📅❓ fear of crossing the threshold

Ich habe Schwellenangst. Ich habe sie nicht überwunden. Ich übertrete sie einfach – bewusst und konzentriert. Ich erwarte gelassen, was kommen mag.

Nein, diese Angst ist nicht wörtlich zu nehmen. Es ist diese Hemmung oder Furcht, einen neuen, unbekannten Bereich zu betreten. Ich fühle mich unbehaglich, wenn ich meine Komfortzone verlassen muss.

Mein Magen krampft, wenn ich daran denke, ein volles Restaurant, eine neue Arztpraxis oder eine Behörde zu betreten. Oder wenn ich zu einer Party eingeladen bin, bei der mir die meisten Gäste unbekannt sind. Was erwartet mich dort? Werde ich angesehen? Wie verhalte ich mich „richtig”?

Wenn ich spezielle Orte wie Kunstgalerien, Opernhäuser, Luxusboutiquen oder Sterne-Restaurants besuchen möchte, fürchte ich, deren Fachsprache nicht zu sprechen oder gegen die ungeschriebenen Verhaltensregeln, den „Habitus”, zu verstoßen.

Ich zögere vor Neuanfängen oder Veränderungen. Beruflich habe ich zwar gerne neue Projekte übernommen, mich aber nie aktiv darum beworben. Es hätte sehr viel geschehen müssen, damit ich meinen Job gewechselt hätte.

Beziehungen zu beginnen oder zu beenden erfordert einen sehr langen Anlauf, meistens beginne ich erst gar keine.

Wie beginne ich ein schwieriges Gespräch? Wie sage ich jemandem, dass ich ihn mag?

Schwellenangst ist eine Blockade, die auftritt, kurz bevor ich eine Entscheidung in die Tat umsetze, deren Ausgang ich noch nicht kontrollieren kann.

Diese Schwellenangst habe ich einerseits von meiner Mutter „geerbt”, andererseits gehört sie zu meiner Introversion.

Soziale Interaktionen und äußere Reize kosten mich Energie. Im Alleinsein lade ich diese Energie wieder auf. Meine Schwellenangst ist also ein unbewusster Schutzmechanismus, der mich davor warnt, meine Energiereserven zu überziehen.

Ich verarbeite Reize tiefer und detaillierter. Betrete ich einen neuen Raum, prasseln unzählige Informationen auf mich ein. Gesichter, Stimmungen, Lautstärke, Gruppendynamiken – nicht zu unterschätzen: Gerüche, vor allem Angstschweiß. Diesen ungefilterten Informationen möchte ich mich nicht ohne Not aussetzen.

Meine Schwellenangst richtet sich gegen die Unberechenbarkeit einer Situation: Ich weiß nicht, wer mich anspricht, was erwartet wird oder wie schnell ich mich im Zweifel wieder zurückziehen kann. Ich schätze Struktur und bedeutungsvolle Interaktionen. Oberflächlicher Smalltalk oder unvorhergesehene Dynamiken empfinde ich in neuen Umgebungen als anstrengend.

Meine Schwellenangst ist keine soziale Phobie, sondern Teil meines Energiemanagements: Ich wäge ab, ob der „Preis” für das Übertreten der Schwelle es wert ist. Wenn ich die Schwelle übertrete, weiß ich, dass mich das Energie kostet, dass ich überstimuliert werden kann und dass ich anschließend ausgleichende Ruhe (z. B. Spaziergang, Musikhören) brauche, um mich zu erholen.

Ich übe ständig, meine Schwellenangst zu überwinden, indem ich mich diesen Situationen bewusst und konzentriert stelle, sie aushalte oder verlasse, wenn ich merke, dass meine Energie erschöpft ist.

Täglicher Schreibanreiz
Welche Angst hast du überwunden – und wie hast du das geschafft?

What’s a fear you’ve overcome — and how did you do it?  |  Welche Angst hast du überwunden – und wie hast du das geschafft?

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📅❓ Mein Umgang mit Ängsten und Selbstzweifeln.

Wenn ich Angst vor etwas habe, das auf mich zukommt und auf das ich keinen Einfluss habe, kann ich mich selbst gut beruhigen. Ich erwarte, was auf mich zukommt, schalte in den spontanen Modus um und reagiere instinktiv. Dabei stehe ich wie ein Fels in der Brandung.

Zeigt sich die Angst oder der Selbstzweifel vor dem eigenen Tun oder Unterlassen, wäge ich die Vor- und Nachteile des möglichen Unterlassens, wenn ich etwas tun sollte, oder des möglichen Tuns, wenn ich etwas unterlassen sollte, ab. Wenn sich die Vor- und Nachteile die Waage halten oder es mir vorteilhaft erscheint, der Angst oder dem Selbstzweifel nachzugeben, unterlasse oder tue ich das Erwartete.

Überwiegen jedoch die Nachteile, stelle ich mich der Angst, gehe in die Offensive und handle trotz der Angst.

Beim Abwägen unterziehe ich die Angst oder den Selbstzweifel einem sogenannten Faktencheck: Ist die Angst berechtigt oder lediglich ein diffuses Gefühl, vielleicht ein Echo von Erlebtem aus der Kindheit? Gerne notiere ich mir alles, was mir im Zusammenhang mit der Angst oder dem Selbstzweifel in den Sinn kommt. Anschließend sortiere und bewerte ich die aufgeschriebenen Gedanken (oft reicht ein Spaziergang in der Natur und ein gedankliches Durchdringen). Ich trete auch innerlich einen Schritt zurück und frage mich, welchen Rat ich jemandem geben würde, der mir seine, meiner Angst entsprechende Angst schildert.

Wenn ich die Angst oder den Selbstzweifel überwinde und mich der Situation stelle, konzentriere ich mich zuerst auf meinen Atem, fokussiere mich und handele dann.

Täglicher Schreibanreiz
Wie gehst du mit Angst und Selbstzweifeln um?

How do you handle fear and self-doubt?  |  Wie gehst du mit Ängsten und Selbstzweifeln um?

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