📅❓ Wehe! – Eine Glosse.

Wehe! Wehe! Wehe, wenn der ballannehmende Fußballspieler bei der Ballabgabe auch nur einen Millimeter im Abseits steht und die Fahne des Linienrichters bleibt unten! Wehe! Das Stadion tobt, die Fernsehzuschauer haben Bierschaum vor dem Mund: Das verstößt gegen die Spielregeln und muss geahndet werden. Für diesen Millimeter wird teure Technik verbaut. Unzählige Kameras filmen den Spielverlauf aus unzähligen Positionen. Drei Schiedsrichter schauen sich die Szene mehrmals in Superzeitlupe an. Mithilfe eines Algorithmus wird eine fiktive Linie gezogen, die uns diesen Millimeter veranschaulicht. Die dafür nötige, minutenlange Spielunterbrechung muss nachgeholt werden. Wehe! Wehe!

Und vergleicht das nun mit der Regelbeachtung im Straßenverkehr, mit den Regeln der deutschen Sprache/Grammatik, mit den Regeln der guten Umgangsformen (kennt noch jemand den Herrn namens Knigge?), mit den Regeln des partnerschaftlichen Zusammenlebens, mit den Regeln eines gedeihlichen Familienlebens oder mit den Regeln einer erfolgreichen Zusammenarbeit am Arbeitsplatz. Warum nur lässt sich diese Liste beliebig fortsetzen?

Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe.

Tägliche Schreibanregung
Welche Fähigkeit hältst du für total basic, die die meisten Leute aber eigentlich gar nicht können?

What’s a skill you consider basic, that most people don’t actually know how to do?  |  Welche Fähigkeit hältst du für grundlegend, die die meisten Menschen aber eigentlich gar nicht beherrschen?

„CC BY-NC-SA“-Lizenz öffnet sich in einem neuen Tab: https://rueckzuginsprivate.de/cc-lizenzierung-cc-by-nc-sa/

🎙 Die Unverschämtheit des Alterns: Warum uns Falten so sehr kränken.

In diesem Interview analysiert die Psychologin Ada Borkenhagen den modernen Jugendwahn als psychoanalytische Abwehrreaktion gegen die narzisstische Kränkung der eigenen Sterblichkeit.

Sie verdeutlicht, dass „gepflegtes Altern“ zu einem sozioökonomischen Privileg geworden ist, das sich aus Geld, Zeit und frühzeitigem Gesundheitswissen speist und soziale Ungleichheiten verschärft. Besonders kritisch beleuchtet sie die geschlechtsspezifische Doppelmoral, nach der Männer im Alter oft an Würde gewinnen, während Frauen massiv an gesellschaftlichem Wert und Sichtbarkeit verlieren.

Borkenhagen warnt davor, dass die totale Verleugnung biologischer Fakten durch Filter und Eingriffe in einen pathologischen Realitätsverlust münden kann.

Ein echtes Umdenken hin zu einer Wertschätzung natürlicher Reife sieht sie jedoch skeptisch, da Jugendlichkeit in einer alternden Gesellschaft nach wie vor als exklusives Statussymbol fungiert.


Aus dem Interview „Jung und schön im Alter? Sozialer Druck Realitätsverweigerung. Ada Borkenhagen“ der Deutschlandfunk-Sendung „Information und Musik“ vom –10.05.2026-.


Interview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/05/10/jung_und_schoen_im_alter_sozialer_druck_dlf_20260510_0715_86d3ad61.mp3

Webseite des Interviews in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunk.de/jung-und-schoen-im-alter-sozialer-druck-realitaetsverweigerung-ada-borkenhagen-100.html

„CC BY-NC-SA“-Lizenz öffnet sich in einem neuen Tab: https://rueckzuginsprivate.de/cc-lizenzierung-cc-by-nc-sa/

rueckzuginsprivate.de weist darauf hin, dass die Inhalte der geteilten und zusammengefassten Artikel die Ansicht der verlinkten Websites wiedergeben. Diese Ansicht muss nicht mit der Meinung von rueckzuginsprivate.de übereinstimmen.