Der Tod ist ein Meister aus Niedersachsen.

Maikäfer, flieg! Der Junge ist im Krieg, die Mutter ist in Rüstungsland, Rüstungsland ist abgebrannt„.

Der vorliegende Text kritisiert die zunehmende Fokussierung Deutschlands, insbesondere Niedersachsens, auf die Rüstungsindustrie.

»Als am Mittwoch die neue Artilleriemunitions-Produktionsline des Rheinmetall-Werks im niedersächsischen Unterlüß in Betrieb genommen wurde, war viel Prominenz angereist. Neben dem NATO-Generalsekretär Mark Rutte stellten sich auch zwei niedersächsische SPD-Granden dem Blitzlichtgewitter: Parteichef und Vizekanzler Lars Klingbeil und Verteidigungsminister Boris Pistorius. Niedersachsen steht wie wohl kaum ein anderes Bundesland für die von Olaf Scholz ausgerufene „Zeitenwende“: Das einstige „Autoland“ soll nun, da es mit den Autos nicht mehr so gut läuft, zum „Rüstungsland“ werden – wenn es das nicht ohnehin schon ist. Diese Strategie ist brandgefährlich, kann sie doch nur aufgehen, wenn Deutschland dauerhaft gigantische Mengen an Rüstungsgütern abnimmt und dabei noch gigantischere Mengen von Steuergeldern in die Rüstungsindustrie fließen. Es ist zu befürchten, dass dies das neue Standortkonzept der SPD ist. Armes Niedersachsen, armes Deutschland. Von Jens Berger.«

Der Autor beleuchtet die Eröffnung einer neuen Produktionsstätte von Rheinmetall in Unterlüß, mit der die Produktion von Artilleriegranaten massiv gesteigert werden soll. Diese Entwicklung wird als Zeichen eines problematischen Strukturwandels in der deutschen Wirtschaft gesehen. Anstatt auf zukunftsträchtige Bereiche wie erneuerbare Energien oder KI zu setzen, wird die Rüstungsindustrie zum neuen Rückgrat der Wirtschaft – ähnlich wie in wilhelminischer und nationalsozialistischer Zeit.

Der Text beschreibt Niedersachsen als Zentrum dieses Wandels, in dem ein ganzes Ökosystem von Rüstungszulieferern entsteht. Unternehmen wie das VW-Werk in Osnabrück, die Meyer-Werft in Papenburg und die Salzgitter AG, die bisher Autos, Kreuzfahrtschiffe und Stahl produzierten, suchen nun ihr Heil in der Rüstungsproduktion. Der Autor stellt die Rolle von Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall als „Retter” angeschlagener Regionen infrage. Er argumentiert, dass die Gewinne vor allem bei internationalen Investoren landen, während für die Regionen nur wenige Arbeitsplätze übrig bleiben.

Besonders kritisch beleuchtet er die Rolle von Politik und Medien. Der Autor wirft ihnen vor, die Aufrüstung als alternativlos darzustellen und eine kritische Berichterstattung zu vernachlässigen. Er erwähnt, dass die SPD in Niedersachsen historisch eng mit der Rüstungsindustrie verbunden ist und führende Politiker wie Lars Klingbeil und Boris Pistorius diesen Kurs aktiv vorantreiben.

Abschließend stellt der Autor die Frage nach der langfristigen Sinnhaftigkeit dieser Entwicklung. Er weist darauf hin, dass die Nachfrage nach Rüstungsgütern politisch reguliert ist. Wenn keine Kriege geführt werden, müssten die neuen Produktionsstätten wieder geschlossen werden, was wirtschaftlich verheerend wäre. Dies führe entweder in eine Sackgasse oder in den Krieg, um die Produktion aufrechtzuerhalten.

29.08.2025, https://www.nachdenkseiten.de/?p=138128
hören:

„eine herzwärmende Heimat.“ [1]

Täglicher Schreibanreiz
Wie sieht dein ideales Zuhause aus?

Zuhause (Deutsch), Substantiv, n, kein Plural, [=] die Räumlichkeiten, in denen man wohnt (lt. Wiktionary)

Ich träume davon, in einem Zirkuswagen oder Ähnlichem zu leben, umgeben von Bäumen und Naturwiesen, in Meeres- oder Bergnähe.

Die Ausstattung sollte zweckmäßig und ausreichend sein, ohne das Maß des Notwendigen zu überschreiten oder steril zu wirken.

Diese Prämisse schließt die Errungenschaften moderner Technik und Kommunikationsmittel nicht aus.

In diesem Zuhause hätte ich einen Ohrensessel mit Hocker, in dem ich bequem säße, um zu lesen, Musik zu hören oder der Stille zu lauschen, sowie einen Schreibtisch, um zu schreiben.
Ein Zirkuswagen würde auch meinen Wunsch nach einer Wohnküche erfüllen.
Ein Schlafplatz mit Blick in den Himmel wäre auch wunderschön.

Zu meinem idealen Zuhause gehörten ein Lieblingsmensch (gerne mit eigenem Zirkuswagen, denn Nähe soll nicht zu Enge werden) sowie Hund und Katze.

Es soll uns beschützen und uns ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit geben.

Es wird Zeit, mein Provisorium zu verlassen.

[1]: Stefanie Stahl, Das Kind in dir muss Heimat finden – Der Schlüssel zur Lösung (fast) aller Probleme, 2015 Kailash Verlag, München, ISBN 978-3-641-16439-3

Ein Leben ohne Gefühle ist möglich, aber sinnlos.

Nur durch Gefühle, in affektiver Betroffenheit, erfahren wir uns selbst; nur durch Gefühle leben wir in der Welt, in der Personen und Dinge von Bedeutung sind, in der wir spüren, was es wert ist, uns zu engagieren. Ohne Gefühle wäre die Welt ein Ort ohne Sinn, Wert oder Bedeutsamkeit.

Thomas Fuchs, Psychiater und Philosoph, Verkörperte Gefühle – Zur Phänomenologie von Affektivität und Interaffektivität. Suhrkamp 2024, 412 S., 26 EUR

Anders formuliert:

Wir lernen uns selbst nur kennen, wenn wir uns emotional berührt fühlen. Wir leben nur, wenn wir Gefühle haben. Wir spüren, was es wert ist, uns zu engagieren, und was in der Welt wirklich wichtig ist. Ohne Gefühle wäre die Welt ein Ort ohne Sinn, Wert oder Bedeutsamkeit.

Dankbarkeit & Staunen.

01.09.1967– | track: –What a Wonderful World– | artist: –Louis Armstrong– | album: -What a Wonderful World-

In dem Songtext wird die Schönheit der Welt aus der Perspektive eines Beobachters beschrieben. Es geht um die positiven und einfachen Dinge des Lebens: grüne Bäume, blauer Himmel und die Farben des Regenbogens.

Der Text betont auch die menschliche Verbundenheit und spricht dabei von freundschaftlichen Gesten wie dem Händeschütteln von Freunden und der liebevollen Kommunikation untereinander. Die Zeilen über weinende und wachsende Babys drücken zudem die Hoffnung und das Staunen über die Zukunft aus.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Lied eine optimistische Botschaft vermittelt und dazu ermutigt, die Schönheit und die kleinen Wunder des Alltags wertzuschätzen. Der wiederkehrende Gedanke „What a wonderful world!” (Was für eine wunderbare Welt!) fasst das Gefühl der Dankbarkeit und des Staunens treffend zusammen.

Eine Rückkehr zu kritischer und ausgewogener Berichterstattung ist nötig.

Der Artikel „Medien im Propagandarausch: Der Militarismus sitzt in den Redaktionen” von Marcus Klöckner kritisiert die Berichterstattung deutscher Medien über den Konflikt mit Russland.

»In vielen Redaktionen sitzt der Stahlhelm stramm. Das Feindbild Russland ist ausgemacht, der russische Angriff auf die NATO wird regelrecht herbeiberichtet. Der Bayerische Rundfunk führt sogar einen Experten an, für den klar ist, dass ein russischer Angriff mit „100 Prozent Wahrscheinlichkeit“ kommt. Der exemplarische Blick in die Medien zeigt: Der Rausch der Propaganda hat sich im Journalismus ausgebreitet. Ein Kommentar von Marcus Klöckner.«

Die Hauptargumente und Erkenntnisse des Artikels sind:

  • Propagandistische Berichterstattung: Klöckner argumentiert, dass viele Medien – insbesondere der Bayerische Rundfunk – eine alarmierende Rhetorik verwenden und einen bevorstehenden russischen Angriff auf die NATO als sicher darstellen. Diese Darstellung wird als unverantwortlich und als Teil einer propagandistischen Agenda angesehen.
  • Unkritische Expertenmeinungen: Der Artikel hebt hervor, dass Expertenaussagen wie die von Gustav Gressel unkritisch wiedergegeben werden, ohne deren Hintergründe oder mögliche Interessenkonflikte zu beleuchten. Gressel wird als Teil eines nicht neutralen Netzwerks beschrieben, was die Glaubwürdigkeit seiner Aussagen infrage stellt.
  • Vereinfachte Narrative: Klöckner kritisiert die vereinfachten Narrative in den Medien, die komplexe geopolitische Situationen nicht angemessen darstellen. Er erwähnt, dass Begriffe wie „Stellvertreterkrieg” in der Berichterstattung nicht verwendet werden, was zu einer verzerrten Wahrnehmung des Konflikts führt.
  • Militarismus in den Redaktionen: Der Artikel beschreibt einen wachsenden Militarismus in den deutschen Redaktionen, der sich in der Art und Weise äußert, wie über militärische Interventionen und die Rolle Deutschlands im Ukraine-Konflikt berichtet wird. Klöckner sieht eine Tendenz zur Kriegsbegeisterung und zur Schaffung eines Feindbildes.
  • Kritik an der politischen Verantwortung: Der Artikel fordert eine kritische Auseinandersetzung mit politischen Aussagen, die unreflektiert in den Medien wiedergegeben werden. Klöckner kritisiert, dass die Medien keine kritische Haltung gegenüber der Rekrutierung ukrainischer Soldaten einnehmen, sondern die militärische Verantwortung Deutschlands befürworten.

Der Artikel kommt zu dem Schluss, dass die deutsche Medienlandschaft in einem Zustand der Propaganda gefangen ist, was sich negativ auf die öffentliche Wahrnehmung und das Verständnis des Konflikts auswirkt. Klöckner fordert eine Rückkehr zu kritischer und ausgewogener Berichterstattung.

27.08.2025, https://www.nachdenkseiten.de/?p=138027
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Ohrgasmus.

Täglicher Schreibanreiz
Was treibt dir Freudentränen in die Augen?

Letzten Samstag war ich auf einem Grillfest eingeladen.

Meine Erwartungen, Holzkohlerauch, Alkohol, Fleisch, ein Salatbüffet und Smalltalk vorzufinden, wurden nicht enttäuscht. Es gab auch ein kleines Unterhaltungsprogramm für die Gäste.

Für den Nachmittag war ein Duo angekündigt, das unter anderem afrikanische Musik spielen sollte.

Tatsächlich betraten nach Mittag eine strahlend schillernd farbige Südafrikanerin namens Natasha und ihr bewusst dezent gekleideter Gitarrist Tomasz die improvisierte Bühne.

Zusammen sind sie das Duo UMSUKA.

Sie dekorierten den Boden mit einem Teppich, auf dem sie barfuß singen würde. Es wurden handgeschnitzte südafrikanische Holzfiguren aufgestellt und an allen Ecken und Enden auffällig blühende und farbenprächtige Gladiolen. Räucherstäbchen wurden entzündet.

Es begann ein fast zweistündiges, pausenloses musikalisches Programm. Sie spielten World Music, Latin (Bossa Nova), Reggae, Jazz und Blues.

Gleich nach den ersten Tönen seiner Gitarre und dem Einsetzen ihrer lautmalerischen Stimme spürte ich: Hier spielen nicht zwei Musiker für Geld, hier leben zwei ihre Musik. Sie haben die Musik im Blut. Und immer, wenn Musikerinnen und Musiker ihre Musik leben, überkommt mich Gänsehaut und ein Glücksgefühl, das mir die Freudentränen in die Augen treibt. Ich spreche dann von einem Ohrgasmus.

Die Musik von UMSUKA kann auf Soundcloud nachgehört und nacherlebt werden: https://soundcloud.com/tomasz-natasha.

Exemplarisch seien hier die Musik von Johann Sebastian Bach, vor allem die Chöre, oder die Musik von Flairck („Alive” sei hier zu empfehlen) oder Calogero („Live 1.0”) genannt, die mir auch nach wiederholtem Hören Ohrgasmen erzeugen.

Es ist aber nicht nur die Musik, die mir Freudentränen in die Augen treibt …

Polycrisis month by month – 09.2025

Gaza: Entmenschlichung als Voraussetzung für eine unmenschliche Politik | Der Artikel thematisiert die humanitäre Krise im Gazastreifen, die durch eine Strategie der Aushungerung sowie die Entmenschlichung der palästinensischen Bevölkerung verschärft wird. Durch eine rassistische Rhetorik und institutionelle Straffreiheit wird diese Entmenschlichung unterstützt, was es den israelischen Streitkräften ermöglicht, extreme Gewalt gegen Zivilisten auszuüben, ohne moralische Hemmungen zu empfinden. Der Autor warnt, dass die gezielte Aushungerung und die damit verbundenen Kriegsverbrechen nicht nur gegen das Völkerrecht verstoßen, sondern auch eine ernsthafte Herausforderung für die internationale Gemeinschaft darstellen. Diese muss sich entscheiden, ob sie diese Unmenschlichkeit toleriert oder dagegen vorgeht.
https://www.nachdenkseiten.de/?p=138851
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„Gesülze von Friedensverhandlungen muss aufhören“ | »Solidaritätsbekundungen sind fehlplatziert. Endlich mit Konsequenz und Härte antworten! Gesülze von Friedensverhandlungen muss aufhören. Es muss jetzt Taurus und massive mil. Unterstützung für die Ukraine erfolgen, denn Russland nährt sich durch unsere Schwäche. Russland und CRINK muss gestoppt werden! Die Ukraine so ausstatten, dass sie die Russen zurückdrängen kann inkl. Angriffe auf militärisch relevante Ziele in Russland. Unser Frieden in Freiheit und Selbstbestimmung werden [sic] von Russland ausgetestet und sind [sic] massiv in Gefahr.« | Der Artikel kritisiert die zunehmende Radikalisierung im Deutschen Bundestag, insbesondere durch Politiker wie Roderich Kiesewetter. Dieser fordert Angriffe auf Russland und tut das Streben nach Friedensverhandlungen als „Gesülze“ ab. Omid Nouripour, Vizepräsident des Bundestags, unterstützt diese aggressive Haltung und verstärkt damit die Gefahr eines eskalierenden Konflikts zwischen Russland und der NATO. Der Autor Marcus Klöckner warnt in seinem Artikel vor den Konsequenzen dieser Militarisierung und appelliert an die Vernunft, um einen weiteren Krieg und mögliche nukleare Katastrophen zu vermeiden.
https://www.nachdenkseiten.de/?p=138881
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Die Vereinnahmung der Eliten und die Selbstzerstörung Europas – Teil 3/4 | In ihrem Artikel analysiert Nel Bonilla die Rolle der Atlantik-Brücke und der Bilderberg-Gruppe bei der Integration und Prägung europäischer Eliten im Kontext der transatlantischen Hegemonie. Sie zeigt auf, wie diese Netzwerke die politischen und wirtschaftlichen Interessen der USA in Deutschland durch subtile Einflussnahme und strategische Vernetzung fördern und dabei die Stimmen von Arbeiter:innen und kritischen Intellektuellen ausschließen. Zudem wird dargestellt, wie sich die Bilderberg-Konferenzen zu einer Plattform für die Elite entwickelt haben, die zunehmend militärische und technologische Themen in den Vordergrund rückt. Dies deutet auf eine Verschiebung hin zu einer kriegsorientierten Agenda hin.
https://www.nachdenkseiten.de/?p=138782
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„Polycrisis month by month – 09.2025“ weiterlesen

Überwindung.

Genau jene Höhle, die zu betreten du dich ängstigst, erweist sich als Quelle dessen, wonach du suchst.

Joseph Campbell, The power of Myth, 1988

Dieser bekannte Satz stammt von dem amerikanischen Mythologen und Schriftsteller Joseph Campbell. Er wird oft in der Form „The very cave you are afraid to enter turns out to be the source of what you are looking for” zitiert.

Die genaue Formulierung findet sich in seinem 1988 erschienenen Buch „The Power of Myth”, das auf einer Reihe von Gesprächen mit dem Journalisten Bill Moyers basiert. Campbell verwendet dieses Bild, um das zentrale Konzept der „Heldenreise” zu veranschaulichen. Er argumentiert, dass die größten Schätze und die tiefsten Einsichten oft in den Bereichen liegen, denen wir aus Angst oder Widerstand am liebsten aus dem Weg gehen.

… wir liegen wach, wie zwei Fremde unter einem Dach …

31.08.2007– | track: –Wenn man sich nicht mehr liebt– | artist: –Annett Louisan– | album: -Das optimale Leben-

Der Songtext beschreibt die schmerzhafte Entfremdung in einer Beziehung. Die Kommunikation zwischen den Partnern ist oberflächlich und gezwungen. Sie ist voller unausgesprochener Vorwürfe und Gefühle. Sie stellen sich gegenseitig Fragen, die sie nicht wirklich interessieren, und versuchen, liebevolle Gesten vorzutäuschen, die jedoch nur zusätzlichen Schmerz verursachen.

Die Intimität ist völlig verschwunden. Sie liegen nebeneinander im Bett wie Fremde, getrennt durch einen Graben aus Unsicherheit und Distanz. Die Liebe ist nicht mehr da, was beide gleichermaßen quält. Erinnerungen an glückliche Zeiten in Form von Fotos und alten Kosenamen stehen im krassen Gegensatz zur aktuellen Situation und machen die Entfremdung umso deutlicher. Der Text schildert das traurige Ende einer Liebe, die langsam stirbt, sowie das Gefühl des Verlorenseins, wenn man sich in der eigenen Beziehung nicht mehr zurechtfindet.

Friedensorientierter Ansatz.

In dem Artikel „Klaus von Dohnanyi und Erich Vad: Schicksalsfrage für Europa” diskutieren die Autoren die aktuelle geopolitische Lage in Europa. Sie betonen, dass diplomatische Bemühungen wichtiger sind als militärische Aufrüstung, um die Sicherheit Deutschlands zu gewährleisten. Sie argumentieren, dass eine Zusammenarbeit mit Russland für Deutschland unerlässlich ist, um seine Position im andauernden Ukraine-Konflikt zu verbessern.

»„Krieg oder Frieden“: Klaus von Dohnanyi und Erich Vad diskutieren in diesem neuen Buch die Weltlage und stellen übereinstimmend fest, dass es Sicherheit für Deutschland nicht allein durch Aufrüstung geben kann, sondern dass vor allem auch diplomatische Anstrengungen gefragt sind. Kann man diesbezüglich auf die derzeitige Bundesregierung hoffen? Nur in Kooperation mit Russland, so ist die übereinstimmende Meinung, könnte unser Land aus seiner derzeit schwachen Position wieder herausfinden. Von Irmtraud Gutschke.«

Zu den wichtigsten Punkten gehören:

  • Diplomatische Lösungen statt Militarisierung: Dohnanyi und Vad behaupten, dass eine bloße Verstärkung der militärischen Stärke keine Garantie für die Sicherheit Deutschlands darstellt, sondern dass diplomatisches Engagement entscheidend ist.

  • Historischer Kontext: Die Autoren stützen sich auf historische Beispiele wie die Rolle Russlands bei der Niederlage Napoleons und den Beitrag der Sowjetunion zur Niederlage Hitlers, um für ein differenziertes Verständnis der Position und Motive Russlands zu plädieren.

  • Kritik an der aktuellen Politik: Die Autoren kritisieren die deutsche Regierung für ihr mangelndes politisches Engagement gegenüber Russland, insbesondere angesichts der anhaltenden Konflikte und des Einflusses der Vereinigten Staaten. Sie betonen die Notwendigkeit einer unabhängigeren Haltung Deutschlands in der Außenpolitik.

  • Missverständnis der russischen Absichten: Dohnanyi und Vad behaupten, dass die westliche Darstellung die russischen Absichten oft falsch darstelle, und weisen darauf hin, dass die Befürchtungen einer russischen Invasion Westeuropas übertrieben seien.
  • Aufruf zum Dialog: Die Autoren betonen die Bedeutung des Dialogs mit Gegnern für die Erreichung von Frieden und argumentieren, dass das Ignorieren der Sicherheitsbedenken Russlands die Spannungen nur verschärfen würde.
  • Konsequenzen der Untätigkeit: Sie warnen davor, dass ein Versäumnis, diplomatisch zu handeln, zu einer weiteren Eskalation der Konflikte führen und Europa möglicherweise in einen größeren Krieg hineinziehen könnte.
  • Kritik an der NATO und dem Einfluss der USA: Der Artikel hinterfragt die Rolle der NATO in der Region und legt nahe, dass die USA oft ihre eigenen Interessen über die Stabilität in Europa stellen, was für Deutschland und seine Nachbarn nachteilige Folgen haben könnte.

Die Schlussfolgerung des Artikels betont, dass ohne gemeinsame Anstrengungen zur Einbindung Russlands und zur Schaffung eines neuen Sicherheitsrahmens in Europa das Risiko eines anhaltenden Konflikts hoch bleibt. Die Autoren plädieren für einen friedensorientierten Ansatz, der die Würde und Interessen aller Parteien respektiert.

25.08.2025, https://www.nachdenkseiten.de/?p=137936
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