Habe ich Tränen in den Augen, dass unsere Hände sich nicht mehr halten? | On this day in music.

03.10.2006– | track: –Caravane – Live 2006- | artist: –Raphaël– | album: -Une Nuit Au Châtelet-

Der Songtext „Caravane” von Raphaël ist eine melancholische und existenzielle Reise durch Fragen und Unsicherheiten. Der Interpret äußert eine tiefe emotionale Verletzlichkeit („j’en ai les larmes aux yeux“, „je tremble un peu“) und fragt sich, warum die Verbindung zu einer anderen Person verloren geht („nos mains ne tiennent plus ensemble“). Es gibt viele Fragen über die Zukunft, das Warten und den gemeinsamen Weg („Est-ce que je ne vais plus attendre“, „Est-ce qu’on va reprendre la route“).

Die Fragen weiten sich auf die Welt aus („Est-ce que ce monde a le vertige”) und thematisieren Schuld und Sühne („Est-ce qu’on sera un jour puni”). Der Songtext spricht eine fatalistische Sichtweise an, nach der das Schicksal vom „Bon Dieu“ (Gott) bestimmt wird, der sowohl erschafft als auch zerstört („C’est le Bon Dieu qui nous fait / C’est le Bon Dieu qui nous brise“).

Trotz all dieser Fragen und der Vergänglichkeit des Lebens („bientôt mes os seront dans le vent”) betont der Interpret seine Herkunft („Je suis né dans cette caravane”) und die Notwendigkeit, weiterzuziehen („Et nous partons, vas-y”).

Die „Caravane” dient hier als Metapher für das Leben selbst: eine ständige Reise, ein Zuhause in der Bewegung. Das Lied ist somit eine Aufforderung, trotz Dunkelheit und existenzieller Sorgen gemeinsam in die Zukunft aufzubrechen. Das einfache, beinah kindliche „Tu lu tu, tu lu tu …” unterstreicht dabei eine gewisse Resignation, aber auch eine anhaltende Hoffnung oder Leichtigkeit des Seins auf dieser ewigen Reise.

Ich protestiere gegen die geplante massive Aufrüstung Deutschlands! | Jetzt unterschreiben:

Fünf Prozent ihrer Wirtschaftsleistung sollen die NATO-Staaten künftig für Militär und kriegsrelevante Infrastruktur ausgeben. Diese willkürliche Festlegung ist unverantwortlich. Fünf Prozent des Bruttoinlandsproduktes entsprächen nach heutigen Zahlen fast der Hälfte des deutschen Bundeshaushalts, mindestens 200 Milliarden Euro. Jedes Jahr!

Aufrüstung führt in die Sackgasse! Dass Frieden und Sicherheit durch immer mehr Waffen und Abschreckung erreichbar wären, ist ein Trugschluss. Ich möchte in einem Land leben, das sich mit zivilen Mitteln für eine friedliche Welt stark macht. Diplomatie, Interessensausgleich und Völkerverständigung müssen die Grundpfeiler für Frieden in Europa und in der Welt sein.

Daher fordere ich von der Bundesregierung:

~ einen Stopp der maßlosen Ausgaben für immer mehr Aufrüstung. Nötig sind mehr Investitionen, die unser aller Leben verbessern – zum Beispiel in Gesundheit, Bildung, Soziales und Klimaschutz.


~ keine Belastung und Einschränkung nachfolgender Generationen durch unbegrenzte Neuverschuldung für Militär und Kriegs-Infrastruktur, durch eine Wehrpflicht oder die Vernachlässigung der Klimakatastrophe.


~ einen entschlossenen diplomatischen Einsatz für ein Ende des russischen Angriffskrieges, nachhaltigen Frieden für die Ukraine und eine neue europäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur.


~ ein glaubwürdiges Eintreten für Völkerrecht, nukleare und konventionelle Rüstungskontrolle sowie eine Stärkung von Ziviler Konfliktbearbeitung und Entwicklungszusammenarbeit. Dauerhafte Sicherheit kann nur eine Weltordnung garantieren, in der nicht das Recht des Stärkeren gilt.

https://www.friedenskooperative.de/aktion/abruestungsappell-jetzt-unterschreiben

Machtverhältnisse.  |  Citation.

» […] Die Diskriminierung besteht gerade sehr oft darin, wie eine Frau angeredet oder nicht angeredet wird, wie ihr Redebeitrag abgetan, nicht gehört, missverstanden, falsch paraphrasiert, unterbrochen und ignoriert wird, wie sie lächerlich gemacht, bevormundet oder entwertet wird, und nicht zuletzt darin, wie man über sie redet. […] Überall wird die Frau anders und d. h. in diesem Fall schlechter behandelt als der Mann. […] «

~ Senta Trömel-Plötz, 1978 in der Fachzeitschrift „Linguistische Berichte“, aus EMMA Nr. 5 (382) September/Oktober 2025, Seite 87

https://www.emma.de/artikel/senta-troemel-ploetz-sprache-macht-341961 | Bezahlschranke

Senta Trömel-Plötz [Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Senta_Tr%C3%B6mel-Pl%C3%B6tz] ist die Pionierin der geschlechtergerechten Sprache. Was sie vom „Gendern“ hält? Nichts. Und von Gender Studies? Noch weniger. Damals ging es um das Machtverhältnis der Geschlechter.

Wer hält deine Hand wenn es dich nach unten zieht?  |  On this day in music.

02.10.2003– | track: –Seemann– | artist: –Apocalyptica, Nina Hagen– | album: -Reflections-

Der Songtext „Seemann“ von Apocalyptica und Nina Hagen entfaltet das Bild von Menschen, die im Sturm des Lebens treiben: einsam, orientierungslos und von Trauer gezeichnet. Immer wieder ertönt der Ruf „Komm in mein Boot!“, ein flehendes Angebot von Geborgenheit und Schutz gegen die Kälte der Nacht und die unendliche Weite des Meeres. Doch im Zwielicht von Abend und Herbst bleibt die Gestalt an der Laterne zurück, Tränen im Gesicht, während die Straßen leergefegt und die Schatten von der Zeit verschluckt werden.

Die Sehnsucht selbst wird zum Steuermann, Hoffnung und Erinnerung zum Segel, doch der Wind ist rau und unerbittlich. Am Ende gesteht die Interpretin ihre eigene Schwäche ein. Auch sie ist allein, gefangen in der Stille, in der Kälte, im Herbst der Gefühle. So wird der Text zu einer Klage über Nähe, die nicht erreicht wird, und über Liebe, die trotz allem unerfüllt bleibt.