Entscheidende Bindung.

Kein Einfluss ist so nachdrücklich wie der der Mutter.

Sarah Josepha Hale, The Ladis‘ magazine and literary Gazette, 1829

Sarah Josepha Hale (geborene Buell; * 24. Oktober 1788 in Newport, New Hampshire; † 30. April 1879 in Philadelphia, Pennsylvania) war eine amerikanische Schriftstellerin, Aktivistin und Chefredakteurin. Sie ist die Autorin des Kinderliedes „Mary Had a Little Lamb”.

Hale setzte sich für die Einführung des amerikanischen Feiertags Thanksgiving sowie für die Fertigstellung des Bunker Hill Monuments ein. Sie war zudem Chefredakteurin des „Godey’s Lady’s Book”, eines der einflussreichsten Frauenmagazine des 19. Jahrhunderts.

„The Ladies’ Magazine and Literary Gazette“ war eine der ersten amerikanischen Frauenzeitschriften. Sie wurde 1828 in Boston, Massachusetts, gegründet. Sie war auch unter den Namen „Ladies’ Magazine” und später „American Ladies’ Magazine” bekannt.

Die Zeitschrift war das erste amerikanische Frauenmagazin, das länger als fünf Jahre existierte. Von 1828 bis 1836 wurde sie von Sarah Josepha Hale herausgegeben.

Hale nutzte das Magazin als Plattform, um die Bildung von Frauen zu fördern und Artikel zu Literatur, Poesie, Musik und anderen Themen zu veröffentlichen. Im Jahr 1837 kaufte Louis Antoine Godey die Zeitschrift und führte sie mit seinem eigenen Magazin „Lady’s Book” zusammen, wodurch das sehr erfolgreiche „Godey’s Lady’s Book” entstand. Hale zog nach Philadelphia, um auch die kombinierte Zeitschrift zu leiten.

Die Bindung zwischen Mutter und Kind ist entscheidend für die Entwicklung eines gesunden Selbstbewusstseins und einer positiven Lebenseinstellung. Wird diese Bindung gestört, kann dies zu tiefgreifenden emotionalen und psychologischen Problemen führen, die sich in späteren Beziehungen – einschließlich romantischer Partnerschaften – manifestieren können.

Die frühe Mutter-Kind-Beziehung prägt unsere Wahrnehmung von Sicherheit, Liebe und Vertrauen. Eine gestörte Bindung kann zu Ängsten, Misstrauen und einem Mangel an Selbstwertgefühl führen. Diese unerfüllten Bedürfnisse und Sehnsüchte können in späteren Beziehungen zu unrealistischen Erwartungen und Enttäuschungen führen. Unbewusst erwarten wir dann von unserem Partner oder unserer Partnerin, dass er oder sie die Lücken füllt, die unsere Mutter nicht gefüllt hat.

Die Art und Weise, wie wir unsere Mutter erleben, beeinflusst unsere Erwartungen und unser Verhalten in Beziehungen. Eine frühe Trennung oder eine gestörte Bindung kann beispielsweise zu Angst vor Nähe, Klammern oder Distanz führen. Diese Muster können in romantischen Beziehungen zu Konflikten und Unzufriedenheit führen, da der Partner oder die Partnerin diese unerfüllten Bedürfnisse und Erwartungen nicht erfüllen kann.

Es ist wichtig, sich dieser dynamischen Prozesse bewusst zu sein und an der Heilung sowie der Entwicklung einer gesunden Selbstwahrnehmung zu arbeiten, um befriedigende und erfüllte Beziehungen aufzubauen. Durch das Verständnis und die Auseinandersetzung mit den Ursachen unserer emotionalen und psychologischen Muster können wir lernen, gesündere Beziehungen zu gestalten und unsere Bedürfnisse auf realistischere und erfüllendere Weise zu kommunizieren.

zusammengefasst aus: Dieser Schmerz ist nicht meiner – Wie wir uns mit dem seelischen Erbe unserer Familie aussöhnen, Mark Wolynn, Die Schlüsselsprache der Trennung, https://www.penguin.de/buecher/mark-wolynn-dieser-schmerz-ist-nicht-meiner/paperback/9783466346554

Irrige Prämissen

Eine neue Außenpolitik für Europa (1/2) | In seinem Essay entwirft Jeffrey Sachs eine neue Außenpolitik für die EU. Diese sollte sich auf die wahren Wirtschafts- und Sicherheitsinteressen Europas konzentrieren, anstatt sich von einer irrationalen Feindschaft gegenüber Russland leiten zu lassen. Er kritisiert die gegenwärtigen politischen Prämissen, die seiner Meinung nach zu einer gefährlichen Abhängigkeit von den USA und einer verzerrten Wahrnehmung Russlands als Bedrohung geführt haben. Er fordert eine Neuausrichtung der EU-Politik durch diplomatische Ansätze.
03.09.2025, https://www.nachdenkseiten.de/?p=138419
hören:

»In diesem umfangreichen Essay entwirft Jeffrey Sachs die Grundzüge für eine neue, friedliche und nachhaltige Außenpolitik für die EU. In diesem ersten Teil analysiert und korrigiert er zunächst die irrigen Prämissen, die dem gegenwärtigen Kurs zugrunde liegen. Im zweiten Teil zeigt er die hohen Kosten dieser verfehlten Politik auf und entwickelt konkrete Vorschläge für eine umsetzbare Neuausrichtung. Von Jeffrey D. Sachs, aus dem Englischen übersetzt von Klaus-Dieter Kolenda.«

Jeffrey Sachs entwirft eine neue, friedliche und nachhaltige Außenpolitik für die EU.

Der Artikel kritisiert die gegenwärtige Außenpolitik der EU, die als unterwürfig gegenüber den USA und feindlich gegenüber Russland beschrieben wird.

Die EU ist in einer wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Falle, geprägt von Angst vor Russland und China.

Sachs argumentiert, dass die EU ihre Außenpolitik auf wahre Wirtschafts- und Sicherheitsinteressen ausrichten sollte.

Die Angst vor Russland wird als falsche Prämisse dargestellt, die durch historische Missverständnisse und ein verzerrtes Narrativ über den Ukraine-Krieg verstärkt wird.

Der Artikel nennt verschiedene historische Konflikte, um zu zeigen, dass Russlands militärische Aktionen oft defensiver Natur waren.

Es wird betont, dass Russland keine Expansion nach Westen anstrebt, sondern nach nationaler Sicherheit sucht.

Die westliche Politik hat Russlands Sicherheitsinteressen nicht anerkannt, was zu Spannungen geführt hat.

Der Artikel fordert eine Neuausrichtung der europäischen Außenpolitik, die auf Diplomatie und Frieden abzielt.

Der Mensch ist ein Teil des Ganzen.

Der Mensch ist ein Teil des Ganzen, das wir Universum nennen – ein in Raum und Zeit begrenzter Teil. Wir erfahren uns, unsere Gedanken und Gefühle als etwas vom Rest Getrenntes – eine Art optischer Täuschung des Bewusstseins.

~ Albert Einstein an Robert S. Marus, 12.02.1950

Es handelt sich um eine Aussage aus einem Brief, den Einstein an Robert S. Marcus, den Direktor der „Freunde der Hebräischen Universität Jerusalem”, schrieb.

In dem Brief vom 12. Februar 1950 verwendete Einstein diese Worte, um seine philosophische Weltsicht auszudrücken. Er beschrieb das Gefühl der Trennung des Individuums als eine „optische Täuschung” des Bewusstseins und betonte, dass der Mensch aus dieser Illusion ausbrechen müsse, indem er sein Mitgefühl auf alle Lebewesen und die gesamte Natur ausweite.

Freiwilligendienste stärken.

Interview Eva Maria Welskopp-Deffaa, Caritas

Meine Meinung: Die Interviewerin des Deutschlandfunks empfiehlt sich in diesem Gespräch für die Rolle der Regierungssprecherin und offenbart dabei eine unsägliche Propaganda.

Stärkung des Freiwilligendienstes in Deutschland
Experten fordern einen breiteren Ansatz für den nationalen Dienst und betonen neben militärischen Programmen auch die soziale und zivile Resilienz.

Wichtige Punkte:

Deutschlands neue freiwillige Wehrpflicht konzentriert sich hauptsächlich auf die Verteidigung und vernachlässigt soziale und zivile Dienste.

Caritas-Präsidentin Eva-Maria Welskopp-Deffaa plädiert für die Integration sozialer und ziviler Freiwilligendienste.

Ein soziales Pflichtjahr, das auch zivile Aufgaben umfasst, wird vorgeschlagen. Dafür ist jedoch eine Verfassungsänderung erforderlich.

Das derzeitige Online-Fragebogensystem wirbt ausschließlich für den Militärdienst und schränkt somit das Bewusstsein für soziale Alternativen ein.

Mehr Anreize und Informationen könnten die Teilnahme an sozialen und zivilen Freiwilligendiensten fördern.

Ein diversifizierter Ansatz für die nationale Resilienz ist notwendig, um modernen Risiken und Bedrohungen zu begegnen.

Das duale Verteidigungsmodell

Experten betonen die Notwendigkeit mehrerer Resilienz-Dienste: Militär, Zivilschutz und soziale Hilfe.

Die aktuelle Debatte konzentriert sich jedoch auf die militärische Bereitschaft, dabei sind soziale Dienste für die gesellschaftliche Stabilität von entscheidender Bedeutung.

Welskopp-Deffaa kritisiert die einseitige Fokussierung auf den Militärdienst und fordert eine ausgewogene Entwicklung aller Dienstleistungsarten.

Das schwedische Modell, das verschiedene Dienstleistungsoptionen fördert, wird dabei als nützliche Referenz angesehen.

Chancen und Herausforderungen

Die bestehenden Freiwilligenprogramme erreichen nur etwa 11.000 junge Menschen. Um mehr Menschen zu erreichen, sind bessere Anreize erforderlich.

Eine höhere Bezahlung für den Militärdienst und die Beibehaltung einer bescheidenen Unterstützung für soziale Dienste könnten die Beteiligung verbessern.

Eine bessere Informationsverbreitung über alle Formen des Freiwilligendienstes wird als unerlässlich angesehen.

Das übergeordnete Ziel ist die Förderung einer gesellschaftlichen Kultur, in der der Dienst auf allen Ebenen als wertvoll und normal angesehen wird.

Um ein breiteres, inklusives Dienstleistungsmodell in Deutschland umzusetzen, sind politischer Wille und gesetzliche Änderungen erforderlich.

Fazit:

Die Stärkung des sozialen und zivilen Freiwilligendienstes in Deutschland neben den militärischen Programmen ist für eine umfassende nationale Resilienz von entscheidender Bedeutung. Ein inklusiverer Ansatz, der durch rechtliche und politische Reformen unterstützt wird, ist unerlässlich, um die Gesellschaft auf zukünftige Risiken vorzubereiten.

04.09.2025, https://www.deutschlandfunk.de/freiwilligendienste-staerken-interview-eva-maria-welskopp-deffaa-caritas-100.html, Freiwilligendienste stärken: Interview Eva Maria Welskopp-Deffaa, Caritas
hören:

Todesvergessenheit.

»Weil wir unsere eigene Vergänglichkeit verdrängen, sind wir überhaupt in der Lage, Konflikte zu eskalieren, andere zu verfolgen oder gar Kriege zu führen, so als ginge es im Kern darum, zu „gewinnen“. Doch was können die Menschen tatsächlich gewinnen, wenn wir alle, Täter wie Opfer mittel- und langfristig tot sein werden? Das Einzige, was wir vermögen, ist doch, vor uns selbst und anderen unsere Handlungen zu verantworten. Das ist der ethische Kern, vor dessen Hintergrund vieles verdampft, für das wir uns in der Todesvergessenheit so leichtfertig aufreiben. Wer im Bewusstsein der Abschiedlichkeit lebt, der führt keine Kämpfe mehr, um Recht zu bekommen.«

~ Rolf Arnold, emeritierter Professor Dr. Dr. h.c., ist als internationaler Berater beim Aufbau von Bildungssystemen, der Führungskräfteentwicklung und als didaktischer Organisationsberater größerer Bildungsprovider engagiert. An der RPTU leitet er die Masterprogramme „Systemische Beratung“ und „Leadership“ (systhemia.com)

Quelle: Psychologie Heute, 11.08.2025, Buch & Kritik, Wie geht „abschiedlich leben“?

Rolf Arnolds Buch Keine Zeit für grüne Bananen. Die aufklärende Kraft der Vergänglichkeit ist bei Carl-Auer erschienen (100 S., € 19,95)

Der Artikel „Abschiedlich leben: Wie geht das?” behandelt die Bedeutung des Bewusstseins über die eigene Vergänglichkeit und dessen Einfluss auf das Leben der Menschen. Die Hauptargumente und Erkenntnisse sind:

~ Todesvergessenheit und ihre Folgen: Der Autor kritisiert die weit verbreitete Tendenz, die eigene Sterblichkeit zu verdrängen. Diese Verdrängung führt zu eskalierenden Konflikten und einem Streben nach „Gewinnen“, obwohl letztlich alle Menschen unabhängig von ihrer Rolle sterben werden.

~ Ethische Verantwortung: Der ethische Kern des Lebens besteht darin, Verantwortung für die eigenen Handlungen zu übernehmen. Ein Leben im Bewusstsein der Vergänglichkeit führt dazu, dass Menschen weniger darum kämpfen, „Recht zu haben“.

~ Ausstieg aus dem Repeatmodus: Der Artikel betont die Notwendigkeit, aus alten, sich wiederholenden Verhaltensmustern auszubrechen. Dies erfordert ein neues Denken und die Fähigkeit, Beziehungen und Konflikte anders zu betrachten, um Neues zu schaffen.

~ Es wird darauf hingewiesen, dass Menschen die Welt nicht objektiv wahrnehmen, sondern durch ihre eigenen Erfahrungen gefiltert. Der Autor fordert dazu auf, diese Subjektivität zu erkennen und zu hinterfragen, um ein besseres Verständnis für andere zu entwickeln.

~ Übung und persönliche Entwicklung: Eine abschließende Grundhaltung muss erlernt und geübt werden. Der Autor sieht die Notwendigkeit, neue Leitbilder zu entwickeln, da alte Werte und Überzeugungen nicht mehr überzeugend sind.

Insgesamt plädiert der Artikel für ein Leben im Bewusstsein der eigenen Vergänglichkeit, um Konflikte zu reduzieren und authentische Beziehungen zu fördern.

Polizeigewalt während einer Demonstration gegen Aufrüstung.

In ihrem Artikel beschreibt Renate Dillmann die Polizeigewalt während einer Demonstration gegen Aufrüstung in Köln am 30. August 2025 und kritisiert die repressiven Maßnahmen des Staates gegen friedliche Proteste. Dillmann argumentiert, dass die aktuelle Politik der Militarisierung sowie die Unterdrückung von Kritik an dieser Politik eine Bedrohung für die grundlegenden Freiheiten in Deutschland darstellen.

»Polizeigewalt bei der Demo gegen Aufrüstung am 30. August in Köln – und was sie bedeutet
„Kriegstüchtig“ werden – dazu gehört neben der Beschaffung von Waffen und Soldaten ganz weit vorne in der Prioritätenliste: die Reihen im Innern zu schließen. Für den Kriegskurs muss eine neue nationale Einheit her, und wenn sie nicht da ist, wird sie erzwungen – im Namen der Freiheit selbstverständlich. Denn diejenigen, die nicht mitziehen, sind ja – das wusste schon Franz Josef Strauß – die Feinde der Freiheit. Ein Artikel von Renate Dillmann.
«

Der Artikel behandelt Polizeigewalt während einer Demonstration gegen Aufrüstung am 30. August 2025 in Köln.

Die Demonstration wurde von etwa 3.000 Teilnehmern besucht, während 1.600 Polizeikräfte mobilisiert wurden.

Die Polizei setzte schweres Gerät ein, einschließlich Wasserwerfer und Räumpanzer, und verhinderte den Abmarsch des Protestzuges durch Schikanen.

Es gab Berichte über zahlreiche Verletzte, darunter 147 medizinische Behandlungen, die auf Polizeigewalt zurückzuführen waren.

Die Polizei hatte im Vorfeld das Camp der Demonstranten verboten, was zu einem Gefühl der Bedrohung und Einschüchterung führte.

Der Artikel kritisiert die Berichterstattung der nationalen Medien, die die Gewalt der Polizei nicht ausreichend hinterfragten und stattdessen den Fokus auf die Demonstranten legten.

Es wird argumentiert, dass die deutsche Regierung eine neue nationale Einheit im Namen der Freiheit erzwingen will, was zu einer Einschränkung von Meinungsfreiheit und Protest führt.

Der Autor, Renate Dillmann, zieht Parallelen zu repressiven Regimen in anderen Ländern und kritisiert die Doppelmoral in der Berichterstattung über Polizeigewalt.

04.09.2025, https://www.nachdenkseiten.de/?p=138461, Und seid ihr nicht (kriegs-)willig, so brauch‘ ich Gewalt
hören: