„Sich über etwas Sorgen machen“ bedeutet, dass man wegen einer bestimmten Sache Angst, Unruhe oder Bedenken hat.
Wenn ich mir Sorgen machen würde, würde ich mich gedanklich intensiv mit einer Situation beschäftigen und befürchten, dass etwas Schlechtes oder Unerwünschtes passieren könnte.
Nein, ich bin kein Sorgentyp. Zeigen sich jedoch Ängste, Unruhe oder Bedenken wegen einer bestimmten Sache, überprüfe ich, ob diese Sorgen berechtigt sind. Wenn sie berechtigt sind, suche ich nach Lösungen oder frage mich, was im schlimmsten Fall geschehen kann und wie hoch die Wahrscheinlichkeit dafür ist. Wenn es keine Lösung gibt, gibt es fast immer einen Workaround.
Ansonsten kann ich darauf vertrauen, dass sich alles fügt und einen Sinn ergibt, und ich erwarte getrost, was da kommen mag.
Deshalb kann ich die heutige Schreibanregung nicht beantworten.
Tägliche Schreibanregung
Worüber hast du dir früher Sorgen gemacht, aber heute nicht mehr?
Der 84-jährige Architekt Nikolaus Pink, dessen Familie während des Zweiten Weltkriegs vertrieben wurde, hat eine leidenschaftliche Sicht auf Frieden, die stark von seinen Kindheitserlebnissen geprägt ist.
Er ist der Meinung, dass der ukrainische Präsident Selenskyj lieber den Dialog suchen sollte, um Frieden zu erreichen, anstatt Waffen zu fordern. Er sieht in den Menschen, auch in den Russen, keine Feinde.
Pink hat das kostengünstige und umweltfreundliche Baukonzept des Erdhügelhauses entwickelt und eine Vielzahl von Gebäuden in Deutschland entworfen. Trotz seiner Erfolge als Architekt machen ihm der drohende Krieg und die militärische Aufrüstung in Deutschland große Sorgen.
Er träumt von einem Mahnmal aus zerstörten Waffen, das die Menschen täglich an die Schrecken des Krieges erinnern soll.
Was er machen würde, wenn, wie man so sagt, der Russe vor der Tür steht?
»Was der Zelensky hätte machen sollen. Ich bringe den Blumen. Für mich sind die Russen keine Feinde, sind Menschen wie du und ich. Und für mich sind überhaupt alle Menschen gleich. Mandela, Gandhi, das sind solche Politiker, in denen ich erkenne, dass die verstandesmäßig das Problem gelöst haben und nicht aus diesem Konglomerat Kapital, Medien, Machtgier.«
8. Mai 1945:
»Wie der erste Sommertag ist es uns vorgekommen. Zwischen Paderborn und Erwitte. Aus entfernten Dörfern hörte man so leise Glöckchen klingeln. Und auf einmal eine große Glocke und wir wussten nicht, was das bedeutete. Plötzlich tauchten Soldaten auf. Engländer, Franzosen und später sogar Russen. Die lachten und tanzten und umarmten sich. Es gab sogar welche, die haben uns Schokolade gegeben, den Kindern. Meine Eltern sagten dann, jetzt ist Frieden.
Und ich stehe jetzt nach meiner Beobachtung vor dem nächsten großen, großen Krieg. Und das macht mich krank.«
Aus der Podcastfolge „Er wäre gerne Friedensstifter“ vom –28.10.2025– des RB-Podcasts „Eine Stunde reden – Gespräche mit Unbekannten“ (Verfügbar bis -29.10.2027-).
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