📅❓ the promise I made

Angesichts der Verheerungen in der Welt – den ideologischen, den atomaren, den klimatischen, den kriegerischen, den kriminellen, den von Machtgier verursachten – sagte ich mir als Jugendlicher, dass ich keine eigenen Kinder bekommen, sondern Kinder adoptieren möchte.

Ich wollte am Ende meines Lebens nicht mit der Frage konfrontiert werden: „Warum hast du uns in diese Welt gesetzt?” Ich spĂŒrte die Last ererbter gesellschaftlicher Verantwortung und die Unmöglichkeit, die Entwicklung auf dieser Welt positiv zu beeinflussen.

Kinder brauchen Eltern. Und es gibt zu viele Waisenkinder auf dieser Welt. Mindestens einem von ihnen wollte ich ein behĂŒtetes Zuhause und eine liebevolle Familie geben.

Am Ende sind es drei Kinder geworden. Nicht allein durch aktives Handeln, sondern auch durch FĂŒgung. Selbst als das Konzept der „Familie unter einem Dach” scheiterte, mussten die Kinder nicht darunter leiden.

Diese drei Versprechen (keine leiblichen Kinder, Adoption/Pflege, eine sichere Familie), die ich mir selbst gegeben habe, konnte und durfte ich auch wirklich einhalten.

TĂ€gliche Schreibanregung
Welches Versprechen an dich selbst hast du wirklich gehalten?

What’s a promise you made to yourself that you’ve actually kept?  |  Welches Versprechen hast du dir selbst gegeben, das du auch wirklich eingehalten hast?

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Autor: Bernd

» ... Ist es möglich; daß man trotz Erfindungen und Fortschritten, trotz Kultur, Religion und Weltweisheit an der OberflĂ€che des Lebens geblieben ist? Ist es möglich, daß man sogar diese OberflĂ€che, die doch immerhin etwas gewesen wĂ€re, mit einem unglaublich langweiligen Stoff ĂŒberzogen hat, so daß sie aussieht wie die Salonmöbel in den Sommerferien? Ja, es ist möglich. ... « – Rainer Maria Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, 1910 ====================

3 Gedanken zu „📅❓ the promise I made“

  1. Mein tiefster Respekt an euch, dass ihr euch bewusst fĂŒr die Adoption entschieden habt und Kindern ein liebevolles Zuhause gegeben habt😊. Die Gedanken hatte ich tatsĂ€chlich auch, dass ich mich aufgrund der Situation in unserer Welt gegen eigene Kinder entscheide, weil man es nicht verantworten kann, sie in diese Welt zu setzen (stĂ€ndige Kriege, wirtschaftliche Lage, unsichere Politik, Klimawandel etc.). Es ist absolut verstĂ€ndlich, dass ihr einen anderen Weg gegangen seid. Heutzutage muss man sich leider damit auch auseinandersetzen.

    1. Vielen Dank! Es sollte immer gut ĂŒberlegt sein, ob man Kinder in diese Welt setzt und/oder sie adoptiert oder in Pflege nimmt. Der Drang, sich einen leiblichen Kinderwunsch zu erfĂŒllen, sollte ebenso ernst genommen werden. Ein Adoptivkind besĂ€nftigt diese Hormone jedoch nicht. Die Trauer ĂŒber einen unerfĂŒllten Kinderwunsch kann ĂŒbermĂ€chtig werden und erfordert aktive Trauerarbeit. Durch Kinder wird auch der Status der Paarbeziehung gnadenlos sichtbar. FĂŒr unsere Kinder war unsere Trennung der bessere Weg. Ohne den Störfaktor „Paarbeziehung” konnten wir bessere Eltern sein.

  2. Das stimmt, ein Kinderwunsch verĂ€ndert jeden Aspekt des Lebens und einer Beziehung. Als ich damals heiratete, hatte ich auch noch einen leiblichen Kinderwunsch. Nach unserer Hochzeit wurden jedoch die sehr altmodischen Ansichten meines Ex-Mannes immer klarer und ich wusste, dass ich damit nicht leben möchte. Ich wollte keine Hausfrau und Mutter fĂŒr ihn und ein Kind sein. Des Weiteren hĂ€tten wir nur ein Kind durch eine Kinderwunschbehandlung bekommen können und durch meine Vorerkrankungen hĂ€tte dies fĂŒr mich lebensbedrohlich werden können. Als er dies dafĂŒr in Kauf genommen hĂ€tte und ich meinen Kinderwunsch einmal komplett hinterfragte, wusste ich, dass ich nur ein Kind bekommen hĂ€tte, weil es von der Gesellschaft so erwartet wurde und ich das eigentlich nicht möchte. Außerdem wollte ich mein Leben nicht fĂŒr ein Kind riskieren. Damit war es vom Tisch und wenig spĂ€ter trennte ich mich von ihm. FĂŒr viele ist eun leiblicher Kinderwunsch nicht verhandelbar und da muss man tatsĂ€chlich wieder eigene Wege gehen.

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