Die PISA-Studie zeigt, dass Deutschland in den Bereichen Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften so schlecht wie nie zuvor abschneidet. Besonders besorgniserregend ist, dass die Lesekompetenz der 15-JĂ€hrigen einen historischen Tiefstand erreicht hat. Ulrike Weckel, Professorin fĂŒr Fachjournalistik, erklĂ€rt, dass die Verbindung zwischen LesefĂ€higkeit und demokratischer Teilhabe komplex ist. Lesen allein macht noch keinen aktiven BĂŒrger aus, und die LesefĂ€higkeit hat sich nicht immer gleichmĂ€Ăig entwickelt.
Historisch betrachtet gab es Zeiten, in denen das Lesen einer kleinen Elite vorbehalten war. Mit der EinfĂŒhrung öffentlicher Bibliotheken im 19. Jahrhundert wurde das Lesen fĂŒr mehr Menschen zugĂ€nglich. Dies löste auch Ăngste bei den damaligen Herrschenden aus, die den Zugang zur Bildung kontrollierten.
Weckel zieht Parallelen zu den heutigen Medien, insbesondere zu den sozialen Medien und dem Fernsehen, und warnt vor einer moralischen Panik ĂŒber deren Einfluss. Sie betont, dass neue Medien alte nicht ersetzen, sondern verĂ€ndern. Ein Ziel sollte demnach die Entwicklung einer âMediensouverĂ€nitĂ€tâ sein, also die FĂ€higkeit, Medien bewusst und kritisch zu nutzen, anstatt sich nur auf schnelle und bequeme Konsumangebote zu verlassen.
Zusammenfassend zeigt das GesprÀch, dass die Lesekultur in Deutschland gefÀhrdet ist und es wichtig ist, die Freude am Lesen zu fördern und Medienkompetenz zu entwickeln.
Aus dem Interview „PISA und Social Media – Von der „Lesesucht“ zur Leseflucht. Ulrike Weckel, Hist.“ der Deutschlandfunk-Sendung „Information und Musik“ vom –13.09.2026-.
Interview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/09/13/pisa_und_social_media_von_der_lesesucht_zur_leseflucht_dlf_20260913_0812_e88d1ab6.mp3
Webseite des Interviews in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunk.de/pisa-und-social-media-von-der-lesesucht-zur-leseflucht-ulrike-weckel-hist-100.html
„CC BY-NC-SA“-Lizenz öffnet sich in einem neuen Tab: https://rueckzuginsprivate.de/cc-lizenzierung-cc-by-nc-sa/
rueckzuginsprivate.de weist darauf hin, dass die Inhalte der geteilten und zusammengefassten Artikel die Ansicht der verlinkten Websites wiedergeben. Diese Ansicht muss nicht mit der Meinung von rueckzuginsprivate.de ĂŒbereinstimmen.