Stapel

Definiere „Unordnung“: „Unordnung im Leben“ ist ein Begriff, der weit über einen unaufgeräumten Schreibtisch hinausgeht. Meistens beschreibt er einen Zustand, in dem die innere oder äußere Struktur fehlt. Das kann zu Überforderung, Stress und einem Gefühl der Kontrolllosigkeit führen.

Ich habe lediglich eine Baustelle: meine Foto- bzw. Bildersammlung. Ihr fehlt eindeutig Struktur. Die schiere Masse an Bildern, die ungeordnet auf meiner Festplatte liegen, überfordert mich und führt zu Stress und einem Gefühl der Kontrolllosigkeit. Diese Unordnung könnte ich reduzieren. Doch dieser Zeitpunkt ist noch nicht gekommen. Ich verwende Tools wie Everything oder Picasa, um Bilder zu finden. Everything durchforstet die Festplatte nach Dateien, die bestimmte Kriterien erfüllen. Picasa ist eine alte Google-Festplatten-Bildarchivierungs- und Verwaltungssoftware, die bis 2016 von Google gepflegt wurde. Sie tut bis heute ihren Dienst.

Ansonsten habe ich in meinem Leben schon immer gerne gestapelt. Ich liebe Stapelarbeiten. Das Anhäufen von Stapeln und, wenn die Stapel umzukippen drohen, deren Rückbau. Schon als Kind habe ich versucht, so viele Legosteine wie möglich übereinanderzustapeln, bis der Turm umfiel. Heute sind es beispielsweise Stapel von gelesenen und ungelesenen Zeitschriften oder Büchern. Ich habe einen Stapel mit Papieren für die Datenschutztonne oder den Schredder. Wie bereits an anderer Stelle beschrieben, stapele ich auch gerne Geschirr. Aber ich weiß immer, wo sich etwas befindet, genauso wie ich weiß, wo etwas geschrieben steht, das ich einmal gelesen habe. Und bei Gefahr im Verzug kann ich diese Stapel schnell abarbeiten. Menschen, die das stört, sollten ihren Besuch rechtzeitig vorher ankündigen, damit ich eine Ordnung herstellen kann, die beim Besuch für Wohlbefinden sorgt. Deswegen mag ich auch regelmäßigen Besuch. Dieser verhindert, dass die Stapel überhandnehmen.

Ich befinde mich dabei in guter Gesellschaft: In meiner Nähe gibt es eine Rechtsanwaltskanzlei, in der sich die Akten auf der Fensterbank stapeln. Wenn ich Dokus schaue, in denen emeritierte Professor:innen in ihren Arbeitszimmern befragt werden, verliere selbst ich den Überblick und muss diese Professor:innen mit Adleraugen suchen.

Täglicher Schreibanreiz
Wo könntest du Unordnung in deinem Leben reduzieren?

Where can you reduce clutter in your life?

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enfant joueur – playful child – Spielkind | dailyprompt

Gedankenspiel. Ich spiele täglich Gedankenspiele. Was wäre, wenn … Ich könnte sie auch Tagträume nennen. Ich gerate in einen Flow. Versinke. Bis mich ein erschrockener Autofahrer mit wildem Hupen warnt, dass ich gerade dabei bin, bei Rot die Straße zu queren. Beispielsweise. Ich könnte sie auch „Kopfkino” nennen. Dann muss ich mich selbst zur Besinnung rufen. Mich auf den nächsten Schritt im Hier und Jetzt besinnen.

Ich war, bin und bleibe ein Spielkind. Wenn ich etwas Neues habe, muss ich alles sofort ausprobieren. Auch die Sachen, von denen ich keine Ahnung habe. Unsere Abteilungssekretärin bekam lange vor dem ersten PC eine Speicher-Schreibmaschine. Sie konnte Textbausteine abspeichern. Sie hatte viele standardisierte Texte zu schreiben. Der Speicherstand war hoch. Bis sie mich um Hilfe bat. Danach war der Speicher leer. Alles auf Anfang. Sie bat mich nicht wieder um Hilfe. …

Gedankenspiele
Brettspiele Kartenspiele
tägliche Spielzeit

… Erst vorletzte Woche wollte ich ein Update für mein Smartphone per Sideload installieren (Verbindung PC <=> Smartphone). Am Ende habe ich mein Smartphone auf Werkseinstellungen zurückgesetzt.

Ansonsten spiele ich unregelmäßig verschiedene Kartenspiele oder Brettspiele wie Malefiz, Vier gewinnt, Mensch ärgere dich nicht, Mühle, Kniffel, Spiel des Lebens, Monopoly und Halma. Einmal im Monat bin ich Kindersitter und liege dann auf dem Boden und spiele mit einem Playmobil-Haus oder einer Playmobil-Eisenbahn. Oder denke mir mit den Utensilien, die auf dem Tisch stehen Rollenspiele aus. Im Sommer spiele ich gerne Minigolf. Bowling spiele ich auch.

Auch der Dailyprompt ist oft Spielzeit. So erfinde ich beispielsweise eine Sportart, gründe ein Sportteam und gebe ihm Farbe und ein Maskottchen (s. 29.12.). Doch das gehört eher zu den Gedankenspielen.

Spielzeit ist die Zeit, in der ich den Alltag vergesse und in andere Welten eintauche. Idealerweise gerate ich dabei in einen Flow und tauche entspannt und glücklich wieder auf.

Täglicher Schreibanreiz
Spielst du in deinem täglichen Leben? Was bedeutet „Spielzeit“ für dich?

Do you play in your daily life? What says “playtime” to you? | Spielst du in deinem Alltag? Was bedeutet „Spielzeit” für dich?

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„Sapere aude! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ | dailyprompt

Das Einwirken auf jemanden oder die Möglichkeit dazu wird als Einfluss bezeichnet.

Den größten Einfluss auf mein Leben haben der Staat Bundesrepublik Deutschland mit seiner Gesetzgebung und seinen Verordnungen, das Bundesland, in dem ich lebe, und in geringerem Maße der Landkreis und die Stadt, in der ich lebe. Am stärksten wirkt die Summe aller Rechtsnormen und Rechtsrahmen. Der Einfluss der Erziehung durch meine Eltern, meine Großmutter mütterlicherseits und meine Vorbilder wirkt bis heute nach. Die Kultur, in die ich hineingeboren wurde, inklusive des Christentums, sowie das Vorbild des Mannes, dessen Geburtstag heute gefeiert wird, haben den größten Einfluss auf mich. Dabei bin ich nicht gläubig oder religiös, sondern es geht mir um die Idee und die Leitplanken des christlichen Gedankenguts. Hinzu kommen die Ideen des Humanismus, der Gleichwertigkeit allen Lebens – Mensch und Tier – und die Idee der Bewahrung der Schöpfung.

Da ich allein lebe, gibt es zurzeit niemanden an meiner Seite, der neben den oben Genannten den größten Einfluss auf mein Leben hat. Einen großen Einfluss hat natürlich meine langjährige beste Freundin, mit der ich viele gemeinsame Interessen und Themen habe, die sich langsam und stetig wandeln.

Einen großen Einfluss haben auch die Journalistinnen und Journalisten, Autorinnen und Autoren sowie Bloggerinnen und Blogger, deren Veröffentlichungen ich sehe, höre oder lese. Hier öffnen sich Türen zu Welten und Alltagen, die mir sonst verschlossen blieben. Das Nachdenken über das Gesehene, das Gehörte …

Rechtsnormen Eltern
Christentum Journalisten
Blogger Selbstdenken

… und das Gelesene erweitert meinen Horizont und lässt mich oft meine Perspektive auf etwas ändern oder gar meine Denkweise komplett ändern. –

Abschließend möchte ich den heutigen Daily Prompt in Gedenken an alle Journalistinnen und Journalisten, Fotografinnen und Fotografen widmen, die im Jahr 2025 bei der Ausübung ihres Berufs ihr Leben verloren haben – allein im Gazastreifen waren es 29 durch die israelische Armee.

Ebenso gedenke ich der mindestens zwei Dutzend Journalistinnen und Journalisten, Autorinnen und Autoren sowie Bloggerinnen und Blogger, die 2025 für ihre kritischen Meinungen von der Europäischen Union sanktioniert wurden. Das heißt, ihre Geldkonten sind gesperrt, niemand darf sie finanziell unterstützen und sie dürfen nicht mehr in EU-Staaten ein- oder durchreisen. Alle ihre Social-Media-Kanäle sind gesperrt und sie sind als Bedrohung für die Sicherheit oder die demokratische Ordnung gelistet. Dies kommt einem Berufsverbot gleich. Sie können nur vor dem Europäischen Gerichtshof klagen und sind beweispflichtig.

Verstoßen die Sanktionierten oder Dritte gegen diese Sanktionen, ist dies seit Mai 2025 eine EU-weit harmonisierte Straftat, die mit bis zu zehn Jahren Haft oder Geldbußen für Privatpersonen bis zu 500.000 Euro oder bis zu 40 Millionen Euro für Unternehmen geahndet wird.

Um sanktioniert zu werden, genügt es beispielsweise, zu behaupten, die Ukraine oder die NATO hätten den Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine durch ihr Tun oder Unterlassen provoziert. –

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern schöne, friedliche, harmonische und besinnliche Weihnachtsfeiertage!

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Welche Personen haben den größten Einfluss in deinem Leben?

Who are the biggest influences in your life? | Wer hat den größten Einfluss auf dein Leben?

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Engel? | dailyprompt

Es gibt viele Menschen – ausschließlich Frauen – die mein Leben positiv beeinflusst haben. Oftmals kenne ich diese Frauen nur oberflächlich; sie zu beschreiben, würde ihnen nicht gerecht werden.

Da wäre zum Beispiel J., meine Oma, bei der ich viel Zeit meiner Kindheit verbrachte. Bei ihr habe ich mich geliebt gefühlt. Und akzeptiert, so wie ich bin. Bei ihr war ich gut genug. Sie war meine Rettung in der Kindheit. Sie war die erste Frau, neben der ich in einem Doppelbett schlief. Beim Einschlafen durfte ich ihre Hand halten.

C. war eine Mitschülerin im Schreibmaschinenkurs. Es war meine alberne Zeit. Das gefiel ihr. Sie beauftragte ihren älteren Bruder und dessen Freund herauszufinden, ob ich mit ihr gehen wolle. Ich wollte. Ich konnte aber noch nicht. Sie wollte mich küssen. Sie wollte Haut auf Haut spüren. Dafür war ich noch nicht reif. Mir genügte meine Albernheit. Durch sie lernte ich meine Eifersucht kennen und „besiegen”. Seitdem ist Eifersucht (fast) kein Thema mehr für mich.

M. war eine Mitsängerin im Jugend- und jungen Erwachsenenchor. Ich war in sie verliebt. Ich war schüchtern. Ich traute mich nicht. Durch sie lernte ich, dass ich mein Schneckenhaus auch mal verlassen muss. „Es reicht nicht, etwas zu wollen, man muss es auch tun.“

K. war eine Mitsängerin im Jugend- und jungen Erwachsenenchor. Sie war in mich verliebt. Ich jedoch nicht in sie. Sie offenbarte sich mir. Ich lehnte freundlich ab. Danach durfte ich sie nie mehr mit dem Auto nach Hause fahren. Durch sie lernte ich, Nein zu sagen und die Folgen zu tragen.

B. (siehe B.) war eine Mitsängerin – ihr wisst schon. Sie war mein Coming-out-of-age, meine Erwachsenwerdung. Mit ihr konnte ich zum ersten Mal küssen. Wir lagen Haut an Haut und mehr.

C. lernte ich im Friedensgrüppchen kennen und lieben. Bald heirateten wir. Sie brachte ein Kind mit. Jahre später adoptierten wir ein weiteres. Kurz darauf brachte uns das Jugendamt ein weiteres Kind zur Dauerpflege. Was uns anfangs verband, brachte uns später auseinander. Schleichend, bis es zu spät war. Durch sie und mit ihr lernte ich, was Verantwortung bedeutet – auch über die Trennung hinaus. Ohne die Trennung hätte ich mein inneres Kind nicht befrieden können.

S. war eine Nachbarin, die frisch verlassen war und sich einen Spaß daraus machte, andere Ehen zu zerstören. Fast wäre ich auf sie hereingefallen. Durch sie lernte ich, was es heißt, seinen Gefühlen nicht mehr vertrauen zu können, und wie leicht ich manipulierbar war. Die Sicherheit, meinen Gefühlen wieder vertrauen zu können, kam mit N. zurück. …

mein Leben haben
sehr positiv beeinflusst
so viele Menschen

… N. war eine entfernte Arbeitskollegin und gefühlt die (unerfüllte) Liebe meines Lebens. Wir arbeiteten drei Monate lang in einem Projekt zusammen. Nie ging ich leichter zur Arbeit. Einen Tag nach dem Ende des Projekts offenbarte ich mich ihr. Sie liebe mich nicht, schrieb sie – und chattete drei Monate lang jeden Abend stundenlang mit mir. Plötzlich war Funkstille. Wie ich später erfuhr, heiratete sie kurz danach. Sie hat es mir verschwiegen. Durch sie konnte ich die Leichtigkeit des Seins spüren und anschließend die Schwere einer tiefen Traurigkeit erleben.

C. war nur ein kurzer virtueller Kontakt, der mir die Augen und das Herz für das unsägliche Leid geöffnet hat, das wir den Tieren antun. Durch sie begann ich, mich pflanzlich zu ernähren und vegan zu leben.

J. war eine weitere entfernte Arbeitskollegin, in die ich mich ebenfalls verliebte. Leider hatte ich das falsche Geschlecht. Auch mit ihr arbeitete ich drei Monate lang in einem Projekt zusammen. Wir hatten viel Spaß, aber sie hatte auch Schmerzen. Beim Marathon-Training rannte sie gegen eine herunterfahrende Schranke. Die Platzwunde am Kopf musste genäht werden. Ich übernahm den Krankentransport. Zum Abschied gab sie mir den entscheidenden verbalen Tritt in den Hintern, um meine Grübeleien zu beenden und mich aus meiner Ehe zu verabschieden.

N. ist meine beste Freundin. Wir können über alles reden und uns gute Ratschläge geben. Wir kennen uns seit fast 25 Jahren, unsere Freundschaft besteht seit 13 Jahren. Als wir einmal beide durchhingen, blieben wir an einem viel zu warmen Sommerabend mehrere Stunden lang umarmt auf einem Hinterhofparkplatz stehen, spürten den Herzschlag des jeweils anderen und atmeten im Gleichklang ruhig. Ich hätte niemals für möglich gehalten, wie eine solche Nähe unsere „Batterien” gegenseitig aufladen kann. Wir sehen uns einmal wöchentlich, seit vier Jahren auch mit ihrem Kind, das sie mit ihrem Ehemann hat. Mit ihm bin ich ebenfalls befreundet. Durch sie habe ich tiefgründiges Denken zu schätzen gelernt. Ich habe erkannt, dass es verlässliche und vertraute Beziehungen geben kann.

C. war ein weiterer kurzer virtueller Kontakt (wir haben auch ab und zu telefoniert). Sie ist eine tief introvertierte Frau, für die das Introvertiertsein völlig normal ist. Durch sie habe ich begriffen, dass ich selbst tief introvertiert und demisexuell bin. Das sind die revolutionärsten Erkenntnisse meines Lebens. So erklärten sich meine jahrzehntelangen Verhaltensweisen und ambivalenten Gefühle. Plötzlich fühlte ich mich nicht mehr falsch, sondern richtig. Die Ambivalenz verschwand. Es wird noch eine Weile dauern, bis ich die Rolle des Extravertierten vollständig abgelegt habe und einfach introvertiert sein kann.

T. b. c.

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Beschreibe einen Menschen, der dein Leben positiv beeinflusst hat.
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Vor einem Jahr hätte ich mir das nicht ausgemalt. | dailyprompt

Ich habe mich nicht am 16.12.2024 vor den Spiegel gestellt und zu mir gesagt: „Bernd, wie wird dein Leben am 16.12.2025 aussehen?” Vor einem Jahr wusste ich noch nicht, dass mir diese Frage am 16.12.2025 tatsächlich gestellt werden würde. Davon abgesehen stelle ich mir mein Leben nicht vor. Ich nutze die Zeit, um zu leben. Mein Leben ist ein steter Wandel. Ein langsamer Wandel. Ich lebe langsam. Ich vertraue darauf, dass sich alles fügt. Und dem Zufall. Und im Laufe eines Jahres fällt mir so einiges zu. Ich greife spontan zu oder zucke spontan zurück. Ich habe einmal über mich selbst gesagt, dass ich Treibholz des Lebens bin, und es gefällt mir, wohin es mich treibt.

Vor einem Jahr hätte ich mir nicht vorstellen können, dass es 2025 vorgezogene Neuwahlen gibt und man den nicht im Bundestag vertretenen Parteien dadurch die Chance nimmt, überall Kandidaten aufzustellen und Profil zu gewinnen.

Vor einem Jahr habe ich mir nicht vorstellen können, dass man einer Partei, die äußerst knapp am Einzug in den Bundestag gescheitert ist, eine Nachzählung der Stimmen verweigert.

Ich habe mir auch nicht vorstellen können, dass die Zusammensetzung des abgewählten Bundestages dafür genutzt wird, eine unvorstellbar hohe Kreditaufnahme zu beschließen – weil der neu gewählte Bundestag dafür keine Mehrheit hätte –, deren Zins- und Tilgungslast den zukünftigen Generationen die Luft zum Atmen nehmen wird.

Vor einem Jahr habe ich mir nicht vorstellen können, dass durch die beiden vorgenannten Ereignisse mein Vertrauen in unsere Demokratie restlos zerstört wird und ich den Wandel von einer Demokratie zu einer Demokratur erleben muss.

Vor einem Jahr habe ich mir nicht vorgestellt, dass die Wählerinnen und Wähler die im Bundestag vertretenen Parteien wieder und wieder und wieder wählen und nicht mit neuen Parteien diesen Augiasstall ausmisten.

Vor einem Jahr habe ich die Bedeutung des Einstein zugeschriebenen Satzes „Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.” nicht vorstellen können. Heute schon.

Vor einem Jahr habe …

Mein Leben heute
sieht so ganz anders aus als
noch vor einem Jahr

… ich nur befürchtet, dass die größten Saboteure diplomatischer Bemühungen deutsche Politikerinnen und Politiker in europäischen Spitzenfunktionen, im Deutschen Bundestag und in der Bundesregierung sind. Heute habe ich Gewissheit.

Vor einem Jahr hätte ich mir nicht vorstellen können, dass die Wehrpflicht wieder eingeführt wird, dass Eltern bereitwillig ihre Söhne und Töchter in ca. vier Jahren an die Front und in den Tod schicken lassen werden – es gab keine Berichte über Proteste, Parteiaustritte und Massenpetitionen in den Medien, selbst nicht in den alternativen – und dass von den knapp 800 000 betroffenen 18-jährigen Schülerinnen und Schülern lediglich 55 000 an einem Freitag dagegen streikten. Somit hat die Masse der Schülerinnen und Schüler der Wehrpflicht und ihrem unaufhaltsam kommenden Tod durch Schweigen zugestimmt.

Heute kann ich mir vorstellen, dass ich die heutige Frage am 16.12.2029 nicht mehr beantworten kann, weil ich dann in einem atomaren Höllenfeuer verdampft sein werde.

Vor einem Jahr habe ich mir nicht vorstellen können, dass ich im Jahr 2025 wieder anfangen würde zu bloggen. Es war eine spontane Entscheidung. Bis ich meine Form in diesem Blog gefunden hatte, waren zwei Versuche mit anderen Blogs vorausgegangen, mit denen ich sehr unzufrieden war. Jetzt bin ich zufrieden.

Vor einem Jahr hätte ich mir nicht vorstellen können, täglich Fragen (Daily Prompt) öffentlich zu beantworten, die mir eine App (Day One von Automattic) stellt.

Vor einem Jahr habe ich mir nicht vorgestellt, dass ich im Jahr 2025 mein treues Notebook durch einen leistungsstarken Mini-PC ersetzen würde. Auch damit bin ich zufrieden.

Vor einem Jahr habe ich mir nicht vorgestellt, dass ich mich selbst von meiner Nesselsucht (Urtikaria) befreien würde, indem ich mich eine Zeit lang histaminfrei ernähre.

Vor einem Jahr habe ich mir nicht vorgestellt, dass meine Stimmung heute besser ist als vor einem Jahr.

Vor einem Jahr habe ich mir nicht vorgestellt, dass ich heute „Danke” sage zu den Bloggerinnen und Bloggern, mit denen ich im vergangenen halben Jahr so nette, beglückende, heitere, nachdenkliche oder hilfreiche Unterhaltungen hatte: „DANKE!”

Täglicher Schreibanreiz
Ist dein Leben heute so, wie du es dir vor einem Jahr vorgestellt hast?
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»Die Schönheit der Chance, dass wir unser Leben lieben, so spät es auch ist. Das ist nicht die Sonne die untergeht, sondern die Erde die sich dreht.« | dailyprompt

Ich „blogge” wieder. Wobei ich mich immer noch nicht als Blogger bezeichnen würde. Ich teile hauptsächlich Fundstücke aus dem Internet und teilweise meine Gedanken oder Anekdoten. Außerdem stelle ich meine Lieblingsmusik vor – damit bin ich in ca. 20 Jahren durch. Außerdem zeige ich meine Smartphone-Schnappschüsse.

Nach einer zweijährigen Pause blogge ich also wieder, nachdem ich zehn Jahre lang ununterbrochen gebloggt habe. Die beiden Blogs habe ich vor zwei Jahren gelöscht. Sie haben ein Recht auf Vergessen.
Ich schweife gerne ab. Zurück zu den positiven Ereignissen.

Ich habe die Ursache meiner zwei Jahre anhaltenden Nesselsucht (Urtikaria) gefunden und beseitigt. Ich bin histaminintolerant. Nach einem halben Jahr histaminfreier Ernährung und dem Absetzen des Medikamentes bin ich die juckenden Quaddeln los. Langsam gewöhne ich meinen Körper auch wieder an histaminhaltige Nahrung.

Ich habe Hans Zimmer und sein Disruptive Collective, inklusive der grandiosen Lisa Gerrard, live gesehen. Es war ein Abend voller Ohrgasmen (Gänsehaut mit Glücksgefühlen beim Hören von Musik).
Jammern auf hohem Niveau: Leider hatte nicht Gavin Greenaway die musikalische Leitung. Seine Arrangements berühren meine Seele, lösen Tränenströme und einen „shaking body” aus. Um das zu erleben, schaue ich mir gelegentlich die DVD „Live in Prague” an. Ich glaube, man nennt das Ergriffenheit.

Ich war zum ersten Mal mit meinen beiden jüngsten, jungen erwachsenen Kindern allein im Urlaub an der Nordsee. Die Betonung liegt nicht auf „allein”, …

Urtikaria
Bloggen Abordnung Urlaub
Hans Zimmer Muse

… sondern auf „beide”. Es war für alle beglückend.

Ebenso beglückend ist es, bei WordPress auf so viele interessante Blogs, Bloggerinnen und Blogger zu treffen, die mich einerseits in meinem Weltempfinden bestärken und mir andererseits neue Perspektiven eröffnen. Eigentlich bin ich ein intrinsisch motivierter Mensch. Was meine Kreativität anbelangt jedoch nicht. Deshalb bin ich ganz besonders dankbar für die inspirierende Begegnung.

Meine Firma hat mich 23 Jahre lang zu einer anderen Firma abgeordnet. Diese Abordnung endete in diesem Jahr wie geplant. Die Firma, der ich über 20 Jahre gedient habe, konnte sich jedoch nicht durchringen, mich offiziell zu verabschieden. Da meine Kolleginnen und Kollegen auf drei Standorte in drei Bundesländern verteilt sind, habe ich mich von August bis Oktober aufgemacht und mich persönlich von den Kolleginnen und Kollegen in Kaiserslautern, Lahr und Fulda verabschiedet. Ich habe ein Deutschlandticket. Ich fahre seit meiner Geburt leidenschaftlich gerne Bahn. Seit ein paar Jahren liegt die Betonung im Zusammenhang mit Bahnfahrten jedoch auf „leiden”. Von den herzlichen und wertschätzenden Verabschiedungen werde ich noch lange zehren. Gerade erfuhr ich, dass eine Kollegin meine Abschiedsworte so bewegt haben, dass sie sich endlich traute, den Arbeitsplatz zu wechseln.

Ich blicke auf dieses Jahr voller positiver Ereignisse und voller Dankbarkeit zurück und bin mir bewusst, dass jede Person, der ich begegnet bin, real oder virtuell, ihren oder seinen Teil dazu beigetragen hat.

Täglicher Schreibanreiz
Welche positiven Ereignisse hat es in deinem Leben im vergangenen Jahr gegeben?

Der Titel ist dem Song „Die Schönheit der Chance“ von Tomte entlehnt.