Eine Verschwörungstheorie ist der Versuch, Ereignisse, Zustände oder Entwicklungen durch eine geheime Verschwörung, also das zielgerichtete, konspirative Wirken von zwei oder mehr Personen zu einem verborgenen, illegalen oder illegitimen Zweck, zu erklären.
Zunächst einmal ist eine Verschwörungstheorie eine Theorie oder These bzw. Behauptung.
Ich spreche hier nicht von Theorien oder Behauptungen, die Menschen aus diffusen Ängsten oder Psychosen heraus erstellen oder um Aufmerksamkeit oder Klickzahlen zu erhalten.
Ich spreche hier ausschließlich von Expert:innen auf ihrem Gebiet, z. B. (Investigativ-)Journalist:innen, Wissenschaftler:innen, Architekt:innen, Ingenieur:innen, Generäle usw.
Diese Menschen stellen die richtigen Fragen zu einem merkwürdig erscheinenden Ereignis (bekannte und aufgelöste Beispiele siehe am Ende des Blogbeitrags). 9/11 hat sich beispielsweise tief in unser Erleben eingebrannt. Dieses Ereignis in seiner Vorbereitung, seinen Begleitumständen, seiner Ausführung sowie seinen unmittelbaren und längerfristigen Folgen hat viele der oben genannten Expert:innen sachlich fundierte Fragen stellen lassen. Allein in den USA waren es Tausende, die sich zum Teil auch zusammengeschlossen hatten. Ihre berechtigten Fragen wurden bis heute nicht ausreichend und abschließend beantwortet.
In einem internen Strategiepapier von 1967 (Dokument 1035-960) wies die CIA ihre Agenten an, Kritiker der offiziellen Untersuchungskommission zur Ermordung von John F. Kennedy systematisch zu diskreditieren, indem sie deren Argumente als „Verschwörungstheorien” abstempelten. Das Ziel war es, Zweifel lächerlich zu machen und die Zweifler:innen als paranoid, irrational oder politisch motiviert darzustellen.
Diese Methode der Herrschenden wurde bis heute immer weiter verfeinert; die Inhaber großer „sozialer“ Netzwerke gehen ihnen dabei dienstbar zur Hand. Aktuell werden Menschen, die öffentlich kritische Fragen stellen, nicht mehr als Verschwörungstheoretiker verächtlich gemacht, sondern man beraubt sie ihrer wirtschaftlichen Existenz. Sanktionen nennen die Herrschenden das.
Hüseyin Doğru ist ein in Frankfurt am Main geborener deutsch-türkischer Journalist und Gründer der Medienplattform Red (AFA Medya). Er wurde im Mai 2025 im Rahmen des 17. EU-Sanktionspakets auf die Liste gesetzt. Die EU warf ihm und seiner Plattform vor, enge Verbindungen zu russischer Staatspropaganda zu unterhalten und Falschinformationen zu verbreiten, um Zwietracht zu säen. Die Plattform hatte sich in ihrer Berichterstattung stark auf den Krieg in Gaza und pro-palästinensische Proteste fokussiert. Doğru weist die Vorwürfe zurück.
Seine Konten und sein Vermögen wurden eingefroren. Ihm wurde ein Betrag von gut 500 Euro monatlich für Grundbedürfnisse zugestanden. Die Maßnahmen wurden durch die Zentralstelle für Sanktionsdurchsetzung (ZfS) zeitweise auch auf seine Familie ausgeweitet. Die Konten seiner Ehefrau und seiner Mutter wurden wegen angeblicher „Sanktionsumgehung” gesperrt. Laut seinem Anwalt brachte dies die Familie in existenzielle Not, da es theoretisch sogar für Nachbarn strafbar wäre, Lebensmittel zu spenden. Das Verwaltungsgericht Köln hat die Sperrung des Kontos seiner Ehefrau jedoch kürzlich wegen ernsthafter rechtlicher Zweifel aufgehoben.
Jacques Baud ist ein ehemaliger Offizier des Schweizer Nachrichtendienstes, Analyst und UN-Mitarbeiter. Er wurde am 15. Dezember 2025 auf die EU-Sanktionsliste gesetzt. Baud vertrat in Publikationen und Analysen unter anderem die These, die Ukraine habe den russischen Angriff provoziert. Die EU stufte dies als „Putin-Propaganda” ein.
Seine Bankkonten wurden eingefroren und es wurde ein Einreiseverbot in die EU verhängt. Da Baud in Brüssel lebt, sitzt er dort nun faktisch fest, da er ohne funktionsfähige Konten und Einkommen ist. Zudem kann er nicht legal in die Schweiz zurückreisen, da dieses Land das spezifische Sanktionsregime der EU nicht übernommen hat.
Bestrafe einen, erziehe hunderte. Um nur zwei Beispiele zu nennen.
Der deutsche Psychiater, Psychotherapeut, römisch-katholische Theologe, Berater des Vatikans, ehemalige Leiter des Alexianer-Krankenhauses in Köln und Buchautor Manfred Lütz veröffentlichte 2012 sein Buch „Bluff! Die Fälschung der Welt“, in dem er aus theologischer und psychologischer Sicht die Welt und die Menschen beleuchtet.
Ich habe dieses Buch mehrmals gelesen, lange darüber nachgedacht und seitdem habe ich meine eigene Verschwörungstheorie:
Wir sind alle wie Truman Burbank in „Die Truman Show”. Die Herrschenden haben über Jahrzehnte Fassaden für uns aufgebaut und lassen uns zwischen diesen Kulissen leben. Das wahre Leben findet abgeschirmt dahinter statt. Unsere Politiker:innen stehen auf der Bühne eines Theaters und spielen Demokratie, während wir im Zuschauerraum gebannt zuschauen. Es ist ein Theaterstück, bei dem das Publikum dazwischenrufen oder auch einmal auf die Bühne treten darf. So bleibt das Publikum im Glauben, es könne etwas bewirken.
Tatsächlich finde ich nur meine eigene Verschwörungstheorie glaubwürdig. (-;
In den letzten 100 Jahren gab es mehrere historische Vorfälle, bei denen angebliche „Verschwörungstheorien” oder hartnäckige Gerüchte durch offizielle Dokumente, Whistleblower:innen oder Untersuchungsausschüsse als Fakten bestätigt wurden. In einigen dieser Fälle übertraf die Realität sogar die schlimmsten Befürchtungen.
1. Projekt MKUltra (Gedankenkontrolle der CIA)
Der Verdacht: Der amerikanische Geheimdienst entführt Menschen und führt geheime Experimente zur Gedankenkontrolle und Gehirnwäsche durch.
Die Realität: In den 1970er Jahren deckte das sogenannte Church Committee (ein Untersuchungsausschuss des US-Senats) auf, dass die CIA von 1953 bis in die 1970er Jahre ein illegales, streng geheimes Forschungsprogramm namens „MKUltra” betrieb. Dabei wurden US-Bürgern und Kanadiern – darunter Krankenhauspatienten, Gefangene und Prostituierte – ohne ihr Wissen LSD und andere Drogen verabreicht. Es kam zu extremem Schlafentzug, Hypnose und psychologischer Folter. Das Ziel bestand darin, Methoden für Verhöre und mentale Manipulation im Kalten Krieg zu entwickeln.
2. Die Tuskegee-Syphilis-Studie
Der Verdacht: Die Regierung benutzt arme, schwarze Bürger als menschliche Versuchskaninchen für tödliche Krankheiten und verweigert ihnen die medizinische Hilfe.
Die Realität: Von 1932 bis 1972 führte der US-amerikanische Public Health Service eine medizinische Studie mit 399 an Syphilis erkrankten afroamerikanischen Pächtern in Alabama durch. Den Männern wurde die Diagnose verheimlicht. Noch viel gravierender ist, dass den Patienten, als in den 1940er Jahren Penicillin als extrem wirksames Heilmittel auf den Markt kam, dieses absichtlich vorenthalten wurde. Die Ärzte wollten den tödlichen Verlauf der Krankheit ungestört bis zur Autopsie studieren. Der Skandal wurde erst 1972 durch einen Whistleblower öffentlich gemacht.
3. Globale Massenüberwachung (NSA-Skandal)
Der Verdacht: Die Regierungen der Welt hören jedes Telefonat ab, lesen jede E-Mail mit und überwachen die gesamte digitale Kommunikation der Bürger.
Die Realität: Bis 2013 wurde diese Behauptung oft als paranoider Wahn abgetan. Dann veröffentlichte der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden Tausende streng geheime Dokumente, die zeigten, dass die US-Behörde NSA (oft in Zusammenarbeit mit anderen Diensten wie dem britischen GCHQ) Programme wie PRISM betrieb. Das Ausmaß der Überwachung übertraf die Annahmen der meisten Kritiker: Fast die gesamte globale Internetkommunikation, Verbindungsdaten und sogar die Handys verbündeter Staatschefs wurden systematisch und verdachtsunabhängig erfasst.
4. Der Tonkin-Zwischenfall (der Vorwand für den Vietnamkrieg)
Der Verdacht: Die US-Regierung hat einen Angriff auf eigene Schiffe erfunden, um einen legalen Kriegsgrund für die Intervention in Vietnam zu erzwingen.
Die Realität: Im August 1964 meldete die US-Regierung unter Präsident Lyndon B. Johnson, dass amerikanische Zerstörer im Golf von Tonkin von nordvietnamesischen Torpedobooten angegriffen worden seien. Dies führte zur sogenannten Tonkin-Resolution und zur direkten militärischen Eskalation der USA im Vietnamkrieg. Später veröffentlichte Pentagon-Papiere und freigegebene NSA-Dokumente belegten jedoch eindeutig, dass der entscheidende „zweite Angriff” am 4. August 1964 niemals stattgefunden hatte. Geheimdienstinformationen wurden gezielt manipuliert, um den Kriegseintritt vor dem Kongress zu rechtfertigen.
5. Operation Paperclip (Operation Büroklammer)
Der Verdacht: Die USA haben nach dem Zweiten Weltkrieg heimlich hochrangige Nazi-Wissenschaftler ins Land geholt und sie vor der Strafverfolgung wegen Kriegsverbrechen geschützt.
Die Realität: Um im Kalten Krieg gegen die Sowjetunion einen technologischen Vorteil (insbesondere in der Raumfahrt und Raketentechnik) zu erlangen, rekrutierten amerikanische Geheimdienste ab 1945 über 1 600 deutsche Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker. Darunter befanden sich überzeugte Nationalsozialisten und Kriegsverbrecher wie Wernher von Braun, der später eine zentrale Rolle beim Apollo-Mondprogramm der NASA spielte. Die Akten dieser Männer wurden oft manipuliert („gesäubert”), um ihre Einreise in die USA trotz direkter Befehle des US-Präsidenten zu legalisieren.
Honi soit qui mal y pense.
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