đŸŽ¶ Der heutige Song ist durch die Kunstfreiheit abgedeckt.

Der Song ist eine provokante und bewusst ĂŒberspitzte Auseinandersetzung mit Vorurteilen gegenĂŒber ĂŒbergewichtigen Menschen. Der Kontrast zwischen „dĂŒnn“ und „dick“ wird deutlich, wenn der Ich-ErzĂ€hler wiederholt seine Erleichterung darĂŒber betont, ein „dĂŒrrer Hering“ zu sein. Er assoziiert Schlanksein mit Freiheit und stellt das Dicksein als reine „QuĂ€lerei“ dar.

Der Text listet nahezu jedes gÀngige Klischee der damaligen Zeit auf. Dazu gehören körperliche Beschwerden (Atemnot, Schwitzen, Verdauungsprobleme), Àsthetische Kritik (Doppelkinn, dicke Beine) sowie soziale Ausgrenzung (fehlende passende Kleidung, Spott durch Mitmenschen).
Es wird behauptet, Dicke hĂ€tten es schwer bei der Partnersuche. Als „Ausgleich“ fĂŒr die mangelnde AttraktivitĂ€t mĂŒssten sie deshalb Karriere machen, da man mit Geld dennoch gefragt sei.

Der Song gipfelt in einer repetitiven Aneinanderreihung des Wortes „Dicke“ und endet mit der drastischen Beleidigung „Na, du fette Sau“. Man muss den Song im Kontext seiner Zeit und als Satire verstehen. Westernhagen nutzt hier das Mittel der totalen Überzeichnung, um der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten.

Der SĂ€nger nimmt die Rolle eines arroganten, oberflĂ€chlichen Charakters ein. Durch die GehĂ€ssigkeit des Textes wird weniger das Übergewicht an sich kritisiert, sondern vielmehr die Überheblichkeit und die Vorurteile der „Normalen“ entlarvt. Der Song löste (und löst bis heute) Kontroversen aus. WĂ€hrend die einen den ironischen Unterton und die Kritik an bĂŒrgerlichen Vorurteilen loben, kritisieren andere die verletzende Wortwahl und die BestĂ€rkung von Diskriminierung.

Der Song ist eine bissige Karikatur gesellschaftlicher Intoleranz. Durch die radikale Aneinanderreihung von Beleidigungen und Klischees soll die AbsurditÀt dieser Vorurteile aufgezeigt werden.

Dicke“ von „Marius MĂŒller-Westernhagen„, veröffentlicht am 27.02.1978 auf dem Album „Mit Pfefferminz Bin Ich Dein Prinz“.

in neuem Tab auf Spotify hören: https://open.spotify.com/intl-de/track/0LgSKF8aR6SUhAxjwXXhhg

in neuem Tab auf YouTube hören: https://youtu.be/bvViAhZL2_g

in neuem Tab auf Deezer hören: https://link.deezer.com/s/32ybIeBSdC4OlmuopfYcs

in neuem Tab auf Apple-Music hören: https://music.apple.com/ca/song/dicke/356146092

„CC BY-NC-SA“-Lizenz öffnet sich in einem neuen Tab: https://rueckzuginsprivate.de/cc-lizenzierung-cc-by-nc-sa/

rueckzuginsprivate.de weist darauf hin, dass die Inhalte der geteilten und zusammengefassten Artikel die Ansicht der verlinkten Websites wiedergeben. Diese Ansicht muss nicht mit der Meinung von rueckzuginsprivate.de ĂŒbereinstimmen.

Avatar von Unbekannt

Autor: Bernd @rueckzuginsprivate.de

» ... Ist es möglich; daß man trotz Erfindungen und Fortschritten, trotz Kultur, Religion und Weltweisheit an der OberflĂ€che des Lebens geblieben ist? Ist es möglich, daß man sogar diese OberflĂ€che, die doch immerhin etwas gewesen wĂ€re, mit einem unglaublich langweiligen Stoff ĂŒberzogen hat, so daß sie aussieht wie die Salonmöbel in den Sommerferien? Ja, es ist möglich. ... « – Rainer Maria Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, 1910 ====================