»Die Schönheit der Chance, dass wir unser Leben lieben, so spät es auch ist. Das ist nicht die Sonne die untergeht, sondern die Erde die sich dreht.« | dailyprompt

Ich „blogge” wieder. Wobei ich mich immer noch nicht als Blogger bezeichnen würde. Ich teile hauptsächlich Fundstücke aus dem Internet und teilweise meine Gedanken oder Anekdoten. Außerdem stelle ich meine Lieblingsmusik vor – damit bin ich in ca. 20 Jahren durch. Außerdem zeige ich meine Smartphone-Schnappschüsse.

Nach einer zweijährigen Pause blogge ich also wieder, nachdem ich zehn Jahre lang ununterbrochen gebloggt habe. Die beiden Blogs habe ich vor zwei Jahren gelöscht. Sie haben ein Recht auf Vergessen.
Ich schweife gerne ab. Zurück zu den positiven Ereignissen.

Ich habe die Ursache meiner zwei Jahre anhaltenden Nesselsucht (Urtikaria) gefunden und beseitigt. Ich bin histaminintolerant. Nach einem halben Jahr histaminfreier Ernährung und dem Absetzen des Medikamentes bin ich die juckenden Quaddeln los. Langsam gewöhne ich meinen Körper auch wieder an histaminhaltige Nahrung.

Ich habe Hans Zimmer und sein Disruptive Collective, inklusive der grandiosen Lisa Gerrard, live gesehen. Es war ein Abend voller Ohrgasmen (Gänsehaut mit Glücksgefühlen beim Hören von Musik).
Jammern auf hohem Niveau: Leider hatte nicht Gavin Greenaway die musikalische Leitung. Seine Arrangements berühren meine Seele, lösen Tränenströme und einen „shaking body” aus. Um das zu erleben, schaue ich mir gelegentlich die DVD „Live in Prague” an. Ich glaube, man nennt das Ergriffenheit.

Ich war zum ersten Mal mit meinen beiden jüngsten, jungen erwachsenen Kindern allein im Urlaub an der Nordsee. Die Betonung liegt nicht auf „allein”, …

Urtikaria
Bloggen Abordnung Urlaub
Hans Zimmer Muse

… sondern auf „beide”. Es war für alle beglückend.

Ebenso beglückend ist es, bei WordPress auf so viele interessante Blogs, Bloggerinnen und Blogger zu treffen, die mich einerseits in meinem Weltempfinden bestärken und mir andererseits neue Perspektiven eröffnen. Eigentlich bin ich ein intrinsisch motivierter Mensch. Was meine Kreativität anbelangt jedoch nicht. Deshalb bin ich ganz besonders dankbar für die inspirierende Begegnung.

Meine Firma hat mich 23 Jahre lang zu einer anderen Firma abgeordnet. Diese Abordnung endete in diesem Jahr wie geplant. Die Firma, der ich über 20 Jahre gedient habe, konnte sich jedoch nicht durchringen, mich offiziell zu verabschieden. Da meine Kolleginnen und Kollegen auf drei Standorte in drei Bundesländern verteilt sind, habe ich mich von August bis Oktober aufgemacht und mich persönlich von den Kolleginnen und Kollegen in Kaiserslautern, Lahr und Fulda verabschiedet. Ich habe ein Deutschlandticket. Ich fahre seit meiner Geburt leidenschaftlich gerne Bahn. Seit ein paar Jahren liegt die Betonung im Zusammenhang mit Bahnfahrten jedoch auf „leiden”. Von den herzlichen und wertschätzenden Verabschiedungen werde ich noch lange zehren. Gerade erfuhr ich, dass eine Kollegin meine Abschiedsworte so bewegt haben, dass sie sich endlich traute, den Arbeitsplatz zu wechseln.

Ich blicke auf dieses Jahr voller positiver Ereignisse und voller Dankbarkeit zurück und bin mir bewusst, dass jede Person, der ich begegnet bin, real oder virtuell, ihren oder seinen Teil dazu beigetragen hat.

Täglicher Schreibanreiz
Welche positiven Ereignisse hat es in deinem Leben im vergangenen Jahr gegeben?

Der Titel ist dem Song „Die Schönheit der Chance“ von Tomte entlehnt.

The wild ones  | dailyprompt

Als hilfsbereiter Mensch führe ich ab und zu einen Hund Gassi. Letztens konnte ich auf den Feldern einen Fuchs beobachten. Dort fliegen auch immer wieder Greifvögel. Majestätisch sehe ich sie hoch oben in der Luft „stehen”, mit ihrem scharfen Blick nach Beute am Boden Ausschau haltend. Manchmal gleiten sie auch ganz dicht über die Felder in Bodennähe.

Eichhörnchen zaubern mir immer ein Lächeln ins Gesicht. Ich bleibe reglos stehen und beobachte, wie sie flink von Baum zu Baum flitzen. Besonders freut es mich, im Park das typische Klopfen eines Spechts zu hören. Ich bleibe dann so lange stehen und verfolge das Klopfen mit den Ohren und den Augen, bis ich den Specht entdeckt habe. Er war schon …

Eichhörnchen Rehe
Hausrotschwanz Falke Füchse
Fledermäuse Specht

… lange nicht mehr zu hören.

In der Stille der Corona-Zeit hatte sich ein Hausrotschwanzpärchen ein Nest in einem Endstück eines Lüftungsrohrs im Durchgang zu unserem Mietshaus gebaut. Zunächst wurde ich durch ihren Gesang auf sie aufmerksam. Dieser war neu hier. Dann erblickte ich sie im Baum des Gartens unseres Nachbarn. Irgendwann entdeckte ich schließlich ihr Nest.

Jeden Abend zum Ende der Blauen Stunde fliegen vor meinen Fenstern zum Hof die Fledermäuse und jagen in halsbrecherischen Flugbewegungen nach Insekten.

Auch die Begegnungen bei Waldspaziergängen mit Rehen sind schön.

Ja, ich sehe manchmal wildlebende Tiere.

Ich wünschte, ich würde sie nicht mehr in Zoos, Zirkussen und auf Speisekarten sehen.

Doch das wildeste Tier begegnet mir morgens im Spiegel.

Täglicher Schreibanreiz
Siehst du manchmal wildlebende Tiere?

Die Plätze in meinem Herzen.  | dailyprompt

Dies ist wohl eine missglückte Übersetzung der englischen Originalfrage „Do you have a favourite place you have visited? Where is it?”

Ich hatte irgendwann einmal damit begonnen, eine Liste aller Orte zu erstellen, die ich bislang besucht habe. Diese Liste habe ich heute wieder hervorgeholt und ergänzt.

Ich habe keinen Lieblingsort. Ich habe Lieblingsplätze.
Zum Beispiel die eine Bank …

Plätze werden zu
meinen Lieblingsorten durch
die liebsten Menschen

… auf dem Friedhof, auf dem meine Vorfahren begraben sind.
Mein Lieblingscafé in der kleinen großen Stadt in der Nähe.
Der kleine Park in meiner Stadt.
Der Bürgerpark, das Schnoorviertel und das Teestübchen im Schnoor in Bremen gehören ebenfalls dazu.

Einen Lieblingsort habe ich nicht. Ich habe Lieblingsmenschen. Reale wie virtuelle.
Dort, wo ich meinen Lieblingsmenschen begegne, sind meine Lieblingsorte.

Täglicher Schreibanreiz
Hast du einen Lieblingsort, an dem du schon warst? Welcher ist es?

Mein Leben ist wie leise See:
Wohnt in den Uferhäusern das Weh,
wagt sich nicht aus den Höfen.
Nur manchmal zittert ein Nahn und Fliehn:
Aufgestörte Wünsche ziehn
Darüber wie silberne Möwen.

Und dann ist alles wieder still. . .
Und weißt du was mein Leben will,
hast du es schon verstanden?
Wie eine Welle im Morgenmeer
Will es, rauschend und muschelschwer,
An deiner Seele landen.

Rainer Maria Rilke, Mein Leben ist wie leise See
Das 1897 in München geschriebene Gedicht ist ein Liebesgedicht und Teil des Zyklus „Dir zur Feier“, mit dem Rilke seine tiefe Verbundenheit und Sehnsucht nach Lou Andreas-Salomé ausdrücken wollte.

Er war das perfekte Mittelmaß.  | dailyprompt

Es kommt immer auf die Perspektive an, aus der man Dinge betrachtet, vergleicht und bewertet. Dabei werden zwei Betrachter:innen sicherlich zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Ich selbst sage über mich, dass ich in nichts gut bin. Ich bin der Durchschnitt, das Mittelmaß. Es genügt mir, ausreichend und zweckmäßig zu sein und das Maß des Notwendigen nicht zu überschreiten. Ich strebe auch nicht danach, in irgendetwas besonders gut zu sein. Ein Kollege sagte einmal auf der Arbeit: Das Arbeitsrecht fordert von Arbeitnehmern lediglich, eine Arbeit von mittlerer Art und Güte abzuliefern. Ich bin von mittlerer Art und Güte.

Ich will immer mein Bestes geben. Die Betonung liegt auf …

sehr verlässlich und
hilfsbereit und ausdauernd
gelassen pfiffig

… „mein”. Mein Bestes ist befriedigend, aber nicht gut. Wenn ich mein Bestes gegeben habe, bin ich zufrieden. Für mein Bestes strebe ich Perfektion an. Perfektes liefere ich jedoch nie ab. Deshalb laufe ich auch nicht Gefahr, in einen Burnout zu geraten. Ich vergleiche meine Leistungen nicht mit denen anderer und möchte nicht gleich gut oder besser sein. Ich lerne aus den Fehlern anderer und verbessere so meine Mittelmäßigkeit.

Am Ende meines Lebens wird man sagen: Er war das perfekte Mittelmaß.

Ich habe vielleicht fünf Eigenschaften, die ich gut finde:

1. Verlässlichkeit
2. Hilfsbereitschaft
3. Ausdauer
4. Gelassenheit (wenn ich will)
5. Ich finde immer einen Workaround.

Täglicher Schreibanreiz
Nenne fünf Dinge, in denen du gut bist.

sprachlos | dailyprompt

Ich frage mich, was mit dieser Frage gemeint ist. Geht es tatsächlich nur um eine Sache, also einen einzelnen Gegenstand oder eine Gruppe von Dingen, die einer Person […] zugehörig sind? Oder bezieht sich die Frage auf alles Innerliche, das nicht genetisch fixiert ist, wie beispielsweise Glaubenssätze, Perspektiven, Werte, Resilienz, Routinen, Reaktionen, Kommunikation, Disziplin, Fähigkeiten, Wissen, physische Fitness, Stil, Gesundheit, Temperament und Sensibilität? Welche Bedeutung hat „würde”? Ich würde an mir ändern, wenn ich könnte, es aber aufgrund einer objektiven oder subjektiven Unmöglichkeit nicht kann? Oder ich würde an mir ändern, wenn ich wollte; ich will es aber nicht?

Ich habe mir gerade die drei Staffeln der Doku-Serie „Paartherapie” [1] des Norddeutschen Rundfunks (NDR) aus der ARD-Mediathek angesehen. Ich bin begeistert von diesem Format mit echten Paaren, einem echten Therapeuten und den mutigen Einblicken, die die Paare in ihre Beziehungen erlauben. Ebenso begeistert bin ich von dem Nutzen, den die Zuschauer:innen daraus für sich selbst ziehen können. Ich erinnerte mich an Dr. phil. Mathias Jungs Buchempfehlung „Das sprachlose Paar”. Ich erinnere mich an mein Elternhaus, das mir vorlebte, dass über alles lautstark gesprochen werden konnte, nur nicht …

sprich damit ich dich
sehe die Sprachlosigkeit
überwinden können

… über die eigenen Gefühle. Mein Vaterbild ist das eines redseligen Mannes, der nichts von sich preisgab. Ich habe lange gebraucht, um mich von diesem Vorbild zu lösen und Gefühle zu zeigen sowie über Gefühle zu sprechen. Auch meine Sprachlosigkeit war eine Sollbruchstelle meiner Ehe.

Wenn ich in meinem Lieblingscafé sitze und Paare beobachte, egal welchen Alters – nur nicht frisch Verliebte –, die sich schweigend gegenübersitzen oder auf ihren Smartphones wischen und klicken, werde ich angesichts dieser Sprachlosigkeit traurig. In einer nächsten Paarbeziehung möchte ich nicht in diese Falle tappen. Wenn mich eine Diskussion über ein Sachproblem erregt, aufregt, möchte ich in mich hineinlauschen, um zu erfahren, welche Gefühle gerade hinter dem aufkommenden Ärger oder der aufkommenden Wut stecken, woher sie kommen und sie benennen. Ich möchte meinem Gegenüber helfen, ihre Gefühle hinter einem zornig machenden Sachproblem zu erkennen. In einer Paarbeziehung möchte ich mir einmal wöchentlich ausreichend Zeit nehmen, um in einer wohltuenden Atmosphäre miteinander darüber zu sprechen, wie es mir, ihr und uns gerade geht.

Das ist nicht die Lösung oder Vermeidung aller möglichen Paarbeziehungsprobleme. Aber ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu lang anhaltender gemeinsamer Beziehungsfreude.

https://www.lyrikline.org/de/gedichte/sachliche-romanze-14375

[1]: https://www.ardmediathek.de/serie/die-paartherapie/staffel-1/Y3JpZDovL25kci5kZS80ODg1/1

Täglicher Schreibanreiz
Welche eine Sache würdest du an dir ändern?

Dazwischenleben | dailyprompt

Wer mich beobachten würde, käme zu dem Ergebnis, dass ich ein Tagmensch, eine sogenannte Lerche, bin. Ich stehe früh auf und lege mich so schlafen, dass ich mindestens sechs Stunden schlafe. Das frühe Aufstehen hat allerdings nichts mit meinem Chronotyp zu tun, sondern lediglich mit meinem morgendlichen Ruhebedürfnis.

Wenn mich mein Radiowecker sanft aus den Träumen holt, kann ich wenige Minuten später gut aufstehen. Um die Snooze-Taste zu drücken, müsste ich mein Hochbett verlassen – das passiert dafür äußerst selten. Nach dem Aufstehen brauche ich eine gewisse Zeit, bis ich meine Betriebstemperatur erreiche. Solange bin ich nicht wirklich ansprechbar. Ich antworte dann sehr einsilbig.

Die Zeit, die ich im Badezimmer verbringe, das Frühstück zubereite, frühstücke und meine Podcasts höre (NachDenkSeiten, Interviews des Deutschlandfunks und des Deutschlandfunks Kultur), brauche ich, um auf meine Betriebstemperatur zu kommen. Danach beginnt der Tag immer mit Routinetätigkeiten, die automatisch ablaufen. Dann beginnt die Zeit, in der ich in ganzen Sätzen antworte.

Auf Dienstreisen war ich immer der Erste am Frühstücksbuffet, um gar nicht erst in Small Talk verwickelt zu werden. Während meiner Zeit im Großraumbüro war ich immer der Erste morgens, um in Ruhe meinen Routinetätigkeiten nachzugehen und nicht gleich mit …

ich bin sowohl ein
Tagmensch als auch ein Nachtmensch
Lerche und Eule

… irgendwelchen Fragen bombardiert zu werden.

Wenn ich weiß, dass ich nicht gleich am Morgen geistig präsent sein muss, kann ich auch lange schlafen. Dann verschiebt sich halt alles um die längere Schlafenszeit. Dann kann ich am Abend zuvor auch länger aufbleiben und bin weiterhin ansprechbar und nicht müde.

Mir fällt es auch leicht, zu jeder Tageszeit ein Nickerchen zu machen – gerne auch als Beifahrer auf längeren Fahrten. Auf Wunsch bleibe ich wach und unterhalte den Fahrer oder die Fahrerin.
Genauso leicht fällt es mir, mitten in der Nacht geweckt zu werden und das Erforderliche zu tun. Einschlafen und Wiedereinschlafen sind für mich kein Problem: Ich drehe mich zur Seite und schlafe sofort ein.

Ich habe auch eine Zeit lang nachts gearbeitet, bin um 4 Uhr morgens ins Bett gegangen und nach sechs bis sieben Stunden wieder aufgestanden.

Lange Rede, kurzer Sinn:
Ich bin sowohl ein Tag- als auch ein Nachtmensch. Mein Chronotyp liegt vermutlich in der Mitte. Dass ich eher das Leben einer Lerche führe, liegt daran, dass ich nach dem Schlafen Ruhe brauche. Das Leben als Tag- oder Nachtmensch sollte aber eine gewisse Konstanz haben, denn häufige Wechsel würde ich als unangenehm empfinden.

Täglicher Schreibanreiz
Bist du eher ein Tag- oder Nachtmensch?

Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will. | dailyprompt

Ich bin in einem Haushalt aufgewachsen, in dem Fleisch etwas Besonderes war. Gulasch, Rouladen oder Hühnerfrikassee gab es sonntags bei der Oma. Dazu gab es Nudeln, Kartoffeln oder Reis, eine Suppe vorweg, einen Salat und einen leckeren Nachtisch. Und ein Kinderglas voll Wein. Es war noch kein Billigfleisch vom Discounter, sondern vom Metzger. Es war der einzige Tag der Woche, an dem die ganze Familie gemeinsam am Tisch saß und gut gelaunt war. Es war ein Fest.

Im Laufe der Jahre gab es auch unter der Woche Fleisch. Etwas ganz Besonderes war es, wenn mein Vater nach der Arbeit ein Grillhähnchen mit nach Hause brachte. Auch dabei verbreitete sich gute Laune. Ganz selten kochte mein Vater selbst ein Huhn oder eine Pute. Während dieser Zeit blieb man besser der Küche fern. Diese Verbindung von Fleisch und guter Laune hat sich mir tief eingeprägt, diese gute Laune, die es sonst nur im Urlaub oder an Samstagabenden gab. Noch heute läuft mir das Wasser im Mund zusammen, wenn auf dem Supermarktparkplatz Hähnchen gegrillt werden.

Im Laufe der Jahrzehnte schwankte mein Fleisch- und Wurstkonsum. Ein schlechtes Gewissen zeigte sich, das ich jedoch sofort verscheuchte.

Dann lernte ich virtuell eine Frau kennen. Wir schrieben über Gott und die Welt, und dabei outete sie sich als Veganerin. Ich hatte viele Fragen, und sie hatte viele Informationen und Links zu Videos. Ich begann zu verstehen, was wir den Tieren von ihrer Geburt an bis zu ihrem grausamen Ende im Schlachthaus antun. Aus Verstehen wurde Mitgefühl. Ich begann, mich zu Hause vegetarisch zu ernähren. Das war der kleinste gemeinsame Nenner. Auf meinen vielen Dienstreisen, vornehmlich in große Städte, gelang es mir, mich vegan zu ernähren. Das vegane Angebot in Supermärkten und in der Gastronomie wächst seit nunmehr zehn Jahren von Jahr zu Jahr.

Als ich mich von meiner Familie trennte, gab es in den ersten eineinhalb Jahren des Alleinlebens einen Rückschritt und ich aß wieder Huhn und Fisch. Wiederum war es eine Frau, eine befreundete Kollegin, die …

Leben inmitten
von Leben das Leben will
und nicht sterben will

… mich an das Tierleid erinnerte und sich selbst seit einiger Zeit rein pflanzlich ernährte. Ich beschäftigte mich mit meiner Ernährung und meinem Bedarf und stellte binnen eines halben Jahres meine Ernährung auf rein pflanzlich um. Ich informierte mich darüber, welche Nährstoffe mir fehlen, wenn ich auf tierische Produkte verzichte, und wie ich sie ersetzen kann. So ernähre ich mich nunmehr seit zehn Jahren und mir mangelt es an nichts – ich bin bei bester Gesundheit. Mein Geschmack musste sich umstellen. Mittlerweile trauere ich keinem tierischen Produkt mehr hinterher.

Wenn heute auf dem Supermarktparkplatz ein Hähnchengrill steht und mir bereits hunderte Meter davor der Geruch in die Nase steigt, sodass mir das Wasser im Mund zusammenläuft, dann denke ich mit einem Lächeln auf den Lippen an die schönen Momente meiner Kindheit zurück. Heute kreiere ich mir meine eigenen schönen Momente, beispielsweise wenn ich in einem Restaurant sitze und merke, dass der Koch oder die Köchin ein Herz für Veganerinnen und Veganer hat und mir etwas Einzigartiges auf den Teller zaubert. Ja, das gibt es mittlerweile.

Ich erspare es mir und euch, von den Tatsachen zu erzählen: der Situation der Tiere, ihrer Leidensfähigkeit, dem Zusammenhang mit der Erderwärmung und den unzähligen Hungertoten außerhalb unserer kleinen Welt. Ich möchte nicht missionieren. Außerdem bin ich illusionslos, was die Möglichkeit angeht, den seit Generationen stattfindenden freien Fall der Menschheit noch aufzuhalten, der sich noch über viele Generationen hinziehen wird. Genau diese Langsamkeit und unsere kurze Lebensspanne verhindern das Aufhalten. Für jede neue Generation sind die Lebensumstände, in die sie hineingeboren wird, normal. Für jede neue Generation verschlechtern sich die Umstände nur marginal.

Wenn ihr tierleidfrei konsumieren möchtet, dann nehmt euch Zeit dafür. Stellt nicht alles auf einmal um. Stellt ein Produkt nach dem anderen um. Denn nur was langsam wächst, wächst nachhaltig. Wenn ihr Fleisch esst oder andere tierische Produkte konsumiert, dann tut dies bewusst. Es ist der letzte Respekt, den ihr dem Leben, das Leben wollte, inmitten von Leben, das Leben will, erweisen könnt.

Täglicher Schreibanreiz
Wie denkst du über Fleischkonsum?

verwaschene, verwachsene Identität | dailyprompt

Ich nenne es meine CI. Corporate Identity.

Oder ich bezeichne es als mein CD. Corporate Design.

Seit ich den Lederhosen entwachsen bin, trage ich Jeans.
Blue. Röhre. 34/32. Aktuell: Kuyichi, Slim Fit, Jamie. Tierleidfrei.

Und Turnschuhe. 3-streifig.

Beides: am liebsten.

Wenn ich in meinen Schuhschrank schaue, erkenne ich meine weiblichen Anteile: Schuhe sind in …

Kuyichi Blue Jeans
Corporate Identity
adidas Turnschuh

… meiner Kleidersammlung überproportional vorhanden. Nein, nicht nur Turnschuhe. Turnschuhe besitze ich genau ein Paar. Die trage ich, bis sie durchgelaufen sind. Dann gibt es neue. Die letzten Jahre waren sie auch tierleidfrei. Nun sind sie leider nicht mehr erhältlich. Da werde ich den drei Streifen untreu.

Die Jeans gibt es mehrfach. Auch in schwarz.

Täglicher Schreibanreiz
Welche zwei Kleidungsstücke trägst du am liebsten?

What a wonderful world | dailyprompt

Ich könnte die App „UBA Luftqualität” des Umweltbundesamtes deinstallieren, da die Luftqualität durchgehend gut ist.

Meine Wohnung hat ihre Fenster zu einem großen Hinterhof mit vielen Parkplätzen und Garagen. Dieser wäre jetzt ein großer Garten, in dem wir Mieter uns aufhalten und Obst und Gemüse ernten könnten. Die Straße vor meinem Haus und die Straßen in unserer Stadt wären Einbahnstraßen, die von Straßenbahnen, Bussen sowie Last- und Lieferwagen genutzt werden könnten.

Ich könnte auf großzügig ausgebauten Bürgersteigen mit Fahrspuren für Fahrradfahrer, Bäumen und Grünflächen gehen.

Mir würden Igel, Eichhörnchen und seltene Vögel im Stadtbereich begegnen.

Alle zehn Minuten könnte ich im Umkreis von 500 Metern um meine Wohnung ein öffentliches Verkehrsmittel erreichen. Die Busse und Bahnen kämen verlässlich und brächten mich pünktlich an mein Ziel.

Meine Einkäufe in den wieder in den Innenstädten angesiedelten Einzelhandelsgeschäften und in allen Supermärkten würden mir nach Hause geliefert.

Pakete würde ich nur noch von einem Paketdienstleister erhalten, da sich die Paketdienstleister ihre Bezirke wie die Schornsteinfeger aufteilen würden, sodass es zu keinen Mehrfachfahrten in einem Bezirk käme.

Ich würde wieder fröhliche Kinder sehen und hören, denn die Geburtenrate wäre gestiegen. Es gäbe mehr und größere Kinderspielplätze … Ich halte mir die Ohren zu: Gerade reißt mich das entsetzliche Geräusch einer Vollbremsung mit Aufprall auf der Straße vor meiner Wohnung aus meinen Träumen. Es ist Zeit, einkaufen zu gehen. Seit elf Jahren besitze ich kein Auto mehr, und es mangelt mir an nichts. Ich erreiche fast jedes Ziel. Ich fahre nur noch Auto, wenn ich als Fahrer gebraucht werde.

Die Hoffnung, dass sich eine Mehrheit der Menschen vernünftig verhält, habe ich längst begraben. Fassungslos beobachte ich den Niedergang, den freien Fall. —

Alle 23 Sekunden stirbt auf der Erde ein Mensch bei einem Autounfall. Das entspricht knapp 3.700 Menschen pro Tag oder 1,35 Millionen pro Jahr. Es handelt sich um die Todesursache Nr. 1 für Kinder und junge Menschen im Alter …

diese Welt wäre
ohne das Automobil
eine bessere

… von 5 bis 29 Jahren. Alle 60 Sekunden wird zudem irgendwo auf der Welt ein Fußgänger totgefahren.

Der Flächenbedarf für das Fahren und Parken von Autos beträgt weltweit geschätzt über 500.000 km².

Die weltweiten Ölreserven, einschließlich der extrem umweltschädlichen Fracking-Methode, werden voraussichtlich noch etwa 40 Jahre zur Verfügung stehen. Das UPI (Umwelt- und Prognose-Institut Heidelberg) prognostiziert für das Jahr 2030 eine Verdopplung des Primärenergieverbrauchs und der CO2-Emissionen bei Pkw. Die Stickoxid-Emissionen (NO_x) werden demzufolge auf 35 Millionen Tonnen pro Jahr steigen. Auch das äußerst giftige Kohlenmonoxid (CO) wird sich verstärkt bemerkbar machen. Es wird sich fast verdoppeln. Die Kfz-Flotte wird gigantisch wachsen und damit fast alle technischen Fortschritte in der Entwicklung abgasarmer Motoren zunichte machen. Die Kohlenwasserstoffe (VOC), darunter die besonders toxischen Benzo(a)pyrene und Benzol, werden erheblich zunehmen. Stickstoffdioxid (N₂O), ein äußerst gravierendes Treibhausgas, wird im Gegensatz zu den anderen Giftstoffen durch den Katalysator sogar verstärkt und wird zwei- bis dreimal so hoch sein. Das gesamte belastete Luftvolumen wird bis 2030 auf 600 Millionen km³ pro Jahr steigen.

Stickoxide und Feinstaub werden hauptsächlich durch Autos verursacht. Feinstaub entsteht nicht nur durch die Motoren, sondern auch durch den Abrieb von Fahrbahnasphalt und Fahrbahnmarkierungen, durch Bremsen und durch Staubaufwirbelung. Hauptverursacher für das Mikroplastik im Meer, in der Luft und in unseren Organen bis hin zum Gehirn ist der Reifenabrieb (ein Drittel bis 60 %).

Das Auto führt Krieg gegen Menschen, Umwelt und ein gesundes Klima. Ein Auto produziert im Durchschnitt bei seiner Herstellung einen „ökologischen Rucksack” von 30 Tonnen CO₂. Und der ökologische Rucksack eines Elektroautos ist sogar noch viel größer. Elektroautos sind nur im Kleinwagenbereich effizient, und das auch nur, wenn erneuerbare Energien einen übermächtigen Anteil haben. Das wird jedoch erst 2040 bzw. vielleicht sogar erst 2050 der Fall sein. Das heißt, allenfalls als kleines Nischenprodukt ist das E-Auto sinnvoll – und auch nur im Rahmen einer wirklichen Verkehrswende, in der das Auto kein Massenverkehrsmittel mehr ist.

Quellen: Klaus Gietingers Buch „Vollbremsung – warum das Auto keine Zukunft hat und wir trotzdem weiterkommen“ & detaillierte Abfragen bei diversen AI/KI & „Wir werden keine privaten Autos mehr besitzen – Verkehrswissenschaftler über unsere Mobilität in 10 Jahren“ in https://utopia.de/keine-privaten-autos-mehr-verkehrswissenschaftler-utopia-interview_798559/

What a wonderful world …

Täglicher Schreibanreiz
Ohne welche Technologie ginge es dir besser und warum?

Die traurigen Blicke. | dailyprompt

Die schwerste Entscheidung meines Lebens war, meine Ehe, meine Familie, meine Kinder, meine Hunde und meine Katzen zu verlassen.

Unser Coach sagte immer: „Trennen ist leicht.” Im Nachhinein betrachtet stimmt das – zumindest für das Äußere. Das Organisatorische. Aber nicht für das Innere. Empfinden. Fühlen. Aus Liebe wurde ja kein Hass. Wir hatten uns „einfach” auseinandergelebt. Wir haben es nicht gemerkt. Wir haben den letztmöglichen Zeitpunkt des Erkennens verpasst.

Wir leben in einem System. Wenn sich etwas im System ändert, bewegt sich das gesamte System mit. In unserem System sollte sich …

gibt es noch einen
Grund für Hoffnung oder trenne
ich mich ja oder nein

… jedoch nur ich ändern. Das war zu einseitig. Nach Jahren des Zögerns, Zauderns und Abwägens durchschlug ich den gordischen Knoten.

Ich zog aus und zog hinter mir her traurige Blicke. Nicht nur die der Hunde, vor allem die der Menschen. Die der Katzen weniger. Es gab keinen Rosenkrieg. Wir sind Verantwortungsethiker. Die Kinder sollten nicht mehr als nötig leiden. Danach fühlten sie sich besser. Es gab keine dicke Luft mehr zu Hause. Sie blieben bei Mama. Papa blieb präsent. An den Wochenenden und wenn es nötig war. Gemeinsames Sorgerecht. Wir waren immer gut darin, gemeinsame Ziele zu erreichen.

Täglicher Schreibanreiz
Was war die schwerste Entscheidung, die du jemals treffen musstest? Warum?