📅❓ Warum meine schwerste Entscheidung mein größtes Glück wurde.

Ich spürte, dass irgendetwas nicht stimmte. In mir. Ich war oft hin- und hergerissen, zu oft. Innerlich unruhig. Nur wenn ich in einen Flow kam, kehrte Ruhe ein. Diese Unruhe verhinderte wohl auch, dass ich merkte, dass wir uns auseinanderlebten. Am Ende folgten auf eine positive Interaktion fünf oder mehr negative, nicht umgekehrt wie bei zufriedenen Paaren. Als mir klar wurde, dass ausschließlich ich mich ändern sollte, damit wieder alles gut wird, verließ ich die Ehe und die Familie. Das war die Entscheidung, die mir half, zu lernen und zu wachsen.

Ich hatte Zeit, mich mit meiner Kindheit und meinem inneren Kind zu beschäftigen, lernte, mein inneres Kind zu trösten, und übernahm erwachsene Verantwortung. Schritt für Schritt wurde ich ruhiger und das Gefühl, hin- und hergerissen zu sein, zeigte sich in immer größeren Abständen.

Dann wurde mir gespiegelt, dass ich ein sehr introvertierter Mensch bin, und ich lernte, dass meine Eltern introvertiertes kindliches Verhalten als negativ ansahen. Sie schafften es (z. B. durch Liebesentzug), dass ich mich anpasste und extravertiert agierte. In diesem Spannungsfeld zwischen meinem reichhaltigen Innenleben und dem äußerlichen Leben eines Extravertierten entstanden Unruhe und das Gefühl des Hin- und Hergerissenseins. Allein schon mit dieser Erkenntnis wurde ich tiefer ruhiger. Ich begann, mich mit meinen vielen introvertierten Eigenschaften anzufreunden und sie bewusst auszuleben. In Verbindung mit regelmäßigen Meditationen wurde ich sogar gelassener.

Heute beschäftige ich mich mit der epigenetischen Weitergabe eines oder mehrerer Traumata meiner Herkunftsfamilie. Offensichtlich gab es in der Familie das Tabu, über Gefühle zu sprechen, insbesondere über den tragischen Verlust meines Großonkels. Kurz vor ihrem Tod gab mir meine Mutter den entscheidenden Hinweis, indem sie beiläufig Erlebnisse ansprach, die sie in ihrem Leben wohl sehr bewegt haben. Es scheint auch der Geist einer unerfüllten großen Liebe im Raum zu schweben. Im Gegensatz zu meinem Bruder leben diese Traumata in mir weiter und könnten meine eigenen Vermeidungsstrategien erklären.

Meine Entscheidung vor zwölf Jahren war richtig, ich habe mich gefunden und konnte daran wachsen. Dieses Lernen und Wachsen erzeugt eine große Zufriedenheit.

Täglicher Schreibanreiz
Beschreibe eine Entscheidung, die du in der Vergangenheit getroffen hast und die dir geholfen hat, zu lernen oder zu wachsen.

Describe a decision you made in the past that helped you learn or grow.  |  Beschreibe eine Entscheidung, die du in der Vergangenheit getroffen hast und die dir geholfen hat, etwas zu lernen oder dich weiterzuentwickeln.

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📅❓ Kritisches Denken ist die letzte Verteidigungslinie gegen geheime Verführer.

Grundsätzliche Vorbemerkung:

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Grundsätzlich hätte ich in der Schule lernen können, wie ich mir ein Thema erschließe, wie ich konzentriert bleibe und wie ich wichtige von unwichtigen Informationen unterscheide.
Ich hätte kritisches Denken und Quellenprüfung lernen können. Ich hätte lernen können, Informationen zu hinterfragen, zu prüfen, ob die Quelle seriös ist, und viele Informationsteilchen zu einem wahrheitsgetreuen Bild zusammenzufügen.
Ich hätte mir soziale und emotionale Intelligenz aneignen können: Wie löse ich Konflikte? Wie gehe ich mit Scheitern um und mache trotzdem weiter? Wie gleiche ich Stress und Leistungsdruck aus?
Ich hätte lernen können, Wissen zu transferieren, also Wissen aus einem Bereich auf einen völlig anderen zu übertragen.
Ich hätte verstehen können, dass alles mit allem zusammenhängt.
Was ich bei meiner Recherche vermisst habe, waren die Wörter „Erziehung” und „Erziehung zur Freiheit”.

Ich verallgemeinere jetzt der Kürze der Zeit wegen:
Wenn ich von heute aus auf meine Schulzeit zurückblicke, dann fühle ich, dass sie noch annähernd optimal im vorstehenden Sinne war. Ich habe das Gefühl, dass Schule in den letzten Jahrzehnten missbraucht wird, um aus Schülerinnen und Schülern optimale Arbeitnehmer zu machen. Es findet eine Elitenförderung statt, während wirklich schwache Schülerinnen und Schüler nicht wirklich gefördert werden, da sie für den Billiglohnsektor benötigt werden.

Ein Indiz für diese Argumentation ist die Veränderung des Verständnisses vom Abitur: Vor der sogenannten geistig-moralischen Wende war das Abitur nicht nur ein Schulabschluss, sondern auch ein Reifezeugnis, eine Auszeichnung für moralische und charakterliche Leistungen. Heute ist es eine funktionale Eintrittskarte für den Arbeitsmarkt.

Opfer dieser Bildungspolitik der letzten Jahrzehnte sind nicht nur die Schülerinnen und Schüler sowie unsere immer weniger inhaltlich gelebte Demokratie, sondern vor allem die Lehrerinnen und Lehrer, die von den politischen Parteien über die Kultusministerien im Regen stehen gelassen werden.

Die persönliche Antwort:

Der heutige Daily Prompt fragt nach etwas, das ich persönlich in der Schule gelernt habe, oder nach etwas, das von dem oben Genannten abweicht.

Der mir heute wichtigste Punkt ist die Fähigkeit, Manipulationen erkennen oder erspüren zu können.

Auslöser hierfür war die Beschäftigung mit Vance Packards „Die geheimen Verführer“ (Originaltitel: The Hidden Persuaders, 1957) im Unterricht in den 1970er Jahren.

Diese Veröffentlichung ist einer der einflussreichsten Klassiker der Gesellschaftskritik und Medienanalyse. Es war das erste Buch, das einer breiten Öffentlichkeit zeigte, wie die Werbeindustrie Methoden der Psychologie und Psychoanalyse nutzt, um unser Unterbewusstsein zu manipulieren.

Diese Methoden wurden seitdem immer weiter verfeinert. Heute dienen sie vornehmlich dazu, Gesellschaften auf die Duldung und Teilnahme an Kriegen vorzubereiten. Für die Mehrheit der Menschen bleiben sie jedoch unerkannt.

In der Zeit nach der nächsten Stunde „Null” wird es den Überlebenden wieder einmal „wie Schuppen von den Augen fallen”.

Täglicher Schreibanreiz
Beschreibe etwas, das du in der Schule gelernt hast.

Describe something you learned in high school.  |  Beschreibe etwas, das du in der Oberstufe gelernt hast.

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