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Ich habe kaum Schnittmengen mit dem Mainstream. Das gilt für Musik, Literatur und Kinofilme gleichermaßen. Es gibt so viele Kinofilme, die ich bei IMDb mit der Höchstwertung bewertet habe, die bei den anderen Nutzerinnen und Nutzern jedoch nur mäßig oder gar nicht angekommen sind. Spontan fällt mir jetzt kein Film ein, von dem ich überzeugt bin, andere aber nicht.
Ich schaue mal in meine IMDb-Statistik.
Ich filtere die Datenbank nach meiner Zehn-Sterne-Bewertung und sortiere sie nach der IMDb-Bewertung – von gering nach hoch.
Als Erstes wird mir eine Folge der TV-Reihe „Tatort“ angezeigt. Das ist ein TV-Film. Es geht aber um Kinofilme.
Gleich darunter erscheint “Kirschblüten & Dämonen” von Doris Dörrie. Nur 196 IMDb-Nutzer:innen haben diesen wunderbaren Film bewertet und ihm im Durchschnitt nur 5,1 Sterne verliehen. Das ist das größte Gefälle in dieser Datenbank.
Dieser Film ist die Fortsetzung von Doris Dörries Film „Kirschblüten – Hanami“ aus dem Jahr 2008. Er spielt zehn Jahre danach.
Zehn Jahre nach dem Tod seiner Eltern ist Karls Leben ein Chaos. Der ehemals erfolgreiche Banker ist arbeitslos, alkoholabhängig und depressiv. Zu seiner Frau Anita und seiner Tochter Mia hat er nur noch regulierten Kontakt unter staatlicher Aufsicht. Immer wieder wird er von dämonenhaften Gestalten in Alpträumen heimgesucht und trinkt bis zur Bewusstlosigkeit.
Eines Tages steht die Japanerin Yu vor seiner Tür. Sie hatte vor zehn Jahren Karls Vater Rudi in Tokio bis zu dessen Tod begleitet, als Karl sich nicht um ihn kümmern konnte. Nun möchte sie das Grab von Rudi sehen und das Haus, in dem er gelebt hat. Sie fordert Karl auf, sich mit seinen Dämonen zu beschäftigen – oder ihnen zumindest bei einer guten Tasse Tee „Hallo” zu sagen.
Widerwillig fährt Karl mit ihr aufs Land zum verlassenen Elternhaus im Ostallgäu. Dort angekommen wird er mit leibhaftigen Dämonen und Gespenstern konfrontiert, die ihn seit seiner schwierigen Kindheit verfolgen. Immer wieder erscheinen ihm seine Eltern mit Vorwürfen und Sorgen. Yu erklärt ihm, dass in der Tiefe des Brunnens vor dem Haus die Toten wohnen. Sie übernachten im Haus und Karls Dämonen kehren zurück.
Bei einem Besuch von Schloss Neuschwanstein trifft Karl auf seine Schwägerin Emma und seinen Bruder Klaus, der als Mitglied einer rechtspopulistischen Partei Karriere macht. Es kommt zu handfesten Streitigkeiten. Unterdessen nähern sich Karl und Yu immer mehr an. Als sie ihn verführen will, weist er ihre Avancen jedoch zurück und begründet dies mit seinen Minderwertigkeitsgefühlen.
Nach einer Halluzination vermutet Karl, dass sein Neffe Robert Suizid begehen will, und kann ihn in letzter Minute davon abhalten. Auf dem Heimweg bleibt Karl, der betrunken ist, im Wald liegen und erleidet schwere Erfrierungen. Im Krankenhaus stellt sich heraus, dass er nicht mehr selbstständig atmen kann. Um herauszufinden, ob er bereits ein Gespenst ist oder noch am Leben, muss Karl fast sterben und nach Japan reisen.
In einem alten Ryokan trifft er auf Yus Großmutter, die japanische Kinolegende Kiki Kirin. Er lernt, dass Dämonen auch hilfreich sein können, man sich aber von bösen Dämonen trennen muss.
Der Film ist eine spirituelle Reise über Verlust, Trauer und die Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte. Karl muss sich seinen inneren Dämonen stellen, um seinen Frieden zu finden und herauszufinden, ob er noch am Leben ist.
Ich habe bestimmt mindestens einmal geweint, während ich ihn geschaut habe.
zu den Fotos | Ist das überhaupt noch ein Leben oder nur ein Ausharren in der Stille? Von der Kälte der Erinnerung umhüllt, sehne ich mich nach einer unsichtbaren Hand, die mich zudeckt und mir die lang ersehnte Vergebung schenkt.
In mir tobt ein zerreißender Widerspruch: Ein Teil meiner Seele fleht dich an, zu bleiben, denn die Leere ohne dich ist kaum zu ertragen. Doch der andere Teil flüstert schmerzerfüllt, dass du gehen musst, weil unsere Nähe nur neue Wunden reißt.
So stehe ich am Fenster, an der Grenze zwischen meiner inneren Welt und der Außenwelt, und starre ins Leere. In den Schatten der Dämmerung tanzen deine Gespenster und weben deine Umrisse in die Gegenwart. Da ich dich nicht mehr festhalten kann, richte ich meine ganze Verzweiflung als stummes Gebet an die Welt: Wacht über sie, behütet sie, wenn ich es schon nicht kann.
Das Schicksal hat sein hartes Urteil gefällt und in der endlos scheinenden Dunkelheit bitte ich um eine sanfte Lüge, nur um für einen flüchtigen Herzschlag lang noch einmal die rettende Illusion der Hoffnung zu spüren.
Der Sommer ist vorüber.
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Roger Willemsen war ein bekannter deutscher Publizist und Fernsehmoderator. Er ist am 7. Februar 2016 verstorben. Ursprünglich wollte er Germanistikprofessor werden, doch dann änderte das Fernsehen seinen beruflichen Werdegang. Er war bekannt für seine scharfen, witzigen Fragen und seine Fähigkeit, mit Menschen unterschiedlichster Hintergründe zu sprechen. Willemsen moderierte zahlreiche Talkshows und erhielt dafür mehrere Auszeichnungen, darunter den Grimme-Preis in Gold.
Neben seiner Fernsehtätigkeit schrieb er 36 Bücher, von denen viele Bestseller wurden, sowie Essays und Artikel. Er reiste viel und hatte eine Leidenschaft für das Schreiben. Willemsen war ein charismatischer Entertainer, der sein Publikum in den Bann zog und häufig auf der Bühne stand.
Er hatte eine komplexe Beziehung zur Liebe und war für seine Unabhängigkeit bekannt. Willemsen wuchs in einer gebildeten, aber nicht wohlhabenden Familie auf und fand Trost in Büchern, insbesondere nach dem frühen Tod seines Vaters.
In den letzten Jahren seines Lebens engagierte er sich für Afghanistan und spendete für Projekte, die Frauen dort unterstützen. Kurz vor seinem 60. Geburtstag gab er seine Krebserkrankung bekannt. Er hinterließ einen bleibenden Eindruck in der deutschen Medienlandschaft und wird als wichtige Stimme in Erinnerung bleiben.
Aus der Podcastfolge „Zu schlau fürs Fernsehen: Der Publizist Roger Willemsen“ vom –07.02.2026– des WDR-Podcasts „WDR Zeitzeichen„.
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Es gehört viel dazu, einen Mann zu kennen. Noch viel mehr, ihn zu verstehen: den Krieger, den Weisen und den zornigen kleinen Jungen in ihm. Und es gehört viel dazu, eine Frau zu begreifen – das Summen in ihr, die Biene und den Stich, das Mädchen mit Flügeln, das sich nicht fangen lässt.
Wir schlüpfen in Rollen: Vater und Sohn, Mutter und Kind, Jäger und Waffe, Muse und Verfall. Kein Mensch ist nur eines. Jeder ist ein Haus mit vielen Zimmern und manche Türen öffnen sich erst, wenn man lange genug wartet.
Viel gehört dazu, zu geben. Um Hilfe zu bitten. Bei sich zu bleiben. Das eigene Leben zu lieben, mit allem, was darin wohnt. Zu atmen. Zu berühren. Zu spüren, wie langsam sichtbar wird, was ein anderer Körper braucht.
Dann stellt sich die Frage, die nicht loslässt: Wovor hast du Angst, es zu verlieren? Was fürchtest du, würde geschehen, wenn du es wirklich loslässt? Was trägst du mit dir herum? Und was erkennst du, wenn das Lachen verstummt?
Vielleicht ist Nähe kein Wissen, sondern ein Aushalten. Ein leises Sich-Zeigen. Ein Atemzug nach dem anderen, bis zwei Menschen einander nicht mehr erklären, sondern endlich wahrnehmen.
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Es regnet unaufhörlich in Strömen und der Tag, der über dem Blackberry Way anbricht, könnte trostloser kaum sein. Schon in aller Herrgottsfrühe ist sie einfach davongelaufen. Mir fehlten die Worte, um sie aufzuhalten, und nun stehe ich verloren an dieser Straßenecke. In meinem Kopf kreisen unablässig die verletzenden Dinge, die ich unbedacht zu ihr gesagt habe. Die Reue schnürt mir die Kehle zu. Was um alles in der Welt soll ich jetzt nur tun?
In einem verzweifelten Anflug von Trotz versuche ich, die Vergangenheit abzustreifen. Leb wohl, Blackberry Way. Ich rede mir ein, dass ich diesen Ort nicht mehr sehen will, dass ich all das nicht brauche. Sicherlich wird sie ihren Fehler einsehen und mich eines Tages zurückwollen. Doch tief im Inneren weiß ich, dass das nur eine leere Schutzbehauptung ist.
Meine Umgebung spiegelt lediglich meine eigene Trostlosigkeit wider. Im Park wuchern die Blumen unkontrolliert, während die Bäume völlig kahl in den grauen Himmel ragen – an jedem Ast hängt eine schmerzhafte Erinnerung. Auf dem See treiben verlassene Boote, die ohne jemanden, der sich um sie kümmert, unweigerlich sinken werden. Ich fühle mich genauso verwahrlost und untergehend wie sie. Ich wende mein Gesicht der kahlen Mauer zu, vollkommen ratlos und von unfassbarer Niedergeschlagenheit erdrückt.
Noch einmal renne ich zum Bahnhof, hetze zum Zug und blicke mich ständig um – in der irren Hoffnung, sie könnte noch dort sein. Etwas Unausgesprochenes, Schweres liegt in der Luft. Wenn ich auf die Blackberry Way blicke, sehe ich nur noch das Trümmerfeld meiner eigenen Fehler und unbedachten Sünden, die nun alle in den kalten Wind gestreut sind. Ohne sie ist mein Leben von einer lähmenden Leere erfüllt und ich bin für immer gefangen in den dummen Worten, die ich ausgesprochen habe. Mir bleibt nichts anderes übrig, als mich ein letztes Mal trotzig abzuwenden und mir weiterhin vorzumachen, dass ich diesen Ort nicht brauche und sie irgendwann zu mir zurückkehren wird.
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Früher war alles anders: In den Anfängen, als man das Gefühl hatte, das Leben zu erobern, war das gemeinsame Lachen noch echt, rein und unbeschwert. Doch diese unschuldigen Zeiten sind vergangen. Zurück bleibt ein ewig andauerndes, unerbittliches Gefühl der Ernüchterung.
Die Kluft, die sich in unserem Leben auftut, scheint unaufhaltsam zu wachsen. Es ist eine Form der Entfremdung, die den Generationen vor uns völlig fremd war. Wir versuchen krampfhaft, diese trüben Gedanken zu unterdrücken und die Dinge, die wir eigentlich verabscheuen, auszublenden. Auch wenn einem oft vorgeworfen wird, man sei alt und zynisch geworden, bedeutet das nicht, dass völlige Gleichgültigkeit eingekehrt ist. Vielmehr ist der blinde Glaube an die alten Ideale verschwunden, denn manches, was einst wichtig schien, wirkt heute wie ein verzweifeltes Aufbäumen für eine längst verlorene Sache.
Wenn man sich umsieht, scheint die Welt voller innerlich Heimatloser und Getriebener zu sein – Menschen, die im Grunde alle auf der Suche nach einem festen Platz im Leben sind. Eigentlich hätte die Menschheit die Macht und die Wahl, diese innere und äußere Leere mit vereinten Kräften zu überwinden. Deshalb darf man die Augen vor der Realität nicht verschließen, denn am Ende teilen alle das gleiche Schicksal. Worte und Versprechen aus einem anderen, längst vergangenen Leben holen einen in der Gegenwart wieder ein. Sie verdunkeln die Tage und rauben nachts den Schlaf. So bleibt letztlich nur die schmerzhafte Erinnerung an die aufrichtige Unschuld der Jugend, die an der harten, endlosen Realität zerbricht.
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Freiheit ist ein Zustand, in dem man von allen Zwängen und Pflichten befreit ist. Freiheit bedeutet auch, sich in der Natur bewegen zu können, ohne eingesperrt zu sein.
Im Artikel 2 Absatz 1 des Grundgesetzes wird die freie Entfaltung der Persönlichkeit garantiert, auch als allgemeine Handlungsfreiheit bezeichnet. Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Rechte anderer verletzt werden oder wo der Einzelne gegen die verfassungsmäßige Grundordnung verstößt (Schrankentrias). Daneben gibt es spezielle Freiheitsrechte wie den Schutz vor willkürlicher Verhaftung oder körperlichem Zwang (Freiheit der Person), das Recht, (keine) Religion oder Weltanschauung zu haben (Glaubens- und Gewissensfreiheit), Meinungs- und Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit und Berufsfreiheit.
Diese Freiheitsrechte sind eine notwendige Bedingung, um als würdevolles, eigenverantwortliches Wesen zu existieren, denn die Würde des Menschen ist unantastbar.
Es gibt nur wenige Personen, die frei von allen Zwängen und Pflichten sind.
Für mich ist die Gedankenfreiheit die wichtigste Freiheit. Alle anderen Freiheiten können eingeschränkt werden, bis hin zu deren (zeitweisem) Verlust. Meine Gedanken kann mir niemand nehmen. Bis jetzt. Die Forschung ist jedoch bereits so weit, dass sie in der Lage ist, Gedankenfragmente von Menschen „lesen” zu können. Es wird nicht mehr lange dauern, bis es die Freiheit der Gedanken nicht mehr geben wird.
Die größte Freiheit ist es, ungestraft „Nein” sagen zu können.
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