Mir selbst bewusst zu sein. Zwar verfĂŒgte ich schon immer ĂŒber die FĂ€higkeit zur Selbstreflexion, also die FĂ€higkeit, meine eigenen Gedanken, GefĂŒhle, Motive und Reaktionen von auĂen zu betrachten und zu verstehen. Vermutlich ist das eine Folge davon, dass ich bereits als Kleinkind â vielleicht sogar schon im Mutterleib â gelernt habe, mich nur auf mich selbst verlassen zu können. Schwierigkeiten bereitete mir jedoch meine IdentitĂ€t, also das klare Wissen darĂŒber, wer ich bin, welche Werte ich vertrete und was meine Persönlichkeit im Kern ausmacht. Das lag vermutlich daran, dass meine Eltern meine Introversion als falsch betrachteten und mir vermittelten, dass ich so, wie ich bin, falsch bin, und richtig, wenn ich mich extravertiert verhielt. Dadurch wurde mir lange der Zugang zu dem Wissen verwehrt, wer ich bin und was meine Persönlichkeit im Kern ausmacht. Ein weiterer Mangel bestand in der unterentwickelten Erkenntnis, mich abzugrenzen, also die Erkenntnis, als eigenstĂ€ndiges Individuum getrennt von der Umwelt und anderen Menschen zu existieren.
Dagegen war mein Selbstbewusstsein im Sinne von Selbstvertrauen gut ausgeprĂ€gt. In der Rolle des angelernten, angepassten Extravertierten. Vermutlich als Folge des oben Skizzierten. Selbstwirksamkeit und soziale Sicherheit waren immer vorhanden, ebenso wie ein gutes SelbstwertgefĂŒhl.
Vieles in meinem Leben wĂ€re einfacher, besser oder einfach anders gelaufen, wenn ich viel frĂŒher damit angefangen hĂ€tte, meine Introversion zu erkennen. Doch die Scheuklappen waren viel zu groĂ.
Whatâs one thing you wish you had started doing earlier in life? | Was ist eine Sache, von der du dir wĂŒnschst, du hĂ€ttest schon frĂŒher damit angefangen?
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