Ich weiß, dass ich nicht weiß. | dailyprompt

Ich wurde am 21. Juli im Sternzeichen Krebs geboren. Ich habe mich beeilt, denn zwei Tage später wäre ich im Sternzeichen des Löwen geboren worden. Es war trotzdem zu spät, denn ich bin eine Mischung aus beiden Sternzeichen, mit Schwerpunkt auf dem Krebs.

Es war überwiegend stark bewölkt mit wenigen sonnigen Abschnitten bei einer Tageshöchsttemperatur von 19 bis 21 Grad Celsius.

Ich wurde evangelisch in einem katholischen Krankenhaus geboren, das heute noch betrieben wird.

Meine Mutter war gleichzeitig mit ihrer besten Freundin schwanger, und deren Sohn und ich wurden im Abstand von wenigen Tagen hintereinander entbunden. Wir Söhne wurden keine Freunde.

Es gibt ein Foto, auf dem ich in einer Kinderwiege liege. Auf dem Rand saß ein Kanarienvogel, der mich misstrauisch beäugte. Strolchi hieß er. Nach ihm gab es noch viele weitere Strolchis. Sequenziell.

In meinem Geburtsjahr überschritt meine Stadt eine wichtige Einwohnerzahl. Ich war wohl der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Die Arbeiterwohlfahrt nahm ein Altenheim in Betrieb, das es heute noch gibt. Die Bewohner von damals allerdings nicht mehr.

In meinem Geburtsjahr wurde außerdem der Grundstein für einen neuen Stadtteil gelegt. Heute ist auf einer alten Industriebrache wieder ein neuer Stadtteil geplant.

In …

HSV Stadtrat
Krebs Kanarienvogel
Stadtteil Altenheim

… meinem Geburtsjahr gründete sich ein Karnevalsverein, der heute noch aktiv ist. Ich wurde 16 Jahre später für acht Jahre Mitglied eines anderen Karnevalsvereins. Das ist mir noch heute peinlich.

Schon in meinem Geburtsjahr kümmerte sich meine Oma mütterlicherseits oft um mich. Ihre blinde Mutter, meine Urgroßmutter also, lebte noch.

Wir wohnten im Parterre eines Hauses, das an der Ecke zweier spitz zulaufender Straßen stand. Eine der beiden Straßen hieß damals noch anders.

Das Wetter in meinem Geburtsjahr war in Deutschland sehr gegensätzlich. Anfang des Jahres war es streng kalt und im Sommer regnete es außergewöhnlich stark und es wurde sehr heiß.

In diesem Jahr wurde der Hamburger Sportverein (HSV) deutscher Meister.

Die Lebensgefährtin des ältesten Bruders meiner oben genannten Oma war Mitglied des Stadtrats meiner Geburtsstadt für die SPD und eine der bedeutendsten Frauen der Stadtgeschichte.

Schade nur, dass ich mich nicht wirklich an das Jahr meiner Geburt und die beiden folgenden Jahre erinnern kann. Erdkunde und Geschichte haben mich in der Schule leider nicht interessiert. Damit endet mein gedanklicher Ausflug in mein Nicht-Wissen über das Jahr meiner Geburt. Im nächsten Leben werde ich mir für das Daily Prompt 2161 im Jahr meiner Wiedergeburt Notizen machen.

Täglicher Schreibanreiz
Erzähle uns, was du über das Jahr deiner Geburt weißt.

What I Know About the Year I Was Born | Was ich über das Jahr weiß, in dem ich geboren wurde

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Wer hat verloren? Du dich? Ich mich? Oder, oder wir uns? | on this day in music

Der am 22.12.1985 erschienene Song „Jeanny“ von Falco ist einer der umstrittensten Titel der deutschsprachigen Popgeschichte. Er thematisiert die Entführung – und mutmaßlich auch die Gewaltanwendung oder Tötung – eines jungen Mädchens aus der Perspektive des Täters.

Der Song ist als Monolog eines psychisch instabilen Täters angelegt. Er spricht das Opfer, die 19-jährige Jeanny, direkt an. Die Szenerie spielt in einem dunklen, nassen Wald. Der Täter wirkt besitzergreifend und zeigt deutliche Anzeichen von Realitätsverlust (Wahnvorstellungen).

So beobachtet er beispielsweise ihren verwischten Lippenstift und interpretiert ihre Ablehnung als geheime Zustimmung. Er ist überzeugt, dass sie nun „zusammen“ sind und er sie vor der Außenwelt beschützen muss, während er sie gleichzeitig gefangen hält. Hinweise wie der verlorene Schuh und die polizeiliche Meldung über ein vermisstes Mädchen lassen darauf schließen, dass ein Gewaltverbrechen stattgefunden hat.

Die Strophen sind bedrückend, kühl und fast flüsternd vorgetragen, wodurch die bedrohliche Nähe des Täters spürbar wird. Der Refrain wirkt dagegen fast wie eine epische Ballade. Der Text distanziert sich scheinbar von der Tat und beschreibt Jeanny als „einsames kleines Mädchen“ in einer kalten Welt, wodurch die tragische und hoffnungslose Situation unterstrichen wird.

„Jeanny“ ist die beklemmende Darstellung einer Zwanghaftigkeit. Der Song lässt bewusst offen, ob das Opfer zum Zeitpunkt des Monologs noch lebt. Er spielt jedoch massiv mit der Angst und der psychologischen Verfassung eines Entführers, der die Grenze zwischen Liebe und Gewalt nicht mehr unterscheiden kann.

https://www.deezer.com/de/track/119436354

https://music.apple.com/de/song/jeanny/1544272676

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Klimaktastrophe | weekly 202552

Luxusflüge verursachen vier- bis fünfmal soviel CO2 wie ein Economy-Flug

Ein neuer Greenpeace-Report zeigt, dass Langstreckenflüge in der First- und Business Class vier- bis fünfmal so viele CO2-Emissionen verursachen wie Flüge in der Economy Class. Die Passagiere dieser Luxusklassen machen nur 14 Prozent der Reisenden aus, verursachen jedoch 36 Prozent der Emissionen. Um diese klimaschädlichen Reisen zu regulieren, wird eine Klimaabgabe auf teure Tickets gefordert. Diese könnte erhebliche Einnahmen generieren, um den innereuropäischen Zugverkehr auszubauen. Während einige Länder bereits eine solche Abgabe eingeführt haben, plant Deutschland ab Juli 2026 eine Senkung der Flugticketsteuer, was im Widerspruch zu den Klimazielen steht. 20.12.2025 https://www.sonnenseite.com/de/mobilitaet/luxusfluege-verursachen-vier-bis-fuenfmal-soviel-co2-wie-ein-economy-flug/

Schwellenländer überholen Deutschland bei Elektroauto-Neuzulassungen

Im Jahr 2025 war weltweit jedes vierte neu verkaufte Auto elektrisch. Insbesondere Schwellenländer wie Vietnam, Singapur und Thailand verzeichnen dabei hohe Anteile an Elektrofahrzeugen. Laut dem Bericht „The EV Leapfrog“ des Energie-Think-Tanks Ember überschreiten inzwischen 39 Länder eine Quote von mehr als zehn Prozent bei Elektrofahrzeugen, während Deutschland mit nur 19 Prozent hinterherhinkt. Diese Entwicklung wird als Leapfrog-Effekt bezeichnet, da viele Länder direkt auf batterieelektrische Fahrzeuge setzen und klassische Übergangstechnologien überspringen. Dies wird durch gezielte Industriepolitik und steuerliche Anreize unterstützt. Im Gegensatz dazu haben die USA und Kanada ihre Förderprogramme für Elektroautos zurückgefahren. Einige Schwellenländer hingegen nutzen Elektromobilität, um fossile Importe zu reduzieren und die Luftqualität zu verbessern. 18.12.2025 https://www.heise.de/news/Schwellenlaender-ueberholen-Deutschland-bei-Elektroauto-Neuzulassungen-11119380.html

Im nächsten Jahrzehnt verlieren die Alpen mehr Gletscher als je zuvor

Eine Studie der ETH Zürich prognostiziert, dass aufgrund der Erderwärmung bis zum Jahr 2100 zahlreiche Gletscher in den Alpen und weltweit verschwinden werden. Bei einer globalen Temperaturerhöhung von 1,5 °C könnten noch etwa 100.000 Gletscher erhalten bleiben, bei 4 °C hingegen nur rund 18.000. Der Höhepunkt des Gletscherschwunds in den Alpen wird zwischen 2033 und 2041 erwartet. In diesem Zeitraum könnten bis zu 2.000 Gletscher pro Jahr verloren gehen. Die Ergebnisse unterstreichen die Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen, da insbesondere Regionen mit vielen kleinen Gletschern stark betroffen sind. 16.12.2025 https://www.sonnenseite.com/de/wissenschaft/im-naechsten-jahrzehnt-verlieren-die-alpen-mehr-gletscher-als-je-zuvor/

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Das Ende der Toleranz. | Zitat

» […] „Bald wird die Toleranz einen Punkt erreichen, ab welchem den Klugen das Denken verboten wird, weil es die Gefühle der Verblödeten beleidigt.“ […] «

~ Fake-Zitat, das keiner historischen Persönlichkeit zugeordnet werden kann, Die Bombenstimmung der Nation – mit dem DFB durchs woke Balla-Balla-Land, 18.12.2025, https://www.nachdenkseiten.de/?p=143787

Der Artikel kritisiert die deutsche Fußballkultur und die Rolle des DFB in einer sich verändernden Gesellschaft, insbesondere im Kontext von Migration und politischer Korrektheit. Er beleuchtet die Dokumentation „Being Boateng“, die sich mit dem Leben des Fußballspielers Jérôme Boateng beschäftigt, und hinterfragt die Motive hinter dieser medienwirksamen Darstellung. Zudem werden die zunehmende Gewalt im Fußball und die damit verbundenen gesellschaftlichen Probleme angesprochen. Dabei stellt der Autor eine Verbindung zwischen diesen Phänomenen und der Migrationspolitik her. Insgesamt entsteht das Bild eines Landes, das mit Identitätskrisen, kulturellen Spannungen und einem Gefühl der Ohnmacht konfrontiert ist.

»Rechtzeitig zu Weihnachten überrascht uns der NDR – jene Anstalt, die im Stile der Offenen Psychiatrie derzeit die durchimmunisierten Patienten via „Die 100“ gründlich grundversorgt – mit einer dreiteiligen Mensch&Ball-Doku, die den bedeutungsvollen Titel „Being Boateng“ trägt. Von Wolf Reiser.«

hören:

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Ausreichend.  | dailyprompt

Bin ich ein Menschenkenner? Kann ich hinter die Fassaden von Menschen blicken und Verhaltens-, Kommunikations- und Persönlichkeitsmuster präzise deuten?

Spontan würde ich sagen: Ich bin ein Menschenkenner, aber kein guter.

Ich versuche, mir eine abschließende Antwort zu geben.

Als introvertierter Mensch kann ich gut beobachten. Ich erkenne echte Emotionen an flüchtigen Regungen im Gesicht. Auch Haltung, Gestik und den Abstand, den eine Person zu mir einnimmt, deute ich richtig. Wenn Worte und Körpersprache nicht übereinstimmen, merke ich das schnell.

In einem anderen Blogbeitrag erwähnte ich bereits, dass ich nicht zwischen den Zeilen hören oder lesen kann. Ich höre also nicht, was nicht ausgesprochen wird. Das ist ein deutlicher Mangel, um ein guter Menschenkenner zu sein.
Es gelingt mir jedoch gut, die Welt kurzzeitig durch die Augen des anderen zu sehen, und ich verstehe die Motivation und die Ängste, die ihn antreiben.

Ich versuche, jedem Menschen vorurteilsfrei zu begegnen, kann mich aber nicht davon freisprechen, meine eigenen Wünsche oder Ängste auf mein Gegenüber zu projizieren.
Zwar bilde ich mir in den ersten Sekunden ein Urteil, bin …

Verhaltensmuster
Menschenkenner Fassaden
Grundbedürfnisse

… aber jederzeit bereit, meinen ersten Eindruck zu korrigieren. Ich nehme Informationen auf, um meinen ersten Eindruck zu überprüfen. Als verletzlicher Mensch mag ich Menschen, die ihren weichen Kern hinter einer rauen Schale schützen, und ich erkenne sie.

Ich weiß um die Grundbedürfnisse der Menschen, beispielsweise nach Anerkennung, Autonomie oder Sicherheit, und dass Menschen sich in verschiedenen Situationen unterschiedlich verhalten. Dies ist für mich oft die überraschendste Beobachtung.

Ich erkenne schnell meine eigenen Schwächen, Trigger und Verhaltensweisen bei anderen.

Ein weiterer deutlicher Mangel für eine gute Menschenkenntnis ist meine Unfähigkeit, mir meiner eigenen Wirkung auf andere bewusst zu sein, und dass ich nicht weiß, wie ich die Reaktion meines Gegenübers „beeinflussen” kann. Wenn, dann geschieht dies unbewusst.

Zudem schrieb ich bereits darüber, dass es mir nicht möglich ist, (professionelle) Freundlichkeit von Zuneigung zu unterscheiden.

Außerdem fällt es mir als neutraler Beobachter einer Szene leichter, menschliche Wesenseigenschaften zu erkennen, als wenn ich selbst in die Szene eingebunden bin. Bin ich selbst eingebunden, erkenne ich Menschen oft erst mit einem Abstand von einem oder mehreren Tagen: Ich habe so etwas wie Flashbacks und erkenne plötzlich, was wesentlich war.

Abschließend kann ich die heutige Frage damit beantworten, dass ich ein passabler, aber beileibe kein guter Menschenkenner bin.

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Bist du ein guter Menschenkenner?

Are you a good judge of character? | Können Sie Menschen gut einschätzen?

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