📅❓ Eine andere Heimat.

Ich war und bin ein großer Fan der Serie „Homeland”. Acht Staffeln über zehn Jahre. Jede Staffel hatte zwölf Episoden.

In den ersten drei Staffeln drehte sich alles um die besessene Jagd von Carrie, der Protagonistin aller Staffeln, auf den US-Marine Nicholas Brody. Dieser kehrte als Kriegsheld aus jahrelanger Al-Qaida-Gefangenschaft heim, wurde jedoch von Carrie verdächtigt, ein umgedrehter Terrorist zu sein. Zwischen beiden entstand eine hochgradig toxische und faszinierende Liebes- und Verratsbeziehung, die … endete.

In den folgenden sieben Staffeln wandelte sich die Serie zu einem realistischen und beinah prophetischen Polit-Thriller. Carrie agierte als „Director of Station“ an den gefährlichsten Brennpunkten der Welt (Kabul, Islamabad, Berlin, New York, Moskau). Dabei kämpfte sie gegen die Folgen von Drohnenkriegen, Whistleblower, politische Verschwörungen im Weißen Haus, russische Desinformationskampagnen und Cyber-Terrorismus.

Egal, wie oft sich die Kulissen und globalen Bedrohungen änderten – im Kern ging es immer um das traumatische und einsame Schicksal einer Frau, die für die Sicherheit ihres Landes ununterbrochen ihre eigene Psyche, ihr privates Glück und schließlich ihren Ruf opferte, bis sie am Ende selbst … wurde.

Die achte, hochdramatische Staffel endete mit einem Twist, der die komplette Serie abschließend so in Szene setzte, dass ich als Zuschauer zufrieden meine Couch verließ. Das Finale schlug einen perfekten psychologischen Bogen zurück zur allerersten Staffel und zu Nicholas Brody. Das Ende entfaltete sich in zwei Akten: einem dramatischen Verrat und einer genialen Wendung zwei Jahre später. Außerdem lässt das Drehbuch die Tür für eine Fortsetzung in vielen Jahren ein Stück weit offen.

Täglicher Schreibanreiz
Welche Serie hatte das perfekte Serienfinale?

What’s a show that had the perfect series finale?  |  Welche Serie hatte das perfekte Serienfinale?

„CC BY-NC-SA“-Lizenz öffnet sich in einem neuen Tab: https://rueckzuginsprivate.de/cc-lizenzierung-cc-by-nc-sa/

📔 Das Video beeinträchtigt die Live-Auftritte.

Irgendwann während der zurückliegenden Pandemie habe ich mir den Konzertfilm „Hans Zimmer: Live in Prague (2017)” angesehen. Dieser Konzertfilm wurde mir empfohlen. Bislang erregte Filmmusik nicht meine Aufmerksamkeit; sie war für mich immer nur Teil des Gesamtkunstwerks. Nur wenn sie störte, merkte ich es. Seit diesem Konzertfilm achte und hochachte ich Filmmusik.

Über zwei Stunden war ich ergriffen. Ich saß da, schaute auf den Bildschirm und mir liefen bei vielen Stücken oder an vielen Stellen die Tränen herunter. Diese Musik, diese Performance, berührte mich tief in meiner Seele und brachte die Saiten meiner Seele zum Schwingen. Zeitweise schüttelte sie meinen ganzen Körper. So etwas hatte ich zuletzt vor Jahrzehnten in der Berliner Philharmonie bei einer Aufführung von Bachs Johannes-Passion erlebt. „Live in Prague” war mehr oder weniger ein Rock-Spektakel.

Später hörte ich mir noch die Live-Aufnahmen von „The World of Hans Zimmer – A Symphonic Celebration” an. Diesmal stand das klassische Orchester im Vordergrund und es wiederholte sich, was ich beim Schauen von „Live in Prague” erlebt hatte.

Ich wollte Hans Zimmer unbedingt einmal live erleben. Die Gelegenheit ergab sich 2025 mit „HANS ZIMMER LIVE – THE NEXT LEVEL”. Mir war bewusst, dass die Fallhöhe für mich außerordentlich war. Meine beiden jüngsten Kinder, die beide in ihren Zwanzigern sind, begleiteten mich.

Es war eine grandiose Show, der es an nichts mangelte. Besonders freute es mich, Lisa Gerrard einmal live erleben zu dürfen. Und doch flossen keine Tränen, ich war nicht ergriffen und mein Körper schüttelte sich nicht. Es lag nicht an der Gewöhnung, denn bei „Live in Prague” kann ich die oben beschriebenen Reaktionen wiederholen.

Nachdem Hans Zimmer die Mitwirkenden vorgestellt hatte, wusste ich, woran es lag. In den Performances, auf die ich so heftig reagiert hatte, war Gavin Greenaway der musikalische Direktor. Er schuf einen luftigen Sound und gab den Harmonien Raum. Bei „The Next Level” war dies jemand anderes, ein wesentlich Jüngerer, der mehr Wert auf Elektronik legte. Der Musik fehlte die Luft zum Atmen.

Mein Sohn hörte diese Musik zum ersten Mal und war bei „The Next Level” genauso ergriffen wie ich bei „Live in Prague”.

Hans Zimmer live zu erleben, ist ein wirkliches Erlebnis, das ich jedem musikbegeisterten Menschen nur empfehlen kann. Bitte schaut euch die Konzert-DVDs erst danach an.

=> Weitere „dailyprompts“ aller Blogger:innen: LINK

„CC BY-NC-SA“-Lizenz öffnet sich in einem neuen Tab: https://rueckzuginsprivate.de/cc-lizenzierung-cc-by-nc-sa/