B.   | dailyprompt

Die heutige Frage ist für mich sehr schwer zu beantworten. An die in der Aufgabe beispielhaft genannten ersten Tage kann ich mich nur noch bruchstückhaft erinnern.

Von meinem ersten Schultag habe ich vor allem Bilder von unzähligen Schultüten vor Augen. Es muss ein besonderer Tag gewesen sein, denn als Fünfjähriger wurde ich monatelang nur mit den Worten begrüßt: „Na, freust du dich schon auf die Schule?” Eine Antwort wurde gar nicht erst abgewartet. Was hätte ich auch schon antworten sollen? Ich kannte die Schule nicht. Auf die Eingangsfrage folgte sofort die bedeutungsschwangere Bemerkung: „Dann beginnt der Ernst des Lebens für dich!” Ich fragte mich, wenn die ersten fünf Jahre meines Lebens schon ernst waren, was dann wohl in der Schule auf mich zukommen würde.

Auch an meinen ersten Tag als Auszubildender kann ich mich nicht wirklich erinnern. Ich weiß nur noch, dass ich Kleidung und Schuhe trug, die ich noch nie zuvor getragen hatte. Ich kam mir verkleidet und lächerlich vor. Ein Akt meiner Emanzipation war es, mich wenige Jahre später für immer vom männlichen Statussymbol Krawatte zu verabschieden. Ich wurde allmählich widerständiger.

Es gibt auch keinen ersten Tag als Elternteil, den ich als besonderen Tag in Erinnerung hätte. Ich lernte damals die Frau kennen und lieben, die ich heute respektvoll, aber distanziert als die Mutter meiner Kinder bezeichne. Sie brachte eine dreijährige Tochter mit in die Beziehung, sodass ich nach und nach in die Vaterrolle hineinwachsen durfte.

Ich habe intensiv nachgedacht, aber mir fällt kein erster Tag ein, der nicht so banal gewesen wäre, dass ich davon erzählen könnte. Ich könnte diesen Blogbeitrag jetzt mit der Bemerkung schließen, dass dies mein erster Tag ist, an dem mir zum Daily Prompt nichts eingefallen ist.

Und doch haben wir vermutlich alle einen ersten Tag, an dem wir aus einseitiger Verliebtheit versucht haben, gegenseitige Liebe zu entwickeln. Diese Geschichten sind schambehaftet, gerade wenn sie mit einer aufblühenden Sexualität verbunden sind. Ich versuche es einmal.

Was die Menschwerdung und das Menschsein betrifft, bin ich ein sogenannter Spätentwickler. Deshalb hatte ich meine erste Freundin und den ersten Sex als Twentysomething.

Ich kannte B. …

der Tag an dem ich
meine Unschuld verlor und
es sichtlich genoss

… schon viele Jahre, wir sangen gemeinsam in einem Jugend- und jungen Erwachsenenchor. Der Kern des Chores unternahm außerhalb der Chorproben und Auftritte bzw. Konzerte viele Freizeitaktivitäten zusammen. Wir waren eine Clique.

An diesem ersten Tag, von dem ich erzähle, kannten B. und ich uns bereits seit sechs Jahren. Wir hatten morgens in einem evangelischen Gottesdienst mit dem Chor gesungen und anschließend mit unserer Clique einen Ausflug unternommen, der bis zum Einbruch der Dunkelheit dauerte. B. bot mir an, mich mit ihrem Auto nach Hause zu fahren, und ich nahm dankbar an.

Während dieser Fahrt verließ ich meine Komfortzone und offenbarte B. – mit bis zum Hals schlagendem Herzen, zittrigen Knien und zittriger Stimme – meine Gefühle für sie. Ich hatte große Angst, dass B. mich auslachen und zurückweisen würde. Im Gegenteil: Ich rannte bei ihr offene Türen ein. Es war, als hätte sie auf diesen einen Moment gewartet.

Sie hielt an, wir umarmten uns und ich gab und bekam meinen ersten langen „richtigen” Kuss. Erstaunlicherweise funktionierte es und es fühlte sich ganz selbstverständlich an. Sie fragte mich, ob ich noch mit zu ihr kommen möchte. Klar wollte ich. Sie wendete, und wir fuhren zu ihr. Die Garage öffnete sich per Fernbedienung. Wir fuhren hinein. Das Garagentor schloss sich. Ein kleines Deckenlicht leuchtete permanent. Die Garage war beheizt – ich sah den Heizlüfter rotieren.

========== Triggerwarnung: es werden moderat erotische/sexuelle Handlungen beschrieben. ==========

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Rolle: Redner | dailyprompt

Ich hatte gerade meine Ausbildung begonnen. Die Mutter eines ehemaligen Klassenkameraden und Freundes war im Vorstand eines Theaters, das Komparsen für ein Theaterstück aus der französischen Revolution suchte. Sie suchten zwei Soldaten, die einen Protagonisten verhaften und abführen sollten. Ich bin der Meinung, dass man möglichst viel ausprobieren sollte, und wir sagten deshalb spontan zu.

Wir traten über mehrere Wochen zu den unterschiedlichsten Zeiten auf, darunter auch einige Schülerinnen- und Schülervorstellungen morgens. Der Geschäftsführer meiner Firma fand mein Theaterengagement gut und gab mir für die Vorstellungen, die während meiner Arbeitszeit stattfanden, bezahlt frei. Von der Theaterbühne erhielten wir eine kleine Aufwandsentschädigung.

Wir gingen auch auf Tournee durch unser Bundesland, fuhren mit einem VW-Bus durch verschneite, nächtliche Landschaften und traten in Veranstaltungsräumen von dörflichen Kneipen und Gaststätten auf improvisierten Bühnen auf. Leider hatten wir keine Sprechrollen, sodass ich nur sagen kann: Ja, ich habe schon einmal auf der Bühne gestanden. Gestanden und mich bewegt. Drehbuchentsprechend.

Eine unangenehme Erfahrung war, dass es einen sexuellen Übergriff des schwulen Hauptdarstellers gab: Auf dem Weg von der Garderobe nach oben auf die Bühne fasste er mir zwischen die Beine. Dabei schaute er mich lüstern an. Er versuchte es nicht ein zweites Mal, nachdem er meinen entsetzten Gesichtsausdruck sah.
Seitdem kenne ich das Gefühl oder die Gefühle DANACH.

Trotzdem denke ich noch heute mit Freude an diese Auftritte auf den „Brettern, …

Rolle Theater
Testgruppenverantwortung
Betriebsratsvorsitz

… die die Welt bedeuten” zurück.

Damals wie heute habe ich eine Abneigung, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Damals wusste ich noch nicht, warum das so ist, heute weiß ich, dass es an meiner starken Introversion liegt.

Ich war einige Jahre lang Vorsitzender des Betriebsrats meiner Firma. Das bescherte mir einige Reden vor bis zu 150 Menschen. Dabei half mir meine Theatererfahrung: Ich spielte für die Reden einfach die Rolle des Betriebsratsvorsitzenden. So konnte ich ansprechende und überzeugende Reden halten.

Ich war auch dreimal für große Testgruppensitzungen verantwortlich, an denen Kolleginnen und Kollegen mehrerer Firmen über jeweils vier Wochen teilnahmen. Auch dort musste ich vor über 100 Menschen Reden halten. Ich war dabei kein Verantwortlicher, sondern spielte für die Reden diese Rolle und konnte so meine Introversion überwinden und wieder sicher auftreten (zu diesem Zeitpunkt war mir meine Introversion noch immer nicht bewusst). Bei der dritten Testgruppensitzung wurde ich an die Grenzen meiner psychischen und seelischen Belastbarkeit geführt, da die Ereignisse den Rahmen einer Rolle sprengten.

Einige Jahre später wurde mir meine Introversion bewusst. Seitdem halte ich keine Reden mehr in Gruppen mit mehr als zehn Personen.

Dafür bin ich in kleinen Gruppen oder unter vier Augen umso gesprächiger. Hier auf meinem Blog empfinde ich mich manchmal als geschwätzig.

Ich möchte keine dieser Erfahrungen missen, da sie mir bei der Bewältigung zukünftiger Krisen helfen.

Täglicher Schreibanreiz
Warst du schon einmal auf der Bühne gestanden oder hast eine Rede gehalten?

Zwischen unterkühlt und überhitzt.  | dailyprompt

Die Frage „What are your favourite physical activities or exercises?” kommt mir sehr bekannt vor. Es gab sie so ähnlich als Daily Prompt 2103: „Was ist deine Lieblingsform der körperlichen Betätigung?” („What is your favourite form of physical exercise?“)

Ich fahre gerne Fahrrad, schwimme, bügele, bowle, jogge und wandere gerne. Außerdem putze ich gerne Fenster, spiele Minigolf, gehe spazieren (gerne mit Hund) und habe gerne Sex.

Diese Aktivitäten betreibe ich mit unterschiedlicher Intensität und Häufigkeit. Joggen ist meine zweitliebste körperliche Aktivität. Ich jogge gerne bis zu dreimal wöchentlich jeweils eine Stunde.

Ich laufe entweder durch einen Park oder entlang eines sogenannten Leinpfads an einem Flussufer. Ich laufe nicht schnell, sondern achte auf meinen Puls, sodass er sich hauptsächlich im Trainingsbereich befindet …

Radfahren schwimmen
bowlen joggen und wandern
schnackseln spazieren

… und nur manchmal anaerob ist. Das Laufen erdet mich und bringt mich wieder zur Ruhe, wenn ich überstimuliert bin.

Die Sportmodeindustrie verdient kaum etwas an mir, denn meine Laufkleidung ist zweckmäßig und ausreichend und überschreitet das notwendige Maß nicht.

Ich laufe nur bei Temperaturen bis maximal 25 Grad Celsius, da mein Puls darüber hinaus zu stark steigt. Meine Wohlfühllauftemperatur liegt zwischen 10 und 15 Grad Celsius. Minustemperaturen halten mich nicht vom Laufen ab. Unter minus 10 Grad Celsius ist dann aber Schluss. Ich kleide mich dann zwiebelartig, ziehe meine Laufmütze an und genieße es, die eiskalte Luft im Gesicht zu spüren und einzuatmen.

Regen hält mich ebenfalls nicht vom Laufen ab, denn ich bin schon immer gerne im Regen spazieren gegangen.

» […] es ist klar – der Regen wäscht auf jeden Fall
weg was war – und es erscheint mir überall
schenkt er auch neues Leben – ’ne neue Chance für jeden
wenn Sonnenlicht durch Wolken bricht, wie nach ’nem Sommerregen   […] «

Die Fantastischen Vier, Sommerregen, 27.09.2004
Täglicher Schreibanreiz
Was sind deine liebsten körperlichen Aktivitäten oder Übungen?

Der Zauber der Illusion oder Die Illusion der Zauberei.  | dailyprompt

Meine jüngste Tochter wollte Silvester 2024 mit Freundinnen und Freunden bei sich zu Hause feiern. Sie wohnt noch bei ihrer Mutter in einer kleinen Doppelhaushälfte. Meine Tochter bat ihre Mutter, Silvester auswärts zu feiern, damit sie ungestört mit ihren Freunden feiern konnte. Die Mutter meiner Kinder fragte mich dann, ob ich Lust und Zeit hätte, mit ihr an Silvester etwas zu unternehmen. Ich hatte Zeit und wir gingen zu einer Silvestergala in einem Restaurant, das sich in einer alten, entwidmeten Kirche befindet. Die Gala begann um 20 Uhr und endete um 3 Uhr morgens. Bis Mitternacht gab es für die Gäste ein 3-Gang-Menü. Vor und nach den einzelnen Gängen gab es abwechselnd Live-Gesang und …

ich bewundere
Illusionieren und
wie sie so zaubern

… Auftritte einer Zauberkünstlerin.

Diese Kunst der Zauberer, Zauberinnen, Illusionistinnen und Illusionisten bewundere ich sehr. Ihre Tricks und Illusionen machen mich immer wieder sprachlos, und ich kann sie mir immer wieder anschauen, ohne mich zu langweilen. Die Geschwindigkeit, mit der die Tricks und Illusionen ausgeführt werden, zeigt mir, wie wenig ich doch imstande bin wahrzunehmen. Ich sehe die Spiegelungen und doppelten Böden nicht, obwohl ich hoch konzentriert und mit Adleraugen das Geschehen auf der Bühne beobachte.

Diese Kunst lässt mich wieder wie ein Kind staunen und erinnert mich an besondere Momente aus meiner Kindheit, als Dinge geschahen, die ich nicht verstehen konnte oder die von den Eltern bewusst inszeniert wurden. Zaubereien, Illusionen und Geheimnisse.

Täglicher Schreibanreiz
Nenne etwas, das andere tun und das deine Bewunderung hervorruft.

Wann kommt der Wind? | dailyprompt

Ein Cartoon ist eine Form der bildenden Kunst, die in der Regel gezeichnet ist, häufig animiert wird und einen unrealistischen oder semirealistischen Stil aufweist. Die spezifische Bedeutung hat sich weiterentwickelt: Die moderne Verwendung bezieht sich in der Regel entweder auf ein Bild oder eine Reihe von Bildern, die satirisch, karikierend oder humorvoll sind, oder auf einen Film, der sich für seine Animation auf eine Abfolge von Illustrationen stützt. [1]

Ich bin kein Fan von Cartoons, weder als Einzelbild noch als Zeichentrickfilm.

Ich habe mal meine Bewertungen bei IMDb.com gesichtet. Zu meinen Favoriten gehören „Waltz with Bashir” und „Chihiros Reise ins Zauberland”. Hervorragend sind auch „Das wandelnde Schloss”, „Verwünscht” und „Ame & Yuki – Die Wolfskinder”.

In dieser vorapokalyptischen Welt ist heute der wichtigste Cartoon „Wenn der Wind weht“:

Es handelt sich um den britischen Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1986, der auf dem Comic von Raymond Briggs basiert. Die Geschichte folgt dem älteren Ehepaar Jim und Hilda, das in einer ländlichen Gegend Englands lebt und von der Bedrohung eines Atomkriegs betroffen ist.

Jim und Hilda führen ein ruhiges Leben, bis Jim von der Möglichkeit eines nuklearen Angriffs erfährt. Er baut einen Schutzraum, doch die beiden sind unzureichend auf die Realität eines Atomkriegs vorbereitet.

Zunächst ignorieren die beiden die drohende Gefahr, doch dann bricht der Krieg tatsächlich aus und sie werden mit den verheerenden …

(k)eine Dystopie
wenn der Wind weht Atomkrieg
Leben nach dem Tod

… Folgen konfrontiert.

Nach der Explosion der Atombombe versuchen Hilda und Jim, an ihren Alltagsroutinen festzuhalten: Sie essen zu festen Zeiten und schmieden Pläne für die Zeit nach der Rettung. Doch die Auswirkungen der Atombombenexplosion haben die beiden Rentner längst erreicht. Sie siechen radioaktiv verstrahlt dahin. Sie wussten nicht, dass man das Regenwasser nicht mehr trinken darf. Sie haben die Regierungsbroschüre falsch verstanden.

Der Film thematisiert die Naivität der Zivilbevölkerung, die Absurdität von Zivilschutzmaßnahmen und die emotionale Belastung des Überlebens nach einem Atomangriff.

Die Charaktere werden sowohl humorvoll als auch tragisch dargestellt, was zu einer tiefen emotionalen Wirkung führt. Die Ratschläge aus den Regierungsbroschüren wirken grotesk und widersprüchlich.

Die Musik stammt von Roger Waters und der Titelsong „When the Wind Blows“ wurde von David Bowie geschrieben und gesungen – es dürfte sein traurigstes Lied sein.

Der Film ist ein bedeutendes Beispiel für animierte Werke, die sich mit ernsten gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen, und hat gerade heute eine große Relevanz.

Insgesamt ist „Wenn der Wind weht“ ein eindringliches und bewegendes Werk, das die Schrecken des Krieges und die Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens thematisiert.

Der Film kann derzeit in Deutschland für 2,99 Euro (SD) bzw. 3,99 Euro (HD) bei Prime Video, Apple TV, Magenta TV, Videobuster, Maxdome, YouTube Store, Kino on Demand, Chili oder Freenet Video ausgeliehen, gestreamt werden (er ist derzeit in keiner Flatrate enthalten). [2]

Täglicher Schreibanreiz
Was ist dein Lieblings-Cartoon?

[1]: https://en.wikipedia.org/wiki/Cartoon
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[2]: https://www.werstreamt.es/film/details/32496/wenn-der-wind-weht/
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Im Albtraum Sehnsucht habend nach abzuwaschenden Snickers. | dailyprompt

Zunächst denke ich über Süchte nach. Habe ich eine Sucht, der ich weniger nachgehen könnte? Ich denke an die Zeit, in der ich jeden Tag um 10 Uhr in der Kantine ein Snickers kaufen und essen musste. Zu meinem dreißigsten Geburtstag lagen morgens 30 Snickers auf meinem Schreibtisch im Büro. Snickers esse ich schon lange keine mehr. Nein, ich habe keine Süchte. Doch, Sehnsucht. Aber ich bin nicht abhängig.

Zweitens denke ich an Dinge, die mir nicht guttun, wenn ich sie tue. Gerne schlafe ich manchmal so lange, dass ich ohne Wecker von allein aufwache. Oft verpasse ich dabei den geeigneten Zeitpunkt. Ich werde wach und stelle fest, dass es draußen schon hell ist. Anstatt sofort aufzustehen, drehe ich mich noch einmal zur Seite und schlafe noch eine Runde weiter. Diese Runde dauert meist zwischen 45 und 90 Minuten. Dabei träume ich sehr intensiv und mit realistischen Gefühlen, meist sind …

Abwäsche sind ein
Albtraum und erhöhen die
Sehnsucht nach Snickers

… es Albträume, die den ganzen restlichen Tag überschatten. Ich könnte also weniger lange schlafen, wenn ich von allein aufwachen möchte.

Als Drittes denke ich an ungeliebte Tätigkeiten. Zum Beispiel könnte ich weniger Geschirr von Hand abwaschen. Ich habe schon einmal detailliert darüber geschrieben, als es um Routinen ging. Wobei, noch weniger geht nicht. Ich wasche nur noch ab, wenn sich entweder Besuch angekündigt hat oder ich wieder Platz brauche. Früher habe ich gerne abgewaschen und abgetrocknet. Seit ich allein lebe, ist mir die Lust vergangen. – PS: Essensreste werden immer kurz weggespült. – Meine kleine Küche hat keinen Platz für eine Spülmaschine. Spülmaschine oder Waschmaschine? Nein, meine Wäsche möchte ich nicht mit der Hand waschen. Also habe ich keine Spülmaschine. Die nächste Wohnung wird eine bekommen. – PPS: Ich habe einmal die Woche Besuch. Das relativiert das Problem. –

Nein, mir fällt nichts Wesentliches ein, das ich weniger machen könnte.

Täglicher Schreibanreiz
Von welcher Sache könntest du weniger machen?

»Die Schönheit der Chance, dass wir unser Leben lieben, so spät es auch ist. Das ist nicht die Sonne die untergeht, sondern die Erde die sich dreht.« | dailyprompt

Ich „blogge” wieder. Wobei ich mich immer noch nicht als Blogger bezeichnen würde. Ich teile hauptsächlich Fundstücke aus dem Internet und teilweise meine Gedanken oder Anekdoten. Außerdem stelle ich meine Lieblingsmusik vor – damit bin ich in ca. 20 Jahren durch. Außerdem zeige ich meine Smartphone-Schnappschüsse.

Nach einer zweijährigen Pause blogge ich also wieder, nachdem ich zehn Jahre lang ununterbrochen gebloggt habe. Die beiden Blogs habe ich vor zwei Jahren gelöscht. Sie haben ein Recht auf Vergessen.
Ich schweife gerne ab. Zurück zu den positiven Ereignissen.

Ich habe die Ursache meiner zwei Jahre anhaltenden Nesselsucht (Urtikaria) gefunden und beseitigt. Ich bin histaminintolerant. Nach einem halben Jahr histaminfreier Ernährung und dem Absetzen des Medikamentes bin ich die juckenden Quaddeln los. Langsam gewöhne ich meinen Körper auch wieder an histaminhaltige Nahrung.

Ich habe Hans Zimmer und sein Disruptive Collective, inklusive der grandiosen Lisa Gerrard, live gesehen. Es war ein Abend voller Ohrgasmen (Gänsehaut mit Glücksgefühlen beim Hören von Musik).
Jammern auf hohem Niveau: Leider hatte nicht Gavin Greenaway die musikalische Leitung. Seine Arrangements berühren meine Seele, lösen Tränenströme und einen „shaking body” aus. Um das zu erleben, schaue ich mir gelegentlich die DVD „Live in Prague” an. Ich glaube, man nennt das Ergriffenheit.

Ich war zum ersten Mal mit meinen beiden jüngsten, jungen erwachsenen Kindern allein im Urlaub an der Nordsee. Die Betonung liegt nicht auf „allein”, …

Urtikaria
Bloggen Abordnung Urlaub
Hans Zimmer Muse

… sondern auf „beide”. Es war für alle beglückend.

Ebenso beglückend ist es, bei WordPress auf so viele interessante Blogs, Bloggerinnen und Blogger zu treffen, die mich einerseits in meinem Weltempfinden bestärken und mir andererseits neue Perspektiven eröffnen. Eigentlich bin ich ein intrinsisch motivierter Mensch. Was meine Kreativität anbelangt jedoch nicht. Deshalb bin ich ganz besonders dankbar für die inspirierende Begegnung.

Meine Firma hat mich 23 Jahre lang zu einer anderen Firma abgeordnet. Diese Abordnung endete in diesem Jahr wie geplant. Die Firma, der ich über 20 Jahre gedient habe, konnte sich jedoch nicht durchringen, mich offiziell zu verabschieden. Da meine Kolleginnen und Kollegen auf drei Standorte in drei Bundesländern verteilt sind, habe ich mich von August bis Oktober aufgemacht und mich persönlich von den Kolleginnen und Kollegen in Kaiserslautern, Lahr und Fulda verabschiedet. Ich habe ein Deutschlandticket. Ich fahre seit meiner Geburt leidenschaftlich gerne Bahn. Seit ein paar Jahren liegt die Betonung im Zusammenhang mit Bahnfahrten jedoch auf „leiden”. Von den herzlichen und wertschätzenden Verabschiedungen werde ich noch lange zehren. Gerade erfuhr ich, dass eine Kollegin meine Abschiedsworte so bewegt haben, dass sie sich endlich traute, den Arbeitsplatz zu wechseln.

Ich blicke auf dieses Jahr voller positiver Ereignisse und voller Dankbarkeit zurück und bin mir bewusst, dass jede Person, der ich begegnet bin, real oder virtuell, ihren oder seinen Teil dazu beigetragen hat.

Täglicher Schreibanreiz
Welche positiven Ereignisse hat es in deinem Leben im vergangenen Jahr gegeben?

Der Titel ist dem Song „Die Schönheit der Chance“ von Tomte entlehnt.

The wild ones  | dailyprompt

Als hilfsbereiter Mensch führe ich ab und zu einen Hund Gassi. Letztens konnte ich auf den Feldern einen Fuchs beobachten. Dort fliegen auch immer wieder Greifvögel. Majestätisch sehe ich sie hoch oben in der Luft „stehen”, mit ihrem scharfen Blick nach Beute am Boden Ausschau haltend. Manchmal gleiten sie auch ganz dicht über die Felder in Bodennähe.

Eichhörnchen zaubern mir immer ein Lächeln ins Gesicht. Ich bleibe reglos stehen und beobachte, wie sie flink von Baum zu Baum flitzen. Besonders freut es mich, im Park das typische Klopfen eines Spechts zu hören. Ich bleibe dann so lange stehen und verfolge das Klopfen mit den Ohren und den Augen, bis ich den Specht entdeckt habe. Er war schon …

Eichhörnchen Rehe
Hausrotschwanz Falke Füchse
Fledermäuse Specht

… lange nicht mehr zu hören.

In der Stille der Corona-Zeit hatte sich ein Hausrotschwanzpärchen ein Nest in einem Endstück eines Lüftungsrohrs im Durchgang zu unserem Mietshaus gebaut. Zunächst wurde ich durch ihren Gesang auf sie aufmerksam. Dieser war neu hier. Dann erblickte ich sie im Baum des Gartens unseres Nachbarn. Irgendwann entdeckte ich schließlich ihr Nest.

Jeden Abend zum Ende der Blauen Stunde fliegen vor meinen Fenstern zum Hof die Fledermäuse und jagen in halsbrecherischen Flugbewegungen nach Insekten.

Auch die Begegnungen bei Waldspaziergängen mit Rehen sind schön.

Ja, ich sehe manchmal wildlebende Tiere.

Ich wünschte, ich würde sie nicht mehr in Zoos, Zirkussen und auf Speisekarten sehen.

Doch das wildeste Tier begegnet mir morgens im Spiegel.

Täglicher Schreibanreiz
Siehst du manchmal wildlebende Tiere?

Die Plätze in meinem Herzen.  | dailyprompt

Dies ist wohl eine missglückte Übersetzung der englischen Originalfrage „Do you have a favourite place you have visited? Where is it?”

Ich hatte irgendwann einmal damit begonnen, eine Liste aller Orte zu erstellen, die ich bislang besucht habe. Diese Liste habe ich heute wieder hervorgeholt und ergänzt.

Ich habe keinen Lieblingsort. Ich habe Lieblingsplätze.
Zum Beispiel die eine Bank …

Plätze werden zu
meinen Lieblingsorten durch
die liebsten Menschen

… auf dem Friedhof, auf dem meine Vorfahren begraben sind.
Mein Lieblingscafé in der kleinen großen Stadt in der Nähe.
Der kleine Park in meiner Stadt.
Der Bürgerpark, das Schnoorviertel und das Teestübchen im Schnoor in Bremen gehören ebenfalls dazu.

Einen Lieblingsort habe ich nicht. Ich habe Lieblingsmenschen. Reale wie virtuelle.
Dort, wo ich meinen Lieblingsmenschen begegne, sind meine Lieblingsorte.

Täglicher Schreibanreiz
Hast du einen Lieblingsort, an dem du schon warst? Welcher ist es?

Mein Leben ist wie leise See:
Wohnt in den Uferhäusern das Weh,
wagt sich nicht aus den Höfen.
Nur manchmal zittert ein Nahn und Fliehn:
Aufgestörte Wünsche ziehn
Darüber wie silberne Möwen.

Und dann ist alles wieder still. . .
Und weißt du was mein Leben will,
hast du es schon verstanden?
Wie eine Welle im Morgenmeer
Will es, rauschend und muschelschwer,
An deiner Seele landen.

Rainer Maria Rilke, Mein Leben ist wie leise See
Das 1897 in München geschriebene Gedicht ist ein Liebesgedicht und Teil des Zyklus „Dir zur Feier“, mit dem Rilke seine tiefe Verbundenheit und Sehnsucht nach Lou Andreas-Salomé ausdrücken wollte.

Er war das perfekte Mittelmaß.  | dailyprompt

Es kommt immer auf die Perspektive an, aus der man Dinge betrachtet, vergleicht und bewertet. Dabei werden zwei Betrachter:innen sicherlich zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Ich selbst sage über mich, dass ich in nichts gut bin. Ich bin der Durchschnitt, das Mittelmaß. Es genügt mir, ausreichend und zweckmäßig zu sein und das Maß des Notwendigen nicht zu überschreiten. Ich strebe auch nicht danach, in irgendetwas besonders gut zu sein. Ein Kollege sagte einmal auf der Arbeit: Das Arbeitsrecht fordert von Arbeitnehmern lediglich, eine Arbeit von mittlerer Art und Güte abzuliefern. Ich bin von mittlerer Art und Güte.

Ich will immer mein Bestes geben. Die Betonung liegt auf …

sehr verlässlich und
hilfsbereit und ausdauernd
gelassen pfiffig

… „mein”. Mein Bestes ist befriedigend, aber nicht gut. Wenn ich mein Bestes gegeben habe, bin ich zufrieden. Für mein Bestes strebe ich Perfektion an. Perfektes liefere ich jedoch nie ab. Deshalb laufe ich auch nicht Gefahr, in einen Burnout zu geraten. Ich vergleiche meine Leistungen nicht mit denen anderer und möchte nicht gleich gut oder besser sein. Ich lerne aus den Fehlern anderer und verbessere so meine Mittelmäßigkeit.

Am Ende meines Lebens wird man sagen: Er war das perfekte Mittelmaß.

Ich habe vielleicht fünf Eigenschaften, die ich gut finde:

1. Verlässlichkeit
2. Hilfsbereitschaft
3. Ausdauer
4. Gelassenheit (wenn ich will)
5. Ich finde immer einen Workaround.

Täglicher Schreibanreiz
Nenne fünf Dinge, in denen du gut bist.