🎙 „Ein frauenverachtendes System“: Warum wir Prostitution nicht romantisieren dürfen

In dieser Podcastfolge führt Michael Steinbrecher ein Interview mit Vivien, einer ehemaligen Escort-Dame. Vivien berichtet von ihrer schwierigen Kindheit, die von finanziellen Problemen und psychischen Belastungen geprägt war. Mit 22 Jahren entschied sie sich, Escort zu werden, um schnell Geld zu verdienen. Zunächst führte sie ein Doppelleben zwischen Studium und Treffen mit Freiern.

Vivien beschreibt, dass die Realität im Escort-Business viel härter war als erwartet. Sie erlebte gefährliche Situationen und fühlte sich oft unwohl. Trotz ihrer anfänglichen Naivität begann sie, ihre Grenzen zu überschreiten, und bot schließlich auch sexuelle Dienstleistungen an. Sie berichtet von traumatischen Erfahrungen und dem Gefühl, wie ein Objekt behandelt zu werden.

Nach mehreren Jahren im Escort-Bereich beschloss Vivien auszusteigen. Dies gelang ihr nach vielen Therapiesitzungen und dank der Unterstützung ihres jetzigen Freundes, der ihr ein Gefühl von Sicherheit gab. Heute ist sie froh, diesen Schritt gemacht zu haben, und möchte anderen Frauen helfen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Vivien betont, dass das Bild von Escort oft romantisiert wird und viele Frauen in diese Branche gedrängt werden – oft aufgrund gesellschaftlicher und persönlicher Umstände. Sie möchte das Bewusstsein für die Probleme in der Prostitution schärfen und dafür sensibilisieren, dass es sich nicht immer um freiwillige Entscheidungen handelt.


Aus der Podcastfolge „Escort hat mich kaputt gemacht – Vivien“ vom –09.02.2025– des SWR-Podcasts „Das wahre Leben„.


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🎙 Faktencheck Jugendgewalt: Fünf populäre Thesen auf dem Prüfstand

Der am 13. März 2025 gehaltene Vortrag von Professorin Susann Prätor behandelt das Thema Jugendgewalt in Deutschland und beleuchtet verschiedene damit in Verbindung stehende Aspekte. Im Folgenden sind die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

Zunahme von Jugendgewalt

Es gibt einen Anstieg von Gewalt unter Jugendlichen, der sowohl bei deutschen als auch bei nichtdeutschen Jugendlichen zu beobachten ist. Diese Entwicklung ist jedoch nicht ausschließlich auf die Herkunft zurückzuführen, sondern vielmehr auf die Lebensbedingungen und sozialen Faktoren.

Gewaltlegitimierung

Die Forschung zeigt, dass gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen zugenommen haben. Das bedeutet, dass es in bestimmten Kreisen als legitim angesehen wird, Männlichkeit durch Gewalt zu demonstrieren.

Statistische Analyse

Prätor betont die Wichtigkeit von Hellfeld- (polizeilichen) und Dunkelfeld- (nicht erfassten) Daten, um ein umfassenderes Bild der Jugendkriminalität zu erhalten. Der Großteil der Jugendlichen ist nicht wegen schwerer Gewaltdelikte polizeilich erfasst, sondern hat weniger schwerwiegende Straftaten begangen.

Brutalisierungsthese

Die Annahme, dass Jugendgewalt brutaler geworden ist, wird durch die Daten nicht gestützt. Statistiken zeigen, dass die Schwere der Gewalttaten nicht zugenommen hat.

Einfluss von Migration

Prätor stellt klar, dass die Anstiege der Gewaltkriminalität nicht allein auf Migration zurückzuführen sind, da ähnliche Trends auch bei deutschen Jugendlichen zu beobachten sind. Entscheidend sind die Lebensbedingungen, nicht die Herkunft.

Prävention und Erziehung

Es wird auf die positiven Effekte von Präventionsmaßnahmen und Veränderungen in der Erziehungskultur hingewiesen, die in den letzten Jahren zu einem Rückgang der Jugendgewalt beigetragen haben.

Einfluss der Corona-Pandemie

Die Pandemie hat die Gewaltkriminalität möglicherweise beeinflusst, indem sie soziale Kontakte und Freizeitaktivitäten einschränkte. Dies führte nach der Lockerung der Maßnahmen zu einem Anstieg von Gewalt.

Zielgruppen für Prävention

Die Identifizierung von Risikofaktoren wie sozialer Benachteiligung und elterlicher Gewalt ist entscheidend, um gezielte Präventionsmaßnahmen zu entwickeln.

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Insgesamt kommt Prätor zu dem Schluss, dass es wichtig ist, die Komplexität der Ursachen von Jugendgewalt zu verstehen und einfache Erklärungen zu vermeiden. Die Lebensbedingungen und sozialen Faktoren spielen eine zentrale Rolle und die meisten Jugendlichen verhalten sich nicht gewalttätig.


Podcastfolge „Jugendgewalt – Herkunft spielt keine Rolle“ vom –13.06.2025– aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Hörsaal„.


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