🎙 „Ich fĂŒhle mich erkannt“ – Dörte Behrmann ĂŒber ihr Leben in drei Akten.

In dieser Podcast-Folge spricht Mario Neumann mit Dörte Behrmann.

Dörte Behrmann hat einen Hintergrund in der Kommunikation und ist in der Öffentlichkeitsarbeit tĂ€tig. Sie betont die Bedeutung von Neugier in ihrem Beruf.

» […] Richtig, wir sind ja auch mit allem verbunden. Also ich hab gerade neulich gehört, dass wir aus Sternenstaub bestehen und wenn Sie sich das vorstellen, also dass da oben eben die Materie genauso ist, wie wir sie im Körper haben, also das kommt ja nicht von ungefĂ€hr. So und also ich glaube fest auch Sympathie zum Beispiel, sie begegnen einem Menschen, sie kennen den ĂŒberhaupt nicht, sie haben nur ’n GefĂŒhl, ’ne Visage, also das Visuelle und und das GefĂŒhl eben, so was wie Aura oder so ganz genau. […] «

Behrmann erzĂ€hlt von ihrer Kindheit in Freiburg an der Elbe und ihrem Umzug nach Bremerhaven, wo ihr Vater die Hochschule mitaufgebaut hat. Sie reflektiert ĂŒber ihre Familie und das Aussterben ihres Familiennamens.

Nach dem Abitur zog Behrmann zum Studieren nach Karlsruhe, wo sie auch eine Lehre im Hotelfach begann. Ihre Leidenschaft fĂŒr Literatur fĂŒhrte sie schließlich zu einem Studium der Literaturwissenschaft und Geschichte. Sie hat sich mit der Darstellung von Frauen in Kriminalromanen beschĂ€ftigt.

Behrmann spricht ĂŒber die Schwierigkeiten, eine feste Stelle im Verlagswesen zu finden, und die damit verbundenen emotionalen Herausforderungen.

Sie reist gerne und beschreibt ihre Erlebnisse in verschiedenen StĂ€dten, insbesondere in New York, das sie sehr schĂ€tzt. Zudem Ă€ußert sie Bedenken ĂŒber die politischen VerĂ€nderungen in den USA und deren Einfluss auf die Stadt.

» […] da war die Wahlparty der Trump AnhĂ€nger, das waren Fernsehschirme aufgebaut rundum und immer wenn er was gewann, johlte die Menge und diese Menge, das war eine Mischung aus Neureich. so neureich, dass sie sĂ€mtliche Finger mit dick goldprotzenden Ringen besetzt hatten, Goldketten, MĂ€nner wie Frauen, dicke PelzmĂ€ntel, offen, November ist durchaus mal ’ne wĂ€rmeren der Zeit in New York, also es ist nicht eiskalt unbedingt, und Menschen, die aussahen, als wenn sie grad von ihrer Farm kamen und ich hatte so ’ne Assoziation, weil die so ’ne AggressivitĂ€t ausströmten, von die haben ihr Gewehr sozusagen unter dem Mantel, unter dem grauen Mantel verborgen und sind bereit, sofort loszulegen. Und die Stimmung da war ein, jetzt sind wir dran, das war ja nach Obama und jetzt sind wir dran, ihr Pack könnt nach Hause gehen, das war auch ’n Wort tatsĂ€chlich, was sie benutzt haben und ich bin in dem Moment, hab ich das, ich hab da, das war abgeriegelt durch Polizisten und ich hab einfach nur erschrocken, neugierig, aber erschrocken da hingeguckt und das wahrgenommen und gedacht, um Gottes willen, bitte nicht.‘ Und ich bin gegangen, als die Polizisten anfingen, sich mit dieser Menge zu verbinden, als man das GefĂŒhl hatte, da gibt es so ’ne Übereinstimmung im Denken und das hab ich nicht ausgehalten. […] «

» […] dass es fĂŒr mich im Moment unvorstellbar ist, dass dieses Trump-Denken, dieses ‚Du bist anders, ich will dich nicht, geh weg, ich verhau dich, ich tu dir Böses, du willst nicht das, was ich will, du denkst nicht so, wie ich will, geh weg.‘ Das kann ich mir nicht vorstellen fĂŒr diese Stadt. FĂŒr mich geht gerade die Seele der New Yorks flöten, vor allen Dingen, wenn ich dann höre und lese, dass die Anzahl der Trump AnhĂ€nger, also der WĂ€hler auch in New York, enorm zugenommen hat. […] «

Behrmann hat eine positive Einstellung zu Freundlichkeit im Umgang miteinander und wĂŒnscht sich mehr Offenheit in zwischenmenschlichen Beziehungen.

» […] Ich bin viel auch jetzt in Berlin, weil meine Freundinnen und Freunde sind da, aber die Stadt hat sich verĂ€ndert, sie ist sehr schnell und hart und ich scheu mich fast, aber ich spĂŒr auch eine gewisse BrutalitĂ€t. Ja, muss ich wirklich sagen, so eine heißt konkret, AggressivitĂ€t der Menschen zueinander. […] «

Sie spricht ĂŒber ihre Leidenschaft fĂŒr Motorradreisen und teilt eine gefĂ€hrliche Erfahrung, die sie auf einer solchen Reise gemacht hat.

Behrmann betont die Wichtigkeit von Freundschaften und zwischenmenschlichen Beziehungen und beschreibt, wie sie soziale Kontakte und RĂŒckzug in Balance bringt.

Insgesamt vermittelt das GesprÀch ein Bild von Dörte Behrmann als neugieriger, reflektierter und abenteuerlustiger Person, die sowohl berufliche als auch persönliche Herausforderungen gemeistert hat.


Aus der Podcastfolge „Beim Klima kennt sie kein Pardon“ vom –17.02.2026– des RB-Podcasts „Eine Stunde reden – GesprĂ€che mit Unbekannten“ (VerfĂŒgbar bis -18.02.2028-).


Podcastfolge in neuem Tab hören: https://rbprogressivedl-a.akamaihd.net/clips/zt/welt/2d/2do0Z1MM2q/2do0Z1MM2q_audio_128k_stereo.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://www.bremenzwei.de/audios/eine-stunde-reden-doerte-behrmann-102.html

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Autor: Bernd

» ... Ist es möglich; daß man trotz Erfindungen und Fortschritten, trotz Kultur, Religion und Weltweisheit an der OberflĂ€che des Lebens geblieben ist? Ist es möglich, daß man sogar diese OberflĂ€che, die doch immerhin etwas gewesen wĂ€re, mit einem unglaublich langweiligen Stoff ĂŒberzogen hat, so daß sie aussieht wie die Salonmöbel in den Sommerferien? Ja, es ist möglich. ... « – Rainer Maria Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, 1910 ====================

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