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Sie werden nicht auf einem gottverlass’nen Feld erfrieren! | On this day in music.
–16.10.2020– | track: –Nein, meine Söhne geb´ ich nicht– | artist: –Ally Storch, B.Deutung, Daniel Schulz, Eric Burton, Eric Fish, Esther Jung, Holly Loose, Joachim Witt, Katja Moslehner, Leichtmatrose, Luci van Org, moira serfling, Reinhard Mey, Seraphina Kalze, Silke Meyer– | album: -Nein, meine Söhne geb´ ich nicht-
Der Songtext „Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht” von Ally Storch, B.Deutung, Daniel Schulz, Eric Burton, Eric Fish, Esther Jung, Holly Loose, Joachim Witt, Katja Moslehner, Leichtmatrose, Luci van Org, Moira Serfling, Reinhard Mey und Seraphina Kalze ist eine vehemente und emotionale Ablehnung einer (freiwilligen) Wehrpflicht, durch die die Söhne der Sängerinnen und Sänger für Kriegszwecke oder andere Verpflichtungen beansprucht werden sollen.
Die Sängerinnen und Sänger sagen den Verantwortlichen entschieden und frühzeitig ab, dass sie ihre Töchter und Söhne nicht überlassen werden („Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht”).
Sie lieben ihre Kinder und haben ihnen stattdessen Werte wie Achtung vor dem Leben, Erbarmen, Vergebung und Liebe beigebracht. Sie sollen keine Waffen tragen und nicht mit Hass verdorben werden.
Die Sängerinnen und Sänger heben die Mühen der Mutterschaft (Geburt, schlaflose Nächte) hervor und betonen, dass sie ihre Kinder nicht als „Kanonenfutter” aufgezogen haben. Es ist ihre Pflicht, ihre Kinder vor allen Gefahren, einschließlich der Obrigkeit selbst, zu schützen.
Ihre Söhne und Töchter sollen nicht marschieren, kämpfen oder für sinnlose Ziele sterben, während die Verantwortlichen in Sicherheit sind.
Sie werden ihre Kinder im Ungehorsam, im Widerstand und in der Unbeugsamkeit erziehen, damit sie sich gegen Befehle und die Obrigkeit auflehnen. Sie sollen ihren eigenen Weg gehen.
Wenn nötig, werden sie mit ihren Söhnen fliehen und in Armut leben, anstatt sie dem „Wahn” der Verantwortlichen zu überlassen.
Der Song ist somit ein kraftvolles Plädoyer gegen Krieg, Militärzwang und Obrigkeitshörigkeit aus der Perspektive von Eltern, die ihre Kinder mit allen Mitteln schützen wollen.
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Die kleine Stadt, die liegt so weit zurück. | On this day in music.
–15.10.1979– | track: –Die kleine Stadt (My Little Town)– | artist: –Udo Lindenberg, Das Panikorchester– | album: -Der Detektiv – Rock Revue II-
Der Songtext „Die kleine Stadt” (My Little Town) von Udo Lindenberg und dem Panikorchester beschreibt die Kindheit und Jugend des Erzählers in einer kleinen, unscheinbaren Stadt.
Die Stadt wurde als der „Mittelpunkt der Welt” erlebt, die eigene Straße erschien prunkvoll und die Religion war noch lebendig und präsent. Es herrschte eine naive, von Wünschen und Träumen geprägte Sicht auf das Leben (Liebe zu Brigitte Bardot, Faszination für das Kino). Zentraler Wunsch des Erzählers war es, in die USA („Amerika”) zu gehen, berühmt zu werden und damit zu Hause Anerkennung zu finden sowie dem kleinstädtischen Milieu zu entfliehen.
Bei einem späteren Besuch stellt der Erzähler fest, dass sich die Stadt („miefiges Nest“, „kleinkariert“) kaum verändert hat. Er beobachtet eine neue Generation junger Männer, die an derselben Ecke stehen und denselben Ausbruchstraum („Ich geh nach Amerika”) hegen. Dies unterstreicht die Unveränderlichkeit der Situation und die Begrenztheit der Möglichkeiten in der Kleinstadt.
Der Songtext handelt vom Kontrast zwischen der kindlichen Verklärung der Heimat und dem Wunsch nach einer aufregenderen Zukunft sowie von der Zyklizität der Träume in einer stagnierenden Kleinstadt.
Alte Augen in einem kleinen Kindergesicht. | On this day in music.
–14.10.1991– | track: –The Days of Pearly Spencer– | artist: –Marc Almond– | album: -Tenement Symphony-
Der von Marc Almond interpretierte Songtext „The Days of Pearly Spencer” zeichnet ein düsteres und melancholisches Bild des Verfalls und der Enttäuschung. Er beschreibt eine Szene der Armut und Trostlosigkeit. In der ersten Strophe wird das Bild einer schmutzigen Straße gemalt, auf der barfüßige Menschen gehen. Der Text verweilt bei dem traurigen Anblick alter Augen in einem Kindergesicht, das die flüchtigen Schatten beobachtet. Das Tageslicht scheint diesen Ort zu meiden.
In der zweiten Strophe wird das trostlose Bild aus der Perspektive des Protagonisten fortgesetzt, der mit der Nase gegen gefrorenes Glas gepresst eine überquellende Menschenmasse auf Betonfeldern betrachtet, auf denen kein Gras wächst. Die Metapher der „eisernen Bäume” (wahrscheinlich Fabriken oder Hochhäuser) suggeriert eine erstickende, gleichgültige Umgebung.
Der zentrale Teil ist die direkte Ansprache an die namensgebende Figur, Pearly Spencer. Hier wird der Verfall von Pearly thematisiert. Es wird gefragt, was aus ihrer einst „milchweißen Haut” geworden ist, und festgestellt, dass sie im „Rot-Gut-Gin” (billiger, schlechter Alkohol) begraben liegt. Pearly hat ein Spiel gespielt, das nicht zu gewinnen war („a house that can’t be beat”), und ist nun geschlagen und besiegt. Die Straße, die Pearly zu weit gegangen ist, ist so heruntergekommen, dass „nur Ratten laufen können”.
Der wiederkehrende Refrain „The days of Pearly Spencer, the race is almost run” (Die Tage von Pearly Spencer, das Rennen ist fast gelaufen) unterstreicht die Vergänglichkeit, das Ende einer Ära oder eines Lebenswegs und das Gefühl der unwiderruflichen Niederlage.
Zusammenfassend ist es ein poetisches und trauriges Stück über den Verlust der Unschuld, den sozialen Abstieg und die Hoffnungslosigkeit, personifiziert in der tragischen Figur des Pearly Spencer.


