Rafle du Vélodrome d’Hiver.

25.08.2017– | track: –Le vélo d’hiver– | artist: –Calogero– | album: -Liberté Chérie-

In diesem Songtext wird die Geschichte der Pariser Radrennbahn Vélodrome d’Hiver aus der Perspektive der Bahn selbst erzählt.

Anfangs schwelgt der Text in nostalgischen Erinnerungen an eine glorreiche Zeit. Das Velodrom, liebevoll „vélo d’hiver” genannt, erzählt von sportlichen Wettkämpfen, berühmten Persönlichkeiten wie Edith Piaf und Yvette Horner sowie der lebendigen Atmosphäre, in der Reiche und Arme zusammenkamen, um die Rennen zu bejubeln. Es war ein Ort voller Freude und Gemeinschaft.

Die Stimmung ändert sich jedoch mit der Zeile „Et puis ils arrivèrent” drastisch. Die Ankunft von Uniformen und Revolvern markiert einen Wendepunkt. Der Text berichtet von der traurigen Realität des Zweiten Weltkriegs, als das Velodrom am 16. und 17. Juli 1942 zu einem Sammel- und Internierungslager wurde. Unschuldige Menschen, darunter ganze Familien – 4 115 Kinder, 5 919 Frauen und 3 118 Männer – wurden dort festgehalten und schließlich in die Vernichtungslager Osteuropas deportiert. Der Ort, der einst für Freude und Sport stand, wurde so zum Schauplatz unermesslichen Leids.

Die Geschichte endet mit einer bittersüßen Erinnerung: Trotz der Tragödie gab es immer noch Kinder, die in den Pfützen spielten. Der Erzähler, das Velodrom, kann das Grauen, das dort stattfand, nicht vergessen. Der Text ist eine ergreifende Erinnerung daran, wie ein Ort der Unterhaltung in den Wirren des Krieges zu einem Symbol menschlichen Leidens werden kann.

Liebe, Geborgenheit und Angenommensein.

Was ist dein Lieblingsrezept?

Ich habe kein Lieblingsrezept. Am besten schmeckt es mir zu zweit oder in einer Gruppe von maximal zehn Menschen.

In meiner Kindheit waren es die Inhalte besonderer Mahlzeiten, die zu meinen Lieblingsrezepten wurden. Wenn mein Vater mal ein Grillhähnchen auf dem Nachhauseweg mitbrachte oder Reibekuchen machte oder es am Heiligen Abend Rheinischen Sauerbraten gab. Die Armen Ritter meiner Oma väterlicherseits waren unübertroffen. Die Sonntagsessen bei meiner Oma mütterlicherseits – Roulade, Gulasch, Spargel … – waren ebenfalls unübertroffen. Noch während meiner Ausbildung war ich jeden Freitag zum Mittagessen bei ihr, es gab gedünsteten Fisch.

In meiner Jugend schmeckte alles gut, Hauptsache, in der Peergroup. Grillabende gingen immer.

Ich genieße es, wenn ich einmal bekocht werde oder jemanden bekochen kann. Am schönsten ist es, wenn man die gemeinsame Mahlzeit zu zweit zubereitet hat.

Irgendwann wurde mir bewusst, was wir den Tieren antun. Seitdem esse ich rein pflanzlich. In einem Restaurant auf einen Koch oder eine Köchin zu treffen, der oder die mit viel Liebe und Kreativität etwas Pflanzliches zubereitet und nicht einfach ein Ersatzprodukt, ist etwas Besonderes. Das war vor zehn Jahren noch undenkbar, doch inzwischen kenne ich bereits einige dieser Küchenmeister:innen.

Meine Favoritin ist derzeit die Chefköchin eines Hotels. Sie ist US-Amerikanerin, mit einem deutschen Veganer verheiratet und denkt sich für ihn kreative Rezepte aus, die anschließend ihren Weg über die Hotelküche und die Speisekarte in meinen Magen finden.

Das A und O der veganen Küche gab es bis vor Kurzem in Stuttgart, das „Super Jami“ von Kathi und „Körle und Adam“ von Adam und Körle. Leider Geschichte. Genau wie meine beruflichen Aufenthalte dort in dieser Stadt.

Das schönste Rezept ist das, dessen liebevolle Zubereitung man förmlich spürt, schmeckt.

Die, die tun, und die, die zulassen.

… während die Staaten Unsummen für die Wehrmacht hinauswerfen. Da sie nur Lehrer für 600 Mark sich leisten können, bleiben die Völker so dumm, daß sie sich Kriege für 60 Milliarden leisten müssen. …

Christian Morgenstern, 1907, Stufen, Politisches Soziales

Satirische Kritik an der Prioritätensetzung in Gesellschaften: Bildung wird vernachlässigt, während Kriegsführung teuer ist und dennoch ermöglicht wird.

Westeuropäische Bürgerkriege werden wahrscheinlicher.

In seinem Artikel argumentiert David Betz, Professor am King’s College London, dass Westeuropa in den kommenden Jahren einem erheblichen Risiko von Bürgerkriegen ausgesetzt ist, obwohl solche Konflikte in dieser Region allgemein als unwahrscheinlich gelten. Er identifiziert drei wesentliche strukturelle Bedingungen, die zu inneren Unruhen führen können.

»Der Professor am Londoner King’s College beschäftigt sich mit den Bedingungen für Bürgerkriege und bewaffnete Aufstände. Lassen sich die erschreckenden Szenarien noch verhindern? Ein Interview.«

Gesellschaftliche Spaltung: Betz stellt eine zunehmende Polarisierung der Gesellschaft fest, in der Identität und Gruppenzugehörigkeit den rationalen politischen Diskurs überschatten. Er hebt den Aufstieg identitätsorientierter politischer Bewegungen hervor, insbesondere im Vereinigten Königreich, wo sich eine muslimische politische Fraktion in erster Linie auf internationale muslimische Interessen konzentriert und innenpolitische Themen vernachlässigt.

Statusverlust der Mehrheitsbevölkerung: Betz diskutiert das Phänomen des „Downgrading”, bei dem die historisch dominante kulturelle und politische Mehrheit rasch ihren Status verliert. Dieser Wandel dürfte dazu führen, dass die einheimische Bevölkerung innerhalb einer Generation in ihren eigenen Ländern zur Minderheit wird, was zu Entfremdungsgefühlen und Ressentiments führen kann.

Erosion des Vertrauens in Institutionen: Betz verweist auf einen deutlichen Rückgang des Vertrauens der Öffentlichkeit in verschiedene Institutionen, darunter Politik, Medien und Strafverfolgungsbehörden. Diese Erosion behindert die Fähigkeit zur friedlichen Konfliktlösung und kann zum Zusammenbruch der Gesellschaft führen.

Betz betont, dass Masseneinwanderung oft eher auf Entscheidungen der Elite als auf den Willen der breiten Bevölkerung zurückzuführen ist, was zu diesen Spannungen beiträgt. Er hebt auch wirtschaftliche Faktoren wie Stagnation und steigende Verschuldung hervor, die die Situation insbesondere für jüngere Generationen mit schlechteren Zukunftsaussichten verschärfen.

Betz warnt vor potenziellen Konflikten entlang zweier Hauptachsen: Nationalisten gegen Postnationalisten sowie Einheimische gegen Neuankömmlinge. Diese könnten zu gewalttätigen Auseinandersetzungen führen, die an historische „schmutzige Kriege“ erinnern.

Betz kommt zu dem Schluss, dass zwar langfristig die nationalen Identitäten die Oberhand gewinnen könnten, der Weg dorthin jedoch von Gewalt und Zerstörung geprägt sein könnte – ähnlich wie beim gewaltsamen Zerfall Jugoslawiens. Er betont, dass diese Probleme dringend angegangen werden müssen, da die Wahrscheinlichkeit eines Bürgerkriegs in Europa innerhalb der nächsten fünf Jahre bei bis zu 60 % liegen könnte, wenn sich die aktuellen Trends fortsetzen.

23.08.2025 | https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/britischer-konfliktforscher-fast-alle-voraussetzungen-fuer-buergerkriege-in-westeuropa-sind-erfuellt-li.2349377

„Affenzustand“.

„Ich glaube, es ist eine traurige Wahrheit, dass wir unserem Affenzustand noch sehr nahe sind und dass die Zivilisation nur eine sehr dünne Decke ist, die sehr schnell abblättert.“

Fritz Bauer (1903–1968), deutscher Jurist und Generalstaatsanwalt, der sich maßgeblich für die Aufarbeitung der NS-Verbrechen einsetzte

Er sagte diesen Satz in einer Tonaufnahme, die zu hören war: in der Frankfurter Ausstellung „Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht“ von 2014. Bauer war fest davon überzeugt, dass die Zivilisation eine äußerst fragile Errungenschaft ist, die ohne ständige Wachsamkeit und eine funktionierende Rechtsordnung schnell zerfallen kann. In dem Zitat spiegelt sich seine Skepsis gegenüber der menschlichen Natur sowie seine unerschütterliche Entschlossenheit wider, das Recht durchzusetzen und eine Rückkehr zu barbarischen Zuständen zu verhindern.