Tag 23.905  | diary | 31.12.2025

Heute starte ich den Versuch, ein Tagebuch zu führen. Dazu inspiriert hat mich der Blog „Katja mittendrin” (siehe unten). Obwohl mir meine 7Mind-App-Meditationen immer mal wieder rieten, ein Tagebuch zu führen, habe ich das Tagebuchbloggen immer weit von mir gewiesen und gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Hierzu muss ich jetzt meine Schwellenangst überwinden und werde aufmerksam beobachten, was das in mir auslöst.

Neuwied. 31.12.2025  |  Ich habe gut und fest sechseinhalb Stunden geschlafen. An Träume kann ich mich nicht erinnern. Den Wecker hatte ich für halb sieben gestellt.

Zum Frühstück aß ich vier halbe Brötchen mit einem pflanzlichen Aufstrich in Chorizo-Art, einem pflanzlichen Lachsersatz, einem pflanzlichen Camembert und Bratapfelmarmelade.

Nach dem Frühstück und dem Zurechtmachen habe ich die neuesten Informationen und Ideen gesammelt und meinen Blog gefüttert.

Gegen Mittag ging ich in mein Neuwieder Lieblingscafé, trank einen großen Café Crema, aß einen Lauchkürbisring und las in der neuesten EMMA, die darüber berichtete, wie Männer sich mittels des neuen Selbstbestimmungsgesetzes als Frauen erklären, um so ihre Vorstrafen zu verlieren oder Zugang zu Frauen vorbehaltenen Veranstaltungen zu erhalten. Erste sexuelle Übergriffe in Frauengefängnissen wurden ebenfalls im Jahr 2025 öffentlich.

Bevor ich meinen Sohn und meine ehemalige Frau zum Jahresabschlussessen in einem asiatischen Buffet-Restaurant abholte, hörte ich noch ein paar Songs meiner Lieblingsmusik. Das Essen war reichhaltig und gut, rund die Hälfte der angebotenen Vor-, Haupt- und Nachspeisen war vegetarisch oder vegan. Ich habe zu viel gegessen.

Den Abend verbrachte ich bei meiner ehemaligen Frau. Zunächst ging ich mit ihrem Hund spazieren und anschließend schauten wir uns „Das Quiz 2025” an ~ ich nenne es immer „Kindergeburtstag für Erwachsene”.

Um Mitternacht begrüßten wir das neue Jahr mit alkoholfreiem, fruchtigem Sekt und aßen etwas Obstsalat.

Danach fuhr ich nach Hause und schlief gegen 2 Uhr ein. In dieser Nacht hat sich der Feinstaubgehalt PM10 verfünfundzwanzigfacht.

Ich bin heute dankbar für:

~ eine ruhige Nacht,

~ einen stressfreien Vormittag,

~ Lesen und Kaffeetrinken im Café,

~ inspirierende Ideen für meinen Blog,

~ Lieblingsmusik hören (nur 13 von vielen),

~ ein asiatisches Buffet,

~ einen entspannten und unterhaltsamen Abend,

~ unfallfreies Fahren auf teilweise eisglatten Fahrbahnen.

Ich bin 2025 dankbar für:

~ meinen Song des Jahres: „Zwischen den Zeilen” von Eva Briegel, Juli und Joy Denalane, den ich 2024 in meine Musiksammlung aufgenommen habe und 2025 zu schätzen lernte.

~ die vielen wertschätzenden Begegnungen mit Kolleg:innen, Blogger:innen (im WWW), dem Personal in Cafés, Restaurants oder Geschäften sowie mit fremden Menschen in Cafés oder öffentlichen Verkehrsmitteln.

~ dass ich meine Nesselsucht (Urtikaria) überwunden habe und gesund bin.

~ die Begegnungen mit meiner getrennt lebenden Familie, den Kindern und meiner ehemaligen Frau.

~ gutes Essen, sauberes Wasser, das elfte Jahr in meinem kleinen Appartement, nachhaltige Kleidung und Kosmetik.

~ den schnellen und sanften Tod meiner Mutter und die Pflege, die mein Bruder und meine Schwägerin ihr haben zukommen lassen.

~ ein volles Herz

~ viel Bewegung an der frischen Luft

~ viele Fotografien, die ich machen konnte

~ einen Korb voller neuer Lieblingsmusik und -sounds

~ die beschwingten Momente auf WordPress.com

~ für die inspirierenden Momente auf WordPress.com

~ für das mir entgegengebrachte Vertrauen auf WordPress.com

~ für die Likes und die wohlwollenden Kommentare auf WordPress.com

~ ein gesundes und unfallfreies Jahr

~ den Weg der Besserung, den mein Sohn nach seinem Absturz im Jahr 2024 eingeschlagen hat,

~ die Enttäuschungen und die damit verbundene Traurigkeit, denn ohne Traurigkeit könnte ich Fröhlichkeit nicht genießen.

t.b.c.


Ich danke Katja vom Blog „Katja mittendrin„, dass ich ihre Idee der Alltagsschnipsel übernehmen darf: https://katja-mittendrin.de/category/alltagsschnipsel/

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Ines. oder For today, I am inconsolable …

Sie war meine Küchenfee in meinem Lieblingscafé. Jeden Freitag beginne ich dort mein Wochenende, ich schöpfe Kraft beim Lesen meiner Zeitschriftenabonnements und genieße die leckeren Salate, einen frisch gebackenen Kuchen und den selbst gerösteten Kaffee. Irgendwann, in den Sommerwochen, brachte sie mir meinen Salat persönlich an den Tisch, obwohl sie sonst immer nur im Hintergrund in der Küche arbeitete. Mit einem Lächeln im Gesicht und strahlenden Augen. Anfangs war ich leicht irritiert, doch irgendwann genoss ich es und spürte, wie dabei die Sonne aufging. Erst zuletzt begannen wir, ein Gespräch zwischen Tisch und Küche zu führen. Uns trennen Jahrzehnte. Wir empfanden das jedoch nicht so. Es blieb dabei.

Heute betrat ich „mein“ Café und T., der Chef und Barista, begrüßte mich wie immer und fügte hinzu: „Heute verabschieden wir Ines. Sie verlässt uns Richtung Heimat.“ Ich war konsterniert und vertiefte mich in meine Zeitschriften.

Nach einer Viertelstunde stand Ines an meinem Tisch, hielt die Salatschüssel „Avocadoliebe” in der Hand und sagte, dass ich es wohl schon erfahren hätte, dass sie fünfhundert Kilometer zurück in ihre Heimatstadt zieht. Aus Heimweh, kurzfristig entschieden. Aus diesem Grund habe sie heute den Salat gekrönt, sagte sie, während sie die Schüssel vor mir abstellte. Ich war sichtlich gerührt. Wir unterhielten uns noch ein paar Minuten und verabschiedeten uns schließlich mit einer Umarmung.

Heimat ruft Ines
Avocadoliebe bleibt
die Sonne geht auf

… but tomorrow is a new day.

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