📅❓ Die Abwesenheit von Gier.

Wenn ein Ausgangszustand durch gezieltes Handeln oder eine bewusste Haltung in einen Endzustand überführt wird, der als positiv bewertet wird, wird allgemein von einem Erfolg gesprochen. Für mich bedeutet Handeln dabei immer Tun oder Unterlassen.

Ich empfinde Erfolg, wenn ich mein Leben ausreichend und zweckmäßig lebe und dabei das Maß des Notwendigen nicht überschreite. Kurz: Genügsamkeit. Eine innere Genügsamkeit, eine akzeptierte Genügsamkeit. Keine von außen aufgezwungene. Dazu gehört die Abwesenheit von Gier. Von gierigen Gefühlen. Gier würde alles zerstören.

Wenn ich in diesem Sinne eine tiefe Zufriedenheit, also Erfolg, empfinde, kann ich die Dinge, die über das Ausreichende, Zweckmäßige und das Maß des Notwendigen hinausgehen, richtig achten, schätzen und mit ihnen Glück empfinden.

Das Sahnehäubchen ist, dieses Glücksgefühl des Übermaßes mit jemandem teilen zu können.

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ 

~ Immanuel Kant, Gesammelte Schriften. Hrsg.: Bd. 1–22 Preussische Akademie der Wissenschaften, Bd. 23 Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin, ab Bd. 24 Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Berlin 1900ff.


Wie definierst du Erfolg im Leben?

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📅❓ Unterlassungssünde.

Es war der 17. Juni 1983, ein Freitag und Feiertag, der Tag der Deutschen Einheit. Supertramp machte auf seiner Abschiedstournee „Famous Last Words” in Originalbesetzung im Kölner Müngersdorfer Stadion Halt. Es war ein herrlicher Tag mit angenehmen 23 bis 25 Grad am Nachmittag. Zum Konzertbeginn waren es noch etwa 20 Grad. Wir hatten unsere Plätze im Innenraum und lagen während des Vorprogramms auf Decken in der Sonne.

Neben mir lag S., genannt B. Ich war übrigens B. und wurde S. genannt. Damals hatten wir Spitznamen. B. war eine Freundin aus dem Chor, in dem wir seit vielen Jahren gemeinsam sangen. Sie war diejenige, mit der ich am liebsten zusammen war.

Nach den Heimkonzerten unseres Chors klang der Tag in geselliger Runde bei Fingerfood aus. Wir saßen immer zusammen, unterhielten uns und lachten gemeinsam über alles Mögliche. Es war immer ein unbeschwertes Zusammensein. Ausgenommen waren die Zeiten, in denen sie mit jemand anderem ein Paar bildete. Gerne erinnere ich mich auch an die Chorfreizeit in der ersten Januarwoche zwei Jahre vor dem Supertramp-Auftritt. Eine Woche lang regnete es in Strömen. Wir waren in einem ungeheizten Kloster untergebracht und B. und ich verbrachten jede freie Minute in meinem zitronengelben VW-Käfer sitzend, redend und lachend.

Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, von wem die Initiative zu dem Supertramp-Auftritt ausging. Ich weiß jedoch noch, dass ich die Eintrittskarten gekauft hatte. Vermutlich ging die Initiative also von mir aus, da ich ein großer Supertramp-Fan war. In der Kneipenrunde nach unseren Chorproben fragte ich in die Runde, ob jemand Lust und Zeit hätte, mitzukommen. B. hatte Zeit und Lust.

Ich holte sie an diesem Tag zu Hause ab und wir fuhren mit meinem Käfer nach Köln. Es war ein perfektes Konzert an einem perfekten Tag bei perfektem Wetter mit der perfekten „Konzertbegleitung“. Nie waren B. und ich uns näher. Innerlich zuckte ich, ihr auch körperlich näherzukommen. Angst und Mut fochten den Abend miteinander aus. B. war zu diesem Zeitpunkt in keiner festen Beziehung, doch eine diffuse Angst hielt mich zurück.

Beseelt fuhren wir in der Nacht zurück und ich brachte sie und mich nacheinander nach Hause.

Der Supertramp-Auftritt war die perfekte Gelegenheit, B. über Freundschaft hinaus näherzukommen. Ich habe nichts dafür getan. Heute würde ich es tun.

Täglicher Schreibanreiz
Schreibe darüber, wie du einmal nichts unternommen hast, dir aber wünschst, du hättest es getan. Was würdest du anders machen?

Write about a time when you didn’t take action but wish you had. What would you do differently?  |  Schreibe über eine Situation, in der du nichts unternommen hast, es dir aber wünschst, du hättest es getan. Was würdest du anders machen?

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