Willemsen. Er war ein Intellektueller im besten Sinne des Wortes, ein Humanist und brillanter Denker mit tiefem moralischem Kompass und weitreichendem gesellschaftlichem Engagement – insbesondere als langjähriger Schirmherr des Afghanischen Frauenvereins.
Er war ein Sprachkünstler mit herausragender Eloquenz, poetischer Präzision und der Fähigkeit, komplexe emotionale und sachliche Themen in Essays meisterhaft zu formulieren.
Er war ein Weltbürger und Reisender, getrieben von rastloser Neugier auf fremde Kulturen und abgelegene Orte, die er in Werken wie „Die Enden der Welt” literarisch und philosophisch verarbeitet hat.
Er war ein scharfsinniger Beobachter, der das politische und alltägliche Leben mit detailgenauen, oft ironischen, aber stets empathischen Analysen beleuchtete, wie exemplarisch in seiner Bundestags-Reportage „Das Hohe Haus“.
Er war ein feingeistiger Interviewer, ein tiefgründiger Zuhörer und Moderator, der in Formaten wie „Willemsens Woche” intellektuellen Anspruch, Neugier und Unterhaltung auf Augenhöhe verband.
Er war melancholisch und hatte Humor. Er verband existenzielle Nachdenklichkeit und Schwermut mit warmherzigem, blitzgescheitem Witz.
Er war ein Kulturvermittler und ein leidenschaftlicher Grenzgänger zwischen Literatur, Musik (insbesondere Jazz), Fernsehen und Wissenschaft.
Roger Willemsen war ein Unikat. Einer der wenigen Männer, vor denen ich mich respektvoll verneige.
Das WDR-Zeitzeichen erinnerte in diesem Jahr an ihn: https://rueckzuginsprivate.de/?p=13899
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