Gesellschaftskatastrophe | weekly 202550

Politologe: Schokolade sollte in einem reichen Land kein Luxusgut sein

Der Artikel thematisiert die steigenden Schokoladenpreise in Deutschland und ihre Auswirkungen auf Familien, insbesondere auf alleinerziehende Mütter, die unter der wachsenden Ungleichheit leiden. Der Politologe Christoph Butterwegge argumentiert, dass Schokolade in einem wohlhabenden Land wie Deutschland kein Luxusgut sein sollte und die steigenden Preise ein Zeichen der sozialen Spaltung sind. Er kritisiert die politische Entscheidung, soziale Leistungen zu kürzen, während gleichzeitig wohlhabende Unternehmen begünstigt werden. Dies führe zu einer zunehmenden Armut und Verelendung. Butterwegge warnt, dass diese Entwicklungen nicht nur die Lebensqualität der Armen beeinträchtigen, sondern auch zu einem Anstieg sozialer Unsicherheit und politischer Extremismen führen könnten. 07.12.2025 https://www.deutschlandfunk.de/luxus-schokolade-armut-in-deutschland-christoph-butterwegge-politologe-100.html

Detaillierte Zusammenfassung des Interviews

Schokolade gehört zur Adventszeit. Doch die steigenden Preise belasten viele Familien. Der Politologe Butterwegge sieht darin ein Zeichen wachsender Ungleichheit. Diese zeigt sich bei Grundnahrungsmitteln und vertieft die gesellschaftliche Spaltung.
Reinhardt, Anja; http://www.deutschlandfunk.de, Information und Musik

Schokoladenpreise und Gesellschaftlicher Zustand

Steigende Schokoladenpreise spiegeln soziale Ungleichheit wider und gefährden die Grundbedürfnisse armer Menschen.

Keypoints

  • Schokoladenpreise sind im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent gestiegen.
  • Preissteigerungen belasten vor allem sozial schwache Menschen, Familien und Alleinerziehende..
  • Schokolade sollte in einem reichen Land kein Luxusgut sein.
  • Preiserhöhungen führen zu sozialer Ausgrenzung und verschärfen Armut.
  • Internationale Machtverhältnisse begünstigen große Konzerne, während die Kakaobauern kaum profitieren.
  • Armut in Deutschland ist weiter verbreitet als in offiziellen Berichten dargestellt.

Soziale Ungleichheit

  • Preissteigerungen bei Lebensmitteln treffen Arme härter, besonders Alleinerziehende.
  • Armut breitet sich in die Mittelschicht aus. Menschen müssen sparen, was sich negativ auf ihre Kinder auswirkt.
  • Reiche profitieren von hohen Renditen, während arme Menschen kaum etwas von steigenden Schokoladenpreisen haben.

Gesellschaftliche Entwicklung

  • Es entsteht eine sogenannte soziale Eiszeit, in der Arme entfremdet und ausgegrenzt werden.
  • Armut ist in Deutschland trotz Wohlstand weiter verbreitet. Kinder leiden unter den ausgrenzenden Lebensbedingungen.
  • Der Staat verstärkt soziale Nöte durch Kürzungen beim Bürgergeld und bei sozialen Leistungen.

Politische und ökologische Konsequenzen

  • Ungleichheit führt zu gesellschaftlicher Spaltung, Rechtspopulismus und sozialem Abstieg.
  • Wohlhabende haben bessere Einkaufsmöglichkeiten und sind oft ökologisch schädlicher.
  • Notwendigkeit einer sozial gerechteren Politik, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern.

Schlussfolgerung Die steigenden Schokoladenpreise sind ein Indikator für wachsende soziale Ungleichheit. Diese gefährdet die Grundversorgung der ärmeren Bevölkerung und spaltet die Gesellschaft langfristig.


Der ganz normale Wucher – Beim Vermieten ist Rechtsbruch fast schon die Regel

Der Artikel thematisiert die weit verbreitete Praxis des Wuchers bei Mietwohnungen in Deutschland, insbesondere in Berlin und Ulm. Er zeigt auf, dass viele Vermieter systematisch gegen gesetzliche Vorgaben verstoßen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Eine aktuelle Studie des Deutschen Mieterbundes belegt alarmierende Zahlen zu Mietpreisüberhöhungen und -wucher: In Berlin unterlaufen fast 46 % der Inserate die Mietpreisbremse. Trotz dieser Erkenntnisse und der Gründung einer Mietpreisprüfstelle bleibt die Bundesregierung passiv und plant erst für die Zukunft Maßnahmen zur Verbesserung des Mieterschutzes, während sich viele Mieter weiterhin überhöhten Mietpreisen ausgesetzt sehen. Der Artikel kritisiert die unzureichende Kontrolle und die fehlenden rechtlichen Konsequenzen für Vermieter:innen, die das Problem weiter verschärfen. 08.12.2025 https://www.nachdenkseiten.de/?p=143286

Das Prinzip der direkten Wirksamkeit

In seinem Artikel thematisiert Gerhard Mersmann das Prinzip der direkten Wirksamkeit und kritisiert die gegenwärtige politische Diskussion, die seiner Meinung nach von absurden Ideen und falschen Prioritäten geprägt ist. Er bezieht sich dabei unter anderem auf Äußerungen des deutschen Verteidigungsministers, der die Trennung zwischen ziviler und Kriegswirtschaft als überholt bezeichnete. Mersmann schlägt vor, die Kinder von Aktionären der Rüstungsindustrie zuerst zur Wehrpflicht heranzuziehen. Mersmann fordert eine Rückkehr zu konstruktiven politischen Überlegungen, die die gesellschaftlichen Aufgaben und deren Finanzierung in den Mittelpunkt stellen, anstatt Verantwortung zu delegieren. Abschließend betont er die Notwendigkeit, das Prinzip der direkten Wirksamkeit in die politische Diskussion zurückzubringen, um eine gerechtere Gesellschaft zu fördern. 04.12.2025 https://form-7.com/2025/12/04/das-prinzip-der-direkten-wirksamkeit/

Systemische Armut ist kein Zufall. | Zitat

Kinderarmut in Deutschland ist keine zufällige Nebenwirkung gesellschaftlicher Ungleichheit. Sie ist das Resultat politischer Entscheidungen, wirtschaftlicher Prioritäten und eines kulturellen Selbstverständnisses, das Wohlstand mit individueller Leistung, nicht mit gemeinsamer Verantwortung verknüpft.

~ Detlef Koch, Warum Kinderarmut kein Schicksal, sondern eine politische Entscheidung ist. Serie zu Kinderarmut (Teil 5), 29.11.2025, https://www.nachdenkseiten.de/?p=142839

Der Artikel thematisiert Kinderarmut in Deutschland und argumentiert, dass diese nicht schicksalhaft bedingt ist, sondern auf politischen Entscheidungen und gesellschaftlichen Strukturen beruht. Es wird aufgezeigt, dass das Bildungssystem soziale Ungleichheiten reproduziert und Kinder aus armen Verhältnissen oft dauerhaft benachteiligt sind. Zudem kritisiert der Artikel die politische Rhetorik, die Eigenverantwortung propagiert, während sie die strukturellen Ursachen von Armut ignoriert. Abschließend wird betont, dass eine Gesellschaft, die ihre Kinder in Armut leben lässt, nicht nur ihren ökonomischen, sondern auch ihren moralischen Kompass verliert.

Die bisherigen Teile dieser Serie finden Sie

hier: »Noch bevor ein Kind atmet – Wie Armut bereits in der Schwangerschaft Spuren hinterlässt.« und

hier: »Das vererbte Risiko – Wenn Herkunft über Gesundheit entscheidet: Alltag und Schule.« und

hier: »Versorgung, Prävention und Systemfehler – Wie Armut das Gesundheitssystem spiegelt.« und

hier: »Kinderarmut und die Langzeitfolgen – Wie Armut sich in den Körper einbrennt.«.

Warum Kinderarmut kein Schicksal, sondern eine politische Entscheidung ist. Serie zu Kinderarmut (Teil 5)

Kinderarmut ist kein Schicksal, sondern eine politische Entscheidung.

Kinderarmut in Deutschland ist die Folge politischer Entscheidungen, die soziale Ungleichheit zementieren und zu gesundheitlichen sowie bildungstechnischen Nachteilen führen.

Schlüsselthemen

  • Kinderarmut ist eine Folge politischer und gesellschaftlicher Entscheidungen.
  • Frühprägung, psychosoziale Belastungen und strukturelle Barrieren beeinflussen gesundheitliche Risiken.
  • Das Bildungssystem reproduziert soziale Unterschiede, anstatt Chancengleichheit zu schaffen.
  • Kinderarmut hat tiefgreifende Auswirkungen auf das Selbstbild, die Lebensentwürfe und die Gesundheit.
  • Politische Maßnahmen wie die Kindergrundsicherung sind unzureichend; das System verwaltet nur, statt zu verändern.
  • Gesundheit ist ein Menschenrecht, doch das deutsche Gesundheitswesen folgt marktwirtschaftlichen Prinzipien.

Gesellschaftliche Verantwortung und Politik

  • Deutschland besitzt einen Sozialstaat, doch die Unterstützung ist oft bürokratisch, demütigend und unzureichend.
  • Kinderarmut bleibt epidemiologisch konstant, da langfristige Investitionen fehlen.
  • Gesellschaftliche und politische Strukturen fördern die kumulative Benachteiligung und den sozialen Abstieg.
  • Die Erzählung der Leistungsgesellschaft gilt nicht für Kinder aus sozial benachteiligten Familien.
  • Armut ist mehr als Geldmangel, denn sie beeinflusst Biografien, Gesundheit und Chancen ein Leben lang.

Gesundheit und Bildung als Menschenrecht

  • Das Gesundheitssystem sollte soziale Gleichheit fördern, operiert jedoch marktwirtschaftlich.
  • Kinderarmut ist eine moralische Diagnose, die auf gesellschaftliche Versäumnisse hinweist.
  • Investitionen in Bildung, Wohnen und frühkindliche Förderung sind notwendig, sind aber politisch unpopulär.
  • Armut in der Kindheit ist kein Randproblem, sondern ein gesellschaftlicher Skandal und Maßstab für den moralischen Zustand eines Landes.
  • Der Schutz der Schwächsten ist ein Prinzip der Menschenwürde und das Fundament einer demokratischen Gesellschaft.

Fazit

Kinderarmut ist keine natürliche Gegebenheit, sondern eine politisch verursachte Ungerechtigkeit, die die Zukunft unserer Gesellschaft bedroht. Es braucht Mut und politisches Handeln, um fundamentale Veränderungen herbeizuführen.

Die Emissionen steigen und steigen und steigen … |

Der Klimaforscher Mojib Latif kritisiert, dass die aktuellen politischen Maßnahmen zum Klimaschutz vor allem den Besserverdienenden zugutekommen. Er fordert Anreize, um eine breitere gesellschaftliche Beteiligung und eine nachhaltige wirtschaftliche Transformation zu fördern.

Der Klimaforscher Mojib Latif kritisiert, dass die aktuellen Klimaschutzmaßnahmen vor allem den Besserverdienenden zugutekommen, und fordert Anreize, um Klimaschutz für alle attraktiv zu gestalten. Er warnt, dass die Erderwärmung von 1,5 Grad möglicherweise bereits überschritten ist, die Emissionen weiterhin steigen und die politischen Maßnahmen unzureichend sind. Latif betont, dass eine nachhaltige Transformation der Wirtschaft notwendig ist, um sowohl den Klimaschutz zu fördern als auch den Wohlstand zu sichern.

»„Politik macht Klimaschutz für Besserverdienende“ – In Brasilien berät sich die Welt auf der COP30. Klimaforscher Mojib Latif ruft erneut dazu auf, Anreize zu schaffen, damit Klimaschutz sich lohne. Wohlstand kann nur behauptet werden, wenn Wirtschaft nachhaltig transformiert wird, sagt Latif.«, 10.11.2025, https://www.deutschlandfunk.de/interview-mit-mojib-latif-klimaforscher-uni-kiel-zur-klimakonferenz-100.html

hören:

Klimaforscher Latif – „Politik macht Klimaschutz für Besserverdienende“

Auf der COP30 in Brasilien berät sich die Welt. Klimaforscher Mojib Latif ruft erneut dazu auf, Anreize zu schaffen, damit sich Klimaschutz lohnt. Laut Latif kann Wohlstand nur behauptet werden, wenn die Wirtschaft nachhaltig transformiert wird.

Müller, Dirk – http://www.deutschlandfunk.de, Interviews

Klimaforscher Latif: Politik bevorzugt Besserverdienende

Obwohl die Klimadaten alarmierend sind, scheitert die internationale Politik an effektiven Maßnahmen. Klimaschutz ist vor allem für Wohlhabende zugänglich, was die Allgemeinheit abschreckt.

Schlüsselpunkte

  • Die Erderwärmung nähert sich 1,5 Grad, die Hoffnungen auf eine Einhaltung dieser Grenze schwinden.
  • Die bisherigen Konferenzen erzielten keinen deutlichen Durchbruch.
  • Wirtschaftliche Interessen dominieren weiterhin die kurzfristigen Klimaziele.
  • Klimaschutz scheint sich vor allem für Besserverdienende zu lohnen.
  • Viele Menschen sind durch hohe Kosten und mangelnde Anreize entmutigt.

Klimazustand und politischer Stillstand

Der Klimaforscher Latif warnt, dass die globale Erwärmung bereits bei 1,5 Grad liegt. Trotz zahlreicher Konferenzen hat sich wenig getan und die Emissionen steigen unvermindert weiter. Die Zielsetzungen von 2015 wurden kaum erreicht. Er kritisiert die oft trägen Systeme und das Scheitern, die Politik zu revolutionieren, um den Klimawandel effektiv zu stoppen.

Wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen

Latif verweist auf die enorme Bedeutung des Umstiegs auf erneuerbare Energien, warnt aber vor kurzfristigem Gewinnstreben. Der Umweltschutz wird häufig als Belastung für Durchschnittsbürger dargestellt, während Wohlhabende und Eigentümer Vorteile daraus ziehen. Dies führe zu mangelnder Motivation in der Bevölkerung und erschwere dauerhaften Klimaschutz.

Soziale Ungerechtigkeit und individuelle Motivation

Der Klimaforscher kritisiert, dass die Klimapolitik vor allem den Wohlhabenden zugutekommt, während Menschen mit geringem Einkommen kaum profitieren können. Hohe Kosten für Elektroautos, Bioprodukte und Strompreise schrecken viele ab. Das hat zur Folge, dass sich große Teile der Bevölkerung nicht aktiv am Klimaschutz beteiligen.

Schlussfolgerung

Latif sieht die globale Klimapolitik in einer Krise: Ohne klare Anreize und gerechte Maßnahmen ist es unwahrscheinlich, die Ziele zu erreichen. Es bleibt eine Herausforderung, die finanzielle Belastung gerechter zu verteilen und alle Menschen einzubeziehen.

Es formiert sich eine breite Bevölkerungsschicht, die sich gegen Veränderungen wendet. |

Der Soziologe Dennis Eversberg erläutert, dass die Akzeptanz von Klimaschutzmaßnahmen stark von sozialen Ungleichheiten und dem Widerstand gegen Veränderungen geprägt ist. Dabei formiert sich eine breite Bevölkerungsschicht gegen die notwendigen Transformationen.

Vor der UN-Klimakonferenz COP30 in Brasilien wird die unzureichende Erreichung der Pariser Klimaziele thematisiert, während der Soziologe Dennis Eversberg auf die sozialen Dimensionen der Klimapolitik hinweist. Er identifiziert drei Reaktionstypen in der Bevölkerung: ein ökosoziales Spektrum, das für Veränderungen eintritt, ein defensiv-reaktives Spektrum, das Veränderungen ablehnt, sowie ein konservativ-wachstumsorientiertes Spektrum, das an einem wachstumsorientierten Lebensmodell festhält. Eversberg warnt vor einem neuen Verteidigungskonsens gegen Klimapolitik. Dieser speist sich aus den Ängsten vor dem Verlust des gewohnten Lebensstils und erschwert die gesellschaftliche Diskussion über notwendige Veränderungen.

»Interview mit Soziologe Dennis Eversberg – Nicht über klimapolitische Fragen wollen wir nun sprechen, sondern über die Akzeptanz von Klimaschutzpolitik und ihren Maßnahmen. Einfacher gesagt, Lastenfahrräder und Gasheizung sind genauso politisch wie Kohlekraftwerke und Windräder. Mit dem Frankfurter Soziologen Dennis Eversberg habe ich darüber gesprochen, ihn gefragt, warum ist die Mobilitätswende, die Klimakrise nicht nur ein ökologisches Transformationsthema, sondern wesentlich auch ein soziales?«, 09.11.2025, https://www.deutschlandfunk.de/vor-der-cop30-der-klimapolitische-abwehr-konsens-soziologe-dennis-eversberg-100.html

hören:

Vor der COP30: Der klimapolitische Abwehr-Konsens – Soziologe Dennis Eversberg

Köhler, Michael – http://www.deutschlandfunk.de, Information und Musik

Vor der COP30: Gesellschaftlicher Widerstand gegen Klimapolitik

Die Akzeptanz für Klimaschutzmaßnahmen ist in der Gesellschaft sehr unterschiedlich. Widerstände, die Angst vor Änderungen des Lebensmodells und die gesellschaftliche Verdrängung erschweren den Wandel.

Key Points

  • Klimapolitischer Widerstand ist stark sozial abhängig.
  • Veränderungskonzepte treffen auf Verteidigung des bisherigen Lebensmodells.
  • Gesellschaft zerfällt in Gruppen mit unterschiedlichen Klimahaltungen.
  • Veränderungsresistenz wächst mit sozialer Schichtung.
  • Public-Infra ist essenziell für Akzeptanz nachhaltiger Politik.

Gesellschaftliche Einstellungen zur Klimakrise

Dennis Eversberg betont, dass die Klimapolitik tief in den sozialen Normen und Ungleichheiten verwurzelt ist. Lebensmodelle rund um Haus, Heizung und Mobilität sind eng mit dem persönlichen Wohlstand verbunden. Anpassungswiderstand entsteht vor allem bei jenen, die von Veränderungen profitieren würden oder deren bisheriges Leben bedroht ist. Die Krise wird zudem als Teil einer „Polykrise“ verstanden, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Herausforderungen verbindet.

Reaktionsmuster der Bevölkerung

Eversberg identifiziert drei Hauptreaktionstypen:

  • Das ökosoziale Spektrum, das transformationsoffen ist.
  • Das defensiv-reaktive Spektrum, das Veränderungen ablehnt.
  • Die wohlstandsbezogene Mitte, die bisher auf Wachstum und Wohlstand setzte, aber an Überzeugungskraft verliert. Die letzte Gruppe sieht Klimaschutz zunehmend als Belastung.

Herausforderungen und Kommunikationsstrategie

Der Widerstand ist emotional und sozial bedingt. Insbesondere die Ablehnung öko-emanzipatorischer Projekte nimmt zu. Um die Akzeptanz zu erhöhen, betont Eversberg die Bedeutung lokaler Infrastruktur, Nutzenkommunikation und positiver Geschichten, die die Vorteile nachhaltiger Politik sichtbar machen. Er weist auf die zunehmende gesellschaftliche Spaltung hin und betont, dass der Widerstand gegen Veränderungen häufig mit sozialer Ungleichheit verknüpft ist.

Gesellschaftlicher Wandel und Zukunftsausblick

Die Daten zeigen eine Zersplitterung der Gesellschaft in Gruppen, die den Klimawandel leugnen oder ablehnen. Es entsteht ein „Verteidigungskonsens“ in der Gesellschaft gegen Transformationsmaßnahmen, was eine Herausforderung für die Klimapolitik darstellt. Eversberg betont, dass eine breite Akzeptanz nur durch gesellschaftliche Dialoge und verständliche sowie faire Maßnahmen erreicht werden kann.

Schlussfolgerung

Der gesellschaftliche Widerstand gegen den Klimaschutz ist tief verankert, doch durch gezielte Kommunikation und den Aufbau entsprechender Infrastrukturen kann ein Konsens für nachhaltigen Wandel entwickelt werden. Es bleibt wichtig, politische Auseinandersetzungen zu führen und dabei auf soziale Gerechtigkeit zu achten.

Demokratie ohne Visionen ist keine Demokratie mehr.| Readably.

Demokratie – Mehr als nur Wahlen | Wenn es in einer Demokratie keine Visionen mehr gibt, dann gibt es eigentlich keine richtige Demokratie mehr. Demokratie bedeutet Erfahrbarkeit von Verbesserung, sonst braucht man sie nicht. Wenn Sie nicht das Gefühl haben, dass Ihr Leben besser wird, dann hat die Demokratie ihren Zweck verfehlt. Demokratie bedeutet nicht nur, dass man wählen gehen kann, sondern sie ist ein Verbesserungs- und Zukunftsversprechen. | In seinem Gespräch thematisiert Michael Köhler die von dem Politologen Philipp Lepenies betonte Notwendigkeit von Visionen in der Demokratie, um deren Kraft und Relevanz aufrechtzuerhalten. Köhler kritisiert, dass Parteien oft im Stillstand verharren und autoritäre Kräfte das entstandene Vakuum füllen, während die Bürger das Gefühl haben, dass sich ihre Lebensbedingungen nicht verbessern. Lepenies plädiert dafür, dass Demokratie mehr sein sollte als nur Wahlen: Sie muss den Menschen ein Versprechen für Fortschritt und Verbesserung ihres Lebens geben.
https://www.deutschlandfunk.de/das-versprechen-der-demokratie-philipp-lepenies-politologe-100.html
hören:

„Ohne Visionen und Zukunftsversprechen auf ein besseres Leben verliert die Demokratie ihre Kraft“, warnt der Politologe Philipp Lepenies. Heute verwalten Parteien den Stillstand, anstatt Verbesserungen erlebbar zu machen. Autoritäre Kräfte füllen das entstandene Vakuum.

Mehrdimensionale Demokratie: Mehr als nur Wahlen

Demokratische Gesellschaften brauchen Visionen, Engagement und aktiven Wettbewerb, um Stabilität und Fortschritt sicherzustellen.

Key Points

Demokratie ist ein Emanzipationsprojekt mit Prinzipien der Gleichberechtigung.

Ohne Visionen und Fortschrittsideen kann die Demokratie gefährdet sein.

Repräsentation, Wettbewerb und politische Alternativen stärken das demokratische System.

Demokratischer Fortschritt erfordert aktive Gestaltung und geht über Wahlprozesse hinaus.

Für die Demokratie sind moralische Substanz und gesellschaftliches Engagement essenziell.

Die Bedeutung von Visionen für die Demokratie

Visionen sind für den Zusammenhalt und die Weiterentwicklung demokratischer Systeme grundlegend. Fehlen diese, drohen Stagnation oder Desillusionierung. In der Geschichte sind Demokratien meist aus Unzufriedenheit mit alten Systemen entstanden und sollten stets ein Ziel vor Augen haben.

Demokratischer Fortschritt und Stabilität

Fortschritt lebt von Verbesserungen und konkreten Erzählungen, die zeigen, wie sich Gesellschaften entwickeln können. Es reicht nicht, nur alle vier Jahre zu wählen. Echte Demokratie lebt vom Gefühl, das eigene Leben verändere sich zum Besseren. Politik sollte aktiv für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und Wohlstand sorgen.

Herausforderungen und gesellschaftliche Zustände

In vielen Gesellschaften, auch in Deutschland, gibt es Anzeichen von Unzufriedenheit. Die Politik wird kritischer gesehen, da sie sich oft nur auf Prozesse fokussiert, anstatt echte Fortschritte zu gewährleisten. Der Rückhalt für demokratische Prinzipien hängt stark vom Vertrauen und von gelebtem Wettbewerb ab.

Schlussfolgerung:

Demokratie ist ein kontinuierlicher Prozess, der aktiv gestaltet werden muss. Visionen, Engagement und Wettbewerb sind unerlässlich, um demokratische Gesellschaften stabil und zukunftsfähig zu halten.

14.09.2025

Abgehängt.

»In einem der wohlhabendsten Länder Europas ist Kinderarmut nach wie vor ein unterschätztes soziales Problem. Fast jedes fünfte Kind gilt hierzulande als armutsgefährdet – in Bremen sogar rund 41 Prozent – und Schätzungen zufolge haben über 130.000 Minderjährige keinen festen Wohnraum. Doch oft werden bei Kinderarmut nur finanzielle Aspekte diskutiert. Tatsächlich hat Armut in jungen Jahren tiefgreifende soziale Folgen: Sie bedeutet für betroffene Kinder eine massive Einschränkung ihrer Teilhabechancen und ein erhöhtes Risiko, im Alltag ausgegrenzt zu werden. Von Detlef Koch.«

Zusammenfassung in Stichpunkten:

  • Kinderarmut in Deutschland ist ein unterschätztes soziales Problem, mit fast jedem fünften Kind als armutsgefährdet.
  • In Bremen liegt die Armutsgefährdung bei etwa 41%, und über 130.000 Minderjährige haben keinen festen Wohnraum.
  • Die Diskussion über Kinderarmut konzentriert sich oft nur auf finanzielle Aspekte, während die sozialen Folgen vernachlässigt werden.
  • Armut führt zu massiven Einschränkungen der Teilhabechancen für Kinder, was ihre soziale Integration stark beeinträchtigt.
  • Kinder aus armen Familien sind seltener in Freizeitaktivitäten wie Sportvereinen oder Musikschulen aktiv.
  • Materielle Barrieren, wie fehlendes Geld für Mitgliedsbeiträge oder Mobilität, schränken die Teilhabe am sozialen Leben ein.
  • Freundschaften sind oft schwierig zu pflegen, da Kinder in Armutslagen kleinere Freundeskreise haben und aus Scham keine Freunde nach Hause einladen können.
  • Soziale Isolation wird durch das Wohnumfeld verstärkt, da arme Familien häufig in benachteiligten Vierteln leben.
  • In solchen Quartieren ist die Infrastruktur oft mangelhaft, was die sozialen Kontakte zu Gleichaltrigen außerhalb der Nachbarschaft erschwert.
  • Kinderarmut ist eng mit der Klassengesellschaft verknüpft, wobei viele Kinder in dauerhaften Armutslagen aufwachsen.
  • Die soziale Mobilität für Kinder aus armen Familien ist gering, was zur Verfestigung von Unterklassenverhältnissen führt.
  • Kinder mit Migrationshintergrund sind überproportional von Armut betroffen und erleben eine doppelte Benachteiligung.
  • Stigmatisierung und Scham sind häufige psychosoziale Belastungen für arme Kinder, die oft abwertende Zuschreibungen erfahren.
  • Armutsbekämpfung muss über materielle Unterstützung hinausgehen und Inklusion fördern, um soziale Zugehörigkeit zu gewährleisten.
  • Die zentrale Herausforderung besteht darin, sicherzustellen, dass kein Kind aufgrund seiner Herkunft oder finanziellen Lage vom sozialen Leben ausgeschlossen wird.

03.09.2025, Abgehängt von Anfang an: Die soziale Dimension der Kinderarmut in Deutschland, https://www.nachdenkseiten.de/?p=138423
hören:

Wenn ich diese und andere Kritiken seit Jahrzehnten lese, dann stelle ich immer fest: Das ist politisch so gewollt. Da das Wahlvolk immer dieselben Parteien wählt, ist es mit dieser Politik einverstanden, anstatt den im Bundestag und in den Landtagen vertretenen Parteien die rote Karte zu zeigen und Parteien wie der Tierschutzpartei oder dem BSW die Chance zu geben, zu zeigen, wie ernst sie es mit ihren vernünftigen Partei- und Wahlprogrammen meinen. Wenn die NATO in spätestens fünf Jahren Krieg gegen Russland führt – „Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen“ –, werden die armen Kinder die Ersten an der Front sein. Wenn sie lebend zurückkehren, werden sie zusätzlich arm an Gliedmaßen sein.