Stapel

Definiere „Unordnung“: „Unordnung im Leben“ ist ein Begriff, der weit über einen unaufgeräumten Schreibtisch hinausgeht. Meistens beschreibt er einen Zustand, in dem die innere oder äußere Struktur fehlt. Das kann zu Überforderung, Stress und einem Gefühl der Kontrolllosigkeit führen.

Ich habe lediglich eine Baustelle: meine Foto- bzw. Bildersammlung. Ihr fehlt eindeutig Struktur. Die schiere Masse an Bildern, die ungeordnet auf meiner Festplatte liegen, überfordert mich und führt zu Stress und einem Gefühl der Kontrolllosigkeit. Diese Unordnung könnte ich reduzieren. Doch dieser Zeitpunkt ist noch nicht gekommen. Ich verwende Tools wie Everything oder Picasa, um Bilder zu finden. Everything durchforstet die Festplatte nach Dateien, die bestimmte Kriterien erfüllen. Picasa ist eine alte Google-Festplatten-Bildarchivierungs- und Verwaltungssoftware, die bis 2016 von Google gepflegt wurde. Sie tut bis heute ihren Dienst.

Ansonsten habe ich in meinem Leben schon immer gerne gestapelt. Ich liebe Stapelarbeiten. Das Anhäufen von Stapeln und, wenn die Stapel umzukippen drohen, deren Rückbau. Schon als Kind habe ich versucht, so viele Legosteine wie möglich übereinanderzustapeln, bis der Turm umfiel. Heute sind es beispielsweise Stapel von gelesenen und ungelesenen Zeitschriften oder Büchern. Ich habe einen Stapel mit Papieren für die Datenschutztonne oder den Schredder. Wie bereits an anderer Stelle beschrieben, stapele ich auch gerne Geschirr. Aber ich weiß immer, wo sich etwas befindet, genauso wie ich weiß, wo etwas geschrieben steht, das ich einmal gelesen habe. Und bei Gefahr im Verzug kann ich diese Stapel schnell abarbeiten. Menschen, die das stört, sollten ihren Besuch rechtzeitig vorher ankündigen, damit ich eine Ordnung herstellen kann, die beim Besuch für Wohlbefinden sorgt. Deswegen mag ich auch regelmäßigen Besuch. Dieser verhindert, dass die Stapel überhandnehmen.

Ich befinde mich dabei in guter Gesellschaft: In meiner Nähe gibt es eine Rechtsanwaltskanzlei, in der sich die Akten auf der Fensterbank stapeln. Wenn ich Dokus schaue, in denen emeritierte Professor:innen in ihren Arbeitszimmern befragt werden, verliere selbst ich den Überblick und muss diese Professor:innen mit Adleraugen suchen.

Täglicher Schreibanreiz
Wo könntest du Unordnung in deinem Leben reduzieren?

Where can you reduce clutter in your life?

Ein Klick auf die Grafik erklärt die Lizenz.

Über die Kunst | Zitat

» […] Wer Kunst versäumt, verschenkt nicht nur einen wichtigen Teil seines Lebens, sondern leistet auch Vorschub für eine Veränderung der Gesellschaft, die meistens mit Blutvergießen verbunden ist.

Der Mensch braucht Kunst.

Das hat sich immer wieder erwiesen, nicht zur Unterhaltung, da kann er auch zum Pferderennen gehen, sondern weil sie ein Teil seiner selbst ist.

Und wenn er sie nicht kriegt, versucht er sie irgendwie zu ersetzen, oft durch Gewalt.

Wir brauchen Kunst, wir brauchen Kultur und ich glaube, vielen Politikern ist es im Moment ganz recht, dass die Subkultur am Schweigen ist. […] «

~ Wolf Vostell (1932–1998), große Retrospektive, Berlin, 1992, https://www.deutschlandfunk.de/denk-ich-an-deutschland-der-liedermacher-konstantin-wecker-dlf-579f9130-100.html [Denk ich an Deutschland: der Liedermacher Konstantin Wecker]

hören:

Ein Klick auf die Grafik erklärt die Lizenz.

krisewelchekrise.blog weist darauf hin, dass die Inhalte der geteilten und zusammengefassten Artikel die Ansicht der verlinkten Websites wiedergeben. Diese Ansicht muss nicht mit der Meinung von krisewelchekrise.blog übereinstimmen.

„Chor der Geretteten“ | Zitat

» […] Wir Geretteten,
Immer noch essen an uns die Würmer der Angst.
Unser Gestirn ist vergraben im Staub.
Wir Geretteten
Bitten euch:
Zeigt uns langsam eure Sonne.
Führt uns von Stern zu Stern im Schritt.
Laßt uns das Leben leise wieder lernen. […] «

Nelly Sachs, speak low 2010 in Kooperation mit Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur 1 CD, 18,90 Euro, 1945 wenige Monate nach Kriegsende, https://www.deutschlandfunkkultur.de/akustisches-portraet-102.html
Ein Klick auf die Grafik erklärt die Lizenz.

krisewelchekrise.blog weist darauf hin, dass die Inhalte der geteilten und zusammengefassten Artikel die Ansicht der verlinkten Websites wiedergeben. Diese Ansicht muss nicht mit der Meinung von krisewelchekrise.blog übereinstimmen.

enfant joueur – playful child – Spielkind | dailyprompt

Gedankenspiel. Ich spiele täglich Gedankenspiele. Was wäre, wenn … Ich könnte sie auch Tagträume nennen. Ich gerate in einen Flow. Versinke. Bis mich ein erschrockener Autofahrer mit wildem Hupen warnt, dass ich gerade dabei bin, bei Rot die Straße zu queren. Beispielsweise. Ich könnte sie auch „Kopfkino” nennen. Dann muss ich mich selbst zur Besinnung rufen. Mich auf den nächsten Schritt im Hier und Jetzt besinnen.

Ich war, bin und bleibe ein Spielkind. Wenn ich etwas Neues habe, muss ich alles sofort ausprobieren. Auch die Sachen, von denen ich keine Ahnung habe. Unsere Abteilungssekretärin bekam lange vor dem ersten PC eine Speicher-Schreibmaschine. Sie konnte Textbausteine abspeichern. Sie hatte viele standardisierte Texte zu schreiben. Der Speicherstand war hoch. Bis sie mich um Hilfe bat. Danach war der Speicher leer. Alles auf Anfang. Sie bat mich nicht wieder um Hilfe. …

Gedankenspiele
Brettspiele Kartenspiele
tägliche Spielzeit

… Erst vorletzte Woche wollte ich ein Update für mein Smartphone per Sideload installieren (Verbindung PC <=> Smartphone). Am Ende habe ich mein Smartphone auf Werkseinstellungen zurückgesetzt.

Ansonsten spiele ich unregelmäßig verschiedene Kartenspiele oder Brettspiele wie Malefiz, Vier gewinnt, Mensch ärgere dich nicht, Mühle, Kniffel, Spiel des Lebens, Monopoly und Halma. Einmal im Monat bin ich Kindersitter und liege dann auf dem Boden und spiele mit einem Playmobil-Haus oder einer Playmobil-Eisenbahn. Oder denke mir mit den Utensilien, die auf dem Tisch stehen Rollenspiele aus. Im Sommer spiele ich gerne Minigolf. Bowling spiele ich auch.

Auch der Dailyprompt ist oft Spielzeit. So erfinde ich beispielsweise eine Sportart, gründe ein Sportteam und gebe ihm Farbe und ein Maskottchen (s. 29.12.). Doch das gehört eher zu den Gedankenspielen.

Spielzeit ist die Zeit, in der ich den Alltag vergesse und in andere Welten eintauche. Idealerweise gerate ich dabei in einen Flow und tauche entspannt und glücklich wieder auf.

Täglicher Schreibanreiz
Spielst du in deinem täglichen Leben? Was bedeutet „Spielzeit“ für dich?

Do you play in your daily life? What says “playtime” to you? | Spielst du in deinem Alltag? Was bedeutet „Spielzeit” für dich?

Ein Klick auf die Grafik erklärt die Lizenz.

Frei werden. | Zitat

» […] Frei werden wir erst, wenn wir uns mit dem Leben verbünden
gegen die Todesproduktion und die permanente Tötungsvorbereitung.
Frei werden wir weder durch Rückzug ins Private, ins ‘Ohne mich’,
noch durch Anpassung an die Gesellschaft, in der Generale
und Millionäre besonders hochgeachtet werden. Frei werden wir,
wenn wir aktiv, bewusst und militant für den Frieden arbeiten. […] «

~ Dorothee Sölle, Im Hause des Menschenfressers. Texte zum Frieden., Hamburg 1981

Dorothee Sölle (1929–2003), geborene Nipperdey, war eine deutsche evangelische Theologin, Dichterin und Schriftstellerin sowie eine der wichtigsten Vertreterinnen der feministischen Theologie.

Sie zählt zu den einflussreichsten Theologinnen des Protestantismus und zu den profiliertesten Vertreterinnen eines „anderen Protestantismus”.

Ihre Theologie war untrennbar mit politischem Engagement verbunden. Zentrale Themen waren:

  • Gottes Vorliebe für die Armen (was sie zu einer führenden europäischen Befreiungstheologin machte).
  • Die Verknüpfung alltäglicher Lebenserfahrungen (Leiden, Armut, Benachteiligung) mit theologischen Inhalten.
  • Kritik an der Allmachtsvorstellung über Gott.

Sie war eine Aktivistin und engagierte sich in der Friedens-, Frauen- und Umweltbewegung.
Sie war Mitbegründerin des „Politischen Nachtgebets” (1968–1972 in Köln), in dem christlicher Glaube und politisches Handeln in Beziehung gesetzt wurden.
Sie setzte sich für Frieden, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung ein und protestierte gegen Aufrüstung.

Obwohl ihr in Deutschland ein Lehrstuhl weitgehend verwehrt blieb, erlangte sie als theologische Schriftstellerin und Rednerin weltweite Bekanntheit. Von 1975 bis 1987 hatte sie jedoch eine Professur für Systematische Theologie am Union Theological Seminary in New York inne.

Ein Klick auf die Grafik erklärt die Lizenz.

„Sapere aude! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ | dailyprompt

Das Einwirken auf jemanden oder die Möglichkeit dazu wird als Einfluss bezeichnet.

Den größten Einfluss auf mein Leben haben der Staat Bundesrepublik Deutschland mit seiner Gesetzgebung und seinen Verordnungen, das Bundesland, in dem ich lebe, und in geringerem Maße der Landkreis und die Stadt, in der ich lebe. Am stärksten wirkt die Summe aller Rechtsnormen und Rechtsrahmen. Der Einfluss der Erziehung durch meine Eltern, meine Großmutter mütterlicherseits und meine Vorbilder wirkt bis heute nach. Die Kultur, in die ich hineingeboren wurde, inklusive des Christentums, sowie das Vorbild des Mannes, dessen Geburtstag heute gefeiert wird, haben den größten Einfluss auf mich. Dabei bin ich nicht gläubig oder religiös, sondern es geht mir um die Idee und die Leitplanken des christlichen Gedankenguts. Hinzu kommen die Ideen des Humanismus, der Gleichwertigkeit allen Lebens – Mensch und Tier – und die Idee der Bewahrung der Schöpfung.

Da ich allein lebe, gibt es zurzeit niemanden an meiner Seite, der neben den oben Genannten den größten Einfluss auf mein Leben hat. Einen großen Einfluss hat natürlich meine langjährige beste Freundin, mit der ich viele gemeinsame Interessen und Themen habe, die sich langsam und stetig wandeln.

Einen großen Einfluss haben auch die Journalistinnen und Journalisten, Autorinnen und Autoren sowie Bloggerinnen und Blogger, deren Veröffentlichungen ich sehe, höre oder lese. Hier öffnen sich Türen zu Welten und Alltagen, die mir sonst verschlossen blieben. Das Nachdenken über das Gesehene, das Gehörte …

Rechtsnormen Eltern
Christentum Journalisten
Blogger Selbstdenken

… und das Gelesene erweitert meinen Horizont und lässt mich oft meine Perspektive auf etwas ändern oder gar meine Denkweise komplett ändern. –

Abschließend möchte ich den heutigen Daily Prompt in Gedenken an alle Journalistinnen und Journalisten, Fotografinnen und Fotografen widmen, die im Jahr 2025 bei der Ausübung ihres Berufs ihr Leben verloren haben – allein im Gazastreifen waren es 29 durch die israelische Armee.

Ebenso gedenke ich der mindestens zwei Dutzend Journalistinnen und Journalisten, Autorinnen und Autoren sowie Bloggerinnen und Blogger, die 2025 für ihre kritischen Meinungen von der Europäischen Union sanktioniert wurden. Das heißt, ihre Geldkonten sind gesperrt, niemand darf sie finanziell unterstützen und sie dürfen nicht mehr in EU-Staaten ein- oder durchreisen. Alle ihre Social-Media-Kanäle sind gesperrt und sie sind als Bedrohung für die Sicherheit oder die demokratische Ordnung gelistet. Dies kommt einem Berufsverbot gleich. Sie können nur vor dem Europäischen Gerichtshof klagen und sind beweispflichtig.

Verstoßen die Sanktionierten oder Dritte gegen diese Sanktionen, ist dies seit Mai 2025 eine EU-weit harmonisierte Straftat, die mit bis zu zehn Jahren Haft oder Geldbußen für Privatpersonen bis zu 500.000 Euro oder bis zu 40 Millionen Euro für Unternehmen geahndet wird.

Um sanktioniert zu werden, genügt es beispielsweise, zu behaupten, die Ukraine oder die NATO hätten den Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine durch ihr Tun oder Unterlassen provoziert. –

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern schöne, friedliche, harmonische und besinnliche Weihnachtsfeiertage!

Täglicher Schreibanreiz
Welche Personen haben den größten Einfluss in deinem Leben?

Who are the biggest influences in your life? | Wer hat den größten Einfluss auf dein Leben?

Ein Klick auf die Grafik erklärt die Lizenz.