Das Bild der „besseren Hälfte“ hat unter anderem einen poetischen Ursprung: Es geht auf den antiken Philosophen Platon und seinen „Mythos der Kugelmenschen“ zurück. Demnach waren Menschen ursprünglich kugelförmige Wesen mit vier Armen, vier Beinen und zwei Gesichtern. Von den Göttern wurden sie zur Strafe in zwei Hälften geteilt. Seitdem sucht jeder Mensch ein Leben lang nach seiner „anderen Hälfte“, um wieder vollkommen zu sein.
Ich mag diese Redewendung überhaupt nicht und verwende ihn auch nicht. Zu oft habe ich ihn mit einem Unterton gehört, der das Gegenteil des Ausdrucks vermittelte.
Auch scheint mir die heutige Schreibanregung aus einem weiteren Grund aus der Zeit gefallen zu sein: In Deutschland leben aktuell über 21 Millionen Erwachsene nicht in einer festen Beziehung. 16,7 Millionen Menschen leben allein in einem Haushalt, das sind 34,4 % aller Privathaushalte in Deutschland. Damit ist der Einpersonenhaushalt hierzulande die häufigste Haushaltsform.
Meine ehemalige Partnerin und mich verband die Sorge vor den unkalkulierbaren Folgen der Atomspaltung, sowohl der friedlichen als auch der militärischen. Wir waren Teil eines lokalen Friedensgrüppchens. Im Anschluss an unsere wöchentlichen Treffen führten wir über mehrere Wochen hinweg lange Gespräche zu zweit. Bei unserer ersten gemeinsamen Teilnahme an einer großen, überörtlichen Demonstration kamen wir uns so nah, dass wir fortan gemeinsam durchs Leben gegangen waren.
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