đź“…âť“ LebensglĂĽck braucht keinen Einrichtungsstil

Allgemein gesprochen ist Stil eine besondere Gestaltungsweise.  Das Adjektiv „besonders” beschreibt etwas, das von Gewohntem, Normalen abweicht.

Meine Wohnsituation auf 30 Quadratmetern ist aus der „Not” einer Trennung vor 12 Jahren entstanden. Ich schätzte die Nähe zu meiner Arbeitsstelle und schätze die ruhige Lage mitten in der Stadt und die Höhe der Miete. Bis heute fühle ich mich hier wohl.

Mein Wohn- und Schlafraum hat hohe, weiĂźe Wände, eine entsprechend hohe, relativ dunkle Decke und drei groĂźe Fenster, durch die viel Licht fällt. Alles andere als weiĂźe Möbel hätte den Raum viel zu eng wirken lassen.  Also kaufte ich ausschlieĂźlich weiĂźe Möbel. Den hellen, weiĂźen Gesamteindruck habe ich durch schwarze StĂĽhle, die sich mit weiĂźen abwechseln, und durch schmale, schwarze, hängende Schuhschränke, die sich mit weiĂźen abwechseln, kontrastiert.

Unpassend ist das Hochbett aus grauem Stahlrahmen („einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul”) sowie zwei mitgebrachten schmalen Kieferholzschränken für CDs und eine Espressotassensammlung.

Ich sympathisiere mit dem Minimalismus (klare Linien, neutrale Farben), mag aber keine leeren Wände. Die Räume sollten nicht kalt oder leer wirken (so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig).

Gut gefällt mir auch der skandinavische Stil mit hellem Holz, weißen Wänden, organischen Formen und funktionalen, aber komfortablen Möbeln, die gerne mit Baumwolle oder Leinen kombiniert werden.

Der Landhausstil spricht mich ebenfalls an, passt aber nur in entsprechend große Räume.

Mein Lebensglück hängt jedoch nicht von einem bestimmten Einrichtungsstil ab.

Ich mĂĽsste mal wieder ausmisten und fĂĽr mehr freie Flächen sorgen …

Tägliche Schreibanregung
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Autor: Bernd

» ... Ist es möglich; daß man trotz Erfindungen und Fortschritten, trotz Kultur, Religion und Weltweisheit an der Oberfläche des Lebens geblieben ist? Ist es möglich, daß man sogar diese Oberfläche, die doch immerhin etwas gewesen wäre, mit einem unglaublich langweiligen Stoff überzogen hat, so daß sie aussieht wie die Salonmöbel in den Sommerferien? Ja, es ist möglich. ... « – Rainer Maria Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, 1910 ====================