📅❓ Leitplanken

Mit persönlichen Mantras oder Lebensphilosophien ist das so eine Sache. Spontan könnte ich keine nennen, da sie mich zu sehr einschränken würden.

Daraus ergibt sich bereits eine Lebensphilosophie: Ich bin gerne flexibel und offen für Veränderungen. Zusätzlich sehe ich mich auf einer lebenslangen Reise zu mir selbst. Es gibt keine Gewissheiten, außer der, dass es keine Gewissheiten gibt. Alles ist im Fluss und bedarf einer regelmäßigen Bewertung oder Neubewertung. Und ich möchte den Menschen so begegnen, wie ich selbst gerne begegnet werden möchte.

Das sind keine Dogmen, sondern Leitplanken.


Nach welchem persönlichen Mantra oder welcher Lebensphilosophie lebst du?

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What’s a personal mantra or philosophy you live by?  |  Was ist dein persönliches Mantra oder deine Lebensphilosophie, nach der du lebst?

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🕮 empathisch

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📅❓ Hannibal Lecter?

Tauschen! Nicht einfach für eine Woche jemand anderes sein. Eine fiktive Figur taucht für eine Woche in mein Leben ein. Das will gut überlegt sein!

Hannibal Lecter wird es eher nicht.

Da ich den Zauberberg von Thomas Mann als Langzeitprojekt lese, würde ich gerne mit der fiktiven Figur Hans Castorp eine Woche das Leben tauschen. Er würde an meiner Stelle wohl keinen großen Schaden anrichten, und ich könnte das Sanatorium in den Bergen mit seiner illustren Schar an Patient:innen und Ärzten kennenlernen.

Mir gefällt, dass Thomas Mann seinen Protagonisten selbst als das „Sorgenkind des Lebens” bezeichnete. Hans Castorp zeichnet sich durch seine völlige Unauffälligkeit aus. Das gefällt mir. Er verkörpert wie ich die Mittelmäßigkeit. Er lässt die Dinge auf sich zukommen. Er ist ein Zuhörer. Ich fände es interessant, im Liegestuhl zu liegen und die philosophischen Diskurse um mich herum wie ein Schwamm aufzusaugen. Seine melancholische Ader gefällt mir. Ich wäre gespannt, ob auch ich mich in die kranke Russin Clawdia Chauchat verlieben würde.

Was wäre, wenn ich am Ende dieser Woche nicht mehr in mein altes Leben zurück wollte?

Damals wie heute stehen wir am Vorabend eines großen Krieges und Leidens. Ob Hans Castorp einiges bekannt vorkommen würde?

Tägliche Schreibanregung
Wenn du für eine Woche mit einer fiktiven Figur das Leben tauschen müsstest – wen würdest du wählen?

If you had to switch lives with a fictional character for a week, who would you choose?  |  Wenn du eine Woche lang das Leben einer fiktiven Figur führen müsstest, wen würdest du wählen?

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🕮 nur

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📅❓ Sapere aude

„Wage es, weise zu sein.“ oder „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Schülerinnen und Schüler (SuS) sollten lernen, wie man lernt: weg vom reinen Faktenkonsum, hin zur Entwicklung einer forschenden und hinterfragenden Haltung.

Den SuS sollte aufgezeigt werden, wie Gedächtnisbildung funktioniert. Konzepte wie „Spaced Repetition” (verteiltes Wiederholen) oder „Active Recall” (aktives Abrufen statt nur Durchlesen) sollten erklärt werden.

SuS muss dabei geholfen werden, ihre optimale Lernumgebung zu finden. Das bedeutet auch, den Wert von Stille, Fokus und einer aufgeräumten, ablenkungsfreien Arbeitsumgebung zu schätzen.

Lernen bedeutet auch, Fehler zu machen. Wenn Fehler nicht als Makel, sondern als notwendige Schritte auf dem Weg zur Erkenntnis gefeiert werden, verschwindet die Angst vor Neuem.

Schüler:innen sollten Themen wählen, die eine echte Relevanz für ihre Lebensrealität haben. Wenn das Ziel klar ist – beispielsweise das Erstellen eines Podcasts oder eines Blogs –, organisieren sie die nötigen Schritte oft intuitiv selbst.

Zu Beginn werden den SuS noch enge Leitplanken und klare Strukturen vorgegeben. Je sicherer die SuS werden, desto mehr sollte sich die Lehrperson zurückziehen und die Rolle des reinen Lernbegleiters übernehmen.

Ein Lerntagebuch hilft dabei, den eigenen Fortschritt sichtbar zu machen. Was lief heute gut? Wo habe ich mich verrannt? Was probiere ich morgen anders?

Kritisches Denken beginnt nicht mit den richtigen Antworten, sondern mit den richtigen Fragen.

Lehrende sollten auf Fragen mit Gegenfragen antworten. Beispielsweise: „Warum glaubst du das?“, „Welche Alternativen gäbe es zu dieser Sichtweise?“ oder „Was müsste passieren, damit du deine Meinung änderst?“

Schüler:innen sollten in Debatten gezielt die Position verteidigen, die nicht ihrer eigenen Überzeugung entspricht. Das durchbricht kognitive Bequemlichkeit und schult die Empathie für andere Denkweisen.

Wir neigen dazu, die Welt in Schwarz und Weiß einzuteilen. SuS beizubringen, dass komplexe Sachverhalte oft ambivalent sind und dass man Widersprüche aushalten muss, ist eine der wichtigsten Lektionen für den eigenen Verstand.

Schüler*innen sollte beigebracht werden, nicht nur auf einer Website zu verweilen, sondern sofort neue Tabs zu öffnen, um zu prüfen: Was sagen andere über diese Quelle? Wer finanziert diese Seite? Welchen Ruf hat der Autor?

SuS und Lehrkräfte sollten gemeinsam Texte analysieren und die Sprache entwirren. Wo werden emotionale Adjektive genutzt, um die Meinung der Lesenden zu beeinflussen? Wo enden belegbare Fakten und wo beginnt die persönliche Interpretation?

Es sollte ein bewährtes Raster zur Quellenbewertung genutzt werden (Aktualität, Relevanz, Autorität, Richtigkeit, Zweck).

Der Mut, sich des eigenen Verstandes zu bedienen, ist letztlich keine angeborene Eigenschaft, sondern eine Fähigkeit, die trainiert werden muss. Er wird stärker, je öfter man ihn in einem sicheren Raum trainiert.

Tägliche Schreibanregung
Was würdest du dir wünschen, dass Schulen wirklich unterrichten würden?

What’s a thing you wish schools actually taught?  |  Was würdest du dir wünschen, dass in der Schule tatsächlich unterrichtet würde?

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