Der am 13. März 2025 gehaltene Vortrag von Professorin Susann Prätor behandelt das Thema Jugendgewalt in Deutschland und beleuchtet verschiedene damit in Verbindung stehende Aspekte. Im Folgenden sind die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
Zunahme von Jugendgewalt
Es gibt einen Anstieg von Gewalt unter Jugendlichen, der sowohl bei deutschen als auch bei nichtdeutschen Jugendlichen zu beobachten ist. Diese Entwicklung ist jedoch nicht ausschließlich auf die Herkunft zurückzuführen, sondern vielmehr auf die Lebensbedingungen und sozialen Faktoren.
Gewaltlegitimierung
Die Forschung zeigt, dass gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen zugenommen haben. Das bedeutet, dass es in bestimmten Kreisen als legitim angesehen wird, Männlichkeit durch Gewalt zu demonstrieren.
Statistische Analyse
Prätor betont die Wichtigkeit von Hellfeld- (polizeilichen) und Dunkelfeld- (nicht erfassten) Daten, um ein umfassenderes Bild der Jugendkriminalität zu erhalten. Der Großteil der Jugendlichen ist nicht wegen schwerer Gewaltdelikte polizeilich erfasst, sondern hat weniger schwerwiegende Straftaten begangen.
Brutalisierungsthese
Die Annahme, dass Jugendgewalt brutaler geworden ist, wird durch die Daten nicht gestützt. Statistiken zeigen, dass die Schwere der Gewalttaten nicht zugenommen hat.
Einfluss von Migration
Prätor stellt klar, dass die Anstiege der Gewaltkriminalität nicht allein auf Migration zurückzuführen sind, da ähnliche Trends auch bei deutschen Jugendlichen zu beobachten sind. Entscheidend sind die Lebensbedingungen, nicht die Herkunft.
Prävention und Erziehung
Es wird auf die positiven Effekte von Präventionsmaßnahmen und Veränderungen in der Erziehungskultur hingewiesen, die in den letzten Jahren zu einem Rückgang der Jugendgewalt beigetragen haben.
Einfluss der Corona-Pandemie
Die Pandemie hat die Gewaltkriminalität möglicherweise beeinflusst, indem sie soziale Kontakte und Freizeitaktivitäten einschränkte. Dies führte nach der Lockerung der Maßnahmen zu einem Anstieg von Gewalt.
Zielgruppen für Prävention
Die Identifizierung von Risikofaktoren wie sozialer Benachteiligung und elterlicher Gewalt ist entscheidend, um gezielte Präventionsmaßnahmen zu entwickeln.
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Insgesamt kommt Prätor zu dem Schluss, dass es wichtig ist, die Komplexität der Ursachen von Jugendgewalt zu verstehen und einfache Erklärungen zu vermeiden. Die Lebensbedingungen und sozialen Faktoren spielen eine zentrale Rolle und die meisten Jugendlichen verhalten sich nicht gewalttätig.
Podcastfolge „Jugendgewalt – Herkunft spielt keine Rolle“ vom –13.06.2025– aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Hörsaal„.
Podcastfolge in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2025/06/13/deutschlandfunknova_jugendgewalt_herkunft_20250613_3e6f4f01.mp3
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