🎙 Die Gnade der frühen Geburt: Warum der Klimawandel ein Generationenkonflikt ist.

In diesem Radiobeitrag werden die komplexen Beziehungen und Konflikte zwischen den verschiedenen Generationen im Kontext des Klimawandels behandelt.

Der Journalist Günter Gauss prägte den Begriff der „Gnade der späten Geburt“, um die jüngeren Generationen von den Verfehlungen der älteren zu entlasten. Der Artikel diskutiert, ob es sinnvoll ist, diesen Begriff umzukehren und von einer „Gnade der frühen Geburt“ im Zusammenhang mit den Vorteilen der älteren Generationen gegenüber den jüngeren in Bezug auf den Klimawandel zu sprechen.

Johannes Müller-Salo, der Interviewte, argumentiert, dass es wichtig ist, zwischen den verschiedenen Rollen innerhalb der Generationen zu unterscheiden. So können ältere Menschen sowohl Verlierer als auch Gewinner im Klimakonflikt sein. Er warnt vor zu pauschalen Urteilen und betont die Vielfalt innerhalb der Generationen.

Müller-Salo sieht den Klimawandel als echten Konflikt zwischen den Generationen, insbesondere in Bezug auf die Kosten von Klimaschutzmaßnahmen. Die jüngeren Generationen werden voraussichtlich stärker belastet, während die älteren Generationen von den bisherigen wirtschaftlichen Vorteilen profitiert haben.

Es wird diskutiert, inwieweit ältere Generationen politische Verantwortung tragen, um den Klimawandel zu bekämpfen. Müller-Salo betont, dass die älteren Generationen in der Vergangenheit zu wenig für den Klimaschutz getan haben und die jüngeren Generationen ein Recht haben, dies zu hinterfragen.

Der Artikel erörtert verschiedene Gerechtigkeitsansätze wie Egalitarismus, Utilitarismus und Suffizienterismus. Müller-Salo favorisiert den Egalitarismus, da dieser die Pflicht der älteren Generationen betont, den Lebensstandard für die jüngeren Generationen zu sichern.

Ein zentraler Punkt der Diskussion ist die Notwendigkeit einer materiellen Umverteilung zwischen den Generationen. Müller-Salo schlägt vor, jüngere Menschen bei der Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen und beim Erwerb von Wohneigentum zu unterstützen, um die finanzielle Last gerechter zu verteilen.

Der Radiobeitrag schließt mit der Feststellung, dass ein echter Lastenausgleich zwischen den Generationen notwendig ist, um die Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen. Dies erfordert ein Umdenken und die Bereitschaft der älteren Generationen, ihren Teil zur Lösung des Problems beizutragen.

Insgesamt thematisiert der Artikel die Herausforderungen und Chancen, die sich aus dem Generationenkonflikt im Kontext des Klimawandels ergeben, und fordert ein Umdenken in Bezug auf die politische und soziale Verantwortung zwischen den Generationen.


Aus dem Interview „Generationengerechtigkeit – Was die Alten den Jungen schulden“ der Deutschlandfunk-Kultur-Sendung „Sein und Streit“ vom –27.03.2022-.


Interview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2022/03/27/generationengerechtigkeit_was_die_alten_den_jungen_schulden_drk_20220327_1310_a9e5f702.mp3

Webseite des Interviews in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunkkultur.de/generationengerechtigkeit-100.html

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🎙 Zündstoff Miete: Warum unbezahlbarer Wohnraum unsere Gesellschaft spaltet

Das auf Deutschlandfunk veröffentlichte Gespräch mit Lisa Vollmer behandelt die drängende Problematik der steigenden Mieten und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft in Deutschland, insbesondere in Berlin.

In den letzten zehn Jahren sind die Angebotsmieten in Deutschland um 50 % gestiegen. Gleichzeitig ist die Wohneigentumsquote auf einem historischen Tiefstand, was bedeutet, dass weniger als die Hälfte der Bevölkerung in den eigenen vier Wänden lebt.

Vollmer kritisiert, dass die Politik, insbesondere auf Bundesebene, dem Thema Mieten nicht genügend Aufmerksamkeit schenkt. Obwohl es mit der Mietpreisbremse einen gesetzlichen Mechanismus gibt, bleibt die tatsächliche Entwicklung alarmierend.

Politische Maßnahmen zur Minderung des Mietdrucks sind aufgrund hoher Investitionskosten und des Einflusses der Immobilienwirtschaft oft schwierig umzusetzen. Kurzfristige Lösungen wie stärkere Mietregulierungen stoßen auf starken Widerstand.

Vollmer betont die existenziellen Auswirkungen der Mietpreise auf individuelle Haushalte und die Gesellschaft. Höhere Mieten führen zu Verdrängung, sozialer Segregation und einem Rückgang des sozialen Zusammenhalts.

Die niedrige Eigentumsquote ist problematisch, da die Altersvorsorge zunehmend über Immobilien erfolgt. Viele Menschen sind vom Erwerb von Eigentum ausgeschlossen, was die soziale Ungleichheit verstärkt.

Im Gespräch wird der Volksentscheid in Berlin zur Vergesellschaftung von Wohnungsunternehmen als mögliche Lösung thematisiert. Diese Maßnahme wird als radikal, aber auch als notwendig erachtet, um die Probleme an der Wurzel zu packen.

Vollmer sieht in der aktuellen Situation eine ernsthafte Bedrohung für den sozialen Zusammenhalt und fordert stärkere und nachhaltigere politische Maßnahmen, um die Wohnsituation zu verbessern und die soziale Gerechtigkeit zu fördern.

Insgesamt verdeutlicht das Gespräch die komplexen Zusammenhänge zwischen Mietpreisen, politischem Handeln und sozialen Folgen und ruft zu einem Umdenken in der Wohnungspolitik auf.


Aus dem Interview „Luxus Wohnen? Teure Mieten in einer teuren Gesellschaft. Soziologin Lisa Vollmer“ der Deutschlandfunk-Sendung „Information und Musik“ vom –20.09.2026-.


Interview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/09/20/luxus_wohnen_teure_mieten_in_einer_teuren_gesellschaft_dlf_20260920_0715_5ea41e07.mp3

Webseite des Interviews in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunk.de/luxus-wohnen-teure-mieten-in-einer-teuren-gesellschaft-soziologin-lisa-vollmer-100.html

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