Am 23. September hatte ich etwas zu meiner Spontaneität geschrieben. Ich gleiche die wenig vorhandene Spontaneität meines introvertierten Ichs mit meiner Entscheidungsfreudigkeit aus.
Bevor mir meine Introversion bewusst wurde, habe ich mich immer gewundert, warum ich ruhig wurde, wenn alle anderen aufgeregt wurden. Ich strahle immer Ruhe aus. Immer? Nein, nicht immer. Zum Beispiel nicht, wenn ich in der Küche stehe und ein Gericht oder gar ein Menü zum ersten Mal koche und dann etwas in einer Kettenreaktion schiefläuft. Dann kocht nicht nur der Topf über, dann verliere ich meine Ruhe. In solchen Momenten sollte ich besser für ein paar Minuten allein in der Küche sein. Dann strahlt nichts mehr. Außer meinen roten und heißen Ohren. Doch zurück zu den normalen Zeiten: Auch wenn ich immer Ruhe ausstrahle – Ausnahmen bestätigen die Regel, siehe oben – tobt es doch in mir. Das merkt halt niemand. Wenn es um mich herum turbulent wird und Hektik ausbricht, werde ich erstaunlicherweise auch innerlich ruhig. Ich reagiere ruhig, umsichtig und bedacht. Heute weiß ich, warum.