» ... Ist es möglich; daß man trotz Erfindungen und Fortschritten, trotz Kultur, Religion und Weltweisheit an der Oberfläche des Lebens geblieben ist? Ist es möglich, daß man sogar diese Oberfläche, die doch immerhin etwas gewesen wäre, mit einem unglaublich langweiligen Stoff überzogen hat, so daß sie aussieht wie die Salonmöbel in den Sommerferien?
Ja, es ist möglich. ... «
– Rainer Maria Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, 1910
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Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.
Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra
Laut Nietzsche entstehen kreative Schöpfung, persönliches Wachstum und wahre Innovation aus innerem Chaos. Nur wer bereit ist, Unsicherheit, innere Konflikte und emotionale Tiefe auszuhalten, kann wirklich Neues und Inspirierendes schaffen.
Das Zitat ermutigt somit dazu, das Ungeordnete, Wilde und Unfertige in sich nicht zu unterdrücken, sondern als Quelle von Kreativität, Kraft und Erneuerung zu nutzen.
Die Vereinnahmung der Eliten und die Selbstzerstörung Europas – Teil 1/4 | In ihrem Artikel untersucht Nel Bonilla, wie europäische Eliten, insbesondere in Deutschland, geopolitische und wirtschaftliche Interessen der USA über die der eigenen Bevölkerung stellen und dabei eine institutionalisierte Hegemonie aufrechterhalten. Sie kritisiert die Verbindung dieser Eliten zu transatlantischen Netzwerken, die eine proamerikanische Weltsicht fördern, die Souveränität Deutschlands gefährden und die öffentliche Meinung ignorieren. | 06.09.2025, https://www.nachdenkseiten.de/?p=138428 hören:
»Von dem Schweigen zur Sabotage der Nord-Stream-Pipelines bis zur wirtschaftlich und politisch ruinösen NATO-Aufrüstung: Viele Menschen in Deutschland fragen sich, warum unsere „Eliten“ in Medien und Politik so häufig die geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen der USA über die der eigenen Bevölkerung zu stellen scheinen. Unsere neue Gastautorin Nel Bonilla analysiert in einer Reihe von vier Artikeln die verborgene Architektur der transatlantischen Hegemonie und die Netzwerke hinter dem transatlantischen Wahnsinn. Ein Artikel von Nel Bonilla.«
Der Artikel untersucht die geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen der USA sowie deren Einfluss auf deutsche Eliten in Medien und Politik.
Die Autorin Nel Bonilla analysiert die transatlantische Hegemonie und die sie unterstützenden Netzwerke.
Deutschland dient dabei als Beispiel für Selbstsabotage, etwa durch die Zerstörung der Nord-Stream-Pipelines und die NATO-Aufrüstung.
Die deutsche Elite wird als stark von amerikanischen Werten geprägt beschrieben. Diese Werte wurden in US-Eliteuniversitäten und Organisationen verinnerlicht.
Es wird eine Kluft zwischen der öffentlichen Meinung – 60 % der Deutschen lehnen Waffenlieferungen an die Ukraine ab – und den Entscheidungen der politischen Elite aufgezeigt.
Die NATO wird als Machtbasis für Eliten dargestellt, die im Einklang mit den geopolitischen Interessen der USA handeln.
Der Artikel betont die Rolle von Wissensnetzwerken und Elitenintegrationsapparaten, die eine proamerikanische Weltsicht verbreiten.
Die liberale internationale Ordnung wird nicht als universell, sondern als Mittel zur Verhinderung einer postwestlichen Weltordnung beschrieben.
Der Einfluss europäischer Eliten auf die USA wird als programmatisch und ideologisch gebunden dargestellt, wobei nationale Besonderheiten nicht vollständig ignoriert werden.
Der Artikel schließt mit der Feststellung, dass die außenpolitischen Ziele der USA nicht nur von außen aufgezwungen, sondern auch intern formuliert werden.
Der Abstand von deinem Schmerz, deiner Trauer, deinen unbehandelten Verletzungen ist der Abstand von deinem Partner.
Stephen und Ondrea Levine, Embracing the Beloved (In Liebe umarmen), 1995
Emotionale Distanz in einer Partnerschaft ist oft ein Spiegelbild unserer eigenen inneren Konflikte und ungelösten Probleme.
Die eigene Heilung und Selbstreflexion sind die Grundlage für eine gesunde, enge Partnerschaft.
Unbehandelte traumatische Erlebnisse, Trauer oder Ängste (z. B. Bindungsangst oder Verlustängste) können dazu führen, dass man sich aus Selbstschutz emotional verschließt.
Diese inneren Wunden können dazu führen, dass wir unsere eigenen Unsicherheiten auf den Partner projizieren und ihn für unser Unbehagen verantwortlich machen.
Das Zitat ermutigt dazu, die Verantwortung für die eigene emotionale Gesundheit zu übernehmen und zu erkennen, dass wahre Nähe erst möglich ist, wenn man sich den eigenen Verletzungen stellt und sie verarbeitet.
Bilder erzählen Geschichten und jede Geschichte sagt etwas über den Menschen, der sie erzählt.
Wie lautet deine Geschichte?
Hier kommt meine Geschichte:
Sie waren nur zu achtzehn. Es war ein kleiner Studiengang. Es war der erste Vorlesungstag nach den Semesterferien. Alle saßen bereits im kleinen Hörsaal der Universität. Kurz bevor Frau Dr. Rose den Saal betrat, betrat SIE ihn. Ben traf es wie ein Blitz.
Er hatte die Gabe, die Aura eines Menschen wahrzunehmen. Und diese Aura zog ihn in seinen Bann. Er war gebannt. Sie hatte lange Haare, freundliche, wache Augen, ein Lächeln im Gesicht und Grübchen in den Mundwinkeln. Ihr inneres und äußeres Strahlen erhellte für Ben den Hörsaal. Sie setzte sich zwei Reihen vor ihn, fünf Plätze rechts von ihm. So konnte er sie heimlich ansehen. Heimlich. Denn Ben war der Stille. Der Insichgekehrte. Der Introvertierte. Gleichzeitig war er schüchtern. Er schaute nur, wenn sie nicht schaute.
Noch nie war Ben so leichtfüßig in die Uni gegangen. Obwohl er an nichts anderes mehr denken konnte als an sie, flogen ihm die Inhalte der Vorlesungen nur so zu. Verliebtsein beflügelt. Seine fünf Mitbewohner aus der WG, die auch seine Kommilitonen und mittlerweile seine Freunde waren, bemerkten, wie sich Ben veränderte. Sich positiv veränderte. Er lächelte jetzt oft vor sich hin. Sie bemerkten aber auch die gelegentliche tiefe Traurigkeit in seinem Gesicht.
Eines Abends nach einem gemeinsamen Abendessen am Küchentisch stellten sie ihn zur Rede. Ben druckste herum. Er bekam rote Ohren. Das Bier zum Abendessen öffnete langsam sein Herz und lockerte seine Zunge. Er erzählte seinen Mitbewohnern von seinen Gefühlen für Nicci, die eigentlich Nicole heißt. Von seinen Schmetterlingen. Im Bauch. Von den Flügeln, die an seiner Seele gewachsen waren. Doch sein Mut blieb verkümmert. Er wusste nicht, wie er seine Schüchternheit, seine Unbeholfenheit und seine Kontaktangst überwinden konnte. Seine Mitbewohner kannten Ben und verstanden ihn.
Sie machten einen Schlachtplan. Jeden Abend nach dem Essen übten sie mit Ben. Einer spielte Nicci, ein anderer Ben, und sie spielten alle erdenklichen Möglichkeiten durch, wie Ben Nicci ansprechen könnte. Dann sollte Ben Ben sein, während ein anderer reihum Niccis Rolle übernahm. Sie übten, übten, übten, bis Ben ihnen schließlich versprach, Nicci bei nächstbester Gelegenheit anzusprechen. Bens nächste Nächte waren unruhig. Die Angst nagte an ihm. Ein ums andere Mal ließ er die Gelegenheit verstreichen. In einer der Pausen, als Nicci allein rauchend durch ihr Smartphone scrollte, fasste Ben sich ein Herz. Mit weichen Knien ging er langsam auf sie zu, lächelte unbeholfen und sprach sie mit zitternden Händen an. –
Kurz bevor die Pause endete, ging Nicci noch zur Toilette, und Ben machte sich auf den Rückweg zum Hörsaal. Seine Freunde hatten die Szene gespannt aus den Augenwinkeln verfolgt. Erwartungsvoll schauten sie Ben an. Er strahlte vor sich hin, traute sich nicht, seine Freunde anzusehen, nickte nur und sein Daumen, der aus der Faust ragte, zeigte senkrecht nach oben. Da gab es kein Halten mehr. Seine Freunde freuten sich mit ihm, klatschten, klopften ihm auf die Schulter und riefen „Wow!”. Nur Justin, der nie seinen Hut ablegte, wirkte niedergeschlagen.
–11.09.2020– | track: –WE ARE CHAOS– | artist: –Marilyn Manson– | album: -WE ARE CHAOS-
In diesem Songtext „We are chaos“ von Marilyn Manson wird das Gefühl der Andersartigkeit und Unheilbarkeit beschrieben. Der Sänger im Lied sieht sich selbst und Menschen, die ihm ähnlich sind, als „krank, verfickt und kompliziert“ sowie als „Chaos, das nicht geheilt werden kann“.
Es wird die Idee angesprochen, dass Außenstehende versuchen, diese Menschen mit einfachen Lösungen wie Tabletten zu heilen, doch der Sprecher lehnt das ab. Es scheint, als habe er eine tiefe, existenzielle Erfahrung gemacht (den Tod), die ihn von anderen unterscheidet und alles andere als trivial erscheinen lässt.
Trotz dieser scheinbaren Hoffnungslosigkeit und des „Garbage Dump“, in dem alle enden, bietet der Sprecher eine Verbindung an, indem er verspricht, „die Hand zu halten“. Es geht also nicht nur um Isolation, sondern auch um eine tiefgründige, mysteriöse Beziehung, die die eigene „Miserabilität” beenden könnte.
Letztendlich stellt sich der Interpret die Frage nach seiner eigenen Identität – ob er eine reale Person ist oder nur ein Schauspiel. Die wiederholte Phrase „We are sick, fucked up and complicated“ unterstreicht das zentrale Thema der nicht heilbaren inneren Zerrissenheit.
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