Das Unbewusste insistiert, meldet sich immer wieder
Annie Rogers, The Unsayable, 31.07.2007, 320 Seiten, ISBN 978-0-8129-7166-8, 15,99 EUR
und tritt dann quasi die Tür ein, um Gehör zu finden.
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Der Wunsch.
https://www.google.com/search?q=der+wunsch+mediathek
Von einer Freundin, die Marathon läuft und die Öffentlichkeit über Social Media regelmäßig an ihren Lauf-Events teilhaben lässt, hatte ich lange nichts mehr gehört.
Anlässlich ihres Geburtstags fragte ich sie, für welches Ereignis sie gerade trainiere.
Sie antwortete mir, sie sei schwanger und habe ihr tägliches Laufpensum drastisch reduziert.
Ich gratulierte ihr und freute mich mit ihr. Ich freute mich umso mehr, da eine Schwangerschaft für lesbische Paare mit erhöhtem Aufwand und im Einzelfall mit höherem Risiko verbunden sein kann.
Mir fiel daraufhin ein, dass ich eine hochgelobte Dokumentation auf meiner Watchlist stehen habe: „Der Wunsch” von Judith Beuth.
Ich suchte und fand diese Doku zuletzt in der Mediathek und schaute sie mir gleich an: gelacht, geweint.
Die Dokumentation „Der Wunsch“ von Judith Beuth ist ein einfühlsames Porträt über das lesbische Paar Maria und Christiane, das sich über einen Zeitraum von zehn Jahren mit seinem unerfüllten Kinderwunsch auseinandersetzt. Die Doku beleuchtet die emotionalen und körperlichen Strapazen, die mit Hormontherapien und künstlicher Befruchtung verbunden sind – insbesondere vor dem Hintergrund der Hindernisse, die das deutsche Gesundheitssystem für lesbische Paare bereithält. Maria, die querschnittgelähmt ist, hat dabei mit zusätzlichen Risiken zu kämpfen.
Ein zentrales Thema ist die Belastung der Beziehung durch unterschiedliche Ansichten und die Höhen und Tiefen des Prozesses. Während Christiane ihren Wunsch unbeirrt verfolgt, beginnt Maria zu zweifeln. Der Film zeigt, wie die beiden um ihre Beziehung ringen und gleichzeitig die Bedeutung von Mutterschaft und Familie neu definieren.
Die Regisseurin Beuth, die eine enge Beziehung zu den beiden Frauen hat, schafft eine intime und ehrliche Darstellung, ohne die Diskretion zu vernachlässigen. Der Film, der beim Max-Ophüls-Festival Anerkennung fand, wird auch für seine künstlerische Gestaltung und die Verwendung von Animationen gelobt, die die emotionalen Erlebnisse der Frauen unterstreichen. Letztendlich geht es in „Der Wunsch” nicht nur um den Kinderwunsch, sondern vor allem um die Kraft der Liebe und die Widerstandsfähigkeit der Beziehung.
Hervorragend.
von Schafen, Wölfen und Hirten

Völkerrecht vs. Machtpolitik.
In dem Gespräch wird die Diskussion über das Völkerrecht als besonders relevant und gleichzeitig herausfordernd dargestellt, insbesondere im Kontext aktueller geopolitischer Konflikte.
Hier sind die Hauptpunkte zusammengefasst:
Inflationärer Gebrauch des Begriffs „völkerrechtswidrig“: Der Artikel hebt hervor, dass dieser Begriff in den letzten 23 Jahren häufig verwendet wurde, um verschiedene militärische Aktionen – wie Putins Angriff auf die Ukraine und Israels Militäraktionen – zu kennzeichnen.
Fehlende Berücksichtigung des Völkerrechts bei der Machtpolitik: Professor Kai Amboss argumentiert, dass das Völkerrecht in den Verhandlungen zwischen Großmächten wie Trump und Putin kaum eine Rolle spielt. Dies zeigt sich in der Abwesenheit rechtlicher Begriffe während ihrer Gespräche.
Vielfalt des Völkerrechts: Das Völkerrecht wird als komplexes Feld beschrieben, das nicht nur Kriegsführung, sondern auch Umweltfragen und Grenzstreitigkeiten betrifft. Es gibt Erfolge bei der friedlichen Lösung von Konflikten durch internationale Gerichte, was als positive Entwicklung gewertet wird.
Der Artikel thematisiert auch die Kritik an der Wirksamkeit des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Bezug auf die Verhaftung von Personen wie Putin und Netanjahu. Beide Staaten zeigen eine ablehnende Haltung gegenüber dem Gericht, was die Durchsetzung des internationalen Strafrechts erschwert.
Machtpolitik versus Rechtsstaatlichkeit: Es wird betont, dass sowohl Russland als auch die USA eine ablehnende Haltung gegenüber dem IStGH haben. Dies wirft die Frage auf, wie das internationale Recht in einer Welt, in der Machtpolitik dominiert, durchgesetzt werden kann.
Trotz der Herausforderungen wird argumentiert, dass das Völkerrecht eine unverzichtbare Grundlage für die internationale Ordnung bleibt. Die Einhaltung des Völkerrechts wird als notwendig erachtet, auch wenn es in der Praxis oft nicht durchgesetzt wird.
Amboss kommt zu dem Schluss, dass das Völkerrecht weiterhin wichtig ist, um eine regelbasierte internationale Ordnung aufrechtzuerhalten, und dass der Dialog über seine Einhaltung unabdingbar bleibt, auch wenn es derzeit in bestimmten Konflikten nicht respektiert wird.
Insgesamt wird das Völkerrecht somit als ein wichtiges, aber herausgefordertes System dargestellt, das in einer Zeit, in der Machtpolitik oft über rechtliche Normen dominiert, bestehen bleibt.
17.08.2025, https://www.deutschlandfunk.de/ist-das-voelkerrecht-noch-zu-retten-kai-ambos-voelkerrechtler-100.html
Gegen die Verachtung der Moral.
Im Gespräch mit Anne Rabe geht es um die Bedeutung von Moral in der heutigen Gesellschaft und die Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert ist.
Im Folgenden sind die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
Definition von Moral: Moral umfasst die ethischen Normen und Werte, die das zwischenmenschliche Verhalten in einer Gesellschaft regulieren.
Verschiebung des Diskurses: Rabe kritisiert, dass moralische Grundsätze zunehmend infrage gestellt werden. Sie beobachtet eine Verschiebung nach rechts im gesellschaftlichen Diskurs, insbesondere in Bezug auf Themen wie Armut, Migration und Klimapolitik.
Rechtsextremismus und Demokratie: Der Aufstieg der extremen Rechten wird als Bedrohung für die westlichen Werte und die Demokratie angesehen. Rabe betont, dass moralische Überzeugungen für den Erhalt der Demokratie entscheidend sind.
Politische Realität vs. Moral: Rabe argumentiert, dass eine Politik, die sich nur an der Realität orientiert und moralische Überlegungen ignoriert, vision- und ideenlos ist. Sie fordert, dass moralische Prinzipien als Leitstern für konkrete politische Maßnahmen dienen sollten.
Kritik an der aktuellen politischen Lage: Rabe äußert ihre Unzufriedenheit mit der letzten Regierung und deren Unfähigkeit, die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger zu erfüllen. Sie sieht eine wachsende Kluft zwischen den Bedürfnissen der Gesellschaft und den politischen Entscheidungen.
Moral als Statussymbol: Es wird diskutiert, dass moralische Fragen oft mehr als Statussymbol in gesellschaftlichen Diskursen behandelt werden, ohne dass sie zu konkreten Lösungen führen.
Persönliche Reflexion: Rabe beschreibt ihr Buch auch als eine Art Selbstvergewisserung, um mit der Unsicherheit und den Herausforderungen der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation umzugehen.
Freundschaften und Werte: Rabe thematisiert, wie unterschiedliche moralische Ansichten zu Konflikten in persönlichen Beziehungen führen können, insbesondere in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen.
Insgesamt plädiert Rabe für ein aktives Eintreten für moralische Werte als Grundlage für eine gerechtere und demokratischere Gesellschaft.
17.08.2025, https://www.deutschlandfunk.de/ein-plaedoyer-fuer-moralisches-handeln-anne-rabe-schriftstellerin-100.html
Anne Rabe, Das M-Wort, Können wir uns eine Welt ohne Moral überhaupt leisten?, Klett-Cotta, 224 Seiten, EAN 9783608124729, 20 EUR Hardcover, 17,99 EUR eBook
Stille. Leere. Panik.
Der Vierjährige schreckt aus einem Alptraum hoch.
Es ist dunkel. Es ist still.
Er steht auf, öffnet die Tür seines Kinderzimmers und sieht, dass im Wohnzimmer Licht brennt.
Mama? – Mama? – Mama!? Mama antwortet nicht. Es bleibt still.
Wo ist Mama?
Der Kleine geht von Raum zu Raum. Hinter jeder Tür herrscht Stille. Mama ist nicht da!
Panik kommt auf. Wo ist Mama?
Er läuft hektisch durch die ganze Wohnung. Nur mit äußerster Mühe kann er sich etwas beruhigen. Er kann sich nicht daran erinnern, dass Mama etwas gesagt hat, das erklärt, wo sie und Papa sind.
Er weint.
Bitterlich.
Er geht ins Wohnzimmer und drückt den Knopf am Fernseher, den Mama oder Papa immer drücken. Der Fernseher geht an. Blaulicht. Polizisten rennen durchs Bild. Menschen weinen. Es werden Fragen gestellt. Plötzlich sitzt ein Mann allein auf einem Stuhl an einem Tisch. Er hört etwas von „sachdienlichen Hinweisen” und „eines unserer Aufnahmestudios”. Kurz darauf erscheinen nacheinander zwei Männer, die merkwürdig sprechen. Er sieht, wie Maskierte Vitrinen mit dem Hammer einschlagen, wie eine Frau vom Fahrrad gestoßen wird und sich ein Mann auf sie legt, sowie wie eine alte Frau an ihren Sessel gefesselt und geschlagen wird.
Er versteht die Welt nicht mehr.
Angst. Angst. Angst.
Er verlässt das Wohnzimmer. Der Fernseher läuft weiter. Er geht ins elterliche Schlafzimmer, legt sich auf das große Bett und döst ein.
Später merkt er noch, wie er in sein eigenes Bett getragen wird …
Die Erinnerung an diese Nacht wird ihn sein Leben lang begleiten. „Aktenzeichen XY … ungelöst” auch.
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