In dem Interview äußert der Intensivpfleger Ricardo Lange sich kritisch über die aktuellen Pflegereformen und die damit verbundenen Personaleinsparungen. Er argumentiert, dass weniger Pflegekräfte zu einer höheren Komplikationsrate bei Patienten führen, was zu längeren Krankenhausaufenthalten und letztlich zu höheren Kosten für das Gesundheitssystem führt. Lange betont, dass Pflege nicht als Kostenfaktor, sondern als Investition betrachtet werden sollte, da angemessene Pflege entscheidend für das Wohlbefinden und die Genesung von Patienten ist.
Er kritisiert die Rücknahme von Verbesserungen, die während der Corona-Pandemie eingeführt wurden, wie die Personaluntergrenzen in der Pflege. Durch diese Rücknahme könnten Krankenhäuser wieder weniger Personal einstellen, was die Situation für Patienten weiter verschärfen würde. Lange weist auch auf die psychische Belastung junger Pflegekräfte hin, die oft ihre Ideale verraten müssen, wenn sie in der Realität des Pflegealltags arbeiten.
Ein weiteres Thema ist die Rolle der Angehörigen in der häuslichen Pflege, die oft nicht ausreichend gewürdigt wird und mit bürokratischen Hürden konfrontiert ist. Lange fordert eine gerechtere Verteilung der Ressourcen im Gesundheitswesen. Er kritisiert, dass finanzielle Aspekte darüber entscheiden, ob Menschen die notwendige Pflege erhalten.
Zusammenfassend fordert er eine grundlegende Neubewertung der Pflege, die den Fokus auf die Qualität der Versorgung und die Wertschätzung der Pflegekräfte legt statt auf Kostensenkungen.
Aus dem Interview „Intensivpfleger Ricardo Lange: „Pflege ist eine Investition““ des Deutschlandfunks vom –30.09.2026-.
Interview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/09/30/alltag_als_pflegekraft_interview_mit_pfleger_ricardo_lange_dlf_20260930_0811_fcfc510c.mp3
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