🎶 Der heutige Song ist durch die Kunstfreiheit abgedeckt.

Der Song ist eine provokante und bewusst überspitzte Auseinandersetzung mit Vorurteilen gegenüber übergewichtigen Menschen. Der Kontrast zwischen „dünn“ und „dick“ wird deutlich, wenn der Ich-Erzähler wiederholt seine Erleichterung darüber betont, ein „dürrer Hering“ zu sein. Er assoziiert Schlanksein mit Freiheit und stellt das Dicksein als reine „Quälerei“ dar.

Der Text listet nahezu jedes gängige Klischee der damaligen Zeit auf. Dazu gehören körperliche Beschwerden (Atemnot, Schwitzen, Verdauungsprobleme), ästhetische Kritik (Doppelkinn, dicke Beine) sowie soziale Ausgrenzung (fehlende passende Kleidung, Spott durch Mitmenschen).
Es wird behauptet, Dicke hätten es schwer bei der Partnersuche. Als „Ausgleich“ für die mangelnde Attraktivität müssten sie deshalb Karriere machen, da man mit Geld dennoch gefragt sei.

Der Song gipfelt in einer repetitiven Aneinanderreihung des Wortes „Dicke“ und endet mit der drastischen Beleidigung „Na, du fette Sau“. Man muss den Song im Kontext seiner Zeit und als Satire verstehen. Westernhagen nutzt hier das Mittel der totalen Überzeichnung, um der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten.

Der Sänger nimmt die Rolle eines arroganten, oberflächlichen Charakters ein. Durch die Gehässigkeit des Textes wird weniger das Übergewicht an sich kritisiert, sondern vielmehr die Überheblichkeit und die Vorurteile der „Normalen“ entlarvt. Der Song löste (und löst bis heute) Kontroversen aus. Während die einen den ironischen Unterton und die Kritik an bürgerlichen Vorurteilen loben, kritisieren andere die verletzende Wortwahl und die Bestärkung von Diskriminierung.

Der Song ist eine bissige Karikatur gesellschaftlicher Intoleranz. Durch die radikale Aneinanderreihung von Beleidigungen und Klischees soll die Absurdität dieser Vorurteile aufgezeigt werden.

Dicke“ von „Marius Müller-Westernhagen„, veröffentlicht am 27.02.1978 auf dem Album „Mit Pfefferminz Bin Ich Dein Prinz“.

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Natur am Abend, stille Stadt. Verknackste Seele, Tränen rennen.

Der Song „Naturträne” von der „Nina Hagen Band”, veröffentlicht am 11. Februar 1978 auf dem gleichnamigen Album, beschreibt einen Moment tiefer, beinah genussvoller Melancholie an einem frühen Abend. Die Ich-Erzählerin beobachtet das Geschehen aus einem offenen Fenster. Dabei vermischen sich urbane Eindrücke mit natürlichen Elementen. Diese Kontraste untermalen die Einsamkeit der Erzählerin.

Die äußere Schönheit der Natur wirkt wie ein Katalysator für ein inneres Gefühlschaos. Es ist eine Form von Weltschmerz, bei der die Seele zwar „weh tut”, dieser Zustand aber gleichzeitig als „schön” empfunden wird. Der Anblick eines Bekannten auf der Straße löst eine zusätzliche Schwere im Herzen aus. Am Ende steht die totale Hingabe an das Gefühl. Die Kombination aus der immer leiser werdenden Stadt und der „verknacksten Seele“ führt zu einem regelrechten Weinkrampf. Dieser wird jedoch nicht als Zusammenbruch dargestellt, sondern als notwendiger, ermüdender Prozess – man „flennt“ einfach weiter, bis die Energie aufgebraucht ist.

Der Text ist eine Momentaufnahme von Einsamkeit und Sehnsucht, die in eine urbane Abendstimmung eingebettet ist. Er zelebriert die Katharsis durch Tränen, die durch die überwältigende Ästhetik eines simplen Sonnenuntergangs ausgelöst werden.

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