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„Wage es, weise zu sein.“ oder „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Schülerinnen und Schüler (SuS) sollten lernen, wie man lernt: weg vom reinen Faktenkonsum, hin zur Entwicklung einer forschenden und hinterfragenden Haltung.

Den SuS sollte aufgezeigt werden, wie Gedächtnisbildung funktioniert. Konzepte wie „Spaced Repetition” (verteiltes Wiederholen) oder „Active Recall” (aktives Abrufen statt nur Durchlesen) sollten erklärt werden.

SuS muss dabei geholfen werden, ihre optimale Lernumgebung zu finden. Das bedeutet auch, den Wert von Stille, Fokus und einer aufgeräumten, ablenkungsfreien Arbeitsumgebung zu schätzen.

Lernen bedeutet auch, Fehler zu machen. Wenn Fehler nicht als Makel, sondern als notwendige Schritte auf dem Weg zur Erkenntnis gefeiert werden, verschwindet die Angst vor Neuem.

Schüler:innen sollten Themen wählen, die eine echte Relevanz für ihre Lebensrealität haben. Wenn das Ziel klar ist – beispielsweise das Erstellen eines Podcasts oder eines Blogs –, organisieren sie die nötigen Schritte oft intuitiv selbst.

Zu Beginn werden den SuS noch enge Leitplanken und klare Strukturen vorgegeben. Je sicherer die SuS werden, desto mehr sollte sich die Lehrperson zurückziehen und die Rolle des reinen Lernbegleiters übernehmen.

Ein Lerntagebuch hilft dabei, den eigenen Fortschritt sichtbar zu machen. Was lief heute gut? Wo habe ich mich verrannt? Was probiere ich morgen anders?

Kritisches Denken beginnt nicht mit den richtigen Antworten, sondern mit den richtigen Fragen.

Lehrende sollten auf Fragen mit Gegenfragen antworten. Beispielsweise: „Warum glaubst du das?“, „Welche Alternativen gäbe es zu dieser Sichtweise?“ oder „Was müsste passieren, damit du deine Meinung änderst?“

Schüler:innen sollten in Debatten gezielt die Position verteidigen, die nicht ihrer eigenen Überzeugung entspricht. Das durchbricht kognitive Bequemlichkeit und schult die Empathie für andere Denkweisen.

Wir neigen dazu, die Welt in Schwarz und Weiß einzuteilen. SuS beizubringen, dass komplexe Sachverhalte oft ambivalent sind und dass man Widersprüche aushalten muss, ist eine der wichtigsten Lektionen für den eigenen Verstand.

Schüler*innen sollte beigebracht werden, nicht nur auf einer Website zu verweilen, sondern sofort neue Tabs zu öffnen, um zu prüfen: Was sagen andere über diese Quelle? Wer finanziert diese Seite? Welchen Ruf hat der Autor?

SuS und Lehrkräfte sollten gemeinsam Texte analysieren und die Sprache entwirren. Wo werden emotionale Adjektive genutzt, um die Meinung der Lesenden zu beeinflussen? Wo enden belegbare Fakten und wo beginnt die persönliche Interpretation?

Es sollte ein bewährtes Raster zur Quellenbewertung genutzt werden (Aktualität, Relevanz, Autorität, Richtigkeit, Zweck).

Der Mut, sich des eigenen Verstandes zu bedienen, ist letztlich keine angeborene Eigenschaft, sondern eine Fähigkeit, die trainiert werden muss. Er wird stärker, je öfter man ihn in einem sicheren Raum trainiert.

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EU-Sanktionen: Der Fall Roger Köppel und das Minenfeld der freien Meinungsäußerung | lesenswert

Der Artikel behandelt die Warnung des Juristen Viktor Winkler an den Schweizer Verleger Roger Köppel, sich proaktiv an die EU zu wenden, da dieser möglicherweise auf deren Sanktionsliste landen könnte. Dies ist ein besorgniserregender Schritt, da die EU ihre Sanktionspolitik ausgeweitet hat und nun auch Personen aus dem Westen betrifft. Dadurch werden Fragen zur Verhältnismäßigkeit und zur Meinungsfreiheit aufgeworfen. Köppel, der mit seiner rechtskonservativen Publikation „Weltwoche“ bekannt wurde, steht in der Kritik, weil er umstrittenen Stimmen eine Plattform bietet. Dies könnte ihn ins Visier der EU geraten lassen. Der Artikel thematisiert auch die Reaktionen in den Medien, die oft eher Häme als Solidarität zeigen. Zudem wird vor einem Klima der Selbstzensur gewarnt, das die Vielfalt der Meinungen in Europa gefährden könnte.

»Der Verleger der Schweizer Weltwoche, Roger Köppel, könnte demnächst auf die EU-Sanktionsliste gesetzt werden. Es wäre ein weiterer Angriff aus Brüssel auf die Meinungsfreiheit. Es ist eine Warnung von seltener Deutlichkeit, ausgesprochen von einem der profilierten Experten für internationales Sanktionsrecht. Der deutsche Jurist und Professor für Wirtschaftsrecht Viktor Winkler riet dem Schweizer Verleger und Publizisten Roger Köppel kürzlich in einem viel beachteten Interview mit den Tamedia-Zeitungen, sich sofort proaktiv an die EU zu wenden. von Boban Dukic«, 29.12.2025, https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/roger-koeppel-sanktionen-li.10011845

Objektive Fakten:

~ Der deutsche Jurist und Wirtschaftsrechtsprofessor Viktor Winkler warnte Roger Köppel, sich proaktiv an die EU zu wenden, da er sonst möglicherweise auf deren Sanktionsliste landen könnte.

~ Mitte Dezember setzte die EU Jacques Baud, einen ehemaligen Oberst der Schweizer Armee, auf die Sanktionsliste, da er prorussische Propaganda und Verschwörungstheorien verbreitet hatte.

~ Baud beschreibt die Sanktionen als „bürgerlichen Tod“, da seine Konten gesperrt wurden und er seine finanzielle Existenz verloren hat.

~ Die EU hat ihre Sanktionen von ausschließlich russischen Staatsangehörigen und Organisationen auf auch westliche Personen ausgeweitet.

~ Roger Köppel ist der Chefredakteur des Wochenmagazins Weltwoche und gilt als polarisierende Figur in der Schweizer Medienlandschaft.

~ Kritiker werfen der „Weltwoche” vor, sich zu einer rechtspopulistischen Plattform gewandelt zu haben.

~ Köppel hat Interviews mit führenden europäischen Rechtskonservativen geführt.

~ Winkler kritisierte die Auswahl der Sanktionierten als willkürlich und nannte das Beispiel des Oligarchen Wladimir Potanin, der nicht sanktioniert wurde.

~ Jörg Lau, Redakteur bei der Zeit, äußerte sich auf der Plattform X abwertend über Köppel und wurde dafür kritisiert.

Meinungen des Autors:

~ Die Ausweitung der Sanktionslisten auf Personen aus dem Westen wirft grundlegende Fragen zur Verhältnismäßigkeit, zur Rechtsstaatlichkeit und zur Zukunft der Meinungsfreiheit auf.

~ Er sieht die Reaktion der etablierten Medien, die die drohende Sanktionierung eines Journalistenkollegen nicht als Angriff auf die Pressefreiheit hinterfragen, als bedenklich an.

~ Es wird ein Klima der Selbstzensur beschrieben, in dem Journalisten aus Angst vor Sanktionen ihre Meinung nicht mehr äußern.

~ Der Autor argumentiert, dass eine wehrhafte Demokratie nicht durch Verbote, sondern durch offenen Diskurs und Medienkompetenz gestärkt werden sollte.

~ Der Fall Köppel könnte als Lackmustest für die Grenzen der Meinungsfreiheit in Europa dienen.

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