🎶 Wenn sie das Volk zu Besonnenheit und Opfern ermahnen, nennen sie es das Volk, meinen aber Untertanen.

Der Song ist eine scharfzüngige, zeitlose Gesellschaftskritik, die den Finger tief in die Wunden von Politik, Medien und Justiz legt. Er ist eine eindringliche Warnung vor Manipulation und politischer Apathie. Mey ruft dazu auf, nicht alles zu glauben, was „von oben“ diktiert wird, sondern alles kritisch zu hinterfragen und die eigenen demokratischen Freiheiten aktiv zu nutzen, bevor diese schleichend verschwinden.

Er beschreibt Politiker:innen als Akteur:innen, die Fortschritt versprechen, aber Rückschritt liefern. Er prangert ein System an, in dem Kirche und Staat Hand in Hand arbeiten, um die Bevölkerung „dumm und arm“ zu halten und sie lediglich als „Untertanen“ zu betrachten. Der Song kritisiert die Verlogenheit der Medienlandschaft. Während in Talkshows „Werte“ gepredigt werden, verbreiten sie für die Einschaltquote Verrohung und Oberflächlichkeit. Mey wirft Medienmogulen vor, genau jene Werte mit Füßen zu treten, die sie vorgeben zu schützen.

Es wird eine Schieflage im Rechtsstaat skizziert. Während kleine Fische gejagt werden, kommen große Profiteure (Waffenschieber, Umweltverschmutzer) ungeschoren davon. Wirtschaftliche Interessen und Schmiergelder wiegen schwerer als Moral oder Umweltschutz. Besonders eindringlich ist die Warnung vor einer schleichenden Remilitarisierung. Mey kritisiert, wie Kriegseinsätze unter dem Deckmantel „humanitärer Missionen“ schöngeredet werden. Das Zitat am Ende der Strophe („… schießen wir wieder zurück“) ist eine direkte Anspielung auf den Beginn des Zweiten Weltkriegs und warnt davor, dass sich Geschichte durch manipulative Rhetorik wiederholen könnte.

Im letzten Teil stellt Mey fest, wie gefährlich es ist, die Wahrheit auszusprechen. In einer „verkrümmten Zeit” erfordert Rückgrat Mut, da das System versucht, Kritiker mundtot zu machen oder zu kaufen. „Sei wachsam“ ist ein Plädoyer für den mündigen Bürger. Es beschreibt eine Welt, in der Fassaden – Wahlplakate, Talkshows und Festreden – die hässliche Realität von Gier und Machtmissbrauch verdecken. Die zentrale Lehre lautet: Freiheit nutzt sich ab, wenn man sie nicht nutzt.

Sei wachsam“ von „Reinhard Mey„, veröffentlicht am 17.03.1997 auf dem Album „Lebenszeichen“.

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Sie werden nicht auf einem gottverlass’nen Feld erfrieren!  |  On this day in music.

16.10.2020– | track: –Nein, meine Söhne geb´ ich nicht– | artist: –Ally Storch, B.Deutung, Daniel Schulz, Eric Burton, Eric Fish, Esther Jung, Holly Loose, Joachim Witt, Katja Moslehner, Leichtmatrose, Luci van Org, moira serfling, Reinhard Mey, Seraphina Kalze, Silke Meyer– | album: -Nein, meine Söhne geb´ ich nicht-

Der Songtext „Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht” von Ally Storch, B.Deutung, Daniel Schulz, Eric Burton, Eric Fish, Esther Jung, Holly Loose, Joachim Witt, Katja Moslehner, Leichtmatrose, Luci van Org, Moira Serfling, Reinhard Mey und Seraphina Kalze ist eine vehemente und emotionale Ablehnung einer (freiwilligen) Wehrpflicht, durch die die Söhne der Sängerinnen und Sänger für Kriegszwecke oder andere Verpflichtungen beansprucht werden sollen.

Die Sängerinnen und Sänger sagen den Verantwortlichen entschieden und frühzeitig ab, dass sie ihre Töchter und Söhne nicht überlassen werden („Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht”).

Sie lieben ihre Kinder und haben ihnen stattdessen Werte wie Achtung vor dem Leben, Erbarmen, Vergebung und Liebe beigebracht. Sie sollen keine Waffen tragen und nicht mit Hass verdorben werden.

Die Sängerinnen und Sänger heben die Mühen der Mutterschaft (Geburt, schlaflose Nächte) hervor und betonen, dass sie ihre Kinder nicht als „Kanonenfutter” aufgezogen haben. Es ist ihre Pflicht, ihre Kinder vor allen Gefahren, einschließlich der Obrigkeit selbst, zu schützen.

Ihre Söhne und Töchter sollen nicht marschieren, kämpfen oder für sinnlose Ziele sterben, während die Verantwortlichen in Sicherheit sind.

Sie werden ihre Kinder im Ungehorsam, im Widerstand und in der Unbeugsamkeit erziehen, damit sie sich gegen Befehle und die Obrigkeit auflehnen. Sie sollen ihren eigenen Weg gehen.

Wenn nötig, werden sie mit ihren Söhnen fliehen und in Armut leben, anstatt sie dem „Wahn” der Verantwortlichen zu überlassen.

Der Song ist somit ein kraftvolles Plädoyer gegen Krieg, Militärzwang und Obrigkeitshörigkeit aus der Perspektive von Eltern, die ihre Kinder mit allen Mitteln schützen wollen.