Historische Weitsicht: Warum Schröders Absage zum Irak-Krieg von 2003 bis heute nachhallt

» […] Die politische Klasse nimmt ihm [Anm.: dem Ex-SPD-Vorsitzenden Schröder] übel, dass er 2003 die Teilnahme der BRD am Krieg der NATO gegen den Irak verweigerte. Als Regierungschef hatte er damals erklärt: Dieser Krieg berge das Risiko, »die Reform- und Dialogbereitschaft in den islamischen Ländern zu blockieren und die Gefahr weiterer terroristisch motivierter Anschläge« zu erhöhen. Womit er recht behielt. […] «

~ Egon Krenz, Hintergrund 9-10-2025, Seite 76

hintergrund.de

„… es ist wirklich eines Kanzlers der Bundesrepublik Deutschland … wirklich unwürdig … wenn man die AfD stärken will, dann hat das Friedrich Merz gerade gestern gemacht … Also die Empörung über Herrn Merz ist da wirklich völlig berechtigt und angemessen. …“

Laut dem Soziologen Oliver Nachtwey ist die wachsende Unterstützung für die AfD auf eine tiefe Enttäuschung vieler Menschen über die liberale Demokratie sowie auf das Gefühl von sozialem und wirtschaftlichem Druck zurückzuführen. Dies betrifft insbesondere jüngere Männer mit niedrigem Bildungsniveau.

In einem Interview diskutiert der Soziologe Oliver Nachtwey die wachsende Anziehungskraft der AfD und deren Wähler:innen, die sich durch Enttäuschung über die liberale Demokratie sowie durch das Gefühl sozialen und wirtschaftlichen Drucks motiviert fühlen. Er argumentiert, dass die etablierten Parteien – insbesondere die CDU – durch ihre politischen Entscheidungen und den Umgang mit Themen wie Migration zur Stärkung der extremen Rechten beitragen. Nachtwey warnt davor, die AfD direkt zu bekämpfen, da dies deren Position nur festigen würde. Er betont die Notwendigkeit, die zugrunde liegenden sozialen Probleme anzugehen.

»Wie will die Union ihren Hauptgegner bekämpfen? Eine Frage, die sich im Übrigen beileibe nicht nur ihr, sondern auch den anderen Parteien der Mitte stellt. Einen der spannendsten Beiträge hat dazu gerade der Soziologe Oliver Nachtwey von der Uni Basel geleistet. Das neueste Buch von ihm und Carolin Amlinger heißt ‚Zerstörungslust‘. Elemente des demokratischen Faschismus und befasst sich damit, warum sich so viele Menschen im Westen zu rechten autoritären Parteien hingezogen fühlen, wozu die beiden unter anderem 140 qualitative Interviews mit Menschen aus diesem Milieu geführt haben. Jetzt ist er am Telefon. Guten Morgen, Herr Nachtwey.«, 21.10.2025, https://www.deutschlandfunk.de/afd-nebst-waehlern-mit-zerstoerungslust-interview-oliver-nachtwey-soziologe-100.html

hören:

~ Die AfD wird bei den kommenden Landtagswahlen im Osten Deutschlands zunehmend als stärkste Kraft wahrgenommen.

~ Bundeskanzler Friedrich Merz betont jedoch, dass die CDU ihre Haltung zur AfD nicht ändern wird.

~ In seinem Buch „Zerstörungslust” untersucht der Soziologe Oliver Nachtwey die Gründe für die wachsende Unterstützung rechter Parteien.

~ Viele Menschen sind von den Versprechen der liberalen Demokratie enttäuscht und sehen keine realistischen Aufstiegschancen mehr.

~ Es besteht die Wahrnehmung, dass sich die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen verschlechtert haben, was zu einem Anstieg der rechten Wählerschaft führt.

~ Besonders anfällig für rechte Ideologien sind jüngere Männer mit geringeren Bildungsabschlüssen.

~ Nachtwey beschreibt die von vielen Menschen empfundene soziale und kulturelle Unsicherheit als einen Schlüsselfaktor für ihre Wahlentscheidungen.

~ Die Politik der etablierten Parteien wird kritisiert, da sie oft als unzureichend und unglaubwürdig wahrgenommen wird.

~ Nachtwey warnt, dass das Ignorieren der Themen der AfD deren Einfluss verstärken könnte.

~ Die Diskussion über Migration wird als problematisch angesehen, wenn sie mit Vorurteilen verbunden ist, wodurch wiederum die AfD gestärkt wird.

~ Merz‘ Aussagen zur Migration könnten als Rückkehrangebot an die AfD interpretiert werden, wodurch deren Position gestärkt wird.

Polycrisis day by day V

Ein Leben für die Miete – wenn die Würde des Alters unter Finanzierungsvorbehalt steht | Der Artikel thematisiert die wachsende finanzielle Belastung älterer Menschen in Deutschland durch steigende Wohnkosten, die zunehmend zur Armutsfalle werden. Während die Mieten zwischen 2005 und 2017 um 29 Prozent stiegen, wuchsen die Renten nur um 20 Prozent. Das hat zur Folge, dass immer mehr Senioren mehr als 40 Prozent ihres Einkommens für Wohnen aufbringen müssen. Politische Versäumnisse wie der Rückgang des sozialen Wohnungsbestands und unzureichende Mietregulierungen verschärfen die Situation und führen dazu, dass viele ältere Mieter in prekären Lebenslagen stecken.
18.09.2025, https://www.nachdenkseiten.de/?p=139202
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„Diese Friedensbewegung verdient den Namen nicht“ – Welche dann? Die „NATO-Friedensbewegung“ mit Bomben und Raketen? | Der Artikel kritisiert die „Frankfurter Rundschau“, die der aktuellen Friedensbewegung in Deutschland den Namen absprechen möchte, da einige Redner Verständnis für die Positionen von Wladimir Putin gezeigt haben. Der Autor Marcus Klöckner argumentiert, dass echte Friedensbewegungen das Ziel verfolgen sollten, Blutvergießen zu stoppen, und dass die Medien die Verantwortung tragen, diesen Diskurs nicht zu torpedieren. Er weist außerdem darauf hin, dass die anhaltende Kriegsberichterstattung und die Ablehnung von Friedensinitiativen auf eine gefährliche Ignoranz gegenüber der Realität hindeuten.
17.09.2025, https://www.nachdenkseiten.de/?p=139150
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Dunja Hayali und der „Online-Hass“ | Die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali hat nach ihren Äußerungen über den ermordeten US-Aktivisten Charlie Kirk eine „Online-Pause“ eingelegt, da sie Opfer eines Shitstorms geworden war. In dem Artikel wird die sprachliche Verrohung und die Beleidigungen in Online-Kommentaren kritisiert. Es wird jedoch betont, dass diese Probleme nicht isoliert sind, sondern auch durch die Medien und die politische Rhetorik gefördert werden. Der Autor fordert eine Rückkehr zu sprachlicher Zurückhaltung sowie ein Ende der gegenseitigen Polarisierung in der Gesellschaft.
17.09.2025, https://www.nachdenkseiten.de/?p=139167
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Interview mit Michael Werz, Soziologe, zu: US-Polarisierung und Pressefreiheit | Im Interview mit dem Politikanalysten Michael Werz wird die zunehmende Polarisierung in den USA und die damit verbundene Gefährdung der Pressefreiheit thematisiert. Werz betont, dass die politische Rhetorik zunehmend verhärtet ist und es an Stimmen mangelt, die einen respektvollen Dialog fördern könnten. Dies führe zu einer Atmosphäre der Selbstzensur. Zudem wird die Besorgnis über die Auswirkungen dieser Entwicklungen auf die amerikanische Demokratie und die öffentliche Diskussionskultur deutlich – insbesondere im Kontext der bevorstehenden Wahlen.
17.09.2025, https://www.deutschlandfunk.de/interview-mit-michael-werz-soziologe-zu-us-polarisierung-und-pressefreiheit-100.html
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Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat … | Der Artikel kritisiert die seit über 20 Jahren andauernden Angriffe auf den deutschen Sozialstaat, die von verschiedenen Regierungen, insbesondere der rot-grünen unter Gerhard Schröder und der aktuellen schwarz-roten, ausgehen. Trotz der verfassungsrechtlichen Verpflichtungen sowie der im Grundgesetz verankerten Ewigkeitsklausel, die den Sozialstaat schützen sollen, ignorieren die Politiker diese Vorgaben. Stattdessen fördern sie eine neoliberale Agenda, die zu einer massiven Verschlechterung der sozialen Bedingungen führt. Der Autor fordert eine Rückbesinnung auf soziale Werte sowie eine kritische Auseinandersetzung mit politischen Maßnahmen, die das Existenzminimum der Bürger gefährden.
17.09.2025, https://www.nachdenkseiten.de/?p=139155
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