Als ich siebzehn war, glich mein Verstand einem weiten Himmel voller leuchtender Träume. Mein Herz rief laut in die Ferne und ich folgte ihm bedingungslos. Mit einundzwanzig schien mir die ganze Welt zu gehören – ich gehörte dir und du warst vollkommen. Nichts anderes auf dieser Erde hatte für uns Bedeutung. Wir waren so hungrig auf das Leben, dass wir weder an das Schicksal noch an die Liebe als starres Konzept glaubten. Wir glaubten auch nicht daran, dass uns jemals irgendetwas genug sein könnte.
Du hättest uns damals sehen sollen. Wir waren auf dem Weg zur Venus und flanierten leichtfüßig über die Milchstraße. Wir fühlten uns unbesiegbar, wandelten auf den Pfaden der ganz Großen und taten so, als könne uns nichts und niemand etwas anhaben. Es war eine glorreiche, wilde Zeit, in der uns das ganze Universum offenstand.
Doch während die Jahre unaufhaltsam verstreichen, gräbt die Realität ihre Krallen in die Seele und raubt einem leise die Hoffnung und die Würde. Irgendwann bleiben von all dem Licht nur noch blasse Schatten an der Wand zurück. In solchen Momenten ist es wichtig, sich daran zu erinnern, wer man im Kern ist und welch weiten, stolzen Weg man bereits zurückgelegt hat. Zeige der Welt niemals, wie du fällst.
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Heute glaube ich nicht mehr an Wunder oder die eine, absolute Wahrheit. Und ich glaube nicht, dass irgendetwas die unschuldige Magie der Jugend je wieder zum Leben erwecken kann. Aber damals … Da hättest du uns wirklich sehen sollen, als wir auf dem Weg zur Venus waren.
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