Panikattacke

Ich denke an unvergessliche Ausflugs- oder Erkundungsfahrten zurück. Wenn ich mich an Ausflüge aus meiner Kindheit erinnere, dann müssen sie wohl unvergesslich gewesen sein.

Ich denke zum Beispiel an die kurze Schiffsfahrt von Heiligenhafen an den Strand. Vermutlich ging es über den Binnensee. Kaum waren wir an Bord, kackte mir eine Möwe mitten auf den Kopf.

Ich denke an die Tagestour von Gößl zur Phüringer Hütte und zurück, die ich als Zehnjähriger mit meinen Eltern unternommen habe. Wir sind mit Sonnenaufgang aufgestiegen und im Dunkeln wieder am Ausgangspunkt angekommen. Auf dem Hinweg ließ ich meine funkelnagelneue erste Armbanduhr auf einem Stein am Rande eines Sees liegen, an dem wir Rast machten. Das fiel mir erst später auf. Mein Vater „zwang” mich, den Weg allein zurückzugehen, um die Uhr zu holen und wieder zu den anderen zu laufen. Auf dem Rückweg zur Uhr begleiteten mich meine Tränen – aus Wut, aus Verzweiflung, aus Angst. Zurück zu den anderen lief ich aufrecht und stolz, das geschafft zu haben.
Auf dem Rückweg von der Phüringer Hütte gab es einen kleinen Wetterumschwung. Wir kamen in den dichtesten Nebel, den man sich vorstellen kann. Wir mussten uns an Wegmarkierungen orientieren. Diese waren nicht mehr zu finden. Panik stieg in mir auf. Der Nebel auch. Wir fanden die Markierungen und den Weg nach Gößl.

Ich denke an den Sommer 1985, als ich mit B. nach Wangerooge wollte. Wir kamen zu spät für die Fähre. Also charterten wir ein einmotoriges Flugzeug, das uns übersetzte. Es war mein erster Flug. Es war sehr laut. Sehr schön. Viel zu kurz.

Am 1. Mai 1986 fuhr ich mit B. bei herrlichem Frühsommerwetter in ihrem Cabriolet durchs Wiedtal, das Verdeck und das Herz offen. Später regnete es. Auch radioaktiv. Damals wie heute ließen uns die Regierenden im Stich. Niemand hat uns gewarnt. Danach durften wir wochenlang keine Milch mehr trinken und keine Pilze mehr essen. 35 Jahre später starb B. an einem Hirntumor. Honi soit qui mal y pense.

Im Sommer 1988 fuhr ich mit C. nach Südfrankreich in den Urlaub. Ich war bereits drei Jahre zuvor dort gewesen. Ich wollte C. unbedingt den Mont Ventoux zeigen, über den auch die Tour de France führt. Ich wollte sie mit dieser Tour überraschen und ihr den einmaligen Blick von dort oben zeigen. Für sie sollte es eine Fahrt ins Blaue werden. Es wurde jedoch ein Höllentrip. Die Straße führte über Serpentinen ohne Leitplanken auf 1909 Meter. Ich wusste damals noch nichts von C.s Höhenangst. Seitdem weiß ich, was eine Panikattacke ist.

Die unvergesslichsten Roadtrips waren am 7. und 8. Juni 2002 in Südafrika. Einen Tag nachdem wir ankamen. Wir waren dort, um zu adoptieren. Zusammen mit den anderen Paaren aus Holland, Belgien und Schweden fuhren wir in den „Pilanesberg National Park”. Dort stiegen wir in einen vergitterten Jeep, der Platz für zehn Personen bot. Die Ranger auf den Vordersitzen hatten ihre Jagdgewehre griffbereit. Für alle Fälle. Wir sahen unter anderem Giraffen, Nilpferde, Elefanten und Geparden. Da wurde mir klar, wie sich Tiere im Zoo fühlen müssen. Ich spürte die Freiheit dieser Wildtiere und erkannte ihre Würde. Seitdem bin ich ein strikter Gegner der Zootierhaltung.

Am nächsten Tag wurden wir durch Soweto und die Townships geführt. Wir starteten am „Chris Hani Baragwanath Hospital”. Unsere Reiseleiterin, eine weiße Südafrikanerin, hatte für diesen Roadtrip zu Fuß zwei schwarze Bodyguards engagiert, die auch so aussahen. Einer der beiden führte uns durch Wellblechhütten und zeigte uns die Wohnräume. Die Bewohner, die fernsehschauten, schauten nicht einmal auf (sie verdienen daran, dass Touristen durch ihre Hütten geführt werden). Unvergesslich wird mir aber bleiben, dass am Straßenrand „Schwarze” (People of Color) lagen, bei denen ich nicht unterscheiden konnte, was Haut und was Kleidung war. Nein, sie lagen nicht einfach nur am Straßenrand, sie vegetierten dort vor sich hin.

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Snack, Snack, Snack, Snack, Snack, Snack, Snack ist ’ne Droge. Snack macht süchtig! Snack, Snack, Snack, Snack. | dailyprompt

Ein Snack ist eine Kleinigkeit, ein Häppchen zum Zwischendurchessen, also eine Zwischenmahlzeit. In Österreich heißt er Jause.

In meinem übergewichtigen Leben kam ich um neun Uhr dreißig mit diesem Snack täglich aus der Kantine zurück an meinen Schreibtisch: ein klassischer Schokoriegel, bestehend aus einer Schicht lockerer Candy-Creme, getoppt mit karamellisierten Erdnüssen und umhüllt von zartschmelzender Vollmilchschokolade – oder anders ausgedrückt: eine Kombination aus süßem Karamell, gesalzenen, gerösteten Erdnüssen und weichem Nougat, überzogen mit einer Schokoladenglasur; ein Zusammenspiel aus knackigen Nüssen und einer zäh-klebrigen Karamellfüllung, das durch den weichen Kern perfekt ausbalanciert wird; der ideale Mix aus süß und salzig, bei …

Mini-Salami
Seitan und Räuchertofu
Chili Paprika

… dem die unterschiedlichen Texturen – von cremig-weich bis kernig-bissfest – bestechen.

Ich war süchtig. Die Betonung liegt auf „war”.

Danach, also vor meiner heutigen tierleidfreien Ernährung, snackte ich gerne eine kleine, luftgetrocknete Mini-Salami aus reinem Schweinefleisch, die über Buchenholz geräuchert wurde.

Wie langweilig.

Die pflanzliche Ernährung bietet viele Möglichkeiten, die Mini-Salami zu ersetzen: einen veganen Snack nach Salami-Art aus Seitan und Räuchertofu, eine vegane Snackwurst aus Tofu und Weizeneiweiß, einen pikanten Veggie-Snack mit Chili aus Seitan, einen Veggie-Snack mit Paprika aus Seitan und Paprika und vieles mehr.

Am liebsten dazu etwas scharfen Senf.

Diesen Snack würde ich jetzt gerne naschen.

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Eine ungehaltene Rede. | dailyprompt

„Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“

Wir brauchen keine weitere verrückte Geschäftsidee, die uns noch verrückter macht und uns vom Wesentlichen ablenkt. Keine weitere Geschäftsidee innerhalb der Fassaden der Kulissen, die errichtet wurden, damit wir nicht merken, wie wir hinter den Kulissen um unser richtiges Leben betrogen werden. Die Welt, in der wir leben, ist ein Bluff, eine Fälschung. Jede weitere verrückte Geschäftsidee soll uns davon abhalten, unser Leben selbst in die Hand zu nehmen und unsere Gemeinschaften und Gesellschaften selbst zu organisieren. Nachhaltig. Ohne den Ast, auf dem wir sitzen, abzusägen. Ohne die Erde – wir haben nur diese – auszubeuten.

Meine „Geschäftsidee” ist die Gemeinwohlökonomie (GWÖ), die der Österreicher Christian Felber 2010 initiierte. Wir dürfen nicht länger den finanziellen Gewinn, sondern das Wohl von Mensch und Umwelt in den Mittelpunkt stellen. Die GWÖ ist eine ethische Marktwirtschaft, deren Ziel ein „gutes Leben” für alle ist. Erfolg bedeutet nicht das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts oder ein stetig steigender Finanzgewinn, sondern das wachsende Gemeinwohl.

Die GWÖ fußt auf vier Säulen:
1.) Menschenwürde, 2.) Solidarität und Gerechtigkeit, 3.) Ökologische Nachhaltigkeit sowie 4.) Transparenz und Mitentscheidung.

Die Würde jedes Einzelnen ist zu achten und zu schützen. Ressourcen sind fair zu verteilen und Schwächere sind zu unterstützen. Die Lebensgrundlagen sind für künftige Generationen zu bewahren. In einem definierten demokratischen Prozess ist jede und jeder zu beteiligen, Betroffene sind zu hören und zu beteiligen.

Aus wirtschaftlicher Sicht stehen im Mittelpunkt der sogenannten Gemeinwohl-Matrix die Lieferanten, die …

das falsche Leben
ist zu transformieren in
richtiges Leben

… Eigentümer, die Finanzpartner, die Mitarbeitenden, die Kunden und die Mitunternehmen sowie das gesellschaftliche Umfeld.

Aus dieser Matrix wird das Gemeinwohl bilanziert: Für positives Verhalten erhalten Unternehmen Punkte (z. B. regionale Lieferketten, faire Löhne), für negatives Verhalten gibt es Punktabzüge (z. B. Lohndumping, Umweltverschmutzung).

Unternehmen mit einer hohen Punktzahl würden beispielsweise weniger Steuern zahlen, günstigere Kredite erhalten und vorrangig öffentliche Aufträge erhalten.

Bereits heute nutzen Unternehmen die Gemeinwohl-Bilanz parallel zur herkömmlichen Bilanz, um nachhaltiger zu wirtschaften und als ethische Marke wahrgenommen zu werden. Anstatt rücksichtslos zu konkurrieren, möchten diese Firmen kooperieren.

Geld dient nicht mehr der Maximierung der Gewinne, sondern es wird eingesetzt, um einen gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen.

Christian Felber erklärte am 13.07.2017 in einem Vortrag an der Universität Trier die Grundzüge der Gemeinwohlökonomie:

Es ist kurz vor zwölf. Wenn wir unser falsches Leben nicht bald radikal ändern, wird die Menschheit radikal verschwinden. Wir müssen aufhören, über unsere Verhältnisse zu leben: über den Verhältnissen der Erde und über den Verhältnissen unserer Nachkommen. Betrachtet man die aktuelle Weltlage mit ihrem Größenwahnsinn, ihren Größenwahnsinnigen und ihren Speichelleckern, sollte man sich nicht einbilden, diese Transformation würde ohne Blutvergießen gelingen. Der Zeitpunkt für eine friedliche Transformation wurde spätestens in den 1970er Jahren verpasst, unmittelbar nach der Veröffentlichung der vom Club of Rome beauftragten Studie „Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit”.

Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit gibt es nicht zum Nulltarif. Vor allem nicht im Rückzugsgebiet des Privaten.

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Als die Oma dement wurde. | dailyprompt

Ich liebte den grauen Sessel, der rechts vom Fenster stand, und den Eck-Ablagetisch mit hoher Leselampe, der rechts daneben stand. Rechts um die Ecke des Lesetisches stand eine zweigeteilte Vitrine. Die linke Seite der Vitrine aus dunklem Holz war durch eine schiebbare Glastür verschlossen. Dahinter standen auf Glasböden Likör-, Sekt- und Weingläser sowie eine Flasche mit Pfefferminzlikör. Von diesem kostete ich heimlich. Die rechte Seite der Vitrine war durch eine schiebbare Holztür verschlossen. Dahinter verbarg sich ein Schallplattenspieler, der sowohl Schellackplatten mit 78 Umdrehungen pro Minute als auch Langspielplatten mit 33 Umdrehungen pro Minute und Singles mit 45 Umdrehungen pro Minute abspielen konnte. Man konnte mehrere Schallplatten übereinander auf die senkrechte Spindel in der Mitte des Plattentellers legen; sie wurden nacheinander abgespielt. Als Lautsprecher diente ein altes Transistorkofferradio, das dafür aus der Küche geholt …

der Ohrensessel
Ecklesetisch Schirmlampe
Musikvitrine

… und angeschlossen werden musste. Unterhalb des Plattenspielers gab es eine Sammlung von Schellackplatten. Das alles befand sich in der Wohnung meiner Oma.

Ich weiß nicht, ob ich als Jugendlicher oder junger Erwachsener einmal erwähnte, dass ich diese drei Möbelstücke gerne erben würde.

Meine Oma wurde dement. Die Wohnung wurde aufgelöst und sie zog zu meinen Eltern, ihrer Tochter. Das erfuhr ich erst später. Ich war mit Familie, Haustieren, Beruf und Studium ausgelastet. Dann zog die Oma in ein Pflegeheim. Danach ins Grab.

Als ich meine Oma bei meinen Eltern besuchte, hing ihre Pendelwanduhr bei ihnen an der Wand, und in den zwei kleinen Zimmern, die sie nun bewohnte, standen noch ein paar Möbelstücke aus ihrer Wohnung. Sessel, Lesetisch und Musikvitrine konnte ich nicht sehen. Ich fragte danach. „Die haben wir dem Sperrmüll übergeben.“

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Mission: known – Mission: suppressed | dailyprompt

Ich habe 2012 die Mission, die diplomatische Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in Pretoria aufgesucht.
Ich glaube, darum geht es hier nicht.

Zwei Kollegen und ich hatten in den 2000er Jahren die Mission, den besonderen Auftrag, eine bestimmte Software in einem bestimmten Bundesland auszurollen.
Ich glaube, auch darum geht es hier nicht.

Missionarisch, also mit dem Ziel, eine religiöse Lehre zu verbreiten, war ich noch nie unterwegs. Auch möchte ich Menschen nicht zu einer tierleidfreien und klimafreundlichen pflanzlichen Ernährung bekehren.
Ich glaube, darum geht es hier auch nicht.

Ich habe keine Stimme …

ich bin Leben das
leben will inmitten von
wollendem Leben

… im Ohr und auch kein Teufelchen oder Engelchen auf der Schulter, die mir eine bedeutsame Aufgabe oder einen Auftrag geben.

Die Frage kann ich ganz einfach mit Albert Schweitzers Worten zur „Ehrfurcht vor dem Leben” beantworten:

„Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.”

Ich brauche keine Mission, ich habe einfach den Willen zu leben. Ich erkenne an, dass alle anderen Wesen (Tiere, Pflanzen, Mitmenschen) denselben Willen teilen. Daraus ergibt sich für mich die moralische Verpflichtung, allem Leben mit derselben Ehrfurcht zu begegnen wie meinem eigenen.

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Was ist deine Mission?

What is your mission? | Was ist deine Aufgabe?

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Weder Tag noch Stunde | dailyprompt

Meine Vorstellung, sehr alt zu werden, ist tagesabhängig. Vor allem, wenn ich den Worten unserer Bundesregierung, der Bundestagsabgeordneten, der EU-Kommission, des NATO-Führungsstabs und hochrangiger Militärs Glauben schenke, die sie Woche für Woche von sich geben. (Empfohlen sei hier das Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit von Leo Ensel: https://www.nachdenkseiten.de/?tag=woerterbuch-der-kriegstuechtigkeit). Dann endet die Vorstellung in drei bis vier Jahren oder sogar noch früher.

Ich beobachte den „Kampf” der Menschheit gegen die längst begonnene Klimakatastrophe. Dieser endete nämlich mit der Corona-Pandemie. Manchmal stelle ich mir vor, dass es die Pandemie nur gab, um die größte weltweite Protestbewegung mundtot zu machen. Die Klimakatastrophe wird geradezu befeuert. Ich war letztes Jahr im Klimahaus in Bremerhaven und habe mir dort die neue Dauerausstellung „Wetterextreme” angesehen. In den nächsten Jahrzehnten werden wir punktuell Wolkenbrüche erleben, die wir uns heute noch nicht vorstellen können. Dagegen wird die Ahrtalflut „Pillepalle” gewesen sein. Durch Kriegsereignisse, insbesondere einen Atomkrieg, oder durch Extremwetterereignisse vorzeitig zu sterben, wird mit jedem weiteren Jahr unserer Untätigkeit wahrscheinlicher.

Wenn ich mir die Verbreitung von Plastik, Makroplastik, Mikroplastik und Nanoplastik anschaue, weiß ich, wie sehr uns diese Stoffe vergiften. Alle Produkte, die aus Erdöl hergestellt werden, sind davon betroffen. Die Wahrscheinlichkeit, an Krebs …

wir kennen weder
Tag noch Stunde und nicht die
Todesursache

… vorzeitig, ja bereits in jungen Jahren zu sterben, wird ebenfalls von Jahr zu Jahr größer.

Abgesehen von diesen „Petitessen“ kann ich mir alles vorstellen: das demente Dahinsiechen mit Sprachverlust, die Abhängigkeit von einer 24/7-Betreuung nach einem oder mehreren Schlaganfällen oder ein Unfall, der mich die nächsten Jahre oder Jahrzehnte regungslos ans Bett fesselt. Oder ich stelle mir vor, wie Clint Eastwood mit 94 Jahren produktiv und mitten im Leben zu stehen. Ich sage immer leichtfertig, ich hätte keine Pläne oder Ziele. Doch ein Ziel habe ich: Ich möchte der älteste Teilnehmer aller Zeiten am Neuwieder Deichlauf sein (ich sollte mich einmal erkundigen, wo der Rekord gerade steht).

Wer weiß, ob ich am 34 334. Tag meines Lebens noch die Daily Prompts oder mein Tagebuch blogge?

Nein, Schluss mit dem Spuk. Ich stelle mir das nicht vor. Ich kenne weder Tag noch Stunde. Es kann sein, dass ich gerade diesen Text schreibe und tot umfalle. Every day is a new day. Ich versuche, aus jedem Tag das Beste zu machen, die beste Version meiner selbst zu sein, weiter zu reifen und immer da zu sein, wo meine Hilfe gebraucht wird – ohne mich zu überfordern.

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Was denkst du über die Vorstellung, sehr alt zu werden?
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Alles hat seine Zeit. | dailyprompt

Die spannendere Frage wäre, was ich nicht anders machen könnte und warum. Darum geht es heute jedoch nicht. Spontan würde ich sagen, dass ich alles anders machen könnte. Sowohl im Großen als auch im Kleinen. Ich könnte meine Morgenroutine ändern. Ich könnte meine Routine bei der Kaffeezubereitung ändern. Ich könnte in eine andere Wohnung, in eine andere Stadt, in ein anderes Bundesland, in ein anderes Land oder auf einen anderen Kontinent ziehen. Ich könnte mich glatt rasieren oder einen Vollbart tragen. Ich könnte wieder Fleisch- und Milchprodukte essen. Ich könnte wieder ein Auto besitzen. Ich könnte in ein Kloster gehen usw.

Grundsätzlich bin ich willig und fähig, Dinge anders zu machen …

es gibt Zeiten des
Stillstands und die Zeiten für
Veränderungen

… (meine Grenzen werde ich schnell erkennen können). Ich bin in mir zuhause. Nicht in Orten, nicht in Dingen. Ich gehe meinen Weg.

Grundsätzlich stresst es mich, neue Routinen zu erlernen. Eingetretene Pfade zu verlassen. Ich bin introvertiert. Ich habe Schwellenangst. Ich lebe mehr in meinem Inneren als in der Außenwelt. Ich ändere Dinge nur, wenn ich erkenne, dass ich sie ändern muss. Im Großen wie im Kleinen. Und dann erledige ich das Erforderliche unverzüglich. Ich lebe langsam. Mein Leben ändert sich langsam. Aber stetig. Ich bin geduldig. Und leidensfähig.

Es gibt aktuell nichts, was ich anders machen könnte und vor mir herschiebe.

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Was könntest du anders machen?
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Jetzt | dailyprompt

Die Antworten auf die „Daily Prompts” führen zwangsläufig dazu, dass ich über die Vergangenheit und die Zukunft nachdenke. Darüber hinaus grübele ich nicht, schlage mich nicht mit quälenden Gedanken herum.

Ich habe meine Lehren aus der Vergangenheit gezogen und ziehe sie auch aus dem jüngst Vergangenen. Großartige zukünftige Ziele strebe ich nicht an.

Wie bereits geschrieben, lasse ich mich gerne treiben und überraschen. Ebenfalls habe ich bereits einmal geschrieben, dass ich hoffe, dass „die Leute” über mich sagen: „Er liebt.” Er lebt. Er ist …

Denk ich an Deutschland
in der Nacht dann bin ich um
meinen Schlaf gebracht

… treu, zuverlässig, freundlich, umgänglich, verträglich, genügsam, mitfühlend, vorausschauend, selbstlos, hilfsbereit, neugierig, aufgeschlossen, agil, anpassungswillig und veränderungsbereit.“ … Kurz: Er ist lebendig.

Das erreiche ich nicht, wenn ich mich mit der Vergangenheit oder der Zukunft beschäftige. Die Grundsteine dafür möchte ich täglich in der Gegenwart legen.

„Ich erwarte getrost, was kommen mag.” Ich vertraue darauf, dass sich alles fügt. Nicht, dass es so wird, wie ich es mir wünsche, sondern dass rückblickend alles Sinn gehabt hat.

Angst vor dem Tod habe ich nicht. Lampenfieber vielleicht.

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Denkst du öfter über die Zukunft oder die Vergangenheit nach? Warum?

Do you spend more time thinking about the future or the past? Why? | Verbringst du mehr Zeit damit, über die Zukunft oder über die Vergangenheit nachzudenken? Warum?

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Eigentumsübertragung | dailyprompt

Ein Geschenk ist die Übertragung des Eigentums an einer Sache ohne Erwartung einer Gegenleistung – gerne auch liebevoll verpackt.

Was sich so sachlich und einfach liest, ist oft eine komplizierte Angelegenheit, die den oder die Beschenkte(n) in größtes Entzücken oder Entsetzen versetzen kann. Meistens liegt es irgendwo dazwischen.

Am 21.12.2025 wurde der Philosoph Wilhelm Schmid von Adalbert Siniawski in der Radiosendung „Information und Musik” des Deutschlandfunks zur Kunst des Schenkens befragt. Die Sendung trug den Titel „Das Ziel ist der Andere” und dauerte 10 Minuten und 44 Sekunden [1]. Daraufhin kaufte ich mir sein am 13.09.2017 erschienenes Buch „Vom Schenken und Beschenktwerden”. Ein Buch mit vielen Anregungen. In sechs Kapiteln unterteilt Wilhelm Schmid seine Gedanken zum Thema.

  1. Von der Kunst des Schenkens: Geben- und Nehmenkönnen
  2. Liebe schenken: Hingabe und Hinnahme
  3. Zeit und Aufmerksamkeit schenken: Blaue und andere Stunden
  4. Freundschaft und Gastfreundschaft schenken
  5. Geschenke für sich selbst: „Was mir guttut”
  6. Sich Muße schenken: Langeweile und lange Weile

Spontan hätte ich die heutige Frage mit „Das größte Geschenk, das mir jemand machen könnte, ist, mir nichts zu schenken.” beantwortet. Ich bin ein schlechter Geschenke-Annehmer. Das liegt an meiner Persönlichkeit. Am liebsten packe ich Geschenke allein und unbeobachtet aus. Dann unterdrücke ich meine Freudentränen nicht oder kann meiner Enttäuschung …

All of me, warum
denn nicht, verstehst du nicht, ich
will es dir geben

frei nach dem Song „Alles von mir“ von Georgette Dee & Terry Truck

… freien Lauf lassen. Für das unbeobachtete Auspacken haben nur die wenigsten Menschen Verständnis.

Materielle Geschenke gehören nicht zu dem größten Geschenk, das mir jemand machen könnte. Es sei denn:

Ein großes Geschenk ist für mich zum Beispiel, wenn mir jemand etwas von sich schenkt.
Meine jüngste Tochter hat eine Zeit lang gemalt und mir zum Geburtstag und zu Weihnachten ein selbst gemaltes Bild geschenkt. Auf Leinwand.
Früher habe ich gerne Mixtapes zusammengestellt, heute sind es Spotify-Playlists oder mit MP3-Musik befüllte USB-Sticks. Ich bitte die zu Beschenkende oder den zu Beschenkenden, mir zehn ihrer Lieblingssongs zu nennen, und erstelle daraus eine Playlist, angereichert mit dazu passenden Lieblingssongs aus meiner Musiksammlung.
Auch ein für mich zusammengestelltes Fotobuch oder ein Kalender mit den Lieblingsfotos des Schenkenden wäre ein größtes Geschenk.
Ein größtes Geschenk wäre, einen Liebesbrief zu erhalten.

Wilhelm Schmid beschreibt in seinem Buch im Kapitel „Liebe schenken: Hingabe und Hinnahme” unter anderem Geschenke, die, wie ich meine, ein größtes Geschenk sein können: Zeit und Aufmerksamkeit, für den anderen da zu sein, ohne das eigene Selbst aufzugeben. Bewunderung. Vertrauen. Privilegien. Wohlwollen. –

Meiner Meinung nach sind sich Liebende in der Liebe das größte Geschenk. Das Gemeinsame im Inneren und Äußeren muss gehegt und gepflegt werden – manchmal ist das Arbeit, manchmal ist es ein Vergnügen.

[1]:

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Was ist das größte Geschenk, das dir jemand machen könnte?

What is the greatest gift someone could give you? | Was ist das größte Geschenk, das man dir machen kann?

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