Betriebstemperatur

Mein Traumjob wäre der eines Projekt- oder Eventmanagers. Bereits Anfang der 1980er Jahre habe ich zusammen mit anderen Vereinsmitgliedern das erste Garde- und Showtanz-Turnier meiner Geburtsstadt geplant, organisiert und durchgeführt. Ich habe den Titel dieser Veranstaltung erfunden. Dieser wird bis heute von anderen Veranstaltern weiterverwendet. Die größte Herausforderung war es, neben den vielen kleinen Aufgaben, alle Teilnehmer:innen nacheinander durch die zu kleinen Umkleideräume zu schleusen. In der Rolle des verantwortlichen Organisators bin ich vollkommen aufgegangen. Durch diesen Erfolg wurde das Turnier etabliert.

Auch durfte ich beruflich drei Mal zentrale Testgruppensitzungen mit bis zu 150 Tester:innen organisieren. Dazu gehörten die Beschaffung der Hardware, die Organisation der Räumlichkeiten und die Koordination dieser jeweils vierwöchigen Veranstaltungen. Auch das hat mir große Freude bereitet.

Dabei habe ich festgestellt, dass ich wunderbar improvisieren kann und für fast alles eine Lösung finde.

Es ist ein Traumjob, weil jeder Tag anders ist und es immer wieder neue Überraschungen gibt – positive wie negative. Langeweile kommt garantiert nicht auf. Man trifft auf Menschen, mit denen man sich blind versteht, und auf Menschen, die einen an die eigenen Grenzen bringen.

Einige Jahre war ich Mitglied und Vorsitzender des Personalrats. Eine wichtige Aufgabe war es, den jährlichen Betriebsausflug zu organisieren. Den Betriebsausflug hatte ich als Kollege gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Als Personalratsteam haben wir vier schöne Betriebsausflüge für jeweils 150 Kolleg:innen organisiert.

Das ist ein Traumjob, in dem ich meine Betriebstemperatur für maximale Kreativität erreiche und völlig aufblühe.

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Was ist dein Traumjob?

What’s your dream job?

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Das Team ist der Star.

Ein Anführer ist eine Person, die eine Gruppe leitet.

Bei Führung geht es jedoch nicht darum, das Sagen zu haben. Vielmehr geht es darum, sich um die Menschen zu kümmern, für die man Verantwortung trägt.
~ Frei nach Simon Sinek, einem britisch-US-amerikanischen Autor und Unternehmensberater.

Die Worte und Taten eines guten Anführers sind im Einklang. Er ist authentisch. Er lebt seine Werte. Er ist ehrlich und kommuniziert Fehler oder schlechte Nachrichten offen und transparent. Das Team kann sich auf seine Zusagen verlassen. Ein guter Anführer kann die Sichtweise seiner Teammitglieder nachvollziehen. Er kann eigene Schwächen erkennen und Kritik annehmen. Er erkennt die Dynamiken im Team und die Bedürfnisse des einzelnen Teammitglieds.

Er kann den Teammitgliedern Ziele und Erwartungen eindeutig und verständlich formulieren. Er kann aktiv zuhören und verstehen.

Wenn das Team oder einzelne Teammitglieder Fehler machen, werden nicht die Schuldigen gesucht, sondern es wird aus den Fehlern gelernt (Hilfe statt Macht). Ein guter Anführer verteilt mit einer Aufgabe auch die Verantwortlichkeit für ihre Erledigung.

Ein guter Anführer braucht den Mut, unbequeme Entscheidungen zu treffen. Erfolge feiert er mit dem Team und bei Misserfolgen stellt er sich vor das Team.

Ein guter Anführer bleibt auch unter Druck souverän.

Die Teammitglieder fühlen sich wertgeschätzt und gesehen. Im Team herrscht Offenheit dafür, auch Neues zu versuchen.

Der gute Anführer versucht, die Ziele der Organisation und die der Teammitglieder in Einklang zu bringen. Er fordert und fördert die Teammitglieder.

Ein guter Anführer unternimmt regelmäßig Teambuilding-Maßnahmen mit dem Team. Gemeinsam unternehmen sie gezielte Aktivitäten, um den Zusammenhalt, die Kommunikation und die Problemlösung zu stärken.

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Was macht einen guten Anführer aus?

What makes a good leader?

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Ein Treppenwitz der Geschichte

„Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden.“ – diese Worte ließ Friedrich Dürrenmatt 1962 einen seiner Protagonisten in seinem Drama „Die Physiker“ sagen.

Wenn ein wissenschaftlicher Durchbruch MÖGLICH ist, wird er früher oder später von jemandem gemacht. Wissen kann nicht ungeschehen gemacht werden.

Die heutige Frage sollte daher besser lauten: „Welche Erfindung ist so schrecklich, dass sie besser nicht gemacht worden wäre?”

Die Erfindung spezialisierter Waffen in der Jungsteinzeit, deren einziger Zweck das Töten anderer Menschen war, hätte es besser nicht gegeben.

Doch das ist zu kurz gedacht. Der erste bekannte Mord in der Menschheitsgeschichte ist vor 430.000 Jahren in der Altsteinzeit belegt. In einer Höhle in Spanien fand man einen entsprechend deformierten Schädel.

Ein weiterer Gedanke ist, dass eine Erfindung niemals nur gut oder schlecht ist. Sie hat immer zwei Seiten. Es kommt darauf an, was der Mensch aus ihr macht.

Alles in allem würde ich keine Erfindung rückgängig machen.

Angesichts der heutigen Weltlage, am Vorabend eines dritten Weltkriegs, dessen Ausmaß wir uns nicht vorstellen können, einer vor Jahrzehnten begonnenen Klimakatastrophe, die in den kommenden 200 Jahren weltweit Extremwetterereignisse biblischen Ausmaßes auslösen wird (vgl. die Sintflut), und einer weltweiten Plastikvergiftung im weitesten Sinne durch erdölhaltige Produkte, durch die Millionen Menschen an Krebs sterben werden (es sei denn, ein wirksames Heilmittel wird erfunden), wäre es leicht, zu sagen, die Menschheit hätte es besser nicht gegeben. Ein Weltkrieg ist nur noch durch blutige, weltweite Aufstände zu verhindern. Der Peak der Klimakatastrophe ist unausweichlich.

Ich schreibe aber nicht, dass es besser wäre, wenn es den Menschen nicht gäbe. Wir stehen schließlich erst am Anfang der menschlichen Evolution. Der Mensch hat noch mindestens 500 Millionen Jahre Zeit, sich zu läutern. Dann stirbt die Menschheit an CO₂-Mangel!

Das wäre ein Treppenwitz der Geschichte.

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Wenn du eine Erfindung rückgängig machen könntest, welche wäre das?

If you could un-invent something, what would it be? | Wenn Sie etwas rückgängig machen könnten, was wäre das?

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Was Freunde einander schenken, …

… entspricht den Gaben in der Liebe, erreicht aber kaum je das Stadium leidenschaftlicher Hingabe.

~ Wilhelm Schmid, Vom Schenken und Beschenktwerden, Insel Verlag Berlin 2017

Dies stand auf der Geburtstagskarte, die mir N. zu meinem Geburtstag am 21.07.2016 schenkte. Wir unternahmen einen Ausflug mit Picknick und Kaffeetrinken und gingen abends in ein Hotel-Restaurant essen. Es war eine warme Sommernacht. Sie brachte mich nach Hause. Wir standen im dunklen Hof, unterhielten uns noch ein wenig und staunten über den sternenklaren Nachthimmel. Sie nahm mich in den Arm, ich umarmte sie. So blieben wir stundenlang regungslos stehen, lauschten dem Klang der Nacht, hörten unseren Atem und spürten unseren gegenseitigen Herzschlägen nach.

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Kannst du eine Situation schildern, in der du dich geliebt gefühlt hast?

Can you share a positive example of where you’ve felt loved? | Können Sie ein positives Beispiel nennen, bei dem Sie sich geliebt gefühlt haben?

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Stapel

Definiere „Unordnung“: „Unordnung im Leben“ ist ein Begriff, der weit über einen unaufgeräumten Schreibtisch hinausgeht. Meistens beschreibt er einen Zustand, in dem die innere oder äußere Struktur fehlt. Das kann zu Überforderung, Stress und einem Gefühl der Kontrolllosigkeit führen.

Ich habe lediglich eine Baustelle: meine Foto- bzw. Bildersammlung. Ihr fehlt eindeutig Struktur. Die schiere Masse an Bildern, die ungeordnet auf meiner Festplatte liegen, überfordert mich und führt zu Stress und einem Gefühl der Kontrolllosigkeit. Diese Unordnung könnte ich reduzieren. Doch dieser Zeitpunkt ist noch nicht gekommen. Ich verwende Tools wie Everything oder Picasa, um Bilder zu finden. Everything durchforstet die Festplatte nach Dateien, die bestimmte Kriterien erfüllen. Picasa ist eine alte Google-Festplatten-Bildarchivierungs- und Verwaltungssoftware, die bis 2016 von Google gepflegt wurde. Sie tut bis heute ihren Dienst.

Ansonsten habe ich in meinem Leben schon immer gerne gestapelt. Ich liebe Stapelarbeiten. Das Anhäufen von Stapeln und, wenn die Stapel umzukippen drohen, deren Rückbau. Schon als Kind habe ich versucht, so viele Legosteine wie möglich übereinanderzustapeln, bis der Turm umfiel. Heute sind es beispielsweise Stapel von gelesenen und ungelesenen Zeitschriften oder Büchern. Ich habe einen Stapel mit Papieren für die Datenschutztonne oder den Schredder. Wie bereits an anderer Stelle beschrieben, stapele ich auch gerne Geschirr. Aber ich weiß immer, wo sich etwas befindet, genauso wie ich weiß, wo etwas geschrieben steht, das ich einmal gelesen habe. Und bei Gefahr im Verzug kann ich diese Stapel schnell abarbeiten. Menschen, die das stört, sollten ihren Besuch rechtzeitig vorher ankündigen, damit ich eine Ordnung herstellen kann, die beim Besuch für Wohlbefinden sorgt. Deswegen mag ich auch regelmäßigen Besuch. Dieser verhindert, dass die Stapel überhandnehmen.

Ich befinde mich dabei in guter Gesellschaft: In meiner Nähe gibt es eine Rechtsanwaltskanzlei, in der sich die Akten auf der Fensterbank stapeln. Wenn ich Dokus schaue, in denen emeritierte Professor:innen in ihren Arbeitszimmern befragt werden, verliere selbst ich den Überblick und muss diese Professor:innen mit Adleraugen suchen.

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Wo könntest du Unordnung in deinem Leben reduzieren?

Where can you reduce clutter in your life?

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Cats and dogs

Heute mache ich es mir einfach und verweise aufs Daily Prompt 2131 von 23. November. Ich kann und will mich nicht zwischen Hunden und Katzen entscheiden.

Draußen ist es herrlich mit einem Hund spazieren zu gehen. Ihm auf seinem Weg zu folgen. Mir dabei Zeit zu lassen. Und ihm, dem Hund. Seine Freude zu spüren, wenn er den Spuren anderer Tiere nachspürt. Immer wieder blickt er zu mir, ob ich auch den Weg gehe, den er heute gehen möchte.

Und in der Wohnung ist es für mich absolut beruhigend, die Katze eingerollt schlafend in ihrem Körbchen zu sehen. Oder wie sie auf meinen Schoß springt, schnurrt und sich einrollt. Oder wenn sich die Katze neben mich aufs Sofa legt.

Der Höhepunkt des Glücksgefühls mit Lieblingstieren empfand ich Anfang der 1990er Jahre, als Max, der Kater, Sina, die Hündin und mich auf unseren Spaziergängen begleitet hat. Bis zu einer unsichtbaren Grenze an der Mäxchen stehenblieb und uns noch lange bitterlich nachmaunzte.

Daily Prompt 2131

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Was ist dein Lieblingstier?
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Sprich! Schreib! Damit ich dich sehe!

92 Eigenschaften von Introvertierten:

  1. Introvertierte drücken sich lieber schriftlich aus. Sie mögen keine Telefone, dafür E-Mails umso mehr. [https://www.introvertiert.org/92-eigenschaften-von-introvertierten]

Privat habe ich das Telefon gemieden wie der Teufel das Weihwasser. In meiner beruflichen Rolle war das Telefonieren jedoch nie ein Problem – mein Lächeln war am Telefon sogar zu hören.

Private Telefonate dauerten nur ein oder zwei Minuten. Das hat sich seit sechs Jahren geändert. In den folgenden Jahren hatte ich zwei nette Kontakte nach Jena und Hamburg. Wir waren des Schreibens müde und telefonierten mehrmals im Monat. Vier Stunden am Stück waren keine Seltenheit. Das ist Geschichte. Meine Lust zu telefonieren jedoch nicht.

Am häufigsten kommuniziere ich online über WhatsApp. Mir ist niemand bekannt, der nicht über WhatsApp zu erreichen ist. Selbst rezeptfreie Medikamente bestelle ich bei meiner Apotheke darüber. Meine älteste Tochter S. mag WhatsApp nicht, hat die App aber installiert. Mit ihr kommuniziere ich online über Telegram.

Wenige Kontakte erreiche ich über den Facebook-Messenger oder Instagram-Nachrichten.

Ich habe gute technische Voraussetzungen für Videokommunikation. Außer beruflich und für kurze Zeit während der Corona-Pandemie mit meinen Kindern hat sich das privat jedoch nicht ergeben.

Mein liebstes Kommunikationsmittel für eine 1:1-Kommunikation ist die E-Mail. Leider ist diese aus der Mode gekommen.

Neunzig Prozent meiner Online-Kommunikation schreibe ich am Schreibtisch auf der Computertastatur mit zehn Fingern. Ich hasse es, mit den Fingern auf dem Bildschirm meines Smartphones oder Tablets zu tippen. Völlig unverständlich ist mir, wie man auf dem Smartphone mit beiden Daumen flüssig, fehlerfrei und schnell schreiben kann. Wenn Speech-to-Text mit Zeichensetzung einmal funktioniert, werde ich nur noch diktieren. Ich hatte einmal beruflich das Vergnügen, einer Abteilungssekretärin Briefe diktieren zu dürfen. Ich hatte großen Respekt vor ihrer Fähigkeit, das Gesprochene aufzuschreiben und danach abzutippen.

Ich freue mich darauf, zukünftig per Video-Hologramm zu kommunizieren, wie man es aus Science-Fiction-Filmen kennt. Brillenfreie 3D-Telepräsenz ist zwar in Großunternehmen angekommen, für den Massenmarkt ist sie jedoch noch zu teuer.

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Auf welche Art kommunizierst du online?

In what ways do you communicate online? | Wie kommunizieren Sie online?

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Panikattacke

Ich denke an unvergessliche Ausflugs- oder Erkundungsfahrten zurück. Wenn ich mich an Ausflüge aus meiner Kindheit erinnere, dann müssen sie wohl unvergesslich gewesen sein.

Ich denke zum Beispiel an die kurze Schiffsfahrt von Heiligenhafen an den Strand. Vermutlich ging es über den Binnensee. Kaum waren wir an Bord, kackte mir eine Möwe mitten auf den Kopf.

Ich denke an die Tagestour von Gößl zur Phüringer Hütte und zurück, die ich als Zehnjähriger mit meinen Eltern unternommen habe. Wir sind mit Sonnenaufgang aufgestiegen und im Dunkeln wieder am Ausgangspunkt angekommen. Auf dem Hinweg ließ ich meine funkelnagelneue erste Armbanduhr auf einem Stein am Rande eines Sees liegen, an dem wir Rast machten. Das fiel mir erst später auf. Mein Vater „zwang” mich, den Weg allein zurückzugehen, um die Uhr zu holen und wieder zu den anderen zu laufen. Auf dem Rückweg zur Uhr begleiteten mich meine Tränen – aus Wut, aus Verzweiflung, aus Angst. Zurück zu den anderen lief ich aufrecht und stolz, das geschafft zu haben.
Auf dem Rückweg von der Phüringer Hütte gab es einen kleinen Wetterumschwung. Wir kamen in den dichtesten Nebel, den man sich vorstellen kann. Wir mussten uns an Wegmarkierungen orientieren. Diese waren nicht mehr zu finden. Panik stieg in mir auf. Der Nebel auch. Wir fanden die Markierungen und den Weg nach Gößl.

Ich denke an den Sommer 1985, als ich mit B. nach Wangerooge wollte. Wir kamen zu spät für die Fähre. Also charterten wir ein einmotoriges Flugzeug, das uns übersetzte. Es war mein erster Flug. Es war sehr laut. Sehr schön. Viel zu kurz.

Am 1. Mai 1986 fuhr ich mit B. bei herrlichem Frühsommerwetter in ihrem Cabriolet durchs Wiedtal, das Verdeck und das Herz offen. Später regnete es. Auch radioaktiv. Damals wie heute ließen uns die Regierenden im Stich. Niemand hat uns gewarnt. Danach durften wir wochenlang keine Milch mehr trinken und keine Pilze mehr essen. 35 Jahre später starb B. an einem Hirntumor. Honi soit qui mal y pense.

Im Sommer 1988 fuhr ich mit C. nach Südfrankreich in den Urlaub. Ich war bereits drei Jahre zuvor dort gewesen. Ich wollte C. unbedingt den Mont Ventoux zeigen, über den auch die Tour de France führt. Ich wollte sie mit dieser Tour überraschen und ihr den einmaligen Blick von dort oben zeigen. Für sie sollte es eine Fahrt ins Blaue werden. Es wurde jedoch ein Höllentrip. Die Straße führte über Serpentinen ohne Leitplanken auf 1909 Meter. Ich wusste damals noch nichts von C.s Höhenangst. Seitdem weiß ich, was eine Panikattacke ist.

Die unvergesslichsten Roadtrips waren am 7. und 8. Juni 2002 in Südafrika. Einen Tag nachdem wir ankamen. Wir waren dort, um zu adoptieren. Zusammen mit den anderen Paaren aus Holland, Belgien und Schweden fuhren wir in den „Pilanesberg National Park”. Dort stiegen wir in einen vergitterten Jeep, der Platz für zehn Personen bot. Die Ranger auf den Vordersitzen hatten ihre Jagdgewehre griffbereit. Für alle Fälle. Wir sahen unter anderem Giraffen, Nilpferde, Elefanten und Geparden. Da wurde mir klar, wie sich Tiere im Zoo fühlen müssen. Ich spürte die Freiheit dieser Wildtiere und erkannte ihre Würde. Seitdem bin ich ein strikter Gegner der Zootierhaltung.

Am nächsten Tag wurden wir durch Soweto und die Townships geführt. Wir starteten am „Chris Hani Baragwanath Hospital”. Unsere Reiseleiterin, eine weiße Südafrikanerin, hatte für diesen Roadtrip zu Fuß zwei schwarze Bodyguards engagiert, die auch so aussahen. Einer der beiden führte uns durch Wellblechhütten und zeigte uns die Wohnräume. Die Bewohner, die fernsehschauten, schauten nicht einmal auf (sie verdienen daran, dass Touristen durch ihre Hütten geführt werden). Unvergesslich wird mir aber bleiben, dass am Straßenrand „Schwarze” (People of Color) lagen, bei denen ich nicht unterscheiden konnte, was Haut und was Kleidung war. Nein, sie lagen nicht einfach nur am Straßenrand, sie vegetierten dort vor sich hin.

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Denke an deinen unvergesslichsten Roadtrip zurück.
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Snack, Snack, Snack, Snack, Snack, Snack, Snack ist ’ne Droge. Snack macht süchtig! Snack, Snack, Snack, Snack. | dailyprompt

Ein Snack ist eine Kleinigkeit, ein Häppchen zum Zwischendurchessen, also eine Zwischenmahlzeit. In Österreich heißt er Jause.

In meinem übergewichtigen Leben kam ich um neun Uhr dreißig mit diesem Snack täglich aus der Kantine zurück an meinen Schreibtisch: ein klassischer Schokoriegel, bestehend aus einer Schicht lockerer Candy-Creme, getoppt mit karamellisierten Erdnüssen und umhüllt von zartschmelzender Vollmilchschokolade – oder anders ausgedrückt: eine Kombination aus süßem Karamell, gesalzenen, gerösteten Erdnüssen und weichem Nougat, überzogen mit einer Schokoladenglasur; ein Zusammenspiel aus knackigen Nüssen und einer zäh-klebrigen Karamellfüllung, das durch den weichen Kern perfekt ausbalanciert wird; der ideale Mix aus süß und salzig, bei …

Mini-Salami
Seitan und Räuchertofu
Chili Paprika

… dem die unterschiedlichen Texturen – von cremig-weich bis kernig-bissfest – bestechen.

Ich war süchtig. Die Betonung liegt auf „war”.

Danach, also vor meiner heutigen tierleidfreien Ernährung, snackte ich gerne eine kleine, luftgetrocknete Mini-Salami aus reinem Schweinefleisch, die über Buchenholz geräuchert wurde.

Wie langweilig.

Die pflanzliche Ernährung bietet viele Möglichkeiten, die Mini-Salami zu ersetzen: einen veganen Snack nach Salami-Art aus Seitan und Räuchertofu, eine vegane Snackwurst aus Tofu und Weizeneiweiß, einen pikanten Veggie-Snack mit Chili aus Seitan, einen Veggie-Snack mit Paprika aus Seitan und Paprika und vieles mehr.

Am liebsten dazu etwas scharfen Senf.

Diesen Snack würde ich jetzt gerne naschen.

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Welchen Snack würdest du jetzt gerade gerne essen?

What snack would you eat right now? | Was würdest du jetzt gerne naschen?

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Eine ungehaltene Rede. | dailyprompt

„Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“

Wir brauchen keine weitere verrückte Geschäftsidee, die uns noch verrückter macht und uns vom Wesentlichen ablenkt. Keine weitere Geschäftsidee innerhalb der Fassaden der Kulissen, die errichtet wurden, damit wir nicht merken, wie wir hinter den Kulissen um unser richtiges Leben betrogen werden. Die Welt, in der wir leben, ist ein Bluff, eine Fälschung. Jede weitere verrückte Geschäftsidee soll uns davon abhalten, unser Leben selbst in die Hand zu nehmen und unsere Gemeinschaften und Gesellschaften selbst zu organisieren. Nachhaltig. Ohne den Ast, auf dem wir sitzen, abzusägen. Ohne die Erde – wir haben nur diese – auszubeuten.

Meine „Geschäftsidee” ist die Gemeinwohlökonomie (GWÖ), die der Österreicher Christian Felber 2010 initiierte. Wir dürfen nicht länger den finanziellen Gewinn, sondern das Wohl von Mensch und Umwelt in den Mittelpunkt stellen. Die GWÖ ist eine ethische Marktwirtschaft, deren Ziel ein „gutes Leben” für alle ist. Erfolg bedeutet nicht das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts oder ein stetig steigender Finanzgewinn, sondern das wachsende Gemeinwohl.

Die GWÖ fußt auf vier Säulen:
1.) Menschenwürde, 2.) Solidarität und Gerechtigkeit, 3.) Ökologische Nachhaltigkeit sowie 4.) Transparenz und Mitentscheidung.

Die Würde jedes Einzelnen ist zu achten und zu schützen. Ressourcen sind fair zu verteilen und Schwächere sind zu unterstützen. Die Lebensgrundlagen sind für künftige Generationen zu bewahren. In einem definierten demokratischen Prozess ist jede und jeder zu beteiligen, Betroffene sind zu hören und zu beteiligen.

Aus wirtschaftlicher Sicht stehen im Mittelpunkt der sogenannten Gemeinwohl-Matrix die Lieferanten, die …

das falsche Leben
ist zu transformieren in
richtiges Leben

… Eigentümer, die Finanzpartner, die Mitarbeitenden, die Kunden und die Mitunternehmen sowie das gesellschaftliche Umfeld.

Aus dieser Matrix wird das Gemeinwohl bilanziert: Für positives Verhalten erhalten Unternehmen Punkte (z. B. regionale Lieferketten, faire Löhne), für negatives Verhalten gibt es Punktabzüge (z. B. Lohndumping, Umweltverschmutzung).

Unternehmen mit einer hohen Punktzahl würden beispielsweise weniger Steuern zahlen, günstigere Kredite erhalten und vorrangig öffentliche Aufträge erhalten.

Bereits heute nutzen Unternehmen die Gemeinwohl-Bilanz parallel zur herkömmlichen Bilanz, um nachhaltiger zu wirtschaften und als ethische Marke wahrgenommen zu werden. Anstatt rücksichtslos zu konkurrieren, möchten diese Firmen kooperieren.

Geld dient nicht mehr der Maximierung der Gewinne, sondern es wird eingesetzt, um einen gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen.

Christian Felber erklärte am 13.07.2017 in einem Vortrag an der Universität Trier die Grundzüge der Gemeinwohlökonomie:

Es ist kurz vor zwölf. Wenn wir unser falsches Leben nicht bald radikal ändern, wird die Menschheit radikal verschwinden. Wir müssen aufhören, über unsere Verhältnisse zu leben: über den Verhältnissen der Erde und über den Verhältnissen unserer Nachkommen. Betrachtet man die aktuelle Weltlage mit ihrem Größenwahnsinn, ihren Größenwahnsinnigen und ihren Speichelleckern, sollte man sich nicht einbilden, diese Transformation würde ohne Blutvergießen gelingen. Der Zeitpunkt für eine friedliche Transformation wurde spätestens in den 1970er Jahren verpasst, unmittelbar nach der Veröffentlichung der vom Club of Rome beauftragten Studie „Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit”.

Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit gibt es nicht zum Nulltarif. Vor allem nicht im Rückzugsgebiet des Privaten.

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