandemie, um verbriefte Freiheitsrechte außer Kraft zu setzen und damit ihre Macht zu demonstrieren. Durch Kontaktverbote, Lockdowns und Kontaktbeschränkungen wurde die Fridays-for-Future-Bewegung faktisch bedeutungslos gemacht.
Greta Thunberg hat mir für einen Augenblick mein Vertrauen in die Menschheit wieder vollständig gestärkt. Die weltpolitischen und bundesrepublikanischen Ereignisse seit dem 16.03.2020 haben diesen Glauben jedoch restlos zerstört.
Greta Thunberg sagte am 23.09.2019 sinngemäß:
Meine Botschaft lautet: Wir werden euch im Auge behalten.
Das ist alles falsch. Ich sollte gar nicht hier oben stehen. Ich sollte eigentlich wieder in der Schule sein, auf der anderen Seite des Ozeans. Und trotzdem wendet ihr euch alle an uns junge Menschen, um Hoffnung zu finden. Wie könnt ihr es wagen!
Ihr habt mir mit euren leeren Worten meine Träume und meine Kindheit gestohlen. Und doch gehöre ich zu den Glücklichen. Menschen leiden. Menschen sterben. Ganze Ökosysteme brechen zusammen. Wir stehen am Anfang eines Massensterbens, und alles, worüber ihr reden könnt, ist Geld und Märchen vom ewigen Wirtschaftswachstum. Wie könnt ihr es wagen!
Seit mehr als 30 Jahren ist die Wissenschaft glasklar. Wie könnt ihr es wagen, weiterhin wegzuschauen und hierherzukommen und zu sagen, dass ihr genug tut, wo doch die notwendigen politischen Maßnahmen und Lösungen noch immer nicht in Sicht sind.
Ihr sagt, ihr hört uns und versteht die Dringlichkeit. Aber egal, wie traurig und wütend ich bin, ich will das nicht glauben. Denn wenn ihr die Situation wirklich verstehen würdet und trotzdem weiterhin untätig bliebe, dann wärt ihr böse. Und das weigere ich mich zu glauben.
Die weit verbreitete Vorstellung, unsere Emissionen in 10 Jahren zu halbieren, gibt uns nur eine 50-prozentige Chance, unter 1,5 Grad [Celsius] zu bleiben – und birgt das Risiko, irreversible Kettenreaktionen auszulösen, die sich der menschlichen Kontrolle entziehen.
Fünfzig Prozent mögen für euch akzeptabel sein. Aber diese Zahlen berücksichtigen weder Kipppunkte noch die meisten Rückkopplungsschleifen, noch die durch giftige Luftverschmutzung verdeckte zusätzliche Erwärmung oder die Aspekte der Gerechtigkeit und Klimagerechtigkeit. Sie beruhen zudem darauf, dass meine Generation Hunderte von Milliarden Tonnen eures CO₂ mit Technologien aus der Luft filtert, die es kaum gibt.
Ein 50-prozentiges Risiko ist für uns – die wir mit den Folgen leben müssen – also schlichtweg nicht akzeptabel.
Um eine 67-prozentige Chance zu haben, unter einem globalen Temperaturanstieg von 1,5 Grad zu bleiben – die besten Chancen, die der [Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimawandel] angibt –, standen der Welt am 1. Januar 2018 noch 420 Gigatonnen CO₂ zur Emission zur Verfügung. Heute ist diese Zahl bereits auf weniger als 350 Gigatonnen gesunken.
Wie könnt ihr es wagen, so zu tun, als ließe sich das Problem einfach mit „Business as usual“ und ein paar technischen Lösungen lösen? Bei den heutigen Emissionswerten wird dieses verbleibende CO₂-Budget in weniger als 8½ Jahren vollständig aufgebraucht sein.
Hier werden heute keine Lösungen oder Pläne vorgestellt, die diesen Zahlen gerecht werden, weil diese Zahlen zu unbequem sind. Und ihr seid immer noch nicht reif genug, um die Dinge beim Namen zu nennen.
Ihr lasst uns im Stich. Aber die jungen Menschen beginnen, euren Verrat zu durchschauen. Die Augen aller zukĂĽnftigen Generationen sind auf euch gerichtet. Und wenn ihr euch entscheidet, uns im Stich zu lassen, sage ich: Wir werden euch das niemals verzeihen.
Wir werden euch damit nicht davonkommen lassen. Genau hier und jetzt ziehen wir die Grenze. Die Welt wacht auf. Und der Wandel kommt, ob es euch gefällt oder nicht.
Danke.
What’s a moment when a stranger completely restored your faith in people? | Wann hat ein Fremder dein Vertrauen in die Menschen wieder vollständig gestärkt?
„CC BY-NC-SA“-Lizenz öffnet sich in einem neuen Tab: https://rueckzuginsprivate.de/cc-lizenzierung-cc-by-nc-sa/