📅❓ Bemühen.

Ein guter Mensch zu sein, bedeutet nicht, immer nett, selbstlos oder moralisch perfekt zu sein. Es bedeutet auch nicht, sich auszubeuten oder es allen recht machen zu wollen. Dazu gehören gesunde Grenzen, Selbstfürsorge und die Fähigkeit, „Nein“ zu sagen. Andernfalls kann „Gutsein“ schnell zu Unterwerfung oder Burnout führen.

Letztlich ist „ein guter Mensch“ weniger ein Zustand als ein Prozess: immer wieder versuchen, mit Klugheit und Mitgefühl das Richtige zu tun, Unrecht nicht zu ignorieren, die eigene Macht nicht zu missbrauchen und die Würde anderer – und die eigene – zu achten. In einer unvollkommenen Welt kann man nicht immer alles richtig machen. Aber man kann sich bemühen, ein Mensch zu sein, dem andere vertrauen können und der das Leid anderer nicht gleichgültig hinnimmt.

Ich bemühe mich, gerecht, mutig, ehrlich, maßvoll und mitfühlend zu sein.

Ich bemühe mich, mein Gegenüber würdevoll zu behandeln und seine/ihre Grenzen und Autonomie zu respektieren.

Ich bemühe mich, wohlwollend zu sein.

Ich bemühe mich, Verantwortung zu übernehmen (für mein eigenes Handeln, zu meinen Fehlern zu stehen, aber auch für Strukturen, die Unrecht ermöglichen), zuwendend und aufmerksam zu sein.

Ich bemühe mich, barmherzig und demütig zu sein (ich weiß, dass ich nicht weiß) und Verantwortung zu übernehmen.

Ich bemühe mich, ehrlich und integer zu sein, d. h. auch dann standhaft zu bleiben, wenn es unbequem wird.

»Und der Mensch heißt Mensch
Weil er vergisst,
Weil er verdrängt
Und weil er schwärmt und stählt
Weil er wärmt, wenn er erzählt

Und der Mensch heißt Mensch
Weil er irrt und weil er kämpft
Und weil er hofft und liebt,
Weil er mitfühlt und vergibt

Und der Mensch heißt Mensch
Weil er vergisst,
Weil er verdrängt

Und weil er lacht,
Und weil er lebt,«

~ Herbert Grönemeyer, Mensch

https://youtu.be/xpQaxN76X-8

Was bedeutet es für dich, ein guter Mensch zu sein?

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What does it mean to be a good person?  |  Was bedeutet es, ein guter Mensch zu sein?

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Er war das perfekte Mittelmaß.  | dailyprompt

Es kommt immer auf die Perspektive an, aus der man Dinge betrachtet, vergleicht und bewertet. Dabei werden zwei Betrachter:innen sicherlich zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Ich selbst sage über mich, dass ich in nichts gut bin. Ich bin der Durchschnitt, das Mittelmaß. Es genügt mir, ausreichend und zweckmäßig zu sein und das Maß des Notwendigen nicht zu überschreiten. Ich strebe auch nicht danach, in irgendetwas besonders gut zu sein. Ein Kollege sagte einmal auf der Arbeit: Das Arbeitsrecht fordert von Arbeitnehmern lediglich, eine Arbeit von mittlerer Art und Güte abzuliefern. Ich bin von mittlerer Art und Güte.

Ich will immer mein Bestes geben. Die Betonung liegt auf …

sehr verlässlich und
hilfsbereit und ausdauernd
gelassen pfiffig

… „mein”. Mein Bestes ist befriedigend, aber nicht gut. Wenn ich mein Bestes gegeben habe, bin ich zufrieden. Für mein Bestes strebe ich Perfektion an. Perfektes liefere ich jedoch nie ab. Deshalb laufe ich auch nicht Gefahr, in einen Burnout zu geraten. Ich vergleiche meine Leistungen nicht mit denen anderer und möchte nicht gleich gut oder besser sein. Ich lerne aus den Fehlern anderer und verbessere so meine Mittelmäßigkeit.

Am Ende meines Lebens wird man sagen: Er war das perfekte Mittelmaß.

Ich habe vielleicht fünf Eigenschaften, die ich gut finde:

1. Verlässlichkeit
2. Hilfsbereitschaft
3. Ausdauer
4. Gelassenheit (wenn ich will)
5. Ich finde immer einen Workaround.

Täglicher Schreibanreiz
Nenne fünf Dinge, in denen du gut bist.