📅❓ Stadtführung

Am liebsten erkunde ich eine neue Stadt, indem ich aus dem Zug steige, durch den Bahnhof schreite, den Bahnhofsvorplatz betrete, innehalte, mich umschaue und mich dann treiben lasse. Wohin meine Füße und meine Neugier mich tragen. Meistens führt mich mein Weg zuerst in ein nahegelegenes Café. Dort komme ich zur Ruhe, nehme den Dialekt der Menschen und ihre Stimmung auf, fokussiere mich und akklimatisiere mich.

Wenn ich einen Koffer dabei habe, ist der erste Weg zum Hotel. Einchecken. Bei einer privaten Reise starte ich danach wie oben beschrieben. Bei einer beruflichen Reise geht es zum temporären Arbeitsplatz der nächsten Tage oder Wochen. Abends erkunde ich die neue Stadt auf dem Weg ins Restaurant. Möglichst jeden Abend ein anderes.

Irgendwann bilden sich ein Stadtplan und ein Netzplan der Busse und Bahnen in meinem Kopf. Plötzlich erkenne ich Straßen, Gebäude und Plätze wieder.

Welche Sehenswürdigkeiten hat die Stadt, die mich interessieren?

Am liebsten erkunde ich eine neue Stadt zu zweit: Zeig mir deine Stadt – nicht die touristischen Sehenswürdigkeiten, sondern deine persönlichen Ecken, Straßen, Plätze, Parks, Kraftorte, Lieblingscafés und -restaurants.


Wie erkundest du am liebsten eine neue Stadt?

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What’s the best way to explore a new city?  |  Wie lässt sich eine neue Stadt am besten erkunden?

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Ines. oder For today, I am inconsolable …

Sie war meine Küchenfee in meinem Lieblingscafé. Jeden Freitag beginne ich dort mein Wochenende, ich schöpfe Kraft beim Lesen meiner Zeitschriftenabonnements und genieße die leckeren Salate, einen frisch gebackenen Kuchen und den selbst gerösteten Kaffee. Irgendwann, in den Sommerwochen, brachte sie mir meinen Salat persönlich an den Tisch, obwohl sie sonst immer nur im Hintergrund in der Küche arbeitete. Mit einem Lächeln im Gesicht und strahlenden Augen. Anfangs war ich leicht irritiert, doch irgendwann genoss ich es und spürte, wie dabei die Sonne aufging. Erst zuletzt begannen wir, ein Gespräch zwischen Tisch und Küche zu führen. Uns trennen Jahrzehnte. Wir empfanden das jedoch nicht so. Es blieb dabei.

Heute betrat ich „mein“ Café und T., der Chef und Barista, begrüßte mich wie immer und fügte hinzu: „Heute verabschieden wir Ines. Sie verlässt uns Richtung Heimat.“ Ich war konsterniert und vertiefte mich in meine Zeitschriften.

Nach einer Viertelstunde stand Ines an meinem Tisch, hielt die Salatschüssel „Avocadoliebe” in der Hand und sagte, dass ich es wohl schon erfahren hätte, dass sie fünfhundert Kilometer zurück in ihre Heimatstadt zieht. Aus Heimweh, kurzfristig entschieden. Aus diesem Grund habe sie heute den Salat gekrönt, sagte sie, während sie die Schüssel vor mir abstellte. Ich war sichtlich gerührt. Wir unterhielten uns noch ein paar Minuten und verabschiedeten uns schließlich mit einer Umarmung.

Heimat ruft Ines
Avocadoliebe bleibt
die Sonne geht auf

… but tomorrow is a new day.

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